Sie sind hier : Startseite →  Die TV-Sender→  Das ZDF (Das "Zweite")→  G.Bartosch - 30 Jahre beim ZDF→  1990 - ein Leserbrief

Günter Bartosch (1928 - 2013†) schrieb viel (sehr sehr viel) über und aus seine(r) Zeit beim ZDF in Eschborn und Mainz .....

Der ZDF Mitarbeiter Günter Bartosch war 30 Jahre beim ZDF - also von Anfang an dabei -, ebenso wie sein deutlich jüngerer Kollege Knapitsch. Angefangen hatte sie beide bereits vor 1963 in Eschborn, H. Knapitsch in der Technik, Günter Bartosch im Programmbereich Unterhaltung.

Und Günter Bartosch hatte neben seiner Arbeit und seinen Büchern so einiges aufgeschrieben, was er damals alles so erlebt hatte. In 2013 habe ich die ganzen Fernseh- und Arbeits-Unterlagen erhalten / geerbt und dazu die Erlaubnis, die die Allgemeinheit interessierenden Teile zu veröffentlichen.
Die Einstiegsseite zu den vielen Seiten beginnt hier.

.

Ein Leserbrief

von Günter Bartosch - im ZDF- HR Unterhaltung/Show vom 13. März 1990

Betrifft: ZDF-KONTAKT Heft 1/90 Artikel: "Lieber Herr Hintz ..." von Rudolf 0. Gültner
.

Lieber Kollege Gültner !

Die Mühe, die Sie sich bei Ihrem Offenen Brief an Herrn Hintz in KONTAKT 1/1990 gegeben haben, erregt meine Bewunderung. Weiß ich doch aus eigener Erfahrung, wie sehr die Schreibmaschine sich sträubt, etwas entgegenzunehmen, was ihr nicht über die Type will.

Die Mitarbeiterinnen der Mitarbeiter/innen des ZDF werden es Ihnen danken, daß Sie den Damen auch in Schriftform jene Aufmerksamkeit entgegenbringen, für die Sie im persönlichen Umgang bekannt sind.

Amüsiert hat mich aber, daß Ihnen trotz aller Mühe doch eine Unaufmerksamkeit unterlief: Die Mitarbeiterzeitschrift. Muß natürlich "Mitarbeiter/innenzeitschrift" heißen ! Wollen wir künftig versuchen, Ihrem Beispiel konsequent zu folgen !
.

Der Sprachgebrauch

Zwangsläufig müssen wir dazu Sprach-/Rechtschreibungsforschung betreiben. Was machen wir zum Beispiel in Anbetracht der Tatsache, daß es unter den Mitarbeiter/innen leider auch Kranke gibt ?

Der Kranke ist schließlich auch männlich, folglich müssen wir bei weiblichen Kranken von Krankinnen reden - nein: schreiben. Beim schreiben aber wird's schon problematisch.

"Kranke/innen" geht nicht. "Krank(e)/innen" müßte die Schreibweise sein. Schwieriger wird es noch bei Wörtern, die sich ähnlich sind.

Ein Gläubiger ist jemand, der gegenüber eine(m)/r anderen eine berechtigte Schuldforderung hat. Logischerweise gibt es dann auch Gläubigerinnen.

Der Gläubige ist Anhänger eines Glaubens. Natürlich gibt es auch Gläubiginnen. Nicht nur das unterscheiden ist schwer, auch die Schreibmaschine mosert.

Hoffentlich muß "Kontakt" (Verzeihung: "kontakt") nie über ein Tennisspiel der Frau Navratilova berichten, denn das wäre doppelt gemoppelt. Würde man schreiben: "Es spielte die Navratilova", wäre das zwar richtig, aber flapsig und ungehörig. Was für Probleme !

Es ist noch nicht abzusehen, wohin das führt, was Sie (und nicht nur Sie) beispielhaft begonnen haben. Letztlich werden die Ärzt(e)/innen sich auch damit beschäftigen müssen.

Seien Sie versichert: Wenn Sie vorerst auch künftig, wie bisher üblich, schreiben täten: "In den verdienten Ruhestand ging Frau X, die zu den bewährten Mitarbeitern der Ersten Stunde gehörte", so nähme ich Ihnen das nicht übel. Und Frau X sicherlich auch nicht.

In diesem Sinne

Ihr Günter Bartosch im März 1990

PS: Stutze ich doch gerade ungemein ! Siehe: Der Mensch ist genauso männlich wie der Mitarbeiter. Ja, gibt's denn das ? Die Menschinnen müssen sich empören !

Übrigens hat Luther den Fall schon längst gelöst. Er übersetzte die Bibel: "Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist."
Das wär's dann, liebe Männinnen und Männer des ZDF !

........ und noch ein Leserbrief ........

Günter Bartosch - im ZDF-HR Unterhaltung/Show 1 13. März 1990

Betrifft: ZDF-KONTAKT Heft 1/90 Artikel: "3sat sinnt auf Neues'
von Gerd Elgo Lampel

Lieber Kollege Lampel !

Sie sind ein Idealist, das weiß ich. Und mit dem Herzblut des Idealisten haben Sie Ihren Artikel über 3sat in "kontakt" 1/90 geschrieben. Warum auch nicht !

Aber lese ich denn richtig ?

Sie schreiben: "Jede Anregung - ob von außen, das heißt von ZDF-Kollegen oder von 3sat selbst - wird gern aufgenommen, geprüft und wenn möglich realisiert." Aha !

Nur: Für Anregungen von mir gibt es bisher weder einen Beweis, daß sie "gern", noch daß sie überhaupt aufgenommen wurden. Und "geprüft" werden sie schon seit 4 und mehr Jahren.

Lieber Kollege Lampel, Sie sind nicht nur ein Idealist, sondern auch ein Optimist !

Für beides bewundert Sie .......

Ihr Günter Bartosch im März 1990

- Werbung Dezent -
Zur Startseite - © 2006 / 2021 - Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - DSGVO - Privatsphäre - Redaktions-Telefon - zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.