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Die "verfahrene" Wahl 2002 und das ZDF - ein Kommentar

von Gert Redlich in 2015 - Eigentlich hat diese Meinung in einem Museum nichts verloren. Doch in dem Nachlass/Erbe des Günter Bartosch fanden sich so viele kompetente Schriftsücke, die seinen brillianten scharfsinnigen Geist dokumentieren, daß ich sie unbedingt publizieren möchte. Günter Bartosch produzierte Unterhaltungssendungen für die Masse der ZDF Zuschauer - und das mit großem Erfolg. Und er hatt sich redaktionelle Qualität und publizistische Kompetenz auf die Fahne geschrieben, immer und ohne Ausnahme. Und genau darum ist sein Kommentar zu seinem eigenen Sender so wichtig :

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Wahl-"verfahren" - Ein Kommentar von Günter Bartosch

September 2002

Was für eine Bilanz lässt sich ziehen nach der gehabten Bundestagswahl ?  Eine Regierung, deren Politik nicht bestätigt wurde, eine Opposition, der der Bürger nicht zutraute, dass sie es besser machen würde, und eine Fernsehberichterstattung, die buchstäblich auf der Strecke blieb.

Durfte der Zuschauer zunächst noch rätseln, wer die bessere Vorhersage hatte, die ARD oder das ZDF, so zeigten sich im Laufe des Wahlabends beide hilflos. Mal prognostizierten sie die einen als Sieger, mal die anderen, und spät am Abend kam das Eingeständnis, alles hänge letztendlich von Überhangmandaten ab, über die man erst gegen 3 Uhr nachts Näheres wisse.

Was für ein Aufwand für nahezu nichts. Monatelang vorher gab es schon Politbarometer und Umfrageaktionen mit ständigem Auf und Ab. Dazu hochgeputschte Fernsehtalks mit der Frage, wer für die kommende Regierung der bessere Showmaster sei. Am Tag nach der Wahl: Alles Bildschirm-Makulatur !

Das ZDF muß sparen, heißt es. Es ergäben sich große Einsparmöglichkeiten, würden wir darauf verzichten, für teures Geld Umfrageinstitute zu beschäftigen, auf deren Ergebnisse wir – wie sich gezeigt hat – verzichten können. Eine repräsentative Umfrage lässt sich auch im ZDF durchführen, von Hilfskräften und freien Mitarbeitern bis zum Intendanten. Sie wäre vielleicht genauer als die hochbezahlten Analysen von „Infra-test“, „Forschungsgruppe Wahlen“, und wie sie alle heißen.

Aber eines lässt ganz sicher sich voraussagen:

In vier Jahren das gleiche undifferenzierte Fernsehgehabe wie diesmal. Wetten, dass... ?  

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