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Günter Bartosch (1928 - 2013†) schrieb viel (sehr sehr viel) über und aus seine(r) Zeit beim ZDF in Eschborn und Mainz .....

Der ZDF Mitarbeiter Günter Bartosch war 30 Jahre beim ZDF - also von Anfang an dabei -, ebenso wie sein deutlich jüngerer Kollege Knapitsch. Angefangen hatte sie beide bereits vor 1963 in Eschborn, H. Knapitsch in der Technik, Günter Bartosch im Programmbereich Unterhaltung.

Und Günter Bartosch hatte neben seiner Arbeit und seinen Büchern so einiges aufgeschrieben, was er damals alles so erlebt hatte. In 2013 habe ich die ganzen Fernseh- und Arbeits-Unterlagen erhalten / geerbt und dazu die Erlaubnis, die (die Allgemeinheit interessierenden) Teile zu veröffentlichen.
Die Einstiegsseite zu den vielen Seiten beginnt hier.

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WIEVIEL FERNSEHGESCHICHIE BRINGT MS NEUE JAHR 1997 ?

Ein Bericht von Günter Bartosch - 18. Nov. 1996

Das wichtigste historische Fernsehereignis des Jahres 1997 steht bereits im Februar an. Es handelt sich um die Erfindung der "Braunschen Röhre", ohne die es unser modernes Fernsehen, ja vermutlich das ganze Fernseh- und Computerzeitalter nicht geben würde.

Februar 1897

Vor 100 Jahren, am 15. Februar 1897, erschien in der Publikation "Annalen der Physik und Chemie" ein Aufsatz des Physikprofessors Karl Ferdinand Braun, in dem er eine Kathodenstrahlröhre beschrieb, die nach seinen Worten ein Verfahren "zur Demonstration und zum Studium des zeitlichen Verlaufs variabler Ströme" ermöglicht.

Er entwickelte ein schnellreagierendes Anzeige- und Beobachtungsinstrument, doch in anderer Verwendung ist die Braunsche Röhre aus der Geschichte der Fernsehtechnik nicht mehr wegzudenken.

Nur Karl Ferdinand Braun, der 1918 verstarb, dachte bei seiner Erfindung nicht ans Fernsehen. 1932, also vor 65 Jahren, wurden die ersten Fernsehempfänger mit Braunscher Röhre konstruiert; die ersten Kameras mit Kathodenstrahlröhren kamen 1936 zum Einsatz.

Am hundertsten Ehrentag der Braunschen Röhre sieht es so aus, als ob sie für die Zukunft des Fernsehens bald ausgedient habe.

"Farbplasmabildschirme" machen neue Fernsehempfänger möglich, die sich dann sogar an die Wand hängen lassen. Bei den Kameras hingegen zeichnet sich noch keine grundlegende Veränderung ab.

  • Anmerkung : Das ist hier leider falsch, denn Philips hatte bereits Bildaufnehmer Chips in seine ersten HDTV Kameras (LDK 5000 aus 1987) eingebaut und damit gezeigt, daß auch die Technik der Aufnahmeröhren zuende war.

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Juni 1907

Vor 90 Jahren, am 31. Juni 1907, führte der Berliner Physiker Arthur Korn den ersten bildtelegrafischen Übertragungsversuch zwischen München und Berlin durch. Die Zeit für die Übertragung eines Bildes betrug etwa 10 Minuten.

In der Folge gelangen auch Verbindungen zwischen Berlin und Paris, London und sogar nach Monte Carlo. - In St. Petersburg befaßte sich der Physikprofessor Boris Rosing 1907 mit Versuchen zur Bildfernübertragung unter Verwendung der Braunschen Röhre. Zu diesem Zeitpunkt war er derjenige Forscher, der der Realisierung des Fernsehens am weitesten nahe gekommen war. Am 26. November 1907 erhielt er ein deutsches Patent für ein Fernsehsystem, das er "elektrisches Teleskop" nannte.

Nicht vergessen werden soll, daß der deutsche Wissenschaftler Manfred von Ardenne, der mit eigenen Experimenten und Erfindungen viel für die Entwicklung des Fernsehens getan hat, am 20. Januar 1997 90 Jahre alt wird !

1917 in Russland - Vladimir Kosma Zworykin

Vor 80 Jahren begann Vladimir Kosma Zworykin, ein Schüler von Boris Rosing, in Moskau mit dem Aufbau eines Laboratoriums für elektronisches Fernsehen. Die destruktiven Vorstellungen der Bolschewisten gegenüber den Wissenschaften machten ihm und Rosing die Arbeit schwer, so daß Zworykin sich in die USA absetzte, (wo) in der er 1925 ein Patent für einen "elektrischen Bildseher" anmeldete, der unter Verwendung der Braunschen Röhre als "Ikonoskop" der Ursprung aller heute verwendeten elektronischen Kameras werden sollte.
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1922

1922, vor 75 Jahren, bewährte sich das Bildfunkverfahren als Vorläufer des Fernsehens. Professor Korn schickte mit Unterstützung der italienischen Marine ein Foto von Papst Pius XI. nach Bar Harbour in den USA.

Das Bild wurde in der New Yorker Zeitschrift "World" am 11. Juni 1922 veröffentlicht und als "ein Wunder der modernen Wissenschaft" bezeichnet.

Der sechzehnjährige US-Amerikaner Philo T. Farnsworth erfand 1922 eine elektronische Bildsondenröhre, für die er fünf Jahre später - also vor 70 Jahren - US-Patente erhielt.

Eine Kamera mit seiner Bildsondenröhre gehörte zu den drei elektronischen Kameras, die bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin zum ersten Mal zum Einsatz kamen. Die von einer Zeitschrift (der Name "HörZu" wird natürlich nicht genannt) verliehene "Goldene Kamera" ist eine Nachbildung dieser Famsworth-Kamera.

Die "Dissector-Tube" von Farnsworth war eine ausgezeichnete Erfindung, die nur daran scheiterte, daß sie extrem viel Licht benötigte. Sie bewährte sich 1937 im Einsatz bei der Filmbildabtastung, wurde aber bedauerlicherweise nicht weiterentwickelt; sie hätte als raumsparende Alternative zur Braunschen Röhre sicherlich Chancen gehabt.

1927

1927, vor 70 Jahren, war es am 4. Mai dem englischen Fernsehpionier John Logie Baird gelungen, über eine Telefonleitung zwischen Glasgow und London auf eine Entfernung von 640 km Fernsehbilder mit 30 Zeilen unter Verwendung des mechanischen Nipkow-Systems zu übertragen.

1937

Vor 60 Jahren verbesserte sich in Deutschland der Fernsehempfang durch Umstellung auf die 441-Zeilen-Norm ab 15. Juni 1937. Ansonsten fanden epochemachende Fernsehübertragungen statt - live natürlich, denn Aufzeichnungsmöglichkeiten gab es noch nicht.

Als erste Außenübertragung sendete am 12. Mai 1937 die britische BBC die Krönung von König Georg VI. Das deutsche Fernsehen überbrückte mit Breitbandkabeln die Strecke von Berlin nach Nürnberg und übertrug vom 6. bis 13. September die nationalsozialistischen Feiern zum "Reichsparteitag".

Ein erstes Studio mit einer Dunkelbühne von 5 x 8 m für das deutsche Fernsehen entstand im Berliner Deutschlandhaus. Dunkel war der Raum deshalb, weil noch keine elektronischen Kameras benutzt wurden, sondern nur ein festinstallierter Personenabtaster mit Nipkow-Scheibe. Aus diesem Studio wurden die ersten, allerdings noch kurzen Fernsehspiele gesendet.

1947

Vor 50 Jahren - 1947 - gab es in den USA 200.000 und in Großbritannien 14.560 Fernsehteilnehmer. In Deutschland ruhte seit dem Kriegsende das Fernsehen und war von den alliierten Besatzungsbehörden noch nicht wieder genehmigt worden.

Doch in Hamburg fanden sich ein paar fernsehbesessene Pioniere zusammen, bastelten mit primitiven Hilfsmitteln eine neue Kamera, stellten die ersten Nachkriegsversuche an und schlüpften unter das Dach des Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg. Ein Jahr später, am 13. August 1948, erfolgte die Genehmigung der britischen Behörden für einen Fernseh-Versuchsbetrieb.

1952

Vor 45 Jahren: Nach vorausgegangenen Versuchssendungen und der Inbetriebnahme einer Fernseh-Übertragungsstrecke von Berlin nach Hamburg am 10. September begann am 25. Dezember 1952 der NWDR offiziell mit dem Fernsehprogramm im Nachkriegs-Deutschland.

Vier Tage vorher, aus Anlaß von Stalins Geburtstag, lief in der Sowjetzone das Versuchsprogramm des Ost-Fernsehens an.

1957

Vor 40 Jahren - 1957 - überschritt die Zahl der Fernsehteilnehmer in der Bundesrepublik Deutschland die Millionenmarke. Vom Anfang bis zum Ende des Jahres wuchs die Anzahl der angemeldeten Geräte von 681.839 bis auf 1.211.935. - Zum ersten Mal in der Geschichte nahm ein Papst, nämlich Pius XII., in einer Enzyklika am 8. September 1957 zum Fernsehen Stellung.

1962

Vor 35 Jahren, am 12. März 1962, wurde Professor Dr. Karl Holzamer vom Pernsehrat zum Intendanten des geplanten Zweiten Deutschen Pernsehens gewählt.

Am 29. Juni 1962 übernahm das ZDP das Sendegelände der liquidierten Gesellschaft "Freies Fernsehen" in Eschborn. Als Beginn der Programmtätigkeit des ZDP wurde der 1. April 1963 festgelegt.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1962 engagierte die neue Anstalt die ersten Mitarbeiter für Programm und Sendung des ZDP. Sie müßten "Mainzelmännchen" sein, wenn sie den vorgegebenen Termin des Programmbeginns halten könnten, hieß es. Aus der ironisch gemeinten Bezeichnung wird ein Ehrentitel.

1967

Vor 30 Jahren, am 25. August 1967, begann in Europa das Farbfernsehen, zuerst in Deutschland anläßlich der Funk- und Fernsehausstellung in Berlin. Das ZDF sendete mit seiner Spielshow "Der Goldene Schuß" die erste große Abendsendung in Farbe.

1972

Vor 25 Jahren waren mit dem Beginn der Olympischen Spiele am 26. August 1972 in München über das von ARD und ZDP gegründete "Deutsche Olympiazentrum" (DOZ) 27 Farbfernseh-Übertragungswagen, 130 elektronische Farbfernseh-Kameras und 80 Filmkameras im Einsatz.

Die Erdefunkstelle Raisting konnte mit einer zusätzlichen Antenne für den Satellitenfunk die Übertragung der Spiele weltweit in guter Qualität gewährleisten. - Am 6. Dezember 1972 wurde in Mainz-Lerchenberg das Richtfest für das neue Redaktions- und Verwaltungsgebäude des ZDF gefeiert.

1977

Vor 20 Jahren trat ZDF-Intendant Professor Karl Holzamer nach Beendigung seiner dritten Amtszeit in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Karl-Günther von Hase. - Für den amerikanischen Musical-Film "Godspell" im Rahmen der Sendereihe "Des Broadways liebstes Kind" leistete das ZDF Pionierarbeit, indem zum ersten Mal eine elektronische Filmbilduntertitelung vorgenommen wurde, wie sie heute mit Computern kein Problem mehr ist.

Damals mußte der von einer Privatfirma neuentwickelte Schriftgenerator mit der Farbkorrekturanlage des Produktionsbearbeitungszentrums (PBZ) verbunden werden, um die Schaltmöglichkeiten des Korrekturgeräts für das bildfeldgenaue Ein- und Wegschalten der Untertitel benutzen zu können.

1987

Vor 10 Jahren starb am 10. Februar 1987 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren Hans Rosenthal, einer der kreativsten und populärsten Quizmeister und Unterhaltungsfachleute im deutschen Hörfunk und Fernsehen.

Seit 1964 hatte er die Unterhaltung im ZDF mit vielen Spiel- und Quizsendungen maßgeblich geprägt. Seine Sendereihe "Dalli-Dalli" mit 153 Folgen vom 13. März 1971 bis zum 11. September 1986 hatte je Folge bis zu 17 Millionen Zuschauer. - Mit der 150. Sendung "Der große Preis" im ZDF am 12. Februar 1987 ließ sich die stolze Bilanz ziehen, daß diese Sendereihe zusammen mit ihren Vorgängern in insgesamt 228 Sendungen zirka 1,3 Milliarden DM für die Betreuungsorganisationen der "Aktion Sorgenkind" eingebracht hatte.

In der Sendereihe "Wetten, daß ..." wechselte die Moderation von Frank Elstner zu Thomas Gottschalk. - Aus über 5.000 Bewerbungen wurde Babette Einstmann als neue Programm-Moderatorin ausgewählt.

Aufstellung von Günter Bartosch im Dez. 1996
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