Sie sind hier : Startseite →  Die Sender→  Das ZDF→  Eschborn

Die Anfänge des ZDF - das "Fernsehsibirsk" von Eschborn

Wir haben mehrere Zeitzeugen, die auch von Anfang an dabei waren. Einer von ihnen hatte ganz am Anfang den Sendebetrieb in Eschborn mit aufgebaut und er ist heute noch mit ganzem Herzen dabei. Ein anderer Zeitzeuge kennt die Anfänge aus der Sicht des Produzenten, als Fernsehen insgesamt immer noch eine "Gleichung mit 3 Unbekannten" war.

 

Er hat uns erzählt, wie es damals wirklich war mit und um Eschborn, wie die Legenden blühen, als "man" angeblich von "Adenauer" den Auftrag bekam, auch mal Fernsehen zu "machen", wirklich eine nachträglich von der Boulevardpresse bzw. von den "sogenannten interessierten Kreisen" erfundene Story. So, wie er es live (vor unserer Kamera) erzählt hatte, war es viel einfacher und vor allem eigentlich ganz schön trivial.

 

Wir haben auch noch ganz viele Bilder und vor allem kleine private 8mm Filme aus den Anfängen des Zweiten Deutschen Fernsehens, also dem Sendebeginn, und werden diese so nach und nach hier einstellen.

Es begann mit der ("bundeseigenen" Privat-Firma)
"Freies Fernseh(en) Gesellschaft m.b.H." in Frankfurt.

Die Länder Rundfunkanstalten "sollten" gemeinsam ein neues zweites unabhängiges Fernsehprogramm neben den ARD Anstalten aus der Taufe heben und dieses sollte bundesweit senden. Damit sollte einer "vermuteten" Tendenz einer nicht immer neutralen Berichterstattung eine zweite Stimme gegeben werden. Der Bundesregierung ging das dann erheblich zu langsam, denn die Länder konnten sich längere Zeit über die Finanzierung nicht einigen und es gab ein endlos langes Geschachere (wie immer in der Politik ?), wer die Kosten bzw. wieviel davon tragen solle.

1960 - einer der ersten "modernen" FESE Ü-Wagen fürs Fernsehen

Somit ergriff die damalige Bundesregierung unter Kanzler Adenauer und Gerhard Schröder die Initiative und gründete Ende 1958 die "Freies Fernseh Gesellschaft" in Frankfurt. Zug um Zug wurden Mitarbeiter angeworben (meist woanders abgeworben) und eingestellt und etwa ab Aug. 1960 wurde in Eschborn bei Frankfurt eine eigene "Sendezentrale" auf die Beine gestellt. Es war erst (oder schon) 1960 und viel Erfahrung mit dem Fernsehen gab es noch nicht. Alleine die weitsichtigen Geister prophezeiten dem Medium Fernsehen eine ganz entscheidende dominierende Zukunft.

 

Daß es da Kollision mit dem Grundgesetz geben könnte, war anscheinend bekannt und so bedurfte es aus rechtlichenGründen einer weiteren GmbH (der "Deutschland Fernsehen GmbH"), die als der eigentliche Veranstalter die Programme der FFG senden sollte.

 

Das wurde alles schnell bekannt, stieß natürlich bei der Opposition auf herbe Kritik und dann stellte aufgrund einer Klage von vier SPD regierten Bundesländern das Verfassungsgericht im Dezember 1960 unumstößlich fest, daß die Kulturhoheit und damit auch das Fernsehen verfassungsgemäß Ländersache bleibe. Vor allem aber habe es regierungsneutral zu sein (12 Jahre Göbbels hatten ja ihre Spuren hinterlassen) und dieser "bundeseigene!" Sender sei damit absolut verfassungwidrig. Also diese oder eine (oder sogar irgendeine) Bundesregierung dürfe das schon gar nicht machen! Privatfernsehen (bedingt) ja, aber nicht (und eigentlich nie wieder!!) durch die (bzw. eine) Regierung.

 

So wurden zum 31.12.1960 alle Mitarbeiter wieder entlassen und der kurze Betrieb (es wurde bisher nur alles vorbereitet) wurde quasi über Nacht eingestellt. Die GmbHs wurden wieder liquidiert und die Kosten hatte sowieso der Staat zu tragen, also wie immer wir alle. Die aufgelaufenen Schulden (oder Kosten) betrugen am Ende mehr als 30 Millionen (West-) Mark und das war 1960 noch "sehr sehr sehr" viel Geld. (Heute wären es bestimmt 3 Milliarden.)

Nach jedem traurigen Ende kommt wieder ein Anfang.

Nach dem Urteil war zwar erst mal der Dampf raus, doch wurde damit auch der Leidensdruck deutlich erhöht, sich jetzt endlich kurzfristig zusammenzuraufen, also die Intendanten und Ministerpräsidenten der damaligen Bundsländer. Gerüchte und Legenden erzählen von verbitterten (oder erbitterten) Kämpfen um Einfluß (Macht) und Geld.

 

Auch darüber gibt es haufenweise Bücher und Zeitungsartikel und Notitzen von damals. Ein Bundesland (allseits bekannt für Deutschlands heimliche Hauptstadt) tanzte noch sehr lange aus der Reihe (und zahlte einfach nicht), bis es dann endlich seinen Verpflichtungen der Gemeinschaft der Bundes-Länder gegenüber nachkam.
.

Nach oben

Das neue ZDF Sendezentrum

Irgendwann war der Beschluß dann unumstößlich, das ZDF wird es geben und zwar in Mainz. Da hatte jemand aus Rheinlandpfalz (mit der Landeshauptstadt Mainz) ganz laut "Hier!" geschrien, er hätte noch keinen Sender und er wolle auch "so einen Fernsehladen" haben.

 

Es geht weiter . . . bald - wir haben viele Zeitschriften geerbt und geschenkt bekommen.


- Werbung Dezent -
Zur Startseite - © 2007 / 2013 - Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. G. Redlich - hier gehts zum Telefon der Redaktion -
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos.