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Die Idee eines realen Fernsehmuseums reifte bereits 1979 . . .

Eine Fotomontage aus 2007

Man müsste ein spezielles Museum für unsere deutsche Fernsehgeschichte machen. Und zu bieten haben wir hier in Deutschland eine Menge, vor 1945 und auch auch nach 1945.
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Vor 1945 war die Entwicklung lange Zeit aus Neugierde, dann aus reinen finanziellen Erwägungen und dann aus rein militärischen Erwägungen vorangetrieben worden. Die Entwicklung der Fernseh-Technik in Deutschland war fast allen anderen Ländern meilenweit voraus. Und zum Beispiel auch die Entwicklung der AEG-Magnetophone war allen anderen Ländern um mindestens 10 Jahre voraus.
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Als bei uns dann 1967 die Farbe eingeführt wurde
und zur Münchner Olympiade 1972 alle Welt sich vom Stand der deutschen Technik und der deutschen Hersteller und der Professionalität der deutschen "Fernsehmacher" (den Mitarbeitern in den Sendern) überzeugen konnte, hatten wir (im Rückblick) unseren (technologischen) Zenith fast schon erreicht.

Die Zeit war eigentlich reif, ein Museum anzufangen.
So geschah es auch 1979 aus den Reihen der ZDF Mitarbeiter und aus den Reihen der wenigen Hersteller und Institute. Framersheim bei Alzey (südlich von Mainz) war der Geburtsort des Fördervereins zur Errichtung eines Fernsehmuseums. Heute kennt das Kaff immer noch keiner.

Doch die Zeit spielte damals nicht mit. Auch waren sehr unterschiedliche Charaktäre in der Gruppe der Macher. Am Ende spielte auch wieder Geld eine Rolle und so platzte mancher ideelle Traum an den individuellen kommerziellen Vorstellungen und privaten Interessen der vermeintlichen Kulturschaffenden und Mitmacher.
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Ende 2005 ein Zufall - ein Artikel im "Wiesbadener Kurier"

Ein Zeitungsartikel im Herbst 2005

Eigentlich werkelte der Verein nur im eigenen (Fernseh-) Umfeld, wenig in der breiten Öffentlichkeit. Auch im aufkommenden Internet wurden die Chancen nicht genutzt. So richtig nach draußen drang wenig oder fast nichts. Ein Zeitungsartikel im Oktober 2005 über ein angebliches "Fernsehmuseum" in Wiesbaden ließ aufhorchen und der Autor Gert Redlich versuchte, Kontakt mit diesem bislang unbekannten "Museum" aufzunehmen.

Doch "das Museum" existierte nur in den Köpfen ein paar älterer Herren, die ehemals beim Fernsehen gearbeitet hatten. Es gab einen verstaubten Fundus mit alter Technik - insgesamt zwar von riesigen Ausmaßen, aber von einem Musem war weit und breit keine Spur.

Jetzt im Nachhinein könnte man die Kräfte der letzten Macher wohlwollend als verbraucht oder ausgebrannt bezeichnen, denn das reale Museum ließ ja zu der Zeit bereits über drei lange Jahrzehnte auf sich warten. Doch das wußte ich zu der Zeit noch nicht.
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Es gab da in 2003 auch eine Studie über solch ein Museum :

Im Jahr 2003 wurde eine kombinierte Machbarkeits- und Image-Studie initiiert, die das Kulturamt der Stadt Wiesbaden überaus wohlwollend unterstützt (finanziert) hatte.

In 2006 bekam ich die Studie zum ersten Male (aber nur ganz) kurz zu Gesicht und ich fing damals bereits an, verwundert zu staunen. Vermutlich sprudelten damals die zu versteuernden Gewinne der Wiesbadener Unternehmen so gewaltig, daß man mit gewaltigen Zahlen von 32 Millionen (Euro) Investitions- summe glänzte und und von den herein-"gespülten" Steuern jährlich 3,4 Millionen für Betrieb und Personal veranschlagt hatte.

Wie wir in 2013 und danach wissen, wurde aber deutlich weniger herein "gespült", weil da auch nichts mehr so "sprudelte" und selbst das einstmals populistisch geplante 15 Milionen teure (billige) Wiesbadener Stadtmuseum (inzwischen waren es aber 30 Millionen, dann 50 Millionen und dann noch viel mehr) kam bislang - glücklicherweise - nicht zum Tragen. In dem Nachlass eines der letzten Aktiven des Museumsvereins - Günter Bartosch - habe ich dann 4 Ausgaben dieser super tollen Studie gefunden. Mehr über diese Studie aus 2003 steht hier. Es war eben ein recht aufwendiges studentisches "Werk", das zwar vordergründig einen tollen Eindruck macht, aber noch mit vielen Unwägbarkeiten bzw. Schwächen behaftet war.
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2006 - In Berlin eröffnet euphorisch ein "Fernsehmuseum"

Mit deutlich mehr Tamtam und Aufmerksamkeit der Medien wird (nach vielem Hickhack) in Berlin im neugebauten SONY Haus am Alexanderplatz ein "Deutsches Fernsehmuseum" eröffnet. Bei meinem Besuch im Herbst 2007 war der Glanz bereits verflogen und eine deutliche Ernüchterung war eingetreten. Hier waren nämlich Künstler am Werk und das von mir (vor der Tür) befragte Publikum (das ist aber überhaupt nicht repräsentativ) äußerte sich skeptisch über diese Ausstellung (der Kleider von Marlene Dietrich).

Der Hickhack hinter den Kulissen ging um die Entgelte der zum Zeigen vorgesehenen Filmstreifen, von denen sich die Rechteinhaber einen "dicken Batzen" Geld erhofften. Der (bundesdeutsche) Gesetzgeber war aber leider viel zu zaghaft, das per Gesetz zu regeln - wie zum Beispiel die Amerikaner. Die US-Regierung hat zum Beispiel für die gemeinnützige Betreuung der ausländischen Militärangehörigen (auch wegen der Wehrpflichtigen) Kraft Gesetz das Urheberrecht für ale Arten von Medien aufgehoben. So etwas hätte man hier auch beschließen können, evtl. mit Auflagen und ebensolchen Einschränkungen.

In 2012 ist in Berlin von einem "Fernsehmuseum" keine Rede mehr, weil vermutlich die Erwartungshaltung der Besucher nie erfüllt werden konnte.
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Der Wiesbadener Museumsverein muss aus finanziellen Gründen aufgeben. Doch das ist nur der vordergründige Aspekt bzw. die halbe Wahrheit des Endes. Eigentlich war es eine innere Einstellung der Macher, die man aus anderen Projekten auch schon kennt. "Wenn wir es nicht schaffen, (ein Museum "zu bekommen",) sollen es auch keine Anderen schaffen."

Das beste Beispiel war, wie mit Literatur-Duplikaten umgegangen wurde. Nein, die sind nicht verfügbar, die werden entsorgt. (- damit sie ja kein Anderer bekommt.) Selbst Vereinsmitglieder (ich selbst war ja nie Mitglied) durften keine doppelten Bücher mit Nachhause nehmen.

Der abzusehende Finanzengpaß ab 2009 wurde auch nicht deutlich publiziert, um eventuell großzügige Sponsoren für die wenigen tausend Euro Mietschulden zu gewinnen. Neue Mitglieder wurden kategorisch eifersüchtig abgelehnt und damit war das Ende besiegelt.

Das Interesse für das Museum ist da, die Chancen steigen . . .

Langsam wächst auch bei der (Lokal-) Politik die Erfahrung, daß ein promovierter Museumsdirektor noch kein Museum (aus-)macht oder gar in die Wege leiten kann. Ein super guter Historiker ist nach wie vor noch keine werbeaktive Zugmaschine wie ein charmanter durchsetzungsfähiger Walter Bruch es gewesen wäre, wäre er (damals) nicht bereits an die 70 Jahre alt gewesen.

Für ein reales Musem braucht man keinen geparkten Lokal- oder Parteipolitiker, sondern einen richtigen erfahrenen Manager, durchaus im Pensionsalter. Denn wenn man keinen hat, der "den Laden" führt, hat man einen toten Berliner Fughafen oder einen Stuttgarter Tiefbahnhof oder jedenfalls das Loch davon.
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