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Günter Bartosch (1928 - 2013†) schrieb viel (sehr sehr viel) über und aus seine(r) Zeit beim ZDF in Eschborn und Mainz .....

Der ZDF Mitarbeiter Günter Bartosch war 30 Jahre beim ZDF - also von Anfang an dabei -, ebenso wie sein deutlich jüngerer Kollege Knapitsch. Angefangen hatte sie beide bereits vor 1963 in Eschborn, H. Knapitsch in der Technik, Günter Bartosch im Programmbereich Unterhaltung.

Und Günter Bartosch hatte neben seiner Arbeit und seinen Büchern so einiges aufgeschrieben, was er damals alles so erlebt hatte. In 2013 habe ich die ganzen Fernseh- und Arbeits-Unterlagen erhalten / geerbt und dazu die Erlaubnis, die die Allgemeinheit interessierenden Teile zu veröffentlichen.
Die Einstiegsseite zu den vielen Seiten beginnt hier.

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Mai 1994 - Vor 25 Jahren: DAS GRÖSSTE ABENTEUER DER MENSCHHEIT - UND ALLE KONNTEN DABEI SEIN !

Ein zweiteiliger Bericht von Günter Bartosch über Fernsehen vom Mond vom Mai 1994

Der Zeitpunkt des Geschehens steht unverrückbar im Buch der Menschheit eingeschrieben; es war am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit:

Als erster Mensch betritt der US-Amerikaner Neil Armstrong den Mond. Wohl eine halbe Milliarde Menschen verfolgte dieses Ereignis live im Eernsehen !

Ist es "erst" 25 Jahre her oder "schon" ?

Bei sechs amerikanischen Lande-Unternehmen bis zur letzten Mondmission im Dezember 1972 hatten insgesamt zwölf Astronauten den Mond betreten oder sogar befahren. Die Teilnahme an den ersten Erkundungen der Mondoberfläche war das Spektakulärste, was das Fernsehen bisher zu bieten hatte.

Außerdem trug der Wettlauf zum Mond, der zwischen den USA und der Sowjetunion entstanden war, dazu bei, nicht nur die Aufnahme-, sondern auch die Übertragungstechnik des Fernsehens zu revolutionieren.

Oktober 1957 - die Pieptöne des ersten "Sputnik"

Begonnen hatte alles - auch für die Funktechnik - mit den Pieptönen des ersten "Sputnik", der, am 4. Oktober 1957 gestartet, im Weltraum die Erde umrundete. Die intensiv von der Sowjetunion betriebene Entwicklung von Raumschiffen alarmierte die Amerikaner.

Bald aber ging es nicht mehr nur um die Kontrolle und Abwehr feindlicher Aktivitäten im Weltraum, sondern es begann ein Wettlauf zum Mond. Eine Ansprache von Präsident John F. Kennedy an Kongreß und Nation am 25. Mai 1961 gab den Anlaß zur Schaffung des "Apollo-Programms", um amerikanische Astronauten zum Mond zu entsenden.

Über 400.000 Menschen arbeiten an einem Menschheitstraum

Auf dem Höhepunkt der Entwicklung 1966/67 arbeiteten über 400.000 Menschen für das Projekt. Darunter waren zahlreiche Firmen der Funk- und Fernsehtechnik, denn von Anfang an war klar: Es mußte auch Bilder vom Mond geben !

Neben der Entwicklung der Raketen, der Raumschiffe, der Astronauten-Kapseln und der Mondlandefähre (LEM - Lunar Excursion Module) erfolgte die völlige Neukonstruktion von Foto-, Film- und Fernsehkameras.

Sie mußten nicht nur im luftleeren Raum und bei Schwerelosigkeit voll einsatzfähig sein, sondern auch drei besonders wichtige Paktoren berücksichtigen : Geringe Größe, Leichtigkeit und sparsamsten Energieverbrauch.

Wenn heute jeder Video-Amateur eine kleine, handliche, leistungsfähige Kamera mit sich herumtragen und brillante Aufnahmen damit machen kann, so ist das auf jene Entwicklung zurückzuführen, die damals in Angriff genommen wurde.

Die ersten Bilder waren nur schwarz/weiß

Die ersten Fernsehbilder vom Mond lieferte während der Apollo 8-Mission eine Schwarz/weiß-Kamera, die ein Meisterwerk der Mikroelektronik war. Sie wog nur zwei Kilogramm, konnte leicht in der Hand gehalten werden und war durch ein 3,60 Meter langes Kabel mit dem Schaltbrett verbunden.

Für die Aufnahmen im Innern der Astronauten-Kapsel gab es ein Weitwinkelobjektiv, für Aufnahmen der Erde und des Mondes ein Teleobjektiv.

Die erste Fernsehsendung beschränkte sich auf das Innere der Kapsel, der Blick nach draußen lieferte zunächst nur eine unscharfe Wiedergabe der im Weltraum schwebenden Erde.

Dezember 1968 - Erster Flug von Menschen zum Mond

Das war am 22. Dezember 1968 beim ersten Flug von Menschen zum Mond zur Vorbereitung der späteren Mondlandung. Insgesamt gab es fünf Live-Sendungen aus dem Weltall.

Schon bei der zweiten Fernsehübertragung aus dem Raumschiff, das zu diesem Zeitpunkt 320.000 km von der Erde entfernt war, erschien unser Planet in hervorragender Bildqualität.

Das Nachrichtenmagazin "Newsweek" schätzte, daß von der Sendungen der Apollo 8 über Eurovision, Intervision, BBC, NBC, CBS und ABC sowie über die unzähligen Rundfunknetze etwa ein Drittel der Menschheit erreicht werden konnte.

Neben den Fernsehübertragungen aus den USA in Farbe vom Start der Rakete und der Wasserung der Weltraumkapsel bei Hawaii am 27. Dezember 1968 war die Apollo 8-Mission ein Ereignis, daß die Fernsehzuschauer in der ganzen Welt auf die baldige Mondlandung einstimmte.

Mai 1969 - Apollo 10 und Apollo 11

Beim Flug von Apollo 10 vom 18. bis 26. Mai 1969 begleiteten die Fernsehzuschauer die Astronauten bis 15 km über dem Mond -noch ohne Landung, nur erst mal schaun, wie es dort aussieht.

Und dann rüsteten sich sämtliche Fernsehstationen der westlichen Welt für den Tag des größten Ereignisses in der Geschichte der Menschheit, für Apollo 11 und das Betreten des Mondes.

Die vorgesehenen Apollo 11 Daten der NASA :

  • 20. Juli 1969, 21.30 Uhr MEZ - Aufsetzen der Landefähre "Eagle" auf dem Mond;
  • 21. Juli 1969, 7.17 Uhr MEZ - Betreten des Mondes.


Das ZDF hatte seine Informationen über drei Tage verteilt, in Hamburg ein "Sonderstudio Apollo 11" eingerichtet und das Mondlandegerät im Maßstab 1:1 nachbauen lassen.

Direkt aus dem RaumfahrtZentrum Houston berichtete Friedrich Müller, im Hamburger Sonderstudio kommentierten Heinrich Schiemann und Werner Stratenschulte.

Sie hatten sich der Konkurrenz der ARD zu stellen, in dessen Sonderstudio beim WDR Köln Dr. Günter Siefarth das Sagen hatte.
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Am Abend des 20. Juli 1969 in Europa

Der große Augenblick kam am Abend des 20. Juli 1969 (MEZ), Die Fernsehzuschauer waren dabei, als die Landefähre sich mit großer Geschwindigkeit dem Erdtrabanten näherte.

Die Kamera erfaßte aus dem Fenster einen Teil der Mondoberfläche, das Landegebiet; ein ödes, zerklüftetes, von kleinen und großen Kratern übersätes Gelände.

Der Schatten des LEM kam ins Bild und zeigte die langen dürren Landebeine. Dann - 21 Uhr 17 Minuten und 46 Sekunden MEZ: "The 'Eagle' has landed !" Die Sensation war perfekt.

Die Fernsehsendungen zeigten den Jubel im Kojotrollzentrum Houston. Doch als sich die Astronauten in Absprache mit Houston entschieden, auf die geplante vierstündige Ruhepause zu verzichten, bedeutete dies für alle Fernsehaktivitäten in Deutschland und Europa unerwartet eine lange Nacht.

In der Bundesrepublik sollen 69% aller Einwohner über 16 Jahren das Ereignis in der Nacht am Bildschirm verfolgt haben. Vielfach wurden auch die Kinder geweckt, damit sie sich später daran erinnern könnten.

12 Minuten keine Bilder vom Mond

Während spannender zwölf Minuten der Vorbereitung des Ausstiegs gab es keine Bilder vom Mond, nur der Sprechverkehr mit Houston war zu hören. Dann kam der Moment, den jeder, der ihn mitangesehen hat, nie vergessen wird, nachdem die an einem Standbein der Fähre angebrachte Kamera eingeschaltet worden war:

und dann kam Neil Armstrong die Leiter runter

Die Bewegungen des Astronauten Neil Armstrong, der rückwärts aus der Fähre steigt und dann mit dem linken Fuß den Mondboden betritt. Seine ersten Worte sind Geschichte geworden: "Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, doch ein gewaltiger Sprung für die Menschheit."

Edwin Aldrin folgt schon mit einem kleinen Hüpfer von der Leiter, dann sehen wir ihre ersten vorsichtigen Schritte in der ungewohnten geringen Schwerkraft des Mondes.

Raumanzug und Tornister würden auf der Erde 180 kg wiegen, auf dem Mond sind sie nur 30 kg schwer ! Die Kamera ist inzwischen in ca. 30m Abstand von der Fähre aufgestellt worden. Armstrong berichtet, daß der Boden des Mondes feinkörnig und pulvrig aussehe, daß sich die Standbeine der Landefähre um Zentimeter in den Boden gesenkt hätten, und daß die Stiefel deutliche Abdrücke hinterlassen.

Das Känguruhhüpfen der Astronauten bei der Fortbewegung in der geringen Anziehungskraft des Mondes begleitet uns von Stund an über alle Mond-Exkursionen hinweg.

Die beiden Astronauten beginnen ihre Arbeit mit der Plazierung von Geräten. Wir sehen ihnen zu - wir sehen fern auf 365.000 km Entfernung ! Das Signal ist schneller als ein Blitz; es benötigt nur 1 1/4 Sekunden für die lange Strecke.

Der Übertragungsweg rund um die Erde beträgt mehr als 3 Millionen Kilometer; und in den Kommunikationssystemen der ganzen Welt sind in diesen Stunden rund 40.000 Menschen beschäftigt, während rund 600 Millionen in 49 Ländern am Geschehen Anteil nehmen.

Die Chinesen wollten den Erfolg "des Westens" nicht senden

Das Fernsehen Rot-Chinas allerdings schloß sich gänzlich aus, das der Sowjetunion übertrug keine Live-Berichte. Ebenso verhielt sich die DDR, während Polen und Ungarn direkt die amerikanischen Fernsehsendungen übernahmen.

Bemerkenswert ein Ausspruch des Kommentators Günther Herlt im DDR-Fernsehfunk am 19.7.1969: "Glauben Sie, ich spreche über den Mond ? Der ist mir zur Zeit zu stark verdreckt vom Westen."

Nach anfänglichem Zögern reagierte die Sowjetunion dann doch mit umfangreicherer und aktuellerer Berichterstattung.

Der Fernsehhistoriker Kurt Wagenführ merkte damals an: "Noch niemals sind sich die Menschen auf der Welt durch die gemeinsamen Fernsehübertragungen als Zuschauer bei einem Ereignis so nahe gewesen wie an dem historischen Datum 20./21. Juli 1969."
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Es war 1969 eine internationale Meisterleistung

Es darf nicht vergessen werden zu erwähnen, daß es sich bei der Übertragung der Fernsehsignale rund um die Erde um eine internationale Meisterleistung handelte.

Die einzige, allerdings problematische Panne gab es durch den Ausfall des über dem Atlantik stehenden Satelliten vom Typ Intelsat III. Er mußte mühsam überbrückt werden.

Beim Flug des Raumschiffs waren Erdefunkstellen in Sidney, Kalifornien, Maine, West-Virginia und Spanien eingeschaltet. Die Fernsehbilder vom Mond wurden vom Radio-Astronomie-Observatorium in Parkes/Südaustralien empfangen und von dort über die Erdefunkstelle Moree und den pazifischen Intelsat III zur COMSAT-Erdfunkstelle Jamesburg/Kalifornien bis nach Houston weitergeleitet.

Über New York wurden die Sendungen in ausländische Sendenetze verteilt; die Fernsehbilder für Buropa liefen von Japan über einen Satellitentyp Intelsat III, der über dem Indischen Ozean stand, zur Erdfunkstelle Goonhilly Downs bei London, von wo sie in die Eurovisionszentrale nach Brüssel gegeben und in mehr als 20 Länder weitergeleitet wurden.

Von Goonhilly gelangte das Bild außerdem über das Intervisionsnetz in die Sowjetunion und nach Osteuropa. Die deutsche Erdefunkstelle Raisting in Oberbayern stand während des ganzen Unternehmens als Reserve für Goonhilly bereit.

Und es waren aufregende Tage und Stunden.

Kurt Wagenführ merkte an: "Angesichts dieses fast fünfmal die Erde umspannenden Verteilungsweges für das 'zivile' Fernsehen ist es nicht verwunderlich, daß Houston wiederholt die Güte der aus erster Hand empfangenen Fernsehbilder lobte, während die in Europa - sozusagen aus dritter Hand - ankommenden Bilder durch die vielfache Umsetzung und die zweifache Normwandlung doch erheblich gelitten hatten. Trotzdem - kein Fachmann hätte es für möglich gehalten, daß die Bilder vom Mond überhaupt auf unseren Fernsehschirmen erscheinen würden."

Jeder bangte mit, ob die Astronauten wieder unbeschadet und gesund zur Erde zurückkehren würden. Die gelungene Ankoppelung an das Mutterschiff, in dem Michael Gollins einsam den Mond umkreist hatte, brachte die erste Erleichterung, der Niedergang der Raumkapsel im Pazifik 1000 km südwestlich von Hawaii am 24. Juli 1969 und die Bergung der Astronauten ermöglichte dann das große Aufatmen.

Niemand, der es mitangesehen hat, wird die fröhlichen Gesichter der Mondheimkehrer vergessen, die noch viele Tage in einer QuarantäneStation verbringen mußten, bevor man sicher sein konnte, daß sie keine bakteriologischen Gefahren von ihrem Mondausflug mit zur Erde gebracht hatten.

Bilder, die uns das Fernsehen vermittelte von einem spannenden Abenteuer real nach Jules Verne. Das ZDF erzielte nocheinmal große Aufmerksamkeit, als es das originalgetreue Studiomodell der Mondlandefähre "Eagle" auf der Funkausstellung im August 1969 in Stuttgart öffentlich vorstellte.

Teil 2

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November 1969 - die Apollo 12-Mission

Dem Ereignis der ersten Mondlandung (Apollo 11) am 20./21. Juli 1969 folgten weitere Missionen in kurzen Abständen. Mit den Fernsehbildern aber hatte es zunächst seine Schwierigkeiten. Die Apollo 12-Mission, bei der am 19. November 1969 zwei weitere Astronauten den Mond betraten, brachte eine bedauerliche Fernsehpanne.

Als Alan Bean die erstmals eingesetzte Farbkamera beim Umrichten auf ein Stativ unachtsamerweise in die Sonne hielt, wurde das empfindliche Gerät zerstört. Erst das von dieser Mission mitgebrachte Foto- und Filmmaterial vermittelte die Freude der Astronauten darüber, die zwei Jahre und sieben Monate zuvor auf dem Mond niedergegangene automatische Sonde "Surveyor 3" wiedergefunden zu haben.

April 1970 - Apollo 13 hing am seidenen Faden

Apollo 13 hingegen wurde zu einem Fernsehereignis, bei dem Millionen von Menschen den Atem anhielten. Eine Havarie an Bord des Raumschiffs während des Flugs zum Mond am 14. April 1970 erschütterte die Welt.

Es lief eine galaktische Rettungsaktion an, v/ie es sie in der Realität noch nie gegeben hatte. Während entscheidender vier Tage gab es aus dem Raumschiff keine Sendungen, da Strom gespart werden mußte.

Durch eine Explosion war ein Sauerstofftank zerstört worden, was die gesamte Stromversorgung ausfallen ließ. Nur durch geschickte Maßnahmen und Schaltungen, die von den Experten im Raumfahrt-Zentrum Houston in die Wege geleitet wurden, konnten die Astronauten die Katastrophe überstehen.

Die Mondlandefähre DSM, die ein eigenes Versorgungssystem hatte, wurde zum Lebensretter. "Die ganze Welt" atmete auf, als die Kapsel von Apollo 13 am 17. April 1970 im Wasser niederging und die drei Astronauten etwas unterkühlt, aber glücklich und wohlauf zur Erde zurückgekehrt waren - im Fernsehen konnte es miterlebt werden.

Die Sowjets besserten beim Mond-Fernsehen nach

Nicht unerwähnt soll bleiben, daß auch die Sowjets Fernsehbilder vom Mond mit einer eigenen Kamera bezogen - sie sind nur nie in einer Fernsehsendung gezeigt worden.

Am 17. November 1970 landete die unbemannte sowjetische Raumsonde "Lunachord 1" auf dem Mond und sandte Bilder zur Erde. Wer sucht sie mal in der ehemaligen Sowjetunion ?

Februar 1971 - die Apollo 14-Mission - der Mond in Farbe

Fast zur Routine im Programm der NASA wurde die Apollo 14-Mission vom 31. Januar bis 9. Februar 1971. Die Astronauten Alan B. Shepard und Edgar D. Mitchell legten bei zwei Mondspaziergängen, die zusammen neun Stunden und 22 Minuten dauerten eine Gesamtstrecke von 3,3 km zurück und sammelten im mitgeführten kleinen Handwagen 43,2 kg Mondgestein.

Was für die beiden das festgelegte Arbeitspensum war, brachte den Fernsehzuschauern erneut ein besonderes Miterleben. Auf dem Mond wurde eine große, einem umgekehrten Gartenschirm ähnliche Parabolantenne aufgestellt, die die Bilder einer Farbkamera in außergewöhnlich guter Qualität zur Erde übermittelte.

Erstaunlich war dabei, feststellen zu können, daß es dem öden Mond an Farbe mangelt. Er erschien grünlich-grau, manchmal entdeckte man blaue oder bräunliche Schattierungen. Bemerkenswert das tiefe Schwarz des Weltalls, grell das Sonnenlicht.

Gelegentlich gab es hellweiße und aufblitzende bunte Punkte durch Reflexe der Sonnenstrahlung auf den Instrumenten. Das farbigste auf dem Mond waren die amerikanische Flagge und das entsprechende Emblem an den Tornistern und Raumanzügen der Astronauten.

Demgegenüber begeisterte die Astronauten und auch die Fernsehzuschauer der Blick vom Mond zurück auf die malerisch im pechschwarzen All schwebende Kugel des blauen Planeten Erde.

Die neue Mond-Farbkamera wog nur 6 Kilo

Die Farbkamera wog nur 12 Pfund, war kleiner als ihre Vorgängerin von Apollo 13 und hatte eine weiterentwickelte Röhrenbestückung. 30 Meter Kabel dienten als Zuleitung zur Antenne. Die Kamera lieferte 30 Bilder/sek. in der 525-Zeilen-Norm.

Sie besaß eine Gummilinse und reagierte automatisch auf Licht- und TemperaturSchwankungen. Damals vor 23 Jahren war das alles sehr neu.

Eine weitere Sensation - auch für alle, die am Bildschirm zusahen - brachte am 1. August 1971 die Mission Apollo 15: Das Mondmobil.

Und es gab noch ein "Highlight", eine fernzusehende Besonderheit

Der Fernsehzuschauer fuhr mit ! Insgesamt legten die Astronauten rund 28 km Fahrstrecke zurück. Kamera und Antenne waren auf dem Elektrofahrzeug montiert, konnten aber aus Gründen der Stromversorgung nur dann Aufnahmen liefern, wenn das Mobil geparkt war.

Die Kamera aber ließ sich von der Erde aus steuern und vermittelte durch ständige neue Blickwinkel eine Übersicht über die Mondlandschaft. Dann und wann - auch das blieb in Erinnerung - mußte das Kontrollzentrum darum bitten, die Linse der Kamera vom aufgewirbelten Mondstaub zu befreien, was von den Astronauten mit einem feinen Pinsel besorgt wurde.

Dem Miterleben der Monderkundung fügte sich für die Fernsehzuschauer eine weitere Attraktion hinzu. Die auf dem Mond zurückgebliebene Kamera zeigte, von der Erde aus gesteuert, den Rückstart der Kapsel der Landefähre zum Raumschiff.

Weitere Bilder gab es von der Annäherung an das Mutterschiff, wobei - wie eine Journalistin anmerkte - trotz günstiger Sendezeit während der heute-Nachrichten das ZDF den Augenblick der Ankoppelung verpaßte. So ist das Fernsehleben !

April 1972 - die 5. Mondlandung mit Apollo 16

Trotz erheblicher Probleme mit dem Haupttriebwerk des Mutterschiffs gelang am 21. April 1972 MEZ mit Apollo 16 zum fünften Mal eine Mondlandung. Die Fernsehübertragungen konnten nur verspätet beginnen, da die bordeigene bewegliche Richtantenne defekt war und erst eine entsprechende Vorrichtung am Mondmobil montiert werden mußte.

Dann aber konnten die Zuschauer erneut die Astronauten bei ihren aufregenden Entdeckungsfahrten begleiten. Die Übertragung der Bilder sei die prägnanteste gewesen, die es je gab, vermerkte Herzu.

In der zweiten Übermittlung eines Raketenstarts zurück vom Mond hatten Fernsehzuschauer um 2.26 Uhr MEZ miterleben können, wie ein Feuerstrahl aufzuckte, die Goldfolie der zurückbleibenden Landefähre wegplatzte und das Raumschiff katapultartig in die Höhe schoß.

Durch den Schleier des aufgewirbelten Mondstaubs fing die von Houston aus ferngesteuerte Kamera das Raumschiff kurze Zeit später noch einmal ein, wie es als kleiner werdender Lichtpunkt zum Mutterschiff "Casper" aufstieg.
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Dezember 1972 - die 6. Mondlandung von Apollo 17

Die Abschiedsmission vom Mond - und niemand ahnte damals, daß man ihn bis heute nie wieder betreten wurde - wurde zum umfangreichsten und ergiebigsten aller Mondlandeunternehmen.

Apollo 17 startete am 7. Dezember 1972. Die Verweildauer auf dem Mond betrug genau 75 Stunden und 1 Minute, mit dem Mondmobil legten die Astronauten bei einer Höchstgeschwindigkeit von 18 Kilometern pro Stunde 35,8 km zurück.

Während einer Ausflugsdauer von insgesamt 22 Stunden 5 Minuten und 7 Sekunden sammelten sie 112,4 kg Mondsubstanz und -gestein und fanden - zur allgemeinen Überraschung - sogar orangerote Steine.

Man konnte auf der Erde den Rückstart vom Mond miterleben

Erneut gab es Fernsehbilder von den Exkursionen, und wieder konnte man den Rückstart vom Mond miterleben. Sensationell waren auch die Bilder der Bordkamera von Apollo 17, die den Astronauten Evans am 17. Dezember 1972 als "Weltraum-Spaziergänger" verfolgte. Man sah, wie er sich, einem Taucher ähnlich, außen am Mutterschiff entlanghangelte, um am Versorgungsteil ein Band mit Meßdaten- und Filmkassetten zu bergen, auf denen zwei Kameras automatisch Aufnahmen vom Mond und astronomische Fotos gemacht hatten.

Hörzu bemängelte, daß das Apollo17-Unternehmen den Fernsehanstalten kein großes Abendprogramm mehr wert war. Wer mehr als kurze Zusammenschnitte sehen wollte, mußte vor Morgengrauen aufstehen oder um Mitternacht noch wach genug sein, um die brillanten Bilder vom Mond zu sehen.
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Es gab auch lieblose schlechte Filme / Berichte

An dieser Stelle sei gewarnt vor dem amerikanischen Film "For All Mankind - Ein großer Schritt für die Menschheit" von 1989 (Sat1 brachte ihn vor fünf Jahren). Völlig unsystematisch und unerklärt sind hier die Aufnahmen der verschiedensten Apollo-Missionen zusammengeschnitten v/orden zu einem Machwerk, das keinen Anspruch darauf haben kann, eine Dokumentation genannt zu werden.
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Als die allgemeine Begeisterung erloschen war

Was an weiteren Aktivitäten in der bemannten Raumfahrt folgte - sowohl von den USA als auch von der Sowjetunion - wies eine kontinuierliche Weiterentwicklung auf.

Doch die allgemeine Begeisterung daran war schon erloschen, lediglich der Start des ersten Spaceshuttle "Columbia" am 12. April 1981 veranlaßte nocheinmal die Fernsehanstalten zu Sondersendungen, ein weiteres Mal die Annäherung des geheimnisvollen Halley'sehen Kometen an die Erde im März/ April 1986 - eine Sensation, die, wie sich herausstellte, keine war.

Was sonst an Ereignisreichem im All stattfindet, zum Beispiel die Reparatur des Weltraumteleskops Hubble, verliert sich in den Fernsehnachrichten unter "ferner liefen".

Schade in einer Zeit, in der alle fantastischen Zukunftsvisionen von Jules Verne bis Hans Dominik Wirklichkeit werden und bei denen das Fernsehen immer dabei sein könnte.

Ein zweiteiliger Bericht von Günter Bartosch über Fernsehen vom Mond vom Mai 1994

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