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In den alten Fachzeitschriften steht (fast) alles drinnen.

Fachzeitschrift auf Notpapier von 1943

Warum "fast" ? Nicht alle Herausgeber und Autoren waren neutral oder unbefangen oder wirklich unabhängig. In vielen Zeitschriften fällt auf, daß meist nur ein paar Seiten hinter einem redaktionellen Beitrag eine ganzseitige (4-) Farbanzeige "völlig" zufällig folgte. Diese Regelmäßigkeit fällt auf, wenn man mal 2 oder 3 Jahrgänge (a 12 Stück) einer Zeitschrift chronologisch, gezielt und aufmerksam durchblättert.
Eine Ausnahme sind die Rundfunktechnischen Mitteilungen, die RTMs vom Institut für Rundfunktechnik. Dort sind die lustigen alten Anzeigen selten und darum um so aussagekräftiger. Fangen wir also an mit den RTMs.

Die Rundfunk Technischen Mitteilungen (die RTMs)

Das alte Logo der RTM Zeitschriften
Die Jahrgänge 1957 bis 1962 sogar gebunden

Angefangen hatte es 1957 mit Jahrgang 1 und Ausgabe Nummer 1. Wir haben leihweise die gebundenen ersten 6 Jahrgänge zum Verarbeiten erhalten. Hier kommt in Kürze das Geleitwort.

Dort schreiben zumeist Entwickler, Techniker
und Ingenieure aus der Produktion über die speziellen Fragen, die die Rundfunkanstalten und die assoziierten Firmen betrafen und betreffen. Diese Fach-Artikel sind teils hochtechnisch, teils allgemeinverständlich, aber vor allem einigermaßen "neutral" bezogen auf einseitige Herstellerinteressen.

Und dort stehen die aktuellen Neuigkeiten aus der Rundfunktechnik in der jeweiligen Ausgabe, die uns hier im Museum besonders (endlich mal am Stück) interessieren.

Erwarten Sie viel, es kommt auch viel, es kommt hochqualitative Masse !!! Selbst wir von der Redaktion waren überrascht.

Wir suchen die Ausgaben der RTMs ab etwa 1962.

Einige wenige Exemplare (aber bei weitem nicht fortlaufend) haben wir schon bekommen. Sollten Sie Ausgaben aus dieser Zeit gerettet haben oder jemanden kennen, der solches Papier noch auf dem Speicher oder im Keller hat, wir sind für jeden Hinweis dankbar.

Der Kameramann

Jahrgang 1970 bis 1995

Daß diese spezielle Zeitschrift einer (eigentlich kleinen) Berufsgruppe gleich im Anschluß kommt, soll auf keinen Fall eine Bewertung darstellen, denn hier klopft ab und zu die in der Einleitung angesprochene "Befangenheit" an. In dieser Zeitschrift ist in der Retroperspektive der Weg vom Zelluloyd-Film zum Magnetband nachzuzeichnen.

Natürlich ist der Kameramann gespickt mit Anzeigen aller Art, die irgendetwas mit Film und Fernsehen und Drehen und Senden zu tun haben. Es ist ganz deutlich wahrzunehmen, wann die letzte Anzeige einer Arri 16mm Kamera erschien und ab wann zum Beispiel Sony und Ikegami EB Kameras beworben wurden. Auch gibt es dort haufenweise Berichte von der NAB und aus Montreux, die zum Beispiel in der Funkschau nur sporadisch vorkommen.

Wir suchen die Ausgaben vom "Kameramann" von vor 1970.

Sollten Sie Ausgaben von vor 1970 gerettet haben oder jemanden kennen, der solches Papier noch auf dem Speicher oder im Keller hat, wir sind für jeden Hinweis dankbar.

Die FKT Zeitschrift (vormals Film und Kino Technik)

Diese deutschsprachige Verbandszeitschrift wie auch die FKTG selbst wurde maßgeblich von dem langjährigen Chefredakteur Norbert Bolewski geprägt. Es war sein Herzblut, wie die Eingeweihten lobend schildern. Der Verband FKTG (Fernseh- und Kinotechnische Gesellschaft) wuchs (unter seiner Leitung) in den letzten 20 Jahren von "klein" nach "Groß" und die im Prinzip zugehörige Zeitschrift war das Sprachrohr und die Publikation der (Fernseh-) Zukunft.
Auch hier wurde immer so schnell wie möglich über und von den aktuellen Neuigkeiten berichtet, selbst wenn es bislang unbewiesene aber gut lancierte Gerüchte und Stories waren.

So zeichnet diese Zeitschrift einen Teil der Entwicklung des Tonfilms, des Kinos und des Fernsehens nach.

Die BRAUN Fotonachrichten, später ab 1976 BRAUN objektiv

Diese Zeitschrift gab es zu den Glanzzeiten des Schmalfilmens vom Hersteller, der Braun AG aus Kronberg, gratis. Später, als die (Super 8-) Geschäfte einbrachen, kostet sie erst etwas Geld, dann später mehr.

Was uns hier so fasziniert ist die notorische Verbissenheit, mit der in Hobbyland Deutschland die aufkommende Videotechnik bekämpft und verteufelt wurde. Angehende Marketingleute und Studenten können hier sehr leicht und gezielt lernen, wie man die Wahrheit erst (ver-) dreht, dann schubst und schiebt, bis sie endlich ins eigene Weltbild der (verpassten) Zukunft paßt.

Heute verstehen wir die meisten Artikel dieser Art eher als Glosse aus alten Zeiten. Doch damals war es wirklich ernst gemeint, haben mir die alten Hobbyfilmer gesteckt.

Die Grundig Revue aus Fürth

Diese den Älteren sehr bekannte Zeitschrift ist ein Muster- beispiel an hervorragendem Marketing mit enormer Durchschlagkraft in Millionenauflage. Als Hilfsinformationen und zum Beweis der eigenen Kompetenz wurden immer wieder aktuelle und auch brandneue technische Errungenschaften so quasi redaktionell zwischen die Verkaufspromotion Sprüche der Werbetexter eingeflochten.

Bei durchgängiger Betrachtung kann man hier den Aufstieg des Fernsehens an sich als auch der uns betreffenden Studiotechnik sehr gut mitverfolgen. Denn kein Fernsehen kommt ganz ohne Zuschauer aus, die DDR und andere nicht ganz so freiheitsliebende Staaten waren da zeitweilig Ausnahmen.

Auch zeigt sich in der Grundig Revue, was für eine phänomenale Anziehungskraft große bunte Bilder auf den Normalbüger und seine Kaufentscheidung haben.

In der Einführungsphase des Farbfernsehens ab 1965 hat zwar Philips nachweislich die besseren Farbfernseher entwickelt und hergestellt, die hatten ja alles im eigenen Haus.

Doch Max Grundig hat diesen (Philips-) Vorteil durch diese gigantische "Werbemaßname" voll und ganz wett gemacht und später Philips deutlich übertroffen.

Wir suchen die Ausgaben der Grundig Revue von vor 1969.

Sollten Sie Ausgaben aus dieser Zeit gerettet haben oder jemanden kennen, der solches Papier noch auf dem Speicher oder im Keller hat, wir sind für jeden Hinweis dankbar. Hier steht, welche wir schon haben.

Die GTI, die "Grundig Technischen Informationen"

Technische Details bis zum Platinenlayout und der Maßskizze für ein Druckgußchassis, das war alles enthalten samt genauester Liste aller Bauteile samt Toleranz und Temperaturbereich, alles war in dem jeweiligen Artikel.

Die GTI war einfach perfekt, besser gesagt, jetzt war es einfach, alles perfekt zu kopieren und "für nen Appel und en Ei" wieder auf den (natürlich deutschen) Markt zu bringen. Nicht nur Max Grundig schwebte auf Wolke 7 und dachte nicht im Traum an einen kommenden gnadenlosen Wettbewerb von hungrigen Japanern und Taiwanesen und jetzt den Chinesen. Dort sind die Menschen hungrig, fleißig und lernfähig, immer noch.

Zum Glück sind die damaligen Produkte aus der GTI alle überholt und wir können diese hochgenauen Beschreibungen aus dem Bereich der professionellen Fernsehtechnik referenzieren.

Wir suchen die Ausgaben der Grundig Technischen Informationen.

Sollten Sie Ausgaben aus dieser Zeit gerettet haben oder jemanden kennen, der solches Papier noch auf dem Speicher oder im Keller hat, wir sind für jeden Hinweis dankbar. Hier steht, welche wir schon haben.

Die Händlerzeitschrift von Philips "Kontakte"

"Informationen für den Fachhandel" hieß diese DEUTSCHE !!! Fachzeitschrift von Philips aus Hamburg. Im Gegensatz zur Grundig GTI (= Grundig Technische Information) bestand ein großer Teil aus aktuellen Marketing Artikeln. Und Philips hatte im Gegensatz zu Grundig auch Profi- Fernsehtechnik im Angebot und auch Profi- Rundfunktechnik.

Noch viel erstaunlicher sind die (ebenfalls deutschen) Philips Fachbücher aus der "Philips technische Bibliothek" Sammlung. Zumindest die mir vorliegenden Fachbücher über "Magnetische Tonaufzeichnung", die professionelle Studiotechnik und auch die Fernsehtechnik sind von absolut herausragender Qualität. Umso unverständlicher ist das holprige erzkonservative Marketing und auch das Produktstyling der Consumergeräte. Was dort in Holland, vor allem in Breda, erforscht und entwickelt wurde, kam zumindest in den Consumerprodukten nur tröpfelnd an.
Die Philips Ingenieure waren hervorragende Spezialisten und wußten sehr genau, wovon sie sprachen und was sie da entwickelten. Auch die (Philips-) Artikel in den RTMs über das Plumbikon von 1964 zeugen davon.

Wir suchen die anderen Ausgaben von Philips "Kontakte".

Sollten Sie Ausgaben aus dieser Zeit gerettet haben oder jemanden kennen, der solches Papier noch auf dem Speicher oder im Keller hat, wir sind für jeden Hinweis dankbar. Hier steht, welche wir schon haben.

Die Funkschau hatte mal eine Monopolstellung.

Die Ur-Funkschau fing schon lange vor dem II.Weltkrieg an und war in kurzer Zeit das Insider-Blatt für Funkamateure und sonstige Radio- und Fernsehbegeisterte. Im Krieg und nach dem Krieg war das Fachblatt erheblich ausgedünnt wegen des Papier- mangels und mangelnder Anzeigenkunden. Das normalisierte sich Mitte der 50er Jahre wieder und die Funkschau nahm einen kometenhaften Aufschwung.

Mit dem Aufkommen der Personalcomputer etwa ab 1987 sprossen andere Zeitschriften in Massen aus dem Boden und da konnte die Funkschau nicht mehr mithalten. Um die Jahrtausendwende versank die Funkschau mangels Interesse der jungen Menschen in der Bedeutungslosigkeit.

Davon hat sie sich auch in 2009 nicht erholt. Alle alten Artikel unterliegen aber noch dem Copyright des aktuellen Verlagseigentümers (der die Funkschau wieder aufwecken möchte) und Artikel daraus können daher nur auszugsweise zitiert werden.

Es gab auch kleinere Heftchen - die AGFA Magneton Illustrierte

Über Jahre hatte ich mit den AGFA "Leuten" gehadert, daß doch "Magnetton" mit 2 "t" geschrieben würde. Und die schreiben immer wieder "Magneton". Sind die blöd ?

Nein, denn: Radio Eriwan - im Prinzip ja, doch hier nein. Die AEG hatte zusammen mit den IG-Farben den sogenannten "Magnet-ton" erfunden und hoffähig gemacht, das war noch vor dem 2.Weltkrieg. Und AGFA war später einfach pfiffig und hat sich unter Verzicht von einem "t" das Wort "Magneton" als Warenzeichen schützen lassen und so versucht, die ehemaligen (aber erfolgreicheren) IG-Farben Kollegen der späteren BASF mit deren eigenen Waffen zu schlagen. Und von da an hießen die AGFA Tonband- Produkte eben Magneton.

Und es gab auch die AGFA Illustrierte, natürlich auch ein mit Lobeshymnen vollgestopftes Werbeblättchen. Es stand aber auch sehr oft "Nützliches" drinnen. Darum suchen wir die auch.

Wir suchen die Ausgaben der AGFA Magneton Illustrierten

Sollten Sie Ausgaben aus dieser Zeit gerettet haben oder jemanden kennen, der solches Papier noch auf dem Speicher oder im Keller hat, wir sind für jeden Hinweis dankbar.

Das Technik Magazin "HOBBY"

Es gab damals 1953 zwar schon die Funkschau (aus Vorkriegszeiten) und andere techniklastige Zeitschriften und Magazine, doch HOBBY war einmalig. Dort wurde von Anfang an komplexe Technik unter Verzicht auf die absolute Wahrheit populistisch aufbereitet. In den Ausgaben ab 1955 haben wir irre Storys gefunden, die selbst der Autor noch in den 60er Jahren mit Freude und Spannung gelesen hatte.

Heute wissen wir, wie weit die damaligen "Schreiberlinge" von der Machbarkeit entfernt gewesen waren. Rechts eine HOBBY Ausgabe aus 1955, die uns die Vison der Zukunft in 20 Jahren, also 1975 vorgestellt hatte. Natürlich war das hahnebüchner Unsinn, aber nur aus heutiger Sicht mit unserem heutigem Wissen aus 2009. Aber damals . . . . . . . .

Wir suchen die Ausgaben von HOBBY vor 1955 und nach 1961

Sollten Sie Ausgaben aus dieser Zeit gerettet haben oder jemanden kennen, der solches Papier noch auf dem Speicher oder im Keller hat, wir sind für jeden Hinweis dankbar.

Die Firmenhefte von Zeiss-Ikon ab 161

In dieser Haus-Zeitschrift hatte die Firma Zeiss Ikon Kiel ihre damaligen kinotechnischen Geräte angepriesen. Wir haben diese Zeitschriften ab 1952 bis 1961. Es gab sie aber auch vorher schon (also vor der Ausgabe Nummer 26) und auch danach (nach der Ausgabe 65 von 1961).

In dieser Zeitschrift ist ein Teil des Weges und der Veränderung vom Kino zum Fernsehen dargestellt und natürlich den Bemühungen der Hersteller, adequate Produkte anzubieten.

Wir suchen diese Zeiss Ikon Hefte von vor der Ausgabe 26/1951 und nach der Ausgabe 65/1961

Sollten Sie Ausgaben aus dieser Zeit gerettet haben oder jemanden kennen, der solches Papier noch auf dem Speicher oder im Keller hat, wir sind für jeden Hinweis dankbar.

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