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Achtung: Artikel und Texte aus NS/Hitler-Deutschland 1933-45

Nach der Gleichschaltung der reichsdeutschen Medien direkt nach der Machtübernahme in Februar/März 1933 sind alle Artikel und Texte mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten. Der anfänglich noch gemäßigte politisch neutrale „Ton" in den technischen Publikationen veränderte sich fließend. Im März 1943 ging Stalingrad verloren und von da an las man zwischen den Zeilen mehr und mehr die Wahrheit über das Ende des 3. Reiches - aber verklausuliert.

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Bücher und Zeitschriftenschau

aus KINOTECHNIK Heft 8 / Aug. Berlin 1938
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Wörterbuch des Kinowesens

Cauda, E.: Dizionario del cinematografo. Dictionnaire de la cinematographie. Wörterbuch des Kinowesens. Dictionary of motions picture. Edizione internazionale. Stab. Tip. „Leonardo da Vinci". Cittä di Castello MCMXXXVI-XIV. 467 S. mit Abbildungen.

Der Verfasser hat sich der außerordentlich mühevollen Aufgabe unterzogen, alle gebräuchlichen Fachausdrücke der Kinematographie in den vier Weltsprachen zu sammeln und sie in einem Lexikon zusammenzustellen.

Die Herausgabe des nunmehr erschienenen Buches ist um so verdienstvoller, als es bisher ein ähnliches Werk selbst für zwei Sprachen noch nicht gab und damit eine Lücke ausgefüllt wird, die jeder empfinden muß, der sich mit ausländischen Arbeiten beschäftigt.

Die noch in ständigem Fluß befindliche Entwicklung in der Neubildung von Fachausdrücken hat dazu geführt, daß selbst dem Fachmann das Lesen fremdsprachlicher Arbeiten auf kinotechnischem Gebiet nicht unwesentlich erschwert wird, ja, daß selbst Irrtümer möglich sind, da häufig gleichlautende Wörter in den verschiedenen Sprachen ganz verschiedene Bedeutung haben können.

Die philologische Seite der vorliegenden Arbeit

Damit kommen wir zur philologischen Seite der vorliegenden Arbeit. Nicht mit Unrecht bezeichnet Cauda die Einleitung seines Wörterbuches als „Beitrag zur Philologie des Films" und weist an Hand zahlreicher Beispiele auf die Unzulänglichkeiten und Fehler hin, die sich vom philologischen Standpunkt aus in die Terminologie eingeschlichen haben und die größtenteils heute nur noch schwer zu beseitigen sind.

Daraus ergibt sich folgerichtig die Anregung, durch internationale Zusammenarbeit so weit als möglich eine Klärung und Übereinstimmung in der Bezeichnungsweise herbeizuführen. Jeder, der am Film interessiert ist, wird diesem Vorschlag voll und ganz zustimmen und es begrüßen, wenn nicht nur eine scharfe Begriffsbestimmung, sondern auch eine eindeutige Bezeichnung der Fachwörter durchgeführt wird, ehe es zu spät ist.

Von deutscher Seite wurde schon vor längerer Zeit einmal der Versuch unternommen, auf tontechnischem Gebiet die deutschen Bezeichnungen in ihrer Bedeutung abzugrenzen und festzulegen (s. Terminus technicus II. Kinotechnik 15 [1933], S. 170/71). Es wäre zu wünschen, daß diese Bemühungen durch das Erscheinen des Caudaschen Buches einen neuen Auftrieb erhalten und dazu führen, recht bald eine befriedigende Terminologie auf diesem Gebiet zu erreichen.
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Das Lexikon enthält 18000 Wörter und ist nach folgenden Sachgebieten geordnet:

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  • 1. Filmtechnik - Filmfortschaltung - Bewegungsteile der Apparate - Bestandteile der Aufnahme-und Wiedergabe-Apparate - Stative - Instandhaltung.
  • 2. Allgemeine Optik - Physiologische Optik - Linsen und Objektive - Optische Fehler.
  • 3. Sensitometrie - Dichtemessung - Allgemeine Photographie - Der Film - Filmformate - Filmbehandlung - Farbenfilm.
  • 4. Die Technik der Filmproduktion. Die Aufnahme - Filmtricks und Trickfilm - Die Kopie - Die Titel - Die Montage. k. Photometrie - Beleuchtungstechnik. Lichtquellen - Lampen.
  • 6. Das Kinoaufnahme-Atelier.
  • 7. Die Wiedergabe - Die Wiedergabeapparate. Der Vorführungsraum - Die stereoskopische Wiedergabe.
  • 8. Akustik - Raumakustik - Elektroakustik - Verstärkungstechnik - Tonaufzeichnung - Tonwiedergabe - Mikrophone - Photozellen - Lautsprecher - Synchronisierung.
  • 9. Angewandte Elektrizität - Ströme und Stromversorgung - Elektrische Maschinen und Apparaturen.
  • 10. Die verschiedenen Arten der Kinematographie.
  • 11. Das Werden des Films. Inszenierung und Regie - Ästhetische und künstlerische Filmelemente - Filmhandel und Filmgewerbe.
  • 12. Personen, die am Film arbeiten (Produzenten, Künstler, Techniker, Verleiher usw). Verschiedenes.

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Priorität haben sachliche Gesichtspunkte

Innerhalb der einzelnen Abschnitte sind die Fachwörter nicht alphabetisch, sondern ebenfalls wieder nach sachlichen Gesichtspunkten geordnet, was jedoch wegen der weitgehenden Unterteilung des gesamten Sachgebietes nicht als nachteilig empfunden wird.

Der Text ist mit zahlreichen Abbildungen durchsetzt, die wesentlich zum Verständnis der Fachausdrücke beitragen. In einem kurzen, besonderen Anhang sind diejenigen Wörter zusammengestellt, die einer Erklärung bedurften oder wo Mißverständnisse möglich erschienen.

Ein 92 Seiten umfassendes Sachverzeichnis, in welchem alle Wörter in alphabetischer Reihenfolge, d. h. nicht aufgetrennt nach den vier Sprachen enthalten sind, bildet den Abschluß des gesamten Werkes.

Es ist verständlich, daß bei dem Umfang und der Schwierigkeit der Aufgabe im einzelnen Fehler bzw. Ungenauigkeiten unterlaufen sind, die in einer späteren Auflage sich sicherlich beheben lassen. Sie stehen aber in keinem Verhältnis zur Nützlichkeit des Lexikons, das als wertvolle Bereicherung des kinotechnischen Schrifttums anzusehen ist.
Narath

Disneys Multiplane-Kamera

Disney Multiplane Camera (Disneys Multiplane-Kamera). Int. Phot. 10 (1938), Nr. 2, S. 18 21.

Der vorliegende Aufsatz bringt Einzelheiten über Disneys neue Kamera, die, wie kürzlich an dieser Stelle mitgeteilt wurde *1), von der amerikanischen Akademie für Filmkunst und -Wissenschaft mit der Klasse II ausgezeichnet wurde. Es handelt sich nicht eigentlich um eine neue Kamera, vielmehr um eine neuartige Aufnahmevorrichtung, die aber von weitgehender Bedeutung für die Aufnahme von Zeichen(Trick-)filmen ist.
*1) Kinotechnik 20 (1938), Heft 5, S. 138

Das Aufnahmegerüst

Das Aufnahmegerüst besteht aus vier senkrecht stehenden Rohren von 3,5m Höhe und 11,5cm Durchmesser, die oben und unten durch ein Gußstück gehalten werden und in ihrer ganzen Länge gezahnt sind. Dieses Gestell bildet den Rahmen, in dem der Kamerawagen mit Plattform und Kamera auf und nieder bewegt werden kann; je ein Zahnrad an den Ecken des Wagens spurt in den Zahnstangen der vier Säulen, je ein Kabel hält ein in der Säule gleitendes Gegengewicht.

Die Kameraplattform ist im Wagen seitlich verschiebbar und kann überdies um 360° um die optische Achse der in Aufnahmestellung befindlichen Kamera gedreht werden. Jede der Bewegungen wird in Teilungen, die der Produktionstechnik dieses Ateliers entsprechen, festgelegt, so daß alles vor der Aufnahme bestimmt und mit äußerster Genauigkeit aufgezeichnet werden kann, und auch spätere Wiederholungen ohne weiteres möglich sind.

Auf der Plattform befinden sich weiterhin ein Synchronmotor für den Kameraantrieb, eine neuartige Einrichtung zum Regeln der Belichtungsdauer, eine elektrisch betätigte Hilliard-Schaltung für Einbild-Belichtung und eine Umsteuerung, welche die Kamera auf Vor- oder Rückwärtslauf einzustellen gestattet; schließlich trägt die Plattform noch den Antriebsmotor für den Steuermechanismus.

Das Aufnahmegestell

Ähnlich dem Kamerawagen sind in dem Aufnahmegestell auch die Träger der aufzunehmenden Zeichnungen beweglich angeordnet; letztere zerfallen in zwei Hauptgruppen: die Handlungs- und die Hintergrundbilder. Die Träger für die Zeichnungen der Bildhandlung sind mit allem Zubehör eines üblichen Tricktisches ausgestattet.

Sie besitzen überdies eine durch Druckluft betätigte Druckplatte sowie eigene Beleuchtungseinrichtung; letzteres gilt auch für die im übrigen etwas einfacher konstruierten Träger der Hintergrundzeichnungen. Alle beweglichen Teile sämtlicher Bildträger laufen wie der Kamerawagen an Teilungen.
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Viele neue Möglichkeiten

Diese neue Einrichtung Disneys bedeutet insofern einen Fortschritt für die Zeichenfilm-Aufnahmetechnik, als sie die Möglichkeit bietet, den normalen Bildhintergrund selbst in mehrere Teile aufzuspalten, nämlich einen Vorder-, Mittel- und Hintergrund; durch diese Trennung und durch die verschiedenen Abstände von der Kamera entsteht die Möglichkeit, Einfluß auf die Beleuchtung der einzelnen Teile zu nehmen, was bisher nicht möglich war; ferner kann man den Abstand vom Objektiv, d. h. also die Schärfe der Zeichnung nach Belieben regeln und dadurch Effekte erzielen, die mit dem üblichen Aufnahmeverfahren nicht erreichbar und auch auf zeichnerischem Wege oder mit Hilfe von Weichzeichnungsmitteln nur äußerst schwierig herbeigeführt werden können.

Wichtig ist auch, daß die Möglichkeit gegeben ist, bei Fahraufnahmen, wenn also die Kamera auf die Vordergrundhandlung zu oder von ihr wegbewegt wird, den Hintergrund immer das richtige Verhältnis im Bilde beibehalten zu lassen, weil man ihn gleichartig mit dem Kamerawagen laufen lassen kann, so daß sein Abstand vom Objektiv unverändert bleibt.

Ist z. B. im Hintergrunde der Mond sichtbar, so muß daher dieser bei Aufnahmen am üblichen Tricktisch unnatürlicherweise größer werden, wenn man die Kamera dem Vordergrund nähert, weil sich dann eben im gleichen Maße auch ihr Abstand vom Hintergrund verringert; das vermeidet Disneys Einrichtung.

Sie leistet aber noch mehr: Läßt man bei dem bisherigen Verfahren den Hintergrund seitlich auswandern, weil etwa die Person im Vordergrunde läuft, aber nicht aus dem Bildfeld kommen soll, so verschieben sich notgedrungen alle Tiefenzonen des gezeichneten Hintergrundes im gleichen Tempo, was unnatürlich ist; wenn wir seitlich aus dem fahrenden Zuge blicken, so wandert bekanntlich der Vordergrund sehr schnell, der Hintergrund sehr langsam aus - da Disney seine Hintergründe jetzt in drei Ebenen staffelt, ist er imstande, den perspektivischen Eindruck wirklichkeitsgetreu nachzubilden, indem er die Bilder der drei Ebenen mit verschiedenen Geschwindigkeiten auswandern laßt.
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Die Bedienung

Da die Bedienung dieser Aufnahmeeinrichtung je nach den Aufgaben bis zu sechs Personen erfordert, die Hand in Hand arbeiten müssen, und weil ferner Irrtümer naturgemäß möglichst ausgeschaltet sein sollen, ist die Apparatur mit einem sorgfältig ausgebildeten Kontrollsystem ausgestattet.

Ferner sind zu erwähnen: Einrichtungen zur Erhöhung der Lebensdauer der - bei der Aufnahme mit Überspannung brennenden - Lampen, bestehend in einem Widerstand, durch den die Lampenspannung bis zur Aufnahme selbst auf 85-90 herabgesetzt wird, und einer Ventilation, welche die Luft im Lampenhaus einmal je Sekunde erneuert; ferner eine mit Zäsiumzelle arbeitende Vorrichtung zur Messung des senkrecht auffallenden Lichts; schließlich ein parallaxfreier Sucher, der das Bild während der Aufnahme zu überwachen gestattet. Kb.
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Fragen zur Tonaufnahme beim Film einschließlich Stereophonie

Maxfield, I. P. Colledge, A. W. und Friebus, R. T.: Pick-up for sound motion pictures inciuding Stereophonie (Fragen zur Tonaufnahme beim Film einschließlich Stereophonie). J. Soc. Mot. Pict. Eng. 30 (1938) Nr. 6 S. 666/679.

Die referierte Arbeit befaßt sich mit einigen Problemen, die für eine gute Tonaufnahme wichtig sind, und es wird auf verschiedene Möglichkeiten hingewiesen, Schwierigkeiten durch geeignete Gestaltung der Aufnahmeräume zu überwinden.

Die Tonaufnahme soll stets so erfolgen, daß bei der Wiedergabe der Eindruck entsteht, daß die Szene in dem im Bild gezeigten Raum stattgefunden hat.

Die Forderungen über die akustischen Eigenschaften der Aufnahmeräume sind dieselben wie in Deutschland ohne wesentliche neue Gesichtspunkte.

Als die beiden maßgebenden Faktoren bei jeder Tonaufnahme werden genannt:

  • 1. Die akustischen Eigenschaften der Umgebung der Schallquelle
  • 2. Die richtige Aufstellung des Mikrophons im Raum.


In der Praxis werden Kompromißlösungen gewählt, die den teilweise sich widersprechenden akustischen beleuchtungstechnischen und photographischen Aufnahmebedingungen so weit wie möglich gerecht werden. Betont wird die Verschiedenheit der Aufnahmebedingungen in Ateliers und reinen Tonaufnahmeräumen.
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Die "günstigste" Größe und Form von Aufnahmeräumen

Eine Anzahl von Diagrammen bringt Normen für die günstigste Größe und Form von Aufnahmeräumen. Offen bleibt, ob es sich um theoretische Kurven oder um empirische handelt, deren Wert bereits erprobt ist. Ein weiteres Diagramm zeigt die günstigste Nachhalldauer bei verschiedenen Frequenzen in Abhängigkeit von der Größe des Aufnahmeraumes. Diefür einen günstigen Nachhall nötige Innenausgestaltung wird ausführlich diskutiert.

Ein weiterer Teil der Arbeit befaßt sich mit der Möglichkeit, durch geeignete Stellung des Mikrophons im Verhältnis zum Kameraabstand je nach deren Objektivbrennweite eine gewisse akustische Perspektive zu erreichen.

Dadurch, daß die Lokalisierung in seitlicher Richtung vorwiegend durch das Auge erfolgt, während sich durch eine akustische Perspektive eine im Bild fehlende Tiefenwirkung erzielen läßt, wird auch ohne stereoskopisches Bild und ohne Zweikanalübertragung nach Meinung der Verfasser eine gewisse Plastik der Wiedergabe erreicht.

In bezug auf die Methoden zum Erreichen jener akustischen Perspektive wird auf eine einige Jahre zurückliegende Arbeit von J. P. Maxfield verwiesen.

Offenbar benutzt man aber in der Praxis nur die Tatsache, daß sich das Verhältnis von direktem zum Nachhallschall mit der Entfernung der Schallquelle vom Mikrophon ändert. Andere Möglichkeiten, eine Pseudoplastik zu erreichen, wie z. B. die Verwendung von Richtmikrophonen usw. werden in der Arbeit nicht erwähnt.

Man denkt an ein Zweikanalsystem

Für eine rein akustische Lokalisierung in seitlicher Richtung ist aber eine Übertragung mit einem Zweikanalsystem notwendig. Der dritte Teil der Arbeit befaßt sich deshalb mit der stereophonischen Wiedergabe, beschränkt sich aber auf eine Aufzählung der Grundtatsachen, die für die Praxis der Aufnahme wesentlich sind.

Nach Meinung der Verfasser läßt sich eine akustische Lokalisierung befriedigend durchführen, wenn man bei der Aufnahme mit einem Zweikanalsystem folgende beiden Tatsachen berücksichtigt:

  • 1. Die scheinbare Lage des Bildes in seitlicher Richtung ist abhängig von dem Verhältnis der die Mikrophone treffenden Schallintensitäten.
  • 2. Die Lage des Bildes einer Schallquelle in der Tiefenrichtung ist abhängig von dem Verhältnis von direktem zu Nachhallschall.


Die Arbeit bringt Angaben über einige Grundversuche zur Lokalisierung, die deshalb nennenswert sind, weil entsprechende Versuche in Deutschland zu den gleichen Ergebnissen geführt haben.

Versuch 1

Bei dem ersten Versuch wird von einem Aufnahmeraum aus eine Zweikanalübertragung nach einer Bühne durchgeführt. Ein Sprecher bewegt sich im Aufnahmeraum zwischen beiden Mikrophonen hin und her; seine scheinbare Stellung auf der Bühne ist von über den ganzen Zuschauerraum verteilten Beobachtern geschätzt worden.

Der Versuch wird daraufhin derart abgeändert, daß sich der Sprecher, dessen Stellung wiederum geschätzt wird, auf der jetzt verdunkelten Bühne bewegt. Dadurch wird gezeigt, wie weit der Mensch in der Lage ist, eine reelle Schallquelle zu lokalisieren.

Ein anderer Versuch

Von Interesse ist die Beschreibung eines Versuches, der erkennen läßt, daß eine Lokalisierung in der Mittellinie zwischen beiden Mikrophonen besonders im Vordergrund schwer möglich ist. Die Versuchsbedingungen sind die gleichen wie beim ersten Versuch, nur daß sich im Wiedergaberaum auf der Bühne eine Person zur Täuschung der Beobachter hin und her bewegt, deren Positionen auf der Bühne sich zunächst mit denen des tatsächlichen Sprechers im Aufnahmeraum decken.

Bewegt sich der Sprecher im Aufnahmeraum von der Mitte zwischen beiden Mikrophonen nach links, die scheinbar sprechende Person auf der Bühne aber nach rechts, so werden die Zuschauer getäuscht, indem sie im Vertrauen auf die Lokalisierung mit dem Auge zunächst glauben, der Schall wandere ebenfalls nach rechts, bis ein Umspringen der Schallquelle nach der anderen Seite erfolgt.

Eine Lokalisierung von Bewegungen um die Mittellinie zwischen beiden Mikrophonen ist demnach schwer möglich. Diese Beobachtungen sind bei entsprechenden Versuchen in Deutschland ebenfalls gemacht worden!

Die Verwendung eines dritten Mikrophones, dessen aufgenommene Schallintensität auf beide Übertragungskanäle verteilt wird, ist nach Ansicht der Verfasser geeignet, diese Mängel einer Zweikanalübertragung zu beheben.

Der Idealfall einer Vielkanalüberübertragung (man nannte das damals noch nicht Quadrophonie) und ebenso die Vorteile einer Zweikanalübertragung in bezug auf die Verbesserung der Wiedergabequalität, die zuerst bereits 1934 von Fletcher beschrieben und seither immer wieder festgestellt worden sind, werden in der vorliegenden Arbeit nicht erwähnt.

Am Schluß stellen die Verfasser optimistisch noch fest, daß die stereophonische Übertragung reif sei, von der Industrie aufgenommen zu werden, erwähnen aber nicht, wie die noch bestehenden Schwierigkeiten verschiedener Art beseitigt werden sollen. Tr.
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