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Achtung: Artikel und Texte aus NS/Hitler-Deutschland 1933-45

Nach der Gleichschaltung der reichsdeutschen Medien direkt nach der Machtübernahme in Februar/März 1933 sind alle Artikel und Texte mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten. Der anfänglich noch gemäßigte politisch neutrale „Ton" in den technischen Publikationen veränderte sich fließend. Im März 1943 ging Stalingrad verloren und von da an las man zwischen den Zeilen mehr und mehr die Wahrheit über das Ende des 3. Reiches - aber verklausuliert.

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25 Jahre Kinotechnik bei Krupp

aus KINOTECHNIK Heft 5 / Mai Berlin 1938
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Die Firma Krupp hat bereits im Jahre 1913 den Film in den Dienst der ballistischen Forschung gestellt. Die Unzulänglichkeit der normalen Aufnahmeapparatur mit ihrer geringen Bildfolge und die Unmöglichkeit einer Übertragung der Cranzschen funkenkinematographischen Aufnahmetechnik auf die artilleristische Ballistik veranlaßt die Firma Krupp, der Firma Ernemann in Dresden im Jahre 1913 den Auftrag zum Bau eines Aufnahmeapparates mit hoher Bildfolge zu erteilen.

Diesen von Dr. Lehmann konstruierten und später als „Zeitlupe“ bekannt gewordenen Apparat erstmalig zur Analysierung rascher Bewegungen angewandt zu haben, ist das Verdienst der Firma Krupp und ihrer im Interesse der Landesverteidigung ins Leben gerufenen kinematographischen Abteilung.

Mit Rücksicht auf die Geheimhaltung eines Teiles der zu lösenden Aufgaben richtete die Abteilung eine eigene Entwicklungs- und Kopieranstalt ein und bildete einen Stamm von Facharbeitern heran, mit denen sie neben den vorstehend erwähnten Aufgaben schon während des Krieges auch auf volksbildendem Gebiet wertvolle Arbeit leistete. Die 1916 bis 1917 entstandenen Filme „Aus des deutschen Reiches Waffenschmiede“ und „Vom Erz zum Eisen“ waren die ertsen größeren technischen Kulturfilme überhaupt.

Nach den vorgenannten Filmen, die dazu bestimmt waren, in weiteren Kreisen das Verständnis für den Begriff „Schwerarbeiter“ und „Schwerstarbeiter“ zu vermitteln, entstand der erste Unfallverhütungsfilm „Richtige und falsche Handhabung von Maschinen und Werkzeugen“, ein Film, der in erster Linie zur Belehrung des eigenen technischen Nachwuchses gedacht war, der aber weit über den Rahmen des Kruppschen Werkes hinaus Beachtung fand.
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Nach dem Kriege .... (gemeint ist der 1. Weltkrieg)

Nach dem Kriege wurde die kinematographische Abteilung, die vom Abteilungsleiter bis zum Beleuchter und Hilfsarbeiter ausschließlich aus Fachleuten bestand, ermächtigt, soweit eigene Arbeiten für die Firma Krupp infolge des Kriegsausganges keine volle Beschäftigung mehr ermöglichten, auch fremde Aufträge auszuführen, und damit der Belegschaft die Arbeitsplätze zu sichern.

Die Abteilung betätigte sich von da ab als selbständiger Betrieb mit eigener Abrechnung und machte es sich auch zur Aufgabe, einen Nachwuchs an Filmfachleuten heranzubilden Eine Reihe junger Leute machte im Laufe der Jahre eine drei- bis vierjährige Lehre durch.

Die in der Folgezeit hergestellten vorwiegend technischen Lehrfilme wurden von Hoch- und Fachschulen, von Regierungs-, Landes- und kommunalen Bild- und Filmstellen zur ständigen Benutzung in ihre Archive aufgenommen oder laufend entliehen.

In den letzten Jahren trat die kinematographische Abteilung durch die Herstellung von Stumm- und Tonfilmen mit hohen Prädikaten auf dem Gebiete des Luft- und Gasschutzes sowie des Grubenrettungswesens hervor. Ein Tonfilm mit dem Prädikat „kulturell wertvoll und volksbildend“ schildert die geschichtliche Entwicklung der Firma Krupp unter Friedrich Krupp, Alfred Krupp und Friedrich Alfred Krupp bis zur Machtübernahme.

Von den seit Bestehen der kinematographischen Abteilung der Firma Krupp hergestellten Filmen mit einer Gesamtlänge von etwa 300000 Metern gingen rund 180 Filme durch die Reichszensur.
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