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Der Sturzflug der Fim- und Kion-Branche ist fast vorüber - schlimmer kann es nicht mehr kommen

Schuricke - Die Capri-Fischer

Was sich bei den Kinos zum Ende 1955 angekündigt hatte, ist inzwischen eingetreten. Der wachsende Wohlstand hat die bundesdeutsche Bevölkerung landesweit erfaßt und man geht nicht mehr (so oft) ins Kino und das konträr zu den gefangenen/eingesperrten (oder überzeugten) Deutschen in der Ostzone.

Inzwischen sind in Westdeutschland genügend Alternativen verfügbar. Das Fernsehen ist nur eine davon, aber klein, flimmernd und unscharf und schwarz weiß, also bislang noch vergleichsweise unbdeutend.
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Die Mobilität - also das "eigene" Motorrad und das Auto - verschlingen jetzt die Zeit und das Geld und bieten ganz andere "Genüsse". Das italienische Wetter lockt die West-Deutschen in Scharen nach Süden. Übrigens - von Spanien oder Griechenland ist noch nicht die Rede. Der triefende Schmalz-Song von Rudi Schuricke ("Wenn in Capri die Sonne im Meer versinkt ....") ist um 1950 allgegenwärtig und ein Hit ohnegleichen - zur Nachahmung einladend.
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Rudi Schuricke und diese "Capri Fischer" ...... Assoziationen ...

Mir als 1949 geborener Betrachter und Hörer fällt beim Abhören dieser alten Schmalz-Schinken auf, daß Rudi Schuricke das "R" genauso betont und hart "rollt" wie der untergegangene "Führer" in seine Reden aus dem 1000-jährigen Reich.

Weiterhin fällt auf, daß die damals jungen Leute um 1956 herum so um die 20 oder 30 Jahre alt mit dieser Sehnsuchts-Sucht nicht soo viel anfangen konnten. In den Westzonen konnten sie ja überall hin, jedenfalls wenn genügend Geld da war. In der Ostzone war das damals schon strafbare Republikflucht.

Die ältere Generation über 30 hatte aber 12 lange kostbare Jahre verloren, die normalerweise allermeist schönsten Jahre ihres Lebens. Sie konnten ab 1936 fast nirgendwo mehr hin und träumten von der Sonne Italiens. Die Bilder vom Duce am Lago Magiore oder am Gardasee waren ja in den Kinos zu Hauf zu sehen.

Warum aber Heino dieses Lied auch mit diesem betont harten rollenden "R" gesungen hatte, das leuchtet mir auch heute noch nicht ein. War das wirklich notwendig ?
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Für Gerhard Redlich ist die grossartige Kinozeit vorüber ....

Unser Vater war diese 5 Jahre nur noch schlecht gelaunt und demotiviert

Die Tochterfirma der UFA, die damals bundesweit sehr bekannte "UFA-Handel GmbH" wurde 1961 liquidiert und alle Mitarbeiter wurden entlassen, sogar die Chefs. Leider hatte unser Vater das Angebot der Firma "Kinotechnische Vertiebsgesellschaft Erich Schulz" - (ab jetzt der bundesweite Zeiss-Ikon Vertrieb) nicht angenommen und auch das bombensichere Angebot des ZDF (von Herrn Locher freundlich initiiert) ausgeschlagen und ist auf die Versprechungen seines ehemaligen UFA-Chefs Kurt Forst zu dessen kleiner SChmalfilm-Klitsche "Techno-Film Kurt Forst KG" nach Wiesbaden gewechselt.

Es war ein großer Fehler, wie sich bereits nach 2 Jahren herausgestellt hatte. Dieser 16mm Schmalfilmzirkus hat nichts mit dem großen Kino gemeinsam und ist ein beschämender mentaler Abstieg in der beruflichen Entwicklung. Von dem gelernten Wissen und der Erfahrung in richtigen großen Kinos konnte er nichts mehr verwenden. Am Ende 1965 war er Lagerarbeiter, weil der Laden von Kurt Forst nicht mehr lief (der Chef war einige Monate sehr krank) und so durfte er hunderte von Projektionslampen verpacken und verschicken. Ein Magengeschwür kündigte sich an und dann war auch er sehr lange krank.

Mehr über sein Leben lesen Sie bei dem Zeitzeugen Gerhard Redlich.
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