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Achtung: Artikel und Texte aus NS/Hitler-Deutschland 1933-45

Nach der Gleichschaltung der reichsdeutschen Medien direkt nach der Machtübernahme in Februar/März 1933 sind alle Artikel und Texte mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten. Der anfänglich noch gemäßigte politisch neutrale „Ton" in den technischen Publikationen veränderte sich fließend. Im März 1943 ging Stalingrad verloren und von da an las man zwischen den Zeilen mehr und mehr die Wahrheit über das Ende des 3. Reiches - aber verklausuliert.

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Bücher und Zeitschriftenschau vom März 1938
"75 Jahre Photo- und Kinotechnik"

aus KINOTECHNIK Heft 3 - März Berlin 1938

Festschrift, herausgegeben anläßlich der Feier des 75jährigen Bestehens der Zeiß Ikon AG. und ihrer Vorgängerfirmen. 1862 bis 1937.

Die Zahl der geschichtlichen Darstellungen über die Entwicklung der Technik auf Sondergebieten ist, namentlich angesichts der Bedeutung der Technik für unser ganzes Leben, so gering, daß schon aus diesem Grunde der Zeiß Ikon AG. für die Herausgabe ihrer Festschrift gedankt werden muß.

Geschichte ist, wenn sie richtig aufgefaßt und dargestellt ist, nicht etwas Totes und Vergangenes; wenn sie die Linien einer Entwicklung nachträglich aufzeichnet, so soll sie nicht nur einen Überblick über den gegenwärtigen Stand einer Technik vermitteln, sondern auch den Gang der zukünftigen Entwicklung abzuschätzen gestatten.

Die Festschrift der Zeit Ikon AG. gibt einen Überblick über die Entwicklung der Kameratechnik von Daguerre bis zu den neuesten Geräten eigener Fertigung, die Entwicklung von der Platte zum Film, vom Großformat zum Kleinbild usw. Ebenso wird die Geschichte des besonderen Arbeitsgebietes der Zeiß Ikon AG., der Kinematographie, einschließlich Zeitlupeneinrichtungen, behandelt.

Auch über die Sonderfertigungszweige wie Sicherheitsschlösser, Addier- und Buchungsmaschinen, wissenschaftliche Geräte, Kraftwagenzubehör, Schnitte und Stanzen, Geräte zur Untersuchung von Waffen und Munition wird berichtet. Frank.
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Das Ton-Kodaskop

Fritts, E. C. und Sandvik, O.: "A sound kodascope" (Das Ton-Kodaskop). - J. Soc. Motion Pictures Eng. 29 (1937), Nr. 5, S. 539/547.

Obwohl die Grundlagen für die Wiedergabe von 35mm- und 16mm-Filmen die gleichen sind, entstehen doch bei der Schmalfilmwiedergabe nicht unbeträchtliche zusätzliche Schwierigkeiten.

Erstens steht der Vorführapparat im allgemeinen in dem Raum, in welchem auch die Wiedergabe erfolgt, so daß das Projektionsgeräusch besonders stark stört.

Zweitens wird das Gerät von Amateuren bedient, so daß alle Handgriffe einfach sein müssen; außerdem ist eine Beschädigung des Films beim Einlegen und Umrollen eher zu erwarten als bei geprüften Kinovorführern.

Drittens werden die Geräte nur zeitweilig benutzt, so daß sie leicht zusammenstellbar und bezüglich Gewicht und Größe gewisse Maße nicht überschreiten dürfen.

Die Konstruktion des "sound kodascopes"

Bei der Konstruktion bot der Gleichlauf das schwierigste Problem. Ferner sollte auch die Möglichkeit vorhanden sein, stumme Filme vorzuführen, die sonst mit 16 (statt 24) Bildern wiedergegeben werden, wobei kein Flimmern auftreten darf. Die Berücksichtigung der verschiedenen sich zum Teil widersprechenden Forderungen führte zur Konstruktion eines neuen Schmaltonfilmgerätes.

Das „Ton-Kodascope“ ist in zwei Koffern untergebracht; im ersten befindet sich im wesentlichen der Projektor und Vorverstärker, im zweiten der Lautsprecher und der Endverstärker. Die Spulen sind für 500m (1600 Fuß) Film eingerichtet und werden auf herausklappbare Arme aufgesetzt.

Oberhalb und unterhalb des Bildfensters sind zwei Führungsrollen angebracht, die beim Einlegen des Filmes ausgelenkt werden und dadurch die Länge der Filmschleifen bestimmen. Durch einen Hebel wird dann das Bildfenster zugeklappt und selbsttätig jede Rolle wieder in ihre Ausgangslage zurückgeführt In der Endstellung des Hebels wird schließlich der Motor eingeschaltet.

Besondere Untersuchungen wurden für die Ausbildung des Greifermechanismus durchgeführt und schließlich ein symmetrisches System ausgewählt, das durch zwei Herzexzenter den Eingriff und den Vorschub des Films bewerkstelligt.

Der Film wird durch einen besonderen Motor zurückgespult, wobei die Abwickelspule um 90° geschwenkt werden muß, damit sie mit der an der Vorderseite des Projektors befindlichen Aufwickelspule in einer Ebene liegt.

Das Objektiv hat eine Lichtstärke von f: 1,6 bei 50mm Brennweite, kann jedoch durch ein ebensolches von 100mm Brennweite ersetzt werden. Die Projektionslampe verbraucht 750 W. Wahlweise kann man mit 18 oder 24 Bildern je Sekunde vorführen.

Das Tonabtastgerät enthält eine über eine Ölkupplung angetriebene Welle mit glatter Tonrolle und einer fest auf der Welle befestigten Schwungmasse. Die Tonlampe brennt mit 0,75 A und 4 V. Es besteht die Möglichkeit, durch einen Knopf die Scharfeinstellung um die Filmstärke zu verschieben, um Filme vorführen zu können, die mit der Schicht oder mit der Glanzseite der Lampe zugekehrt sind. Der Frequenzgang des Verstärkers ist so eingerichtet, daß unter Berücksichtigung entsprechend verzerrt aufgenommener Filme eine ausreichende Übertragungsgüte zwischen 150 und 6500 Hz gewährleistet ist.

Narath
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Deutsche Kinotechnische Gesellschaft
Kinotechnischer Lehrkursus in Berlin

Am 9. und 10. Februar (1938) veranstaltete die Zeiß-Ikon AG. im "Capitol am Zoo", in Berlin, einen kinotechnischen Lehrkursus. Der außerordentlich starke Besuch (mehr als 1.000 Personen je Tag) bewies das große Interesse der Fachkreise, besonders der Theaterbesitzer und Vorführer. Außer den in direktem Zusammenhang mit dem Filmtheater stehenden Themen über Projektoren, Bogenlampen, Tongeräte und Verstärker waren Vorträge angesetzt, in denen kommende Probleme erörtert wurden.

Dies gilt besonders für den Vortrag über den plastischen Film, der erstmalig in diesem Kreise gehalten wurde und den Vortrag über Tonschriften, wobei besonders die verschiedenen Systeme der Gegentaktton-schrift erörtert wurden.

Der Kursus wurde eröffnet mit einer Begrüßungsansprache von Direktor Ernemann. Am ersten Tage wurden folgende Vorträge gehalten:

  1. Der plastische Film im Lichtspiel-Theater (mit Vorführung des Raumfilms „Zum Greifen nah“),
  2. Endleistung und Verstärkungsgrad beim Tonfilmverstärker,
  3. Die Bedeutung der richtigen Bildausleuchtung bei Schwarzweiß- und Farbfilm (mit Vorführung von Schwarzweiß- und Farbfilmen mit Reinkohlen-und Beck-Licht),


Der zweite Tag brachte Vorträge über:

  1. Methoden zur Erzielung des Filmgleichlaufs,
  2. Die Bild-Ton-Maschine Ernemann VII B, Tonschriften und Wiedergabe (mit Vorführung auf der Bild-Ton-Maschine Ernemann VII B),
  3. Zukunftsaufgaben der Technik des Films.



Da der Kursus mit einer Schau der wichtigsten Kinoerzeugnisse der Zeiß-Ikon AG. verbunden war, konnten sich die Besucher die neuesten Ernemann-Projektoren, Bogenlampen, Tongeräte usw. ansehen, auch einen in Betrieb befindlichen und erleuchteten Ernemann VIIB- Glas-Projektor.

Eine Überraschung für die Besucher bedeutete eine Preisfrage nach der Zahl der Einzelteile einer Bild-Ton-Maschine Ernemann VII B. Mit der Zahl 2021 kam der erste Preisträger dem Ergebnis (2023 Teile) sehr nahe; auch die fünf anderen Preisträger hatten gut geschätzt.

Die Veranstaltung wurde durch Direktor Prof. Dr. Joachim beendet, dessen temperamentvoller Vortrag, über den nachstehend berichtet wird, mehrfach durch spontanen Beifall unterbrochen wurde.
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Zukunftsaufgaben der Technik des Films

Von Prof. Dr. H. Joachim, Dresden

So wichtig es ist, die Entwicklung der Technik dauernd zu verfolgen um mit dieser Entwicklung gleichen Schritt zu halten, so wertvoll ist es auch, einen Blick zu werfen auf die Zukunftsaufgaben der Technik. Denn von der Vergangenheit führt eine ununterbrochene Kette über die Gegenwart in die Zukunft und bei der Betrachtung jeder technischen Entwicklung darf man diesen Ausblick in die Zukunft nicht unterlassen.

Die vorangegangenen Vorträge haben gezeigt, bis zu welchem Grade die Entwicklung auf dem Gebiet der Bildprojektion und der Tonwiedergabe bis heute vorgeschritten ist.

Was für ein neuzeitliches Kinotheater besonders not tut, ist die Umstellung auf neue Beleuchtungs-Vorrichtungen, ohne die eine ausreichende Beleuchtung der Farbfilme nicht möglich sein wird, welcher Art diese Filme auch immer sein mögen.

Aber auch die Projektion gewöhnlicher Schwarzweiß- Filmbilder macht eine Neuordnung der Projektionsbeleuchtung notwendig und wird vielleicht in absehbarer Zeit zu einer gewissen Normung auf diesem Gebiete führen.

Das gleiche gilt für die Tonwiedergabe. Mit der Einführung neuer Prüffilme wird auch auf diesem Gebiete die Normung nicht zu umgehen sein.

Die deutsche Industrie bearbeitet diese Probleme im engen Einvernehmen mit der Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft und der Reichsfilmkammer, die diesen Bestrebungen größtes Interesse entgegenbringen. An den hier vorliegenden Aufgaben mitzuarbeiten und die Bestrebungen der Technik zu fördern, wird in erster Linie Sache der Theaterbesitzer sein.

Daß diesen Zukunftsaufgaben Interesse seitens der Theaterbesitzer entgegengebracht wird, hat sich in erfreulicher Weise gezeigt, während der Durchführung des Großversuchs mit schwer entflammbarem Film, dessen Einführung in Deutschland wie in keinem anderen Lande der Welt gefördert wird.

Zum Schluß noch ein wichtiges Problem: Das Fernsehen!

Es wird von allen Seiten des Auslandes unumwunden zugegeben, daß die Technik des Fernsehens in Deutschland vorbildlich ist; seitens der deutschen Industrie und seitens der behördlichen Stellen sind keine Anstrengungen gescheut worden, das Fernsehen zu fördern.

Die "Ferntechniker" stehen nunmehr vor der Frage, ob es möglich sein wird, das Fernsehen in die Filmtheater einzuführen, wie es in einem unserer Nachbarländer anscheinend versucht wird. Wir Kinotechniker können auch diesen Aufgaben mit Ruhe entgegensehen, denn die deutschen Filmtheater werden auch hier die fortschrittliche Entwicklung erkennen und fördern helfen.
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Neue Bildtechnik - Vortrag von Dr. Richard Schmidt

Bericht über den Vortrag von Dr. Richard Schmidt am 29. Oktober 1937 auf der 1. Jahrestagung der DKG
Aus dem großen Gebiet der Ateliertechnik griff der Redner zwei Themen heraus, die gegenwärtig eine besonders lebhafte Entwicklung durchmachen:

1. Die Beleuchtungstechnik im Atelier
2. Die Atelier-Tricktechnik, insbesondere Hintergrundprojektion und photographische Hintergründe.

Bei der Erörterung des ersten Themas ging Dr. Schmidt nach einem kurzen historischen Rückblick auf die neuere Beleuchtungstechnik der amerikanischen Ateliers ein.

Die Studios in Hollywood haben die Erleichterungen, die die Nitralampe seinerzeit bei der Einführung des Tonfilms durch das Fehlen aller Geräusche bot, aufgegriffen und zum Anlaß genommen, sich völlig auf Glühlampen-Scheinwerfer umzustellen.

Die daraus erwachsende intensive Beschäftigung mit dieser Lampenart hat allmählich einige ausgezeichnete Typen gezüchtet, die durch Veröffentlichungen in den Zeitschriften auch bei uns zum Teil schon bekannt geworden sind.

Das Kennzeichen dieser mit 1.000- bis 10.000-Watt-Lampen ausgerüsteten Leuchten ist die Verwendung von Leichtmetall für die Gehäuse, von Rhodiumspiegeln und teilweise von Stufenlinsen. Das ausgeleuchtete Feld ist in bemerkenswerter Weise frei von Inhomogenitäten; die Öffnung des Lichtbüschels ist durch einfache Verstelleinrichtungen zwischen 4 Grad und 40 Grad zu regeln.

Mit diesen Leuchten, die in den amerikanischen Ateliers fast ausschließlich sowohl für Effekt- wie für Allgemeinbeleuchtung angewendet werden, hat sich eine Beleuchtungstechnik herausgebildet, die der Vortragende mit den Worten „Präzisionsbeleuchtung“ und „logische Beleuchtung“ zu charakterisieren versuchte.

Auf das präzise Einleuchten der Szene vor der Anwesenheit der Schauspieler wird in Amerika außerordentlicher Wert gelegt. Durch die Unveränderlichkeit der einmal festgelegten Beleuchtung infolge der Konstanz der Nitralampen ist es möglich, auch mehrere aufeinanderfolgende verschiedene Ausleuchtungen der gleichen Szene im vorhinein festzulegen, ohne daß während der Aufnahmen die Leuchten umgebaut werden müßten.

Man faßt dazu die jeweils benötigten Lampen zu Schaltgruppen zusammen und vereinigt die Schaltungen an einem im Atelier stehenden Pult. Von da aus kann in einzelnen Studios die Lichtintensität aller oder einiger Lampen noch über Widerstände oder motorisch angetriebene Verdunklungsmittel geregelt werden. Beleuchter auf den Brücken sind während der Aufnahme daher entbehrlich.
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Die logische Ausleuchtung

Gleichzeitig mit der allmähligen Entwicklung der Präzisionsbeleuchtungstechnik in den amerikanischen Studios erwachte das Interesse an einer „logischen Ausleuchtung“. Damit soll eine Beleuchtungsweise charakterisiert werden, die darauf abzielt, beim Zuschauer den Eindruck einer gesteigerten Wirklichkeit zu erwecken. Der Vortragende brachte dafür eine Reihe von Beispielen.

Ein wesentliches Kennzeichen der amerikanischen Beleuchtungstechnik ist die überwiegende Verwendung von gerichtetem Licht im Atelier. Statt einer Allgemeinbeleuchtung, auf die an einzelnen Stellen Spitzlichter aufgesetzt werden, baut der amerikanische Kameramann die Ausleuchtung der Szene von ganz geringen Helligkeiten an fast nur mit verschieden weit geöffneten, gerichteten Lichtbüscheln auf. Diese Methode dient nicht nur der Licht- und Stromersparnis, sondern unterstützt nicht wenig die Plastik und Lebendigkeit der Photographie, die wir in vielen amerikanischen Filmen feststellen können.

Zum Schluß dieses Teiles seines Vortrages ging Dr. Schmidt auf die deutschen Arbeiten zur Schaffung ähnlicher Lampen ein.

Die Atelier-Tricktechnik

Dann wandte sich der Vortragende noch kurz der Atelier-Tricktechnik zu, unter der in diesem Zusammenhang insbesondere Rückprojektion, photographischer Hintergrund und Modellaufnahmen zu verstehen sind.

Während in Deutschland der photographische Hintergrund, teilweise in riesigen Ausmaßen, mit großern Erfolg verwendet wird, haben sich die amerikanischen Ateliers fast ausschließlich dem Rückprojektionsverfahren zugewendet, während photographischer Hintergrund kaum benutzt wird.

Der Redner stellte dann die deutsche und die amerikanische Technik der Rückprojektion einander gegenüber; die Hauptmerkmale der amerikanischen Ausführung sind: ausschließliche Verwendung von transportablen Einrichtungen, ausschließliche Verwendung eines als Flatlight-Screen bezeichneten Cellonschirmes, der zur hot-spot-Vermeidung eine schwach linsenförmige Beschichtung mit feinem Quarzstaub trägt, ferner die Verwendung von Spezialprojektoren mit Kameragreiferwerken und Becklampen bis zu 280 A. Es ist nichts Ungewöhnliches in amerikanischen Ateliers, gleichzeitig in der gleichen Szene drei oder vier Rückprojektionen im Betrieb zu sehen.

Zum Schluß seines Vortrags führte Dr. Schmidt einen Film vor, bestehend aus Szenen aus Ufa-Filmen, die unter Zuhilfenahme von Rückprojektion, photographischem Hintergrund und Modellaufnahme gedreht worden sind.
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