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Eine Heft-Seite aus dem Jahrbuch 1935 der "Berliner Illu."

Dies ist ein Einblick in die längst vergessenen 99 Heft-Seiten einer heroisch martialisch überzogenen Verdummungs- und Beschwichtigungs- Propaganda- Zeitschrift der NS Zeit 1935/1936 aus der Reichshauptstadt Berlin. Das AEG Magnetbandgerät "Magnetophon" und das Fernsehen waren bereits erfunden, und die 36. Olympiade warf ihre Schatten voraus. Die Arisierung und die Jundenverfolgung waren in vollem Gange sowie auch die heimliche Aufrüstung von Heer, Marine und Luftwaffe. (Alles gescannt und überarbeitet im Jan. 2016 von Gert Redlich)

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Heftseite 28/29 - Der Blick zum Nachbarn ins Ausland
"Frankreich zwischen Rechts und Links"

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  • Auf dieser Doppelseite wird ein Bild von Frankreich gezeichnet, das den NS- Propagandisten so recht ins Konzept paßte. Unbestritten geht es den Franzosen trotz des Kriegsgewinns sehr schlecht. Die gigantischen Verwüstungen durch den 1. Weltkrieg betrafen aber überwiegend Nordfrankreich und Belgien. Nur hatte sich an der Wirtschaftskraft Frankreichs nichts geändert und da war Deutschland ganz offensichtlich deutlich vorbei marschiert - im wahrsten Sinne des Wortes "marschiert". Die Bild-Texte sind aber von reichsdeutschen Redakteuren dazu geschrieben worden.

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Bild 1
Bild 2

Bild 1 - Nach der Denkmalsweihe von Soissons. - Der Präsident der französischen Republik, Lebrun (rechts 1. Reihe), erklärte am 23. Juli 1935 nach dem Weiheakt : Die Schwierigkeiten Frankreichs; seien eine Folge der nichtgeleisteten Wiedergutmachung (!), da es zum Beispiel in Soissons zwei Drittel der Aufbaukosten selbst habe bezahlen müssen.


Bild 2 - Laval bei einer schweren Ausgabe. - Um das erschütterte Budget auszugleichen, mußte Ministerpräsident Laval im Juli Notverordnungen erlassen, die eine starke Belastung aller Bevölkerungskreise mit sich brachten. Am Rundfunk erklärte er den betroffenen Bürgern danach seine Gründe. Hinter ihm Innenminister Paganon.
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Bild 3
Bild 4

Bild 3- Protestkundgebungen gegen die Sparverordnungen. - An vielen Orten der Republik demonstrierten Arbeiter, Bauern, Winzer und Arbeitzlose. In Nantes mußte berittene Polizei eingesetzt werden, die nur mühsam die Straßen säubern konnte.



Bild 4 - Ketten werden verbrannt. - Während der Gemeindewahlen im Mai trugen bei Aufmärschen in Paris die Frauen, die noch immer ohne Wahlrecht sind, symbolische Ketten. Im Wahlzettel-Feuer wurden diese Ketten dann verbrannt.

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Bild 5
Bild 6

Bild 5- Vorbildlicher Fleiß, der schwer zu schaffen macht. - Der Höhepunkt im französischen Schülerlebens ist der alljährliche »concours general«, ein Fleißwettbewerb. Die besten Schüler erhalten vom Präsidenten bei einem Festakt in der Sorbonne Preise. Manchmal so reichlich, daß sie sie kaum nach Hause tragen können.

Bild 6 - Parade am Nationalfeiertag in Paris. - Am Triumphbogen nahm der Präsident der Republik die Parade der Pariser Truppenteile aller Wasfengattungen ab. Der Motorendonner von über 600 Flugzeugen, in Jagd- und Bombenflieger- formationen getrennt, übertönte die hellen Klänge der Regiments-Kapellen.


Bild 7 - Anmerkung :- erstaunlich - mit Baskenmütze und Hitler-Bärtchen

Bild 7 - Am Nachmittag des 14. Juli. 1935 - Oberst de la Rocque, der Führer eines etwa 300.000 Mitglieder zählenden rechtsgerichteten Frontkämpferverbandes, bezeugt seine Verbundenheit mit den toten Kameraden durch das Niederlegen eines Kranzes am Grabmal des »Unbekannten Soldaten«.

Anmerkung : Auch wenn der Grund, diese Bilder hier darzustellen, ein gänzlich anderer war, es wird deutlich, daß es einen ganz trivialen tristen Grund gab, warum die Saarländer in das "aufstrebende" Reich heim geholt werden "wollten" - also nicht "sollten" oder gar "mußten". Übrigens schielten auch jede Menge Österreicher auf den aufkeimenden Wohlstand des 3. Reiches und "wollten" "heim ins Reich geholt" werden.

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