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Es gibt viele Aussagen, was man im 3. Reich sagen durfte .... und auch schreiben durfte ....

Den Soldaten an der Front durfte (aus der Heimat) nicht geschrieben werden, wie verheerend die Bombardements die deutschen und östereichischen Städte getroffen hatten. Auch durfte man sich nach 1943 nicht über die Aussichten des Krieges äußern.

Bereits vorher war es schädlich für die Gesundheit, überhaupt irgend etwas Kritisches - egal worüber - von sich zu geben. Um so erstaunlicher sind die nachfolgenden 3 Notitzen aus Mai/Juni 1944 in gedruckter Form, die doch ganz drastisch ausdrücken, was "im 3. Reich" so etwa Mitte 1944 Sache war. Hier geht es um die Funkschau Ausgabe Mai Juni 1944 ....
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Ein Artikel im Heft 5/6 (Mai/Juni) 1944 - Seite 35

unsere bislang letzte Funkschau aus 1944, die wir erst in 2021 bekommen hatten

Die Sicherstellung von Funkgerät aus abgeschossenen Feindflugzeugen

In den Tageszeitungen ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß das Betreten der Aufschlagstellen abgeschossener Feindflugzeuge verboten ist, und daß ferner alles Beutematerial, das gefunden wird, der nächsten Luftwaffendienststeile oder Polizeibehörde abgeliefert werden muß.

Bei der ständig forftschreitenden Technik ist es besonders wichtig, daß die Führung sofort und uneingeschränkt Kenntnis von allen technischen Einbauten der Feindflugzeuge, besonders auch auf dem Funkgebiet, bekommt.

Neben der unbeschränkten Ablieferungspflicht,
die für jeden Einzelnen - Zivilisten und Uniformträger, Fachmann und Laien - gilt, ist deshalb angeordnet worden, daß alle Flugzeug- und Motorenteile, Navigations- und Funkgeräte unberührt liegen bleiben müssen, bis eine technische Untersuchungskommission den Bruch freigegeben hat. Die Aufschlagstelle eines abgeschossenen Feindflugzeugs ist sofort dem Bürgermeister der Polizeibehörde oder einer Dienststelle der Wehrmacht zu melden. Wer sich Beutestücke aneignet, dient dem Feind. Er wird als Volksschädling schwer bestraft!

Für jeden Angehörigen unseres Faches und für jeden Leser und Freund der FUNKSCHAU ist es eine Selbstverständlichkeit, den vorstehend veröffentlichten Richtlinien gemäß zu handeln; die Pflicht der Ablieferung steht vor jedem technischen Interesse, das den Geräten, Röhren und Einzelteilen entgegengebracht wird.

Wenn man bisher vereinzelt englische und amerikanische Luftfahrt- und Heeresröhren, Geräte- und Geräteteile zurückbehielt, statt sie sofort zur Ablieferung zu bringen, so ist dies wohl auf Unkenntnis der Bestimmungen zurückzuführen.

Unkenntnis aber schützt nicht vor Strafe,
und in Zukunft wird sich niemand, in dessen Händen Röhren, Quarze oder andere Teile aus Feindgeräten angetroffen werden, damit entschuldigen können, daß ihm die Ablieferungspflicht nicht bekannt gewesen sei; er wird vielmehr schwerer Bestrafung entgegensehen müssen.
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Auch diese Anzeigen waren reine Makulatur, denn die "Fachkräfte" waren alle an der Front oder bereits unter der Erde
Mitte 1944 wurde nichts mehr geeicht.
Und Bleistifte brauchte an wenige
Ob diese Firma überhaupt noch produzierte ?
Das hier war gut. Damit konnte man Bombenschäden zukleben ....

Um allen FUNKSCHAU-Lesern, die aus der zurückliegenden Zeit Röhren oder Teile im Sinne der vorstehenden Ausführungen besitzen oder von solchen Teilen in ihrem Bekanntenkreise wissen, die nachträgliche Ablieferung so leicht wie möglich zu machen, richtet die FUNKSCHAU im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe eine Sammelstelle ein, an die alle Röhren, Teile usw. abgeliefert werden können; das gesammelte Material wird dann unmittelbar an die zuständige Luftwaffendienststelle geschlossen abgeliefert.

Wir rufen alle unsere Leser auf,
uns alle in Frage kommenden Röhren, Teile und Geräte unverzüglich zuzusenden, damit wir sie im Rahmen unserer Sammlung mit abliefern können. Die Sendungen sind ausreichend freizumachen und an die Schriftleitung FUNKSCHAU, Potsdam, Straßbarger Str. 8 zu richten.

Die Ablieferung erfolgt dann im Namen der FUNKSCHAU, eine Nennung der Einsender erfolgt nicht. Wird eine solche gewünscht, so ist uns dies ausdrücklich mitzuteilen; auch sind an den eingesandten Teilen Zettel mit der Anschrift haltbar anzubringen.

Es ist nunmehr für jeden einzelnen klar, wie er zu verfahren hat.


1. Beutestücke aus der zurückliegenden Zeit müssen unverzüglich abgeliefert werden und zwar bei der nächsten Luftwaffendiensstelle oder Polizeibehörde oder bei der Schriftleitung der FUNKSCHAU;

2. In Zukunft müssen alle Flugzeug- und Motorenteile, vor allem auch die Funkgeräte unberührt liegen bleiben; Fundstellen sind sofort dem Bürgermeister, der Polizeibehörde oder einer Dienststelle der Wehrmacht zu melden. Alles Beutematcrial, das außerhalb solcher Aufschlagstellen gefunden wird, ist wie unter 1. abzuliefern.

Wir sind überzeugt, daß sich alle unsere Leser rückhaltlos für die Sicherstellung des Funkgerätes aus abgeschossenen Feindflugzeugen einsetzen, und wir bitten darüberhinaus, die Kenntnis des vorstehenden Aufrufs auch unter ihren Freunden und Bekannten, unter den Kunden Ihrer Werkstatt, kurz überall zu verbreiten, damit alle Beutestücke an Funkgeräten, Einzelteilen und Röhren restlos erfaßt werden.
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  • Anmerkung : Durch die Dokumentation der Abschüsse von Feindflugzeugen konnte sich die oberste Heeresleitung ein (insgesamt sehr betrübliches) Bild davon machen, wie ineffizient die deutsche Flugabwehr gewesen war. Erst nach dem Krieg kam raus, daß pro Abschuss eines Bombers etwa 20.000 FLAK-Granaten verschossen wurden.

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Heft 5/6 (Mai/Juni) 1944 - etwa in der Mitte
An die Leser der FUNKSCHAU

Um die während des Druckes in Verlust geratene Nummer 5/6 der FUNKSCHAU so schnell wie möglich ausgeben zu können, haben wir uns eines andersartigen Druckverfahrens bedient, das den Vorteil einer ungleich schnelleren Herstellung besitzt, dafür aber nicht die Sauberkeit verbürgt, die unsere Leser von ihrer Zeitschrift gewohnt sind. Wir bitten, die unvermeidliche Qualitätseinbuße in Kauf zu nehmen; unsere Leser tauschen dafür den Vorteil ein, daß ihnen Heft 5/6 um mindestens einen vollen Monat früher zugeht, als es sonst möglich gewesen wäre.

Schriftleitung u.Verlag der FUNKSCHAU
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  • Anmerkung : Da steht also zwischen den Zeilen, daß ab 1944 München quasi zerbomt worden war und das fast ganz München gebrannt hatte. Es ist von dem Funschau-Verlag samt seinen Archiven und Kellern nichts mehr übrig, rein gar nichts. Nicht mal die Adressen der Abonenten und Kunden konnte man retten.

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und jetzt kommt es noch detaillierter :

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Heft 5/6 (Mai/Juni) 1944 - etwa in der Mitte
Der FUNKSCHAU-Verlag teilt mit:

1. Die neue Anschrift des Verlages lautet: FUNKSCHAU-Verlag, München 15, Pettenkoferstraße 10b. - Fernruf 51566. - Postscheckkonto wie bisher: München 5758.

2. Es ist keinerlei Lager mehr vorhanden; bis auf weiteres sind weder Bücher noch Tabellen, Baupläne, Schaltungskarten, KFT usw. lieferbar. Auch zurückliegende FUNKSCHAU-Hefte sind nicht mehr vorhanden; Photokopien können gleichfalls nicht mehr angefertigt werden.

3. An Neuerscheinungen ist nur die 3. Auflage des Buches „Amerikanische Röhren - Russische Röhren" von Fritz Kunze greifbar. Preis 3 RM zuzüglich 15 Pfg. Versandkosten. (Siehe Anzeige Seite 47.) Bestellung am besten durch Einzahlung des Betrages von 3.15 RM auf Postscheckkonto München 5758 mit Angabe des Bestellten auf dem Zahlkartenabschnitt.

4. Die Vermittlungsrubriken „Wer hat? Wer braucht?", „RöhrenVermittlung" und „Tauschhilfe" können, da sämtliche Unterlagen in Verlust geraten sind, nicht fortgeführt werden; die Anschriftenliste kann nicht mehr erscheinen.

5. Nicht ausgeführte Bestellungen, für die auch das Geld nicht zurückgeschickt wurde, sind als in Verlust geraten zu betrachten. Neubestellungen - mit Ausnahme solcher auf das Buch „Amerikanische Röhren - Russische Röhren" - bitten wir nicht vorzunehmen, da keinerlei Liefermöglichkeit besteht.

6. Über die Neuauflagen und Neuerscheinungen wird an dieser Stelle berichtet. Von brieflichen Anfragen und Reklamationen bitten wir abzusehen, da wir keine Möglichkeit der Beantwortung haben.

FUNKSCHAU-Verlag, Mündien 15, Pettenkoferstraße 10 b
Postscheckkonto: München 5758

  • Anmerkung : Schon die Angabe des Postscheckkontos war eine Farce, denn das war doch auch alles in den Flammen aufgegangen. In anderen Artikeln stand zu lesen, daß die Züge mit den Zeitschriften noch auf den Bahngleisen in Brand geschossen wurden und man auch nichts mehr nachdrucken konnte. Die Druckerei war auch ausgebomt. Und am Ende gabs nicht mal mehr das Papier zum Drucken.

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