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Eine Heft-Seite aus dem Jahrbuch 1935 der "Berliner Illu."

Dies ist ein Einblick in die längst vergessenen 99 Heft-Seiten einer heroisch martialisch überzogenen Verdummungs- und Beschwichtigungs- Propaganda- Zeitschrift der NS Zeit 1935/1936 aus der Reichshauptstadt Berlin. Das AEG Magnetbandgerät "Magnetophon" und das Fernsehen waren bereits erfunden, und die 36. Olympiade warf ihre Schatten voraus. Die Arisierung und die Jundenverfolgung waren in vollem Gange sowie auch die heimliche Aufrüstung von Heer, Marine und Luftwaffe. (Alles gescannt und überarbeitet im Jan. 2016 von Gert Redlich)

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Das waren und sind die glaubwürdigen Heftseiten

Auf den Heftseiten 16 bis 19 wird jetzt die heile Welt von 1935 dargestellt. Alles davon ist glaubwürdig und soll so das Hinterfragen der anderen Seiten unterdrücken. "Seht doch, das stimmt doch alles" - und der Führer ist immer dabei.

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Heftseite 16 - Über das Saarland - 2 große Bilder

Auf der Seite 16 sieht man 2 sehr große Bilder (über die ganze DIN A3 Seite), die 1935 einem Volksgenossen als durchaus wahr ins Auge stechen. Man sieht ein armes deutsches Opfer - stehend - vor einem französischen Militärgericht und dann auf dem folgenden Bild die nach Ostpreußen eingeladenen saarländischen "Gäste", die aber aus Blechschüsseln essen.

Bild 1
Saararbeiter 1935 . . .
Jm Januar noch standen sie wegen ihrer deutschen Gesinnung auf deutschem Boden vor den fremden Richtern des Abstimmungsgerichtes

Bild 2
. . . . einige Monate später nach der Heimkehr ins 3. Reich sind sie Gäste in Ostpreußen an einem Tisch mit dem Gauleiter Koch.


Heftseite 17 - Die schöne heile Welt der Deutschen
"Und setzet ihr nicht das Leben ein . . ."

Titelzeile
Bild 1
Bild 2
Bild 3


Deutsche Rettungstaten zu Wasser und zu Lande


Bild 1
Die Lebensretter des deutschen Dampfers ,,New York« werden vom Führer ausgezeichnet. Die Besatzung des norwegischen Frachtdampfers ,,Sisto«, der in schwere Seenot geraten war, wurde unter ungewöhnlich schwierigen Umständen von Mitgliedern des deutschen Dampferz ,,New York« unter Führung des zweiten Offiziers Alfred Wiesen gerettet. Der Mannschaft wurden vom Führer Rettungsmedaillen und Geldgeschenke überreicht.

Bild 2
Vier Helden der See erhielten die Rettungzmedaille. Besatzungzmitglieder des Dampfers ,,Dresden« wurden für die Rettung der fünfköpfigen Besatzung eines französischen Flugzeuges in der Nähe der belgischen Küste bei Windstärke 8 mit der Rettungsmedaille belohnt.

Bild 3
Ein Pilot der Lufthansa rettete einen dänischen Kameraden. Flugkapitän Josef Kasper beobachtete, wie aus einem dänischen Militärflugzeug über dem Sund bei Kopenhagen der Pilot aus 500 Meter wegen Trudelns der Maschine abspringen mußte. Josef Kasper rettete den in den Schnüren des Fallschirms Verwickelten Piloten vor dem Tode des Ertrinkens.

Bild 4
Die Rettungsmannschaft vom Einsturzunglück am Brandenburger Tor in Berlin macht eine Seereise. Namens der Deutschen Arbeitsfront lud Dr. Ley die Bergungsmannschaften des Einsturzunglücks zu einer »Kraft-durch-Freude« -Reise rein. Arbeiter, Bergleute, Pioniere und Schutzpolizei wurden so für ihre hingebende Opferbereitschaft belohnt.
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Bild 4

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  • Anmerkung :
    Deutschland hilft selbstlos den armen Verunglückten weltweit. Was wäre nun, wenn der Däne ein Jude gewesen wäre ?
  • Achten Sie auch auf das Resume der letzen Bildunterschrift : .... wurden so für ihre hingebende Opferbereitschaft belohnt.
  • So wird suggeriert, die Retter wären auch bereit gewesen, ihr Leben für "die anderen" - aus dem Ausland - zu geben, was aber definitiv nie und nimmer stimmte, eher im Gegenteil. Dafür wurde über die Siegermächte des 1. Weltkriegs Frankreich und England schon viel zu lange und viel zu viel gehetzt.

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