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Eine Heft-Seite aus dem Jahrbuch 1935 der "Berliner Illu."

Dies ist ein Einblick in die längst vergessenen 99 Heft-Seiten einer heroisch martialisch überzogenen Verdummungs- und Beschwichtigungs- Propaganda- Zeitschrift der NS Zeit 1935/1936 aus der Reichshauptstadt Berlin. Das AEG Magnetbandgerät "Magnetophon" und das Fernsehen waren bereits erfunden, und die 36. Olympiade warf ihre Schatten voraus. Die Arisierung und die Jundenverfolgung waren in vollem Gange sowie auch die heimliche Aufrüstung von Heer, Marine und Luftwaffe. (Alles gescannt und überarbeitet im Jan. 2016 von Gert Redlich)

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Heftseite 10 und 11 - Alle Deutschen sollten bzw. mußten den "Eid" auf den Führer schwören.

Die heroische Aufmachung auf der linken Seite (10) mit - gegenüber - der schönen heilen schneebedeckten Winterwelt der Alpen auf der rechten Seite (11) täuscht ganz gewaltig über die Zielsetzung dieser Bild- und Text- Kombination. Der Text unter dem Stimmungsbild rechts klingt gut :

  • Ein Paradies des Wintersports : Die Alpspitze von der Bergstation der Kreuzeckbahn gesehen. Zu Füßen der bayrischen Bergriesen wird in Garmisch-Partenkirchen in den Februartagen des Jahres 1936 sich die Sportjugend der Welt im olympischen Wettkampf messen. Dort werden mehr als tausend Wintersportler aller Nationen um die goldenen Medaillen, um den olympischen Sieg streiten.


Es wird somit ganz geschickt der untrennbare Zusammenhang suggeriert : Der bedingungslose Eid auf den Führer und !! das "Deutsche Land" gehören untrennbar zusammen und dafür lohnt es sich auch zu sterben. Hier der originale Text :
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"Der Eid des Deutschen Soldaten"

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  • ,,Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingtenGehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.«

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  • Kommentar dazu : Also mit dem christlichen Gott hatten die unchristlichen Nazis nun wirklich nichts am Hut, außer wenn sie die Kirchenleute - also die Kirchne-Oberen - für sich einspannen konnten. Und die haben die ganzen 12 Jahre fast ausnahmslos mitgemacht und an allen Fronten die Panzer und Kanonen "gesegnet".

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Und hier der Kommentar des Mitherausgebers Wilfried Bade

Am 16. März 1935 verkündete der Führer die Wiederherstellung der deutschen Wehrfreiheit.

Begeisterte Zustimmung der Nation antwortete ihm. Es war stets eine der drückendsten Bestimmungen des Versailler Diktates die gewesen, die dem Deutschen Reich die Möglichkeit nahm, seine Grenzen ausreichend zu schützen, seine junge Mannschaft im Waffendienste auszubilden. Deutschland sollte auf immer jedem Zugriffe offenstehen, falls es sich einfallen ließe, anders zu wollen, als es den großen Mächten unter den ,,Siegerstaaten" von 1918 genehm war.

Vor der Welt aber versprach man in Versailles, daß die deutsche ,,Abrüstung" nur der Anfang einer allgemeinen Abrüstung sein solle. Man versprach es auch dem deutschen Volke, das daraufhin sich dieser Bestimmung unterwarf, die tief in die Souveränität des Reiches eingriff.
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16 Jahre

Der Weg des wehrhaften jungen Deutschen. Aus der Hitlerjugend
in den Arbeitsdienst,
vom Arbeitsdienst in die Wehrmacht,
danach in SA oder SS.

16 Jahre wartete Deutschland vergebens auf die Erfüllung des Versprechens der Siegerstaaten, gleichfalls ihre Rüstungen herabzusetzen. Statt dessen rüsteten diese nur immer stärker auf. Wieder und wieder mahnte von 1933 ab das nationalsozialistische Reich. Immer erneut wies es darauf hin, daß es nicht daran denke, seine innere Aufbauarbeit unter eine ausländische Drohung stellen zu lassen, daß es Frieden wolle, aber einen Frieden der Ehre und der Gleichberechtigung, und daß ein von der Gegenseite nicht erfüllter Vertrag nicht länger Deutschland einseitig zu binden vermöge.

Trotzdem versuchte man noch vor wenigen Monaten uns zu bewegen, die deutsche Wehrhoheit gegen politische Zugeständnisse abkaufen zu lassen, eine Frage der Ehre mithin gegen materielle Leistungen auszuhandeln.

Der Augenblick zum Handeln

In diesem Augenblick war der Zeitpunkt gekommen, zu handeln, statt zu reden. Ein kurzes Gesetz des Führers gab Klarheit; Deutschland nahm sich zurück, was man ihm verweigern wollte: das Recht auf den Schutz seiner Grenzen durch eigene Kraft.

In kürzester Frist wurde die Wehrmacht aufgebaut. Am 21. Mai erschien das Wehrmachtgesetz, das alle Einzelheiten regelte:

Es sprach aus, daß Wehrdienst Ehrendienst an der Nation ist und daß somit keiner diesen Dienst zu leisten Vermöchte, der nicht zum deutschen Volkstum gehöre. -
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Oberster Befehlshaber der deutschen Wehrmacht ist der Führer.

Oberster Befehlshaber der deutschen Wehrmacht ist der Führer. Unter ihm übt der Reichskriegsminister als Oberbefehlshaber der Wehrmacht die Befehlsgewalt aus.
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Die Wehrmacht gliedert sich in die drei Teile: Heer, Marine und Luftwaffe, die von den Oberbefehlshabern - für das Heer General Freiherr von Fritsch, für die Marine Admiral Raeder, für die Luftwaffe General der Flieger Goering - befehligt werden.

Jeder deutsche Soldat trägt das Hoheitszeichen der Bewegung am Stahlhelm und Waffenrock, so die Einheit von Partei und Wehrmacht sichtbar zum Ausdruck bringend.
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Das Friedensheer gliedert sich . . . .

Das Friedensheer gliedert sich in 12 Korpskommandos und 36 Divisionen.Die
deutsche Flotte wird, entsprechend einem wenig später abgeschlossenen deutsch-englischen Abkommen, im allgemeinen 35 Prozent der englischen Flotte in jeder Schiffsklasse umfassen.

Die Dauer der Dienstpflicht im Heer wird auf ein Jahr festgelegt. Nach der Verkündung des Wehrgesetzes legte der Reichskriegsminister Lorbeerkränze nieder am Grabe Scharnhorsts und Boyens, zum Gedenken dessen, daß es jene beiden Männer waren, die vor 120 Jahren die allgemeine deutsche Wehrpflicht schufen und erhielten.

Aber nicht nur die alte Tradition soll wieder einziehen in das neue Heer. Sie verbindet sich auf das innigste mit der neuen nationalsozialistischen Tradition des Dritten Reiches.

Mit Jubel begrüßten am Parteitag der Freiheit die Hunderttausende von Zuschauern die heranbrausenden Kolonnen, die donnernden Staffeln der Flugzeuge, jeder fühlte, daß Deutschland nun wieder sich selbst Frieden und Sicherheit gibt, in jedem klang der Eid des deutschen Soldaten.
Wilfried Bade
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Heute wissen wir - es war alles geheuchelt und gelogen

Von Friedensheer keine Spur, es wurden ab 1938 gewaltige Mengen an Angriffswaffen produziert und dann auch eingesetzt. Und zwar so lange, bis kein deutsches Flugzeug, kein deutsches U-Boot und kein deutscher Panzer mehr heil waren und es gab weltweit über 6 Millionen Tote (Soldaten) - insgesamt waren es noch viel mehr.

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Bild 1
Bild 2

Auf der Heftseite 12 - Politische Soldaten und gute Sportsleute . . .

Und gleich auf Seite 12 geht es weiter mit der Verknüpfung von deutschen Soldaten und dem Sport.

Bild 1
Der Reichsführer der SS Himmler beglückwünscht eine siegreiche SS-Ski-Patrouille bei den deutschen Wintersport-Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen.

 


Bild 2
Der Stabschef der SA Lutze gratuliert einer SA-Ski-Mannschaft zu ihrem Sieg in Garmisch-Partenkirchen anläßlich der Winterspiele 1935.

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