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Eine Heft-Seite aus dem Jahrbuch 1935 der "Berliner Illu."

Dies ist ein Einblick in die längst vergessenen 99 Heft-Seiten einer heroisch martialisch überzogenen Verdummungs- und Beschwichtigungs- Propaganda- Zeitschrift der NS Zeit 1935/1936 aus der Reichshauptstadt Berlin. Das AEG Magnetbandgerät "Magnetophon" und das Fernsehen waren bereits erfunden, und die 36. Olympiade warf ihre Schatten voraus. Die Arisierung und die Jundenverfolgung waren in vollem Gange sowie auch die heimliche Aufrüstung von Heer, Marine und Luftwaffe. (Alles gescannt und überarbeitet im Jan. 2016 von Gert Redlich)

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Heftseite 42/43/44 - geschickt vesteckte Propaganda
"Vom Leben in USA"

Auf diesen drei USA-Seiten ist es ganz offensichtlich, jedenfalls aus unserer Sicht von 2015, daß bestimmte politische Informationen suggestiv zwischn völlig unverfängliche Bilder gestellt wurden.

Es beginnt mit einem Priester, der das Volk betört, weil er nur über jede Mege Mikrofone zu ihnen spricht. Ein bildlicher optischer Vergleich zu Hitler ist ganz bestimmt beabsichtigt.
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(wie der Führer: die magische Kraft der Rede)

Ein Politiker, der dem Rundfunk seinen Aufstieg verdankt. Der ,,Radio-Priester" Charles 3. Loughlin, der durch seine Rundfunkvorträge sich eine große Anhängerschaft amerikanischer Bürger schuf, wurde durch die magische Kraft seiner Rede vom unbekannten kleinen Priester zu einem der populärsten Rundfunkredner.

Er konnte bei der dritten großen Versammlung der von ihm gegründeten ,,Nationalen Liga für soziale Gerechtigkeit" in Madison Square Garden in New York zu 18.000 Zuschauern sprechen, die ihn mit Beifall überschütteten.
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  • Anmerkung : Die unausgesprochene aber suggerierte Assoziation mit Hitlers Gestik und seiner "magischen" Redekraft ist ganz sicher beabsichtigt, wenn auch etwas versteckt.

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(der Präsident hat ja "auch" alle Macht)


Ein seltener Vorgang in der amerikanischen Geschichte :


Der (amerikanische) Präsident erhebt persönlich Einspruch gegen die Kongreßmehrheit. Roosevelt wandte sich gegen die Putman-Bill, nach der den amerikanischen Kriegsteilnehmern schon jetzt, statt erst in zehn Jahren, die versprochene Abfindung in Höhe von 2 Milliarden Dollar ausgezahlt werden sollte.
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Das sind sie : große Bomber und dicke Flak-Geschütze

Der gewaltigste Luftbomber, der je in den USA gebaut wurde, begann im Juli mit den Probeflügen. Vier Motoren zu 700 PS geben diesem nach den letzten Erfahrungen konstruierten Groß-Flugzeug eine Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometer.

Im Zeichen der Luftabwehr. Bei der großen Heeres- parade in New York rollten auch diese neuen gigantischen Drei-Zoll- Flugabwehrgeschütze der amerikanischen Küstenartillerie an den Zuschauern vorüber.
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  • Anmerkung : Es müsste oben im Bild die Boeing B17 sein. Die deutschen Militärs wußten also erstaunlich frühzeitig und damit recht genau, mit wem sie sich da anlegen und womit die Amerikaner (vielleicht) zurückschlagen würden, käme es zu einem Krieg. Und das waren die alten öffentlich gezeigten Bomber von 1935. Doch die Amerikaner entwickelten ja auch ununterbrochen weiter.

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(gezielt : arm und reich Gegensatz)

Im Schatten des Kapitols von Washington. Ein kleiner Farmer aus Tennessee sah sich durch den Verlust der Kriegtsrente in Höhe von 18 Dollar pro Monat veranlaßt, mit Frau und Kindern über 1000 Kilometer von seiner Heimat nach Washington zu wandern, um dem Parlament seine Not vor Augen zu führen.

Der Mann, der den Reichtum teilen wollte. Senator Huey P. Long, "Diktator" des Staates Louisiana, hatte sich in kurzer Zeit eine ungewöhnliche Popularität erworben. Er verstand es meisterhaft, auf der Seele des 100prozentigen Amerikaners zu spielen, und schon im Jahre 1936 wollte er als Präsident kandidieren. Er hatte eine Kette von Klubs organisiert, das war seine politische Maschine. Nach seinem Programm sollte jede Familie .5000 Dollar Vermögen vom Staat bekommen, alle Alten eine Lebensrente, übergroße Vermögen und Erbschaften sollten zum Staatsnutzen eingezogen werden. Auf Long wurde am 6. September 1935 in der Hauptstadt "seines" Staates, in Baton-Rouge, von einem politischen Gegner ein Revolverattentat verübt, an dessen Folgen er am 8. September 1935 starb.
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  • Anmerkung : Der bettelarme Farmer mit 4 armen Würmern - barfuß vor dem Capitol -, die Frau säugt öffentlich ihr Kleinstes, alle schaun frustriert aus der Wäsche. Das war genau das Foto, das Goebbels von den Amerikanern brauchte.
  • Daneben der reiche Senator Long - also das mit dem "Diktator" ist ebenfalls suggestiv - mit dem nach einem Autogramm heischenden Buben, der ja fast wie ein Hitlerjunge gekleidet ist, eben ein amerikanischer Pfadfinder.

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(amerikanische Gegensätze)

Die "Ernte" eines Jahres. Alljährlich versenkt die Polizei von San Francisco die während zwölf Monate bei Verbrechern beschlagnahmten Waffen ins Meer. Über 500 Feuerwaffen, vom Tesching bis zu hochkalibrigen Präzisionsbüchsen, wurden so vernichtet.

Flucht vor Tränengasbomben in Tacoma. Im Staate Washington wurde gegen streikende Bauarbeiter die Nationalgarde eingesetzt. Um die Ruhe wieder herzustellen, mußte diese mit Tränengasbomben arbeiten, die die Streikenden auseinandertrieben.
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  • Anmerkung : Aslo machen "wir in Deutschland" es mit den braunen SA (Schläger-) Truppen und (Prügel-) Banden doch gar nicht verkehrt, wenn es die ach so demokratischen Amerikaner genauso machen - . . . . könnte so eine suggerierte Beschwichtigung bzw. Ausrede einflößen.

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(und jetzt wieder glaubwürdig Triviales)

Das Land der großen Wettergegensätze. Im Staate Minnesota wurden im Frühling dieses Jahres die Telefonleitungen kilometerweit vom Schneesturm zerstört, während in einem anderen Teil des großen Landes der USA Verderben bringende Sandstürme denHimmel verfinsterten.



Fröhliche Stimmung im ,,Klub der Heiligen und der Sünder". General Hugh S. Johnson, der noch im Herbst des vergangenen Jahres als Leiter der "Rira", des großen wirtschaftlichen Aufbauwerks Roosevelts, der mächtigste Mann Amerikas war, bei einem heiteren Herrenabend in seinem New -Yorker Klub. Nach seinem Rücktritt übernahm Johnson die Leitungdes New-Yorker 220-Millionen Dollar- Aufbauprogramms.





Wahl auf den Philippinen, dem amerikanischen Schutzgebiet. Zum ersten Male stimmten im Mai dieses Jahres die Frauen auf den Philippinen bei dem Plebiszit ab, das über die spätere Unabhängigkeit der Philippinen entscheidet. Bei der Ausfüllung des Stimmscheines die 82jährige Schwester eines philippinischen Freiheitshelden.
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Anmerkung :

Hier wird also ganz besonders deutlich gezeigt, wie man eigentlich triviale Fotos mit suggestiven Bedeutungen geschickt kombiniert, um die überwiegende Glaubwürdigkeit über die ganzen drei Seiten zu legen, also die einzelnen Bildinhalte zu verschleiern.

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