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In der KINO-TECHNIK 1961 lesen wir .....

was die Film- und Kinoleute (aus demhaus Philips) vom Fernsehen wissen und welche Prognosen sie über das noch junge Fernsehen anstellen. Dieser Artikel steht irgendwo auf Seite 222 von Heft 7/1961 mitten drinnen.
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Das deutsche Fernsehen an der Schwelle des 2. Jahrzehnts

Mit dem Jahr 1961 begann das zweite Fernsehjahrzehnt, und es ist sicher gerechtfertigt, zu diesem Zeitpunkt eine Prognose für die weitere Entwicklung zu stellen, und zwar getrennt für zwei Fünfjahresabschnitte.

Die erste Zeitspanne von 1961 bis 1965 wird durch die Ausstrahlung mehrerer Programme gekennzeichnet sein, wobei das Jahr 1961 mit Bestimmtheit ein zweites Programm bringen wird, und nach den jüngsten Verlautbarungen sollen dem Zuschauer von der zweiten Jahreshälfte 1962 ab sogar drei Programme geboten werden.

In dieser Tatsache, nämlich der Auswahlmöglichkeit, liegt ein neuer, starker Impuls für den weiteren Anstieg der Fernsehteilnehmerzahl.
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4,6 Millionen Fernsehgeräte "angemeldet"

Ende 1960 waren in der Bundesrepublik und Berlin 4.635.000 Fernsehgeräte angemeldet, das heißt, der Sättigungsgrad betrug auf Grund der bei der Post angemeldeten Geräte bei 18,6 Mill. Haushalten rund 25%.

Bei einer Betrachtung, wie sich die Teilnehmerzahl und damit der Prozentsatz der Sättigung in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird, bietet sich als Vergleich die Situation in England an, allerdings mit einer Phasenverschiebung von sechs Jahren - das Jahr 1947 in England entspricht dem
Jahr 1953 in Deutschland.

In der Tabelle sind die entsprechenden Zahlen von England und Deutschland gegenübergestellt, und es wird der Versuch unternommen, eine Prognose für die Fernsehteilnehmerentwicklung in Deutschland in den nächsten fünf Jahren zu stellen.

Bei der Ermittlung des Sättigungsgrades ist zu berücksichtigen, daß sich die Anzahl der Haushalte in England von 1947 mit 15,9 Mill. bis Ende 1960 auf nur rund 16,7 Mill. erhöht hat, während in Deutschland die Anzahl der Haushalte,
ausgehend vom Jahre 1953 mit rund 16,9 Mill., bis Ende 1960 bereits auf 18,6 Mill. gestiegen ist und bis Ende 1965 bei rund 19,5 Mill. liegen wird.

Die im Vergleich zu England etwas geringere Steigerung des Sättigungsgrades in Deutschland läßt sich unter anderem durch die in beiden Ländern unterschiedliche Entwicklung der Anzahl der Haushalte erklären. Die für die Jahre 1961 bis 1965 geschätzten Fernsehteilnehmerzahlen in Deutschland sehen ein Ansteigen auf das Zweieinhalbfache vor.

Die Entwicklung im zweiten Fünfjahresabschnitt (1966 bis 1970) kann dabei natürlich nur angedeutet werden. Als sicher ist anzunehmen, daß sich in dieser Zeitspanne in stärkerem Maße der Ersatzbedarf und Käufe von Zweitgeräten bemerkbar machen werden. Natürlich wird auch die technische Entwicklung, die niemals ihr Ende findet, weitergehen und auch diesen Zeitabschnitt beeinflussen. (Nach dem Philips-Geschäftsbericht 1960)
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Fernsehteilnehmer und Sättigungsgrad

England     Deutschland    
Jahr Teilnehmer- Stand am Jahresende Sättigungsgrad in % Jahr Teilnehmer- Stand am Jahresende Sättigungsgrad in %
  in Tausend     in Tausend  
1947 15 0,1 1953 12 0,1
1948 46 0.3 1954 84 0,5
1949 240 1,0 1955 284 1,6
1950 586 3,8 1956 682 3,9
1951 1181 7,6 1057 1212 6,9
1952 1892 12,0 1958 2125 11,9
1953 2957 18,6 1959 3375 18,3
1954 4156 26,0 i960 4 635 24,9
1955 5400 33,5 1961 6000 32,0
1956 6570 40,6 1962 7400 39,0
1957 7761 47,5 1963 8700 45,5
1958 8899 53,9 1964 10000 51,9
1959 10114 60,9 1965 11300 58,1
1960 11073 66,3 1966 12600 64,0
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