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Vorwort zum FERNSEH REPORT 1970

Das Westdeutsche Farbfernsehen wurde zur Funkausstellung in damals noch geteilten Berlin zum August 1967 von Willy Brand eröffnet oder frei geschaltet. Mit der Entwicklung der letzten Jahre verknüpfen sich eine Menge Storys aus den Hinterzimmern, die in den verkaufs-Prospekten der hersteller natürlich nicht zu finden waren. Nach einigen anfänglichen "Schlenkern" oder "Ausrutschern" stabilisierte sich der Farbfernseh-Markt, auch wesentlich beeinflußt durch Max Grundigs Preisoffensiven. Ein Farbfernseher mittlerer Qualität kostete nur noch 1998.- DM (anstelle von 2998.-) oder sogar noch weniger (bei Quelle und Neckermann).

Und so um 1970 fing die eigentliche Goldgräberzeit an. Alle wußten, daß die Olympiade 1972 in München als enormes Zugpferd aller Bestellungen bei den Profis und den Consumer-Lieferanten wirkte und man mit der Produkuktion kaum nachkam.

Bei den Profis war die Anzahl der Kunden bislang auf die staatlichen Fernsehsender begrenzt, hier in Deutschland sehr überschaubar, in Frankreich mit dem zentralsitischen ORTF noch viel einsamer.

Umso erstaunlicher ist der Aufwand der Darmstädter Robert Bosch Fernseh GmbH mit diesem deutschsprachigen Report, der eine ziemlich ausführliche Beschreibung der aktuellen Produktpalette - sogar für den Laien verständlich - enthielt.

Der Chef der Vorentwicklung Professor Dr. Michael Hausdörfer fand diesen 1970er Report ganz schlimm, weil so viel falsch dargestellt worden war. Es war halt nur ein Werbetext.

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FERNSEH REPORT 1970 - Inhalt

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  1. Grundsätzlicher Aufbau eines Fernsehstudios
  2. Fernseh-Kamera
  3. Farbfernsehkameras
  4. Filmabtaster
  5. Lichtpunktabtaster
  6. Verstärker und elektronische Ausrüstung
  7. Synchron Umrichter
  8. Farbdia-Abtaster
  9. Speicherröhrenabtaster
  10. Programmierbare Farbkorrektur
  11. Automatische Filmabtaster-Umschaltung
  12. PAL-Codierung
  13. Bildsignalspeicherung auf Magnetband
  14. Regiezentrale (Studio Regie)
  15. Technische Kontrolle
  16. Impulsversorgung
  17. Übertragungswagen
  18. Normwandlung
  19. Transcodierung

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Aus drucktechnischen Gründen wurden die Zeichnungen aus der englischen Fassung übernommen.
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Einleitung

Das Fernsehen ist zu einem der Presse und dem Rundfunk gleichwertigen Informationsmittel für Millionen Menschen geworden. In der Bundesrepublik sorgen neun in der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) zusammengeschlossene Fernsehanstalten und das Zweite Deutsche Fernsehen Abend für Abend für ein bildendes, unterhaltendes oder informatives Programm; der Faktor Fernsehen ist ein wesentlicher Teil unserer Wirtschaft.

Am Ausbau des Fernsehens zu einem der wichtigsten Massenmedien hat die FERNSEH GMBH in Darmstadt einen entscheidenden Anteil. Sie steht seit 1929 im Mittelpunkt der fernsehtechnischen Entwicklung in Deutschland. Das Spezialunternehmen für Videotechnik, das heute rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt, gehört zur Firmengruppe der Robert Bosch GmbH.

Das Firmenzeichen unseres Hauses, ein „geflügeltes Auge", findet man in allen deutschen und in zahlreichen Fernsehstudios des Auslandes. Man findet es auf allen fernsehtechnischen Bildquellen, z. B. auf Fernsehkameras, Film- und Diaabtastern, und auf Anlagen zur magnetischen Speicherung von Fernsehproduktionen. Man sieht es auf den Regieeinrichtungen, mit deren Hilfe der Regisseur und sein Team die Bilder der verschiedenen Bildquellen mischt, und auf den
Kontrollempfängern.

Auf Prüf- und Meßeinrichtungen zur Überwachung und Kontrolle der videotechnischen Einrichtungen ist es ebenso vorhanden wie auf Impuls- und Energieversorgungsgeräten.

Eine einheitliche Gerätetechnik

Die von der FERNSEH GMBH in ständiger enger Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten entwickelte einheitliche Gerätetechnik war eine der Vorbedingungen der Eurovision. Auch am gelungenen Start des Farbfernsehens nach dem PAL-System hat die FERNSEH GMBH maßgeblich mitgearbeitet.

Lange bevor in unserem europäischen und außereuropäischen Kundenkreis die Frage diskutiert wurde, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfange Farbfernsehen in ihren Ländern aktuell werden könnte, haben sich die Entwicklungslabors der FERNSEH GMBH in Darmstadt mit grundlegenden Arbeiten auf diesem Gebiet beschäftigt.

Im Jahre 1961 entstanden dann die ersten Versuchsgeräte: Farbdia- und Filmabtaster, Farbimpulsversorgung, Farbcoder und Farbmonitor. Mit der Einführung unserer Kassettenbauweise lief dann schließlich 1964/65 die Fertigung des Farbgeräteprogrammes an. Schon damals bestand das Ziel, unserem Kundenkreis auch auf dem Farbfernsehgebiet ein geschlossenes Geräteprogramm vom Bildgeber (das waren neben den Filmabtastern auch die Kameras) über Misch-, Kontroll- und Verteiler-Einrichtungen bis zur Magnetaufzeichnung anzubieten.

1966 - Der erste Farb-Übertragungs-Wagen

Das gab der FERNSEH GMBH die Möglichkeit, im Mai 1966 — also mehr als ein Jahr vor dem offiziellen Farbfernsehstart in Westdeutschland - ein komplett ausgerüstetes Farbfernseh-Studio anläßlich eines Symposiums in Darmstadt vorzustellen.

Zum Zeitpunkt der Funkausstellung 1967 existierten dann schon 2 Farbfernseh-Übertragungswagen und verschiedene Sendezentren mit Filmanlagen bei einigen Anstalten der ARD und des ZDF. Seither wurden mehrere Farb-fernseh-Studios und Abspielkomplexe und weitere Farbfernseh-Übertragungswagen mit Geräten der FERNSEH GMBH in Betrieb genommen.
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  • Anmerkung : In dem Prospekt wird natürlich mit keinem Wort erwähnt, daß die geplanten und neu entwickelten Farbkameras der FERNEH GmbH zum Start des Farbfernsehens im August 1967 noch gar nicht richtig funktioniert hatten und daß es mit den 3 oder 4 Orthicons als Aufnahmeröhren einfach nicht funktionieren wollte. Es war für die Darmstädter schlicht peinich, das deutsche Farbfernsehen mit Philips LDK3 Kameras beginnen zu müssen.

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Um 1970 immer noch Schwarzweiß- als auch Farbfernsehtechnik

Unser Fertigungsprogramm umfaßt heute sowohl die Schwarzweiß- als auch die Farbfernseh-technik. Die Konstruktion der Einheiten ist nach einem servicegerechten, leicht auswechselbaren Kassettensystem (plug-in model system) ausgelegt und schaltungstechnisch ausschließlich mit Halbleitern "zum Teil" nach modernster integrierter Technik bestückt.
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  • Anmerkung : Auch hier wird nicht erwähnt, daß die ARD Anstalten (teilweise) auf alter überholter diskreter Halbleitertechnik bestanden hatten - die Ersatzteile waren ja noch vorhanden - und die FESE die jeweils allermodernsten ICs gar nicht einsetzen "durfte". Die bereits lange veraltete Elektronik der frnazösischen Concorde läßt grüßen. Dort waren auch viel zu schwere Einschübe mit uralten Germanium Transistoren im Einsatz, die lange lange überholt waren.

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Planung und Konzepte für Fernsehstudios

Darüber hinaus konzipieren und gestalten wir für jeden Anwendungsfall das zweckmäßigste Fernsehstudio, stationär oder mobil in Form von Übertragungswagen. Unsere Planungsabteilung setzt die uns angetragenen Kundenwünsche in wirtschaftlich optimale Studioausführungen um. Die gut durchdachte Baustein- und Kassettentechnik gewährleistet dabei große Flexibilität. Alle unsere Geräte lassen sich in jedes gewählte Studiosystem einpassen. Konstruktiv, schaltungsmäßig und fertigungstechnisch entsprechen sie den letzten entwicklungstechnischen Erkenntnissen neuzeitlicher Nachrichtentechnik.

Über diese Broschüre - es geht los

Unsere kleine Broschüre soll Ihnen einen besseren Überblick über das Fertigungsprogramm geben, als dies mit einer bloßen Aufzählung möglich ist. Um zu zeigen, welche Kontroll- und Schaltaufgaben in einem modernen Fernsehstudio gestellt und wie sie mit den Geräten unseres Kassetten-Programmes gelöst werden, soll nachstehend der Verwendungszweck und die Wirkungsweise der wichtigsten videotechnischen Geräte und Anlagen eines Fernsehstudios kurz erläutert werden.

Grundsätzlicher Aufbau eines Fernsehstudios

Einem allen Forderungen gerecht werdenden Fernsehstudio fällt nicht nur die Aufgabe der Signalerzeugung und Signalwandlung zu, es muß auch mit allen technischen Einrichtungen für die verschiedenartigsten regietechnischen und künstlerischen Möglichkeiten einer Programmabwicklung ausgerüstet sein.

Für die Projektierung und den Aufbau eines funktionsfähigen Studios als unabhängigen Produktionskomplex sind allgemein sechs Geräte- und Arbeitsgruppen zu unterscheiden:
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  • 1)    Das Aufnahmestudio mit den Fernseh-Aufnahmekameras,
  • 2)    die Bildgeberräume mit dem Kameraverstärker, den Film- und Diagebern und den Videobandanlagen sowie den entsprechenden Kontrollplätzen,
  • 3)    der Geräteraum mit den videotechnischen Einrichtungen für die Fernsehsignal-Aufbe-
  • reitung, -Mischung und -Verteilung,
  • 4)    die Bildregie-Zentrale für die künstlerische Verknüpfung der Bildsignalquellen,
  • 5)    die technische Kontrolle für die Einhaltung der optimalen Betriebsbedingungen aller Anlagen,
  • 6)    die Impulszentrale mit Impuls- und Testsignal-Erzeugung und -Verteilung.

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Die Mindestausrüstung

Für eine vereinfachte Ausbaustufe eines Fernsehstudios sind als Mindestausrüstung folgende Signalquellen erforderlich:
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  • Eine Kamera, die Szenenfolgen optisch aufnimmt und in elektrische Signalfolgen umwandelt,
  • mehrere Film- und Diageber, die als Film- oder Diabild vorhandene optische Bilder elektronisch abtasten und damit in elektrische Bildsignale umformen,
  • eine Videobandanlage, die auf einem Magnetband elektrische Bildsignale speichert und sie zu jeder beliebigen Zeit wieder abgeben kann.

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Jeder Farbkamera und jedem Farbabtaster ist ein Farbcoder zugeordnet, der die Farbwertsignale Rot, Grün, Blau in das normgerechte Farbsignalgemisch (PAL) umwandelt.
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  • Anmerkung : Hier wird bereits von den Werbtextern demonstriert, daß sie die PAL Technik nicht so ganz verstanden hatten. Nur die Übertragungstechnik vom Sender zum Fernseher verwendete diese spezielle Phasenumkehrtechnik zur Stabilisierung des Farbsignals auf dem Hochfrequenz-Übertragungsweg von der Sendeantenn bis zum Empfänger. Im Studio war das alternierende Auslesen eines bestimmten Phasensignals (PAL) völlig irrelevant. Da ging es mehr um Fequenzen, Zeilen und Impulse.

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Prüfen der Signalqualität

Neben den eigentlichen Bildquellen sind eine Reihe von Prüfsignalgebern erforderlich; in unserem Beispiel:
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  • ein elektronischer Testbildgeber zur meßtechnischen Überwachung der optimalen Eigenschaften aller Videoeinrichtungen des Studios,
  • ein Gitter- und Punktgeber für die Prüfung der Deckungseinstellung aller im Studio verwendeten Farbmonitoren,
  • ein Farbtestbildgeber für die Einpegelung und Betriebskontrolle der einzelnen Farbcoder und Farbmonitoren.

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Hauptschaltraum, Regie und Studio

Die Video-Ausgangssignale aller vorhandenen Signalquellen werden den Eingängen einer zentralen Video-Kreuzschiene zugeführt, die eine Vorwahl und eine Kontrolle der Videosignale für den Bildregieraum und für die Endkontrolle erlaubt.

Der Überblender dient zum Mischen, Ein- und Ausblenden der Video-Signale. Hier geschieht also die künstlerische Verknüpfung der Bildsignalquellen.

Für besonders effektvolle Mischbilder und Einblendungen werden sogenannte Trickmischer eingesetzt.

Die Einmischung von Schriftinformationen und Prüfsignalen in das Studioausgangssignal erfolgt in speziellen Signalmischern.

Am Studioausgang wird in einem Stabilisierverstärker eine Pegel- und Impulsregeneration des Ausgangs-Videosignals vorgenommen.

Das komplette Ausgangs-Videosignal kann nun auf der Videobandanlage gespeichert oder direkt einem Sender zugeführt werden.

Eine Fernseh-Anstalt besitzt zumeist mehrere solcher Studios verschiedener Größe. Alle diese Produktionskomplexe werden dann über eine sogenannte Senderegie-Zentrale miteinander verbunden.

Hier werden die Beiträge der einzelnen Studios, der Übertragungswagen und die Programme fremder Fernseh-Anstalten übernommen, Zwischenansagen und Pausenzeichen eingeschaltet und als ein geschlossenes Programm zum Sender weitergeleitet. Die Senderegie ist also entscheidend für die endgültige Auswahl der Bilder, die der Zuschauer auf seinem Fernseh-Empfänger sehen wird.

Die Fernseh-Kamera

Die Fernseh-Kamera ist der wichtigste Bildgeber in einem Studio. Sie nimmt das optische Bild auf und wandelt es in elektrische Signalfolgen um. In einem Aufnahmestudio arbeiten oft etwa vier Kameras nebeneinander und nehmen eine Live-Szene gleichzeitig aus verschiedenen Blickrichtungen auf.

Zur eigentlichen Kamera gehören ein Kameraverstärker und ein Bediengerät, die zusammen einen Kamerazug bilden.

Die Kamera ist so leicht und kompakt wie möglich aufgebaut. Sie enthält meistens nur die Aufnahmeröhre mit der notwendigen elektronischen Einrichtung zur Fokussierung und Ablenkung des Abtaststrahls und zur Vorverstärkung des Bildsignals sowie ein Objektiv und einen elektronischen Sucher.
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Die Aufnahmeröhren

Als Aufnahmeröhren kommen drei Röhrentypen zur Anwendung. Jeder Röhrentyp hat seine speziellen Eigenschaften, die seine Anwendung begrenzen.

Das Vidikon

Das Vidikon wird bei der Filmabtastung und für einfache technische Kameras eingesetzt; es ist einfach und klein, hat aber störende Nachzieheigenschaften und geringere Schärfe im Bild.

Das Image-Orthikon

Sehr gute Bildqualität und optimale Schärfe liefert das Image-Orthikon. Es wird in allen hochwertigen SW-Kameras verwendet; seine Größe und technische Kompliziertheit lassen es für Farbkameras nicht geeignet erscheinen.

Das Plumbikon

In der Farbfernsehtechnik hat sich allgemein das Plumbikon® als Aufnahmeröhre durchgesetzt. Die Arbeitsweise ähnelt der des Vidikons; nur ist durch Verwendung von Bleioxyd für die photoleitende Schicht die Trägheit geringer und die Empfindlichkeit höher. Die Vorzüge dieser Aufnahmeröhre liegen in ihren kleinen Abmessungen und in den einfachen Betriebsbedingungen sowie ihrer langen Lebensdauer.
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  • Anmerkung : Auch hier wird wieder gnadenlos eingedeutscht. Orthicon®, Plumbicon® und Vidicon® sind geschütze Warenzeichen von Philips und RCA. Das eingedeutschte "k" hat in den Namen nichts verloren und ist schlicht falsch. Das mit dem Eindeutschen von amerikanischen Warenzeichen und Produktnamen scheint ein unseliges "Erbe" der alten Fese Chefs aus der Zeit von vor 1938 zu sein.

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Die Objektive

Bei den Objektiven der Femseh-Kameras unterscheidet man zwischen solchen mit fester Brennweite und Variobjektiven. Für Farbkameras werden heute ausschließlich Variobjektive (zoom lenses) eingesetzt, die eine kontinuierliche Änderung der Brennweite manuell oder automatisch (Servo) in weitem Bereich zulassen.

Das Kamerakabel

Ein spezielles Kamerakabel verbindet die Kamera mit der Kamerakontrolleinheit. Das Kabel muß stabil, flexibel und möglichst leicht sein. Schnell lösbare Verbindungskupplungen lassen jederzeit eine Verlängerung oder Verkürzung des Kabels zu.

Der Kameramann führt im allgemeinen nur die Kamera, stellt die optische Fokussierung ein und korrigiert Helligkeit und Kontrast seines Sucherbildes.

Die Kamera-Kontrolle und der Bildingenieur

Die elektronischen Einstellungen für optimale Bildqualität erfolgen jedoch fernbedient von der Kamera-Kontrolle aus.

Hier sind Bediengeräte, Verstärker und Entzerrer, Impulseinmischung und Stromversorgung in einem Schrank oder Gestell zusammengefaßt.

Alle elektronischen Einstellungen können mit Oscilloskop und Bildmonitor überwacht werden. Sprechverständigung und Signalisierung zwischen Kamera, Bedienplatz und Regie erleichtern die Arbeit erheblich. Zweckmäßig unterteilt man Kamerabedienung in den Line-up-Platz zur Grundeinstellung mehrerer Kameras und in den Betriebskontrollplatz (Cameracontrol) für die Aussteuerung der Kameras während der Produktion.

Am Line-up-Platz werden mit Hilfe eines Schwarzweiß-Qualitätsmonitors, eines Farbwert-Oszilloskops mit 4fach-Anzeige und den Kamera-Hauptbediengeräten alle angeschlossenen Kameras nacheinander optimal eingestellt.

Nach abgeschlossener Grundeinstellung wird die Bediengewalt den Kameranebenbediengeräten am Betriebskontrollplatz übergeben. Hier ist für jedes Kamerasignal ein eigener Monitor vorgesehen. Ein weiterer Bildmonitor zeigt das Studio-Ausgangssignal.
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Die Farbfernsehkameras

Bei den Studio-Farbkameras unterscheidet man zwischen Dreiröhrenkameras und Vierröhrenkameras (Anmerkung : alter Stand von 1970):

Bei einer Dreiröhrenkamera (R, G, B-System) werden die Signale Rot, Grün, Blau gewonnen. Das schwierigste Problem ist das der Farbdeckung. Unterschiede der drei Abtastraster verursachen nicht nur auftretende Farbsäume, sondern auch eine Unscharfe des Bildes.

Die Schärfe eines Farbfernsehbildes wird nämlich fast ausschließlich durch das Helligkeitssignal bestimmt. Wird aber das Helligkeitssignal aus Rot, Grün, Blau erzeugt, so geht ein Deckungsfehler direkt auf die Schärfe ein. Bei einer Vierröhrenkamera (Y, R, G, B-System) wird die vierte Aufnahmeröhre zur Erzeugung eines Helligkeitssignals (Y) verwendet. Das Y-Signal wird also nicht mehr wie bei der Dreiröhrenkamera durch anteilmäßiges Mischen (Matrizierung) von Rot, Grün, Blau gewonnen, sondern steht direkt zur Verfügung.

  • Anmerkug : Hier wird natürlich auch nicht erwähnt, daß die 4-Röhrentechnik (mit 4 Orthicons) nie richtig funktioniert hatte. Der Mikrofonie-Effekt bei geringsten mechnischen Erschütterungen hatte das gesamte Farbbild sekundenlang zittern lassen. Selbst die Amerikaner sind davon ganz schnell abgegangen. Philips hatt das nie angefangen.


Die Vorteile beider Systeme (wenige Röhren, gute Schärfe) werden in der (Anmerkung : zwangsläufig jetzt mit den 3 Plumbicons) neuentwickelten Farbkamera KCU voll ausgenützt, die mit nur drei Aufnahmeröhren nach dem Separat-Luminanz-Prinzip arbeitet.
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  • Anmerkung : Die FESE KCU war die erste Farbkamera der FESE, die international eine Spitzenstellung inne hatte, trotz all ihrer Schwächen.

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Farbdifferenzsignnale durch Matrizierung

Bei dem angewendeten W-R-B-System wird das Luminanzsignal nicht als Y-Signal, sondern als sogenanntes Weißsignal in der Röhre erzeugt. Unter einem Weißsignal wird dabei ein Signal verstanden, das spektral wesentlich breiter als das Grünsignal einer RGB-Kamera, jedoch schmaler als das Luminanzsignal einer YRGB-Kamera ist.

Naturgemäß hat dies zur Folge, daß nicht nur das Grünsignal durch Matrizierung erzeugt werden muß, sondern ebenso das Y-Signal. Aber die Matrizierungsanteile sind so klein, daß die oben erwähnten Fehler praktisch gänzlich beseitigt sind und alle guten Eigenschaften des Vierröhren-Prinzips, auch die der Rasterdeckung, erhalten bleiben. Dazu ergibt die breite Weißkurve ausgezeichnete Licht-Empfindlichkeit.

Die Filmabtaster

Ein Filmabtaster wandelt ein als Positiv- oder Negativfilm vorhandenes Bild in elektrische Bildsignale um. Er besteht aus dem Filmprojektorwerk und einer elektronischen Einrichtung, die den Film in der Fernsehnorm abtastet, verstärkt und in genormte Ausgangssignale umformt. Für 16mm- oder 35mm- Film ist jeweils eine getrennte, komplette Filmabtastanlage erforderlich.

Die Filmabtastung ist möglich durch Lichtpunktabtastung und lichtelektrische Photozelle (Flying spot-Prinzip) oder durch Projektion des Filmbildes in eine Kamera, die es in elektrische Signale umformt (Speicherröhren-Prinzip).

Der Lichtpunktabtaster

Das Lichtpunkt-Abtastverfahren zeichnet sich durch gute Auflösung und hohen Störabstand aus. Als Lichtquelle für das Abtastsystem dient eine für diesen SpezialZweck entwickelte Kathodenstrahlröhre mit einem Leuchtschirm besonders kurzer Nachleuchtdauer.

Das Lichtpunktraster der Abtaströhre wird scharf auf das Filmbild projiziert. Entsprechend der Schwärzungen im Filmbild schwankt das durchfallende Licht in seiner Stärke. Das so modulierte Licht fällt auf eine Photozelle und wird in elektrische Signale umgewandelt; das Bildsignal ist ein genaues Abbild der Schwärzungsverteilung im Bild.

Bei Farbfilmabtastern gelangt das Licht über dichroitische Spiegel und Farbkorrekturfilter auf drei Photozellen, die es in elektrische Farbwertsignale (Rot, Grün, Blau) umwandeln. Da nur ein Lichtpunktraster für die Farbteilung verwendet wird, entfällt die sonst kritische Farbdeckungseinstellung.

Das Ergebnis ist eine fehlerfreie Bildwiedergabe bei ausgezeichneter Auflösung. Bei der Abtastung eines 35mm-Films wird der Film mit einer gleichförmigen Geschwindigkeit bewegt und über eine Doppeloptik jedes Filmbild zweimal abgetastet.

Durch eine präzise mechanische Ausführung und durch einen nachstellbaren optischen und mechanischen Filmschrumpfausgleich wird ein sehr guter Bildstand erreicht.

Ein besonderes Antriebssystem sorgt dafür, daß beim Einschalten das Filmbild stets phasenrichtig zum abtastenden Lichtpunkt liegt.

Das pneumatische 16mm Film Schnellschaltwerk

Der wesentlich größere Lichtbedarf zur Erzielung eines guten Störabstandes von 16mm-Farbfilmen bedingt eine vollständig neue optischmechanische Konzeption.

Mit dem pneumatischen Schnellschaltwerk hat die FERNSEH GMBH eine Anlage auf den Markt gebracht, die eine hervorragende Wiedergabe farbiger 16mm-Filme gewährleistet.

Bei dieser Anlage wird der Film während der Austastlücke ruckweise um ein Bild bewegt. Während der Abtastung steht das Bild also still. In diesem Fall entspricht der optische Aufbau dem eines Dia-Abtasters mit nur einem Strahlengang.

Bei einer solchen Anordnung ist das Bild völlig flimmerfrei, und der optische und mechanische Schrumpfausgleich kann entfallen.

Zudem bringt die wesentlich höhere Lichtstärke der verwendeten Einzeloptik eine beträchtliche Vergrößerung des Störabstandes mit sich. Ein besonderer Vorteil ist die Schnellstart- und Schnellstopp-Möglichkeit des Projektorwerkes.

Bei Schnellstart beträgt z.B. die Anlaufzeit bis zum synchronen Stand des Bildes weniger als 0,1 sec. Man kann dann im Studiobetrieb einen Filmabtaster wie eine Kamera in die Sendung einblenden, ohne Vorlaufzeiten in Kauf nehmen zu müssen; ein besonders wichtiger Punkt für vorprogrammierten Ablauf des Fernsehprogrammes.
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  • Anmerkung : Geflissentlich unterschlagen wird bei allen Vorteilen dieser technik die enorme Lautstäke dieses Schnellschaltwerkes mit Luftdruck. Das Knallen des Films mußte sehr aufwendig gedämpft werden, damit in dem FIlmgeberraum überhaupt noch ein Arbeiten möglich war.

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Mit einer neuartigen Slow-Motion-Einrichtung können normal aufgenommene Filme mit vierfach gedehntem Zeitmaßstab (Zeitlupe) abgespielt werden. Diese Betriebsart wird besonders bei Sportszenen und schnellen Bewegungsabläufen angewendet. Der Wechsel zwischen Normalgang und Zeitlupe ist während der Filmübertragung beliebig oft und störungsfrei möglich.
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Verstärker und elektronische Ausrüstung

Alle Flyingspot-Abtastertypen haben die gleiche elektronische Ausrüstung. Alle Videoverstärker nebst Hilfs- und Kontrollgeräten sind in Kassettentechnik ausgeführt und in Norm-Schränken untergebracht.

Zur Beurteilung und Überwachung des video-frequenten Fernsehsignals sind ein SW-Bild-monitor und ein Farbwertoszilloskop in Sichthöhe eingebaut.

Ein hochklappbares Pult am Verstärkerschrank trägt die Bediengeräte. Von hieraus kann die gesamte Anlage bequem elektrisch gesteuert und überwacht werden.

Synchronumrichter

Bei quarzsynchronem oder fremdsynchronem Betrieb muß der Antriebsmotor von Lichtpunktabtastern an einen Synchronumrichter angeschlossen werden. Das Gerät wandelt 50Hz- bzw. 60Hz-Wechselstrom in Drehstrom um, dessen Phasenlage und Frequenz mit einem zugeführten Synchronsignal (und damit mit der Abtastgeschwindigkeit) fest verkoppelt werden kann.

Beim ZDF noch "Unter den Eichen" stand im Synchron-Studio ein Siemens 16mm Studio-Filmprojektor mit zwei Telefunken M15 Bandgeräten und einer solchen Rotosyn-Anlage von Siemens.
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Farbdia-Abtaster

Die hervorragende Bildqualität und der große Störabstand einer Farbdia- Übertragungsanlage (Lichtpunktabtaster) lassen neben der Dia-Übertragung auch die Durchgabe von Testbildern für die Einpegelung und Prüfung von Farbstudios, Sendern und Dezistrecken (das sind bis zu 50km weite Dezimeter Richtfunkstrecken) zu. Der Diawechsel geschieht über einen Mechanismus, der zwei wechselseitig arbeitende Magazine für insgesamt 40 Dias enthält.

Die Wechselzeit zwischen zwei vorgewählten Dias beträgt nur Bruchteile einer Sekunde. Die Vorwahl und Auslösung der Übertragung kann in beliebiger Reihenfolge über eine digitale Steuerung mit nur zehn Wähltasten erfolgen. Einfachere Dia-Anlagen werden oft als Senderdiageber eingesetzt. Diese Ausführungen enthalten einen vereinfachten Wechsler für 10 Dias. Die digitale Steuerung entfällt hierbei. Durch einen eingebauten PAL- bzw. NTSC-Coder gibt das Gerät ein bereits sendefähiges Farbsignal ab.

Die elektronischen Einrichtungen der Dia-Abtaster entsprechen vollständig denen der Filmabtaster.
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Speicherröhrenabtaster

Filmübertragungsanlagen nach dem Speicherröhrenprinzip sind in vielen europäischen und amerikanischen Fernsehstudios in Gebrauch.

Bei diesen Speicherabtastern, die aus den Grundeinheiten Projektor und Kamera bestehen, wird das Filmbild von einer Projektionslampe durchleuchtet und scharf von der Optik auf die Fotokathode einer Bildspeicherröhre (Vidikon, Plumbicon®) abgebildet. Hier wird das optische Bild entsprechend seiner Helligkeitsverteilung in ein Videosignal umgewandelt.

Der Vorteil dieses Verfahrens ist (neben der prinzipiellen Aufteilung in Projektor- und Kameraeinheit) die kurzzeitige Speicherung des optischen Bildes. Während der Abtastung ist es daher nicht unbedingt erforderlich, daß das optische Bild auf der Fotokathode ständig vorhanden ist. Man kann also während der Abtastung den optischen Strahlengang unterbrechen, um den Film schrittweise weiterzuschalten.

Darum können alle handelsüblichen Filmprojektoren ohne wesentliche Änderungen für die Fernsehabtastung herangezogen werden. Die hohe Lichtstärke moderner Projektionsröhren läßt die Verwendung auch sehr dichter Filmkopien für Fernsehübertragungen zu.

Mit optischen Umschaltvorrichtungen (Multi-plexern) können mehrere Film- und Dia-Projektoren und sogar Live-Ansage einer einzigen Speicherröhrenkamera zugeordnet werden. Durch diese sogenannte Inselbildung können auf einfache und kostensparende Weise voll funktionsfähige Kleinstudios erstellt werden.

Programmierbare Farbkorrektur

Bei der Verwendung von Farbfilmen als Programm-Material kann nicht ausgeschlossen werden, daß auch ungeeignete Filme übertragen werden müssen. Um eine befriedigende Farbwiedergabe zu erreichen, werden neben der manuellen Farbkorrektur auch Korrektureinrichtungen eingesetzt, die über eine Lochstreifensteuerung programmierbar sind.

  • Anmerkung : Das mit den Lochstreifen war 1970 schon nicht mehr Stand der modernen Technik. Das war beinahe noch Vorkriegstechnik von 1938.


Die Aufschaltung der voreingestellten Korrekturwerte erfolgt störungsfrei in der vertikalen Austastlücke mit Hilfe von Cue-Marken, die auf den Film an den erforderlichen Stellen aufgebracht sind.
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Automatische Filmabtaster-Umschaltung

Zur Erleichterung der Abspielung von Farbfilmen und zur schnelleren und exakteren Vorbereitung der Startstellen kürzerer Filmbeiträge, wie sie beim aktuellen Dienst üblich sind, können alle Projektoren mit einer Programmsteuerung ausgerüstet werden.

Mit Hilfe von Cue-Marken, die mit reflektierender Folie auf den Film aufgeklebt werden, können entweder der automatische Start und die Umschaltung auf den folgenden Filmteil bei der Wiedergabe von Spielfilmen oder die Ausblendung des einen Filmbeitrages und der automatische Weiterlauf bis zur Startmarke des nächsten, während des Zwischenkommentars vom Sprecher, automatisch ausgeführt werden. Zusätzlich ist auch eine Umschaltung auf Slow-Motion-Betrieb bei Schnellschalt-Filmabtastem möglich.

PAL-Codierung

Alle derzeit verwendeten Farb-Bildquellen arbeiten nach dem Prinzip der simultanen Erzeugung von drei Farbwertsignalen der Grundfarben Rot, Grün und Blau, gegebenenfalls unter Verwendung eines separaten Luminanzsignals.

Um eine grundlegende Umstellung in der Betriebstechnik zu vermeiden, wird jeder Aufnahmeanlage (Kamera, Film- und Diageber) ein PAL-Farbcoder zugeordnet, der die Farbwertsignale (Rot, Grün, Blau) und das Luminanzsignal (Leuchtdichtesignal) in das komplette PAL-Farbfernsehsignal umwandelt.

Das vom PAL-Coder abgegebene Farbsignalgemisch enthält alle Kenngrößen eines herkömmlichen Schwarzweißsignals (Leuchtdichtesignals) und zusätzlich den modulierten Farbträger (Chrominanzsignal) sowie ein Farbsynchronsignal (Burst).

Das PAL-Signal ist ein kompatibles Signal, d. h. es benötigt die gleiche Bandbreite wie ein Schwarzweißsignal und kann auch von einem Schwarzweißempfänger wiedergegeben werden.

Bildsignalspeicherung auf Magnetband

Die magnetische Bildaufzeichnung hat in den letzten Jahren in der Studiotechnik stark an Bedeutung gewonnen. Sehr viele, von Fernsehstudios ausgesendete Programme bestehen aus vorproduzierten Sendungen, die mit der Videobandanlage (MAZ) aufgezeichnet wurden.

Im Vergleich zu jedem anderen Speicherungsverfahren eines optischen Vorganges ist es ein großer Vorteil, wenn man sofort nach der Aufzeichnung ohne Entwicklungszeit die aufgenommenen Bilder wiedergeben kann. Die Löschmöglichkeit mißlungener oder nicht mehr benötigter Aufnahmen und damit die Wiederverwendbarkeit des Bildträgers und eine sehr gute Bildqualität sind beachtenswerte Attribute dieser Technik.

Die Schnittbearbeitung einer magnetisch gespeicherten Produktion wird durch die elektronische Schnitteinrichtung wesentlich erleichtert. Ohne mechanische Zerstörung des Magnetbandes können Aufzeichnungen von Szenen verschiedener Bänder auf einem Band zusammengefaßt (Assemble-Betrieb) und sehr präzise Einfügungen (Insert-Betrieb) von Schwarzweiß-und Farbszenen in beliebiger Folge vorgenommen werden.

Im Studio wird die MAZ für folgende Zwecke eingesetzt:
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  • —  Für den Mitschnitt längerer Veranstaltungen, wie politische Debatten, sportliche Ereignisse, öffentliche Feierlichkeiten mit dem Ziel einer gekürzten Fassung.
  • —  Als neues Verfahren für die Speicherung einer geschlossenen Livesendung für eine spätere Wiederholung.
  • —  Zur Vorbereitung von Fernsehspielen, Filmen, Vorträgen.
  • — Zur Selbstkontrolle der Darsteller, des Regisseurs und des gesamten Produktionsteams.


Bei der magnetischen Bildaufzeichnungstechnik wird das aus der Tontechnik bekannte magnetische Speicherverfahren für die Speicherung von Fernsehsignalen angewendet. Genauso wie es möglich ist, Tonsignale oder sonstige Signale auf Band aufzuzeichnen, können auch Fernsehbilder magnetisch gespeichert und zu beliebiger Zeit wiedergegeben werden.
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Etwas mehr über die Quadruplax-Technik

Die hohen, zur Übertragung eines Bildes erforderlichen Frequenzen bedingen jedoch eine große Relativgeschwindigkeit zwischen Kopf und Band. Diese wird durch eine rotierende Scheibe erreicht, auf der vier Magnetköpfe angebracht sind (Kopfrad), die auf ein vorbeigleitendes 5cm (2") breites Magnetband schräg nebeneinanderliegende Magnetspuren aufzeichnet {Querspurzeichnung).

Ein Kopf schreibt etwa 16 Fernsehzeilen. Danach verläßt er das Band, und es beginnt im gleichen Augenblick der nächste Kopf mit der Aufzeichnung der folgenden 16 Zeilen in der benachbarten Spur, so daß eine fortlaufende Speicherung des Fernsehsignals entsteht.

Die Geschwindigkeit des Bandantriebs ist mit der Kopfradbewegung starr verkoppelt und wird durch mehrere Steuer- und Regelsysteme kontrolliert. Durch gleichzeitige Aufzeichnung einer Steuerspur am unteren Rand des Bandes findet jeder Magnetkopf bei der Wiedergabe wieder seine Spur.

Die durch die Mechanik gegebene zeitliche Ungenauigkeit des Bandantriebes wirkt störend und wird daher durch zusätzliche elektronische Steuerung der Laufzeit im Verstärker im Sinne einer Verminderung der zeitlichen Schwankung des Ausgangssignals ausgeglichen.

Regiezentrale (Studio Regie)

Entsprechend der Reihenfolge des Programmablaufs müssen die Ausgangssignale aller in einem Fernsehstudio vorhandenen Bildsignalquellen gegenseitig verknüpft werden. Das geschieht in einer abgeschlossenen Regiezentrale.

Hier werden die Signale vorgewählt, gemischt, überblendet und an den Studioausgang durchgeschaltet. Die Bediengeräte in dieser Zentrale gestatten die Fernbedienung der Video-Kreuzschiene, des Überblenders und des Schrifteinblenders, so daß die programmgemäße künstlerische Gestaltung einer Fernsehsendung, ungestört von den technischen Arbeiten, von einem Platz aus geführt werden kann.

Im Bildregie-Raum sind für jeden auf Sendung gehenden Bildgeber ein Farbmonitor oder ein Schwarzweiß-Monitor aufgestellt. Für die Beurteilung der Farbbildwiedergabe ist ein Vorschau-Farbmonitor erforderlich, der über einen Ausgang der Video-Kreuzschiene auf alle Eingangssignale geschaltet werden kann. Das Ausgangsbild des Studios wird ständig über einen zweiten Farbmonitor überwacht.

Die Studio-Kommunikation

Zur Verständigung zwischen den einzelnen Geräten, die in verschiedenen und voneinander getrennten Räumen untergebracht sind, dient eine wechselseitige Sprechverständigung mittels Kopfsprechhörer und Lautsprecher. Daneben sichert eine Rot-Grün-Signalisation den reibungslosen Ablauf einer Sendung. „Grün" bedeutet: der Bildgeber ist nicht auf Sendung, und es können bildmäßige und elektrische Einstellarbeiten vorgenommen werden.

„Rot" bedeutet: der Bildgeber liegt auf Sendung, und es dürfen außer den regiemäßig vorgesehenen Einstellungen keine Veränderungen vorgenommen werden. Die roten und grünen Lämpchen sind an den Bildgebern, den Verstärkern, den Bildauswahleinrichtungen und auf den Fernbedienungen im Regieraum angebracht.

Video-Kreuzschienen und Bildmischer

Für die Vorauswahl der an einer Sendung beteiligten Signalquellen werden Video-Kreuzschienen verwendet. Die immer umfangreicher werdenden Schaltaufgaben in den Schaltzentralen erfordern Kreuzschienen mit möglichst vielen Anschlußstellen, die bis zu zwanzig Ausgangskanälen nacheinander und auch gleichzeitig störungsfrei zugeordnet werden können.

Das Überblenden von einer Bildquelle zur anderen inherhalb einer Sendung geschieht mit einem Bildmischer. Er ermöglicht den Übergang zwischen zwei Bildern auf verschiedene Arten :

  1. Sprunghafter Wechsel (I-Schnitt),
  2. Ausblenden-Aufblenden (V-Schnitt),
  3. Überblenden (X-Schnitt) und
  4. Ineinanderblenden (inlay).


Durch Anwendung des „Knob-a-channel"-Betriebs ergibt sich eine sehr einfache Regietechnik. Hierbei ist jeder Bildquelle eine Schnitt-Taste und ein Handregler zugeordnet, die in Verbindung mit den zugeordneten Vorschaumonitoren eine sehr übersichtliche Regie-Einrichtung ergeben. Der Wechsel zwischen Schnitt- und Handregler-Überblendung ist ohne besondere Vorwahl möglich.

Um eine fehlerfreie Überblendung zwischen mehr als zwei Quellen zu erreichen und um die wirkungsvolle Anwendung der „Knob-a-channel"-Technik auch im Farbfernsehbetrieb durchführen zu können, wurde von der FERNSEH GMBH eine spezielle Schaltungstechnik entwickelt, die eine Addition mehrerer Bildsignale zuläßt, ohne störende Farbverfälschungen auftreten zu lassen.

Diese Möglichkeit wird insbesondere durch einen konstanten Ausgangspegel bei unterschiedlicher Eingangsamplitude erreicht.
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Die Synchroninformation

Eine Automatik sorgt außerdem beim Überblenden und beim Ausblenden der Bildsignale für eine konstante Farb-Synchroninformation.

Der gleichzeitige Anschluß von synchronen und nichtsynchronen sowie farbigen und schwarzweißen Bildsignalen an die gleiche Mischeinrichtung macht eine Reihe von Zusatzgeräten notwendig, die bei Ungleichheit von Bildsignalen eine Amplituden- oder Tricküberblendung unterbinden.

Auf einfache Weise besteht die Möglichkeit, Schwarzweiß-Signale mit Farbsignalen zu überblenden. Mit Burst-Einmischern wird den Schwarzweiß-Signalen ein Burst zuaddiert, wodurch sie für Amplituden- und Effekt-Überblendungen den synchronen Farbsignalen gleichzusetzen sind.

Für die speziellen Überblendeffekte wird ein „Trickmischer" verwendet. Er ermöglicht es, Ausschnitte von zwei verschiedenen Bildern gleichzeitig auf dem Bildschirm erscheinen zu lasseh. Für die Trennungslinie zwischen den beiden Bildern können dabei mehrere Lagen und Formen gewählt werden. Senkrechte, waagerechte, dreieckige, rechteckige und (mit Schablonen) beliebig geformte Trennungslinien können über dem Bildfeld verschoben werden.

Technische Kontrolle

In der technischen Überwachung (Endkontrolle) wird das Ausgangssignal vor Verlassen des Studiobereichs analysiert und geprüft. Mit der Einführung der Farbtechnik ist der Aufgabenbereich der Endkontrolle noch um einige sehr wichtige Funktionen erweitert worden.

Neben der technischen Überwachung des Programmablaufs, dem Trickabgleich und der Fehlereingrenzung im Haveriefall kommen nun noch Phasenanpassung der kodierten Signale, Farbanpassung (Color-Matching) der Farbkameras und der Filmanlagen und Filmeinspielungen, Farbkorrektur des Ausgangssignals und die technische Beratungdes Produktionsteams hinzu.

Aus dem letztgenannten Grund ist der Platz des Produktionsingenieurs beim Farbfernsehbetrieb von dem Kontrollraum in den Bildregieraum verlegt worden, in welchem er in Studios nach englischem und amerikanischem Vorbild auch schon beim Schwarzweiß-Betrieb angeordnet war.

Oszilloscope und Vectror-Scope

Die technische Ausrüstung besteht aus einem Farbmonitor und einem Schwarzweiß-Monitor hoher Stabilität, einem Spezialoszilloskop für Pegel- und Vektor-Anzeige und einer Vielzahl von Fernbediengeräten zur Ausübung der vorher genannten Kontrollfunktionen.

Eine besondere Technikergruppe, der Meßdienst, ist für den optimalen Betriebszustand aller Geräte und Anlagen im Studio verantwortlich. Für alle Meß- und Überwachungsaufgaben stehen ihm verschiedene Oszillographen, Präzisionsmonitoren und Testbildgeber zur Verfügung.

Diese Geräte sind von höchster Güte und Qualität und geben alle Möglichkeiten zur exakten Einstellung der elektronischen Einrichtungen eines Studios.

Unter den verschiedenartigen Oszilloskoptypen muß das Spezial-Video-Oszilloskop hervorgehoben werden, das für die besonderen Anforderungen der Fernsehtechnik entwickelt wurde. Es dient zur genauen und bequemen Untersuchung von Fernsehsignalen, und zwar zur Messung der Signalamplituden, der Impulsbreiten, der Steig- und Fallzeiten, des Überschwingens und der Phasenlage. Das Gerät eignet sich daher insbesondere als Betriebsmeßgerät zur Kontrolle von Studioanlagen und Übertragungsstrecken.
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Der Video-Prüfsignalgeber - der Testbildgenerator

Vielfältige Möglichkeiten bietet der Video-Prüfsignalgeber. In Verbindung mit einem Oszilloskop sind nahezu alle Übertragungseigenschaften von Fernseh-Studioanlagen und -Übertragungsstrecken schnell zu erfassen und bequem auszuwerten. Dabei wird eine hohe Meßgenauigkeit durch Form der Prüfsignale und Wahl der Meßmethoden erreicht.

Besonders erwähnenswert ist hierbei der sin2-lmpulsgeber (2 T/20 T Puls and bar generator), der durch sein neuartiges kombiniertes Testsignal eine genaue Beurteilung des Impulssprungverhaltens sowie der Dämpfung und der Verzögerungszeit in der Nähe des Farbträgers zuläßt.

Ein äußerst vielfältiges und wichtiges Gerät für ein Farbstudio bildet das Pegelvektor-Oszilloskop. Mit diesem Gerätesatz lassen sich folgende Einstellvorgänge, die ganz speziell die Synchronisierungsaufgaben im Studio betreffen, vornehmen und während des Betriebs meßtechnisch überwachen: Synchronität des Impulstaktes und des Farbträgers; Laufzeitanpassung des eigenen Studios an das Fremdsignal; Phasenanpassung des eigenen Studios im Vergleich zur Phase des Fremdsignals.

Beim Fernsehraster soll die Ablenkung des Elektronenstrahles sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung zeitlinear erfolgen. Ist dies nicht der Fall, so treten geometrische Verzerrungen des Fernsehbildes auf, d. h. gewisse Teile des Bildes werden zusammengedrängt oder auseinandergezogen. Zur Prüfung der Rasterlinearität wird der Gittergeber eingesetzt. Er erzeugt auf rein elektronischem Wege ein Fernsehsignal mit 14 horizontalen und 19 vertikalen Linien.

Die optimale Einstellung und eine schnelle visuelle Prüfung von PAL-Farbfernsehempfängern und Schwarzweiß-Fernsehempfängern ermöglicht der Farbtestbildgeber. Er erzeugt elektronisch ein wohl ausgewogenes Testbild, das u.a. eine nach Helligkeitswerten zusammengestellte Farbbalkenfolge in den drei Grundfarben (Rot, Grün, Blau) und den drei Komplementärfarben (Gelb, Cyan, Purpur) enthält. Alle Prüfsignale sind in allen Studioräumen vorhanden und können auf jedes Gerät zur schnellen Überprüfung geschaltet werden.

Die Impulsversorgung (der Studio-Taktgeber)

In einem (Anmerkung : analogen) Fernsehstudio werden den einzelnen Bildsignalquellen zur Synchronisierung gleiche Impulse von einer gemeinsamen Impulszentrale (man nennt das Teil auch Taktgeber) zugeführt.

Dadurch sind alle Abtastvorgänge untereinander synchron, so daß die verschiedenen Bildsignale zum Zweck der weichen Überblendung oder Tricküberblendung miteinander gemischt werden können.

Der Synchrontakt für alle Geräte im Studio, beim Sender und für die auf das jeweilige Programm geschalteten Heimempfänger wird durch einen Impulsgeber bewirkt. Der Impulsgeber ist das „Herz" einer Fernsehübertragung.

Er erzeugt:

  1. —  Vertikalimpulse (V) für die Steuerung der Bildfolge,
  2. —  Horizontalimpulse (H) für die Steuerung der Zeilenfolge,
  3. —  Synchronsignal (S) für die Steuerung des Empfängergleichlaufs und
  4. —  Austastsignal (A) für die kurzzeitige Unterbrechung des Bildsignals


während der zu übertragenden V-, H- oder S-Information.

Impulse und Summensignale

Als wesentliche Voraussetzung für den Farbbetrieb ist die Erweiterung des Impulshaushaltes um den Farbträger (F), den Burst-Kennimpuls (K) und den PAL-Kennimpuls (P) zu betrachten. Der Farbträger wird für die trägerfrequente Übertragung der Farbartinformation benötigt, der Burst-Kennimpuls als Tastsignal für die Bursterzeugung und der PAL-Kennimpuls für die phasenrichtige Synchronisierung des PAL-Schalters.

Diese sieben Informationen müssen über Kabel zu den Studiogeräten geliefert werden. Da Vertikalimpulse (V) und Horizontalimpulse (H) im Synchronsignal (S) enthalten sind und der PAL-Kennimpuls (P) aus dem Burst-Kennimpuls (K) abgeleitet werden kann, bleiben für die Kabelübertragung F, A, S und K übrig. Die Verteilung erfolgt über Verteilerverstärker. Unterschiedliche Kabel-Laufzeiten werden durch Verzögerungsgeräte ausgeglichen.

Eine beträchtliche Einsparung der internen Synchronisier-Verkabelung bringt hier die Anwendung des Einkabel-Synchronisierverfahrens. Mit Hilfe eines neuartigen, wenig aufwendigen Gerätesatzes kann der Farbträger und alle erforderlichen Synchronisierinformationen über ein einziges Koaxialkabel weitergeleitet werden.

Das zu einem Summensignal kombinierte sogenannte FASK-Signal kann auf seinem Weg zum Bildgeber wie ein Bildsignal über Kreuzschienen geschaltet und verteilt werden. Zusätzliche Verzogerungs- und Phasenstellglieder ermöglichen außerdem die exakte Anpassung der Laufzeiten und Phasen an den betreffenden Produktionskomplex.

Solange an einer Produktion nur studioeigene Bildgeber beteiligt sind, werden die zur Impulserzeugung notwendigen Geräte vom Farbträger-Generator quarzgesteuert. Der Farbträger-Generator speist über das 25-Hz-Versatzgerät den Farbträger-Verkoppler, der mit seinem H/2- Impuls den Muttergenerator im Impulsgeber steuert. Über das Synchronsignal ist der Coder-Kennimpulsgeber angeschlossen.
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Synchronistaion von Fremdsignalen

Ein in das Studio eingespeistes Fremdsignal kommt aber im allgemeinen von einem anderen Taktgeber, der gegenüber dem eigenen Takt nichtsynchron ist. Soll dieses Signal mit einer weichen Überblendung bzw. Tricküberblendung oder auch einer störungsfreien Schnittüberblendung in die eigene Produktion übernommen werden, dann ist es zuvor erforderlich, den Taktgeber des eigenen Studios mit dem Fremdsignal zu synchronisieren.

Außerdem ist eine Synchronisierung für den Farbträger erforderlich. Man regeneriert zu diesem Zweck aus dem Burst des ankommenden Fremdsignals einen kontinuierlichen Farbträger. Zusätzlich abgeleitete Informationen sorgen dafür, daß die Schaltphase des eigenen Studios mit der des Fremdsignals verkoppelt wird.

Sollen mehrere örtlich weit auseinanderliegende Produktionsgruppen miteinander synchronisiert werden, die über Linkstrecken mit einer Zentrale verbunden sind, so empfiehlt sich der Einsatz eines zentralen Synchronisiersystems, das die Übertragung von Synchronisierinformationen in codierter Form über eine Rundfunktonleitung oder Telefonleitung (Bandbreite 3,8 kHz) gestattet. Der Einlauf der Verkopplung erfolgt vollautomatisch. Durch das verwendete Modulationsverfahren ist dieses System extrem störunempfindlich.

Der Ü-Wagen, der Übertragungswagen

Übertragungswagen sind voll ausgerüstete Fernsehstudios auf Rädern, die vorwiegend zur Aufnahme von Veranstaltungen außerhalb der üblichen Studios eingesetzt werden. Sie sind mit Kameras, Regie- und Kontrollgeräten sowie anderen erforderlichen Anlagen bestückt, die einen reibungslosen Einsatz ermöglichen. Aufgenommene Szenen können direkt zum Sender geleitet oder auf Magnetband bzw. Film gespeichert werden.

Für die technische Einrichtung des Ü-Wagens werden die gleichen Geräte und Anlagen verwendet, wie sie auch in den stationären Studios eingesetzt werden. Alle Betrachtungen für ein stationäres Farbstudio gelten daher in gleicher Weise mit nur geringen Korrekturen für den Farbübertragungswagen.

Die „fahrbaren Studios" sind nicht nur eine Ergänzung der stationären Studios, sondern die aktuelle Fernsehübertragung wird zum wesentlichen Teil erst durch die Fernsehaufnahmewagen ermöglicht.

Die Grundausstattung eines Ü-Wagens

Die Grundausrüstung eines Übertragungswagens wird durch den Aufgabenbereich bestimmt, für den der Wagen eingesetzt werden soll. Wird eine Sendung geplant, bei der mehrfach am Tage in kurzen Zeitabständen ein aktuelles Geschehen übertragen werden soll, wie z. B. anläßlich einer Ausstellung oder eines Rad- bzw. Autorennens, so ist es zweckmäßig, ein komplettes fahrbares Studio einzusetzen, das außer etwa 3 Aufnahme-Kameras zur „Live"-Sendung auch die Geräte zur Übertragung von Filmen oder Magnetbändern besitzt.

Wird die Übertragung eines zeitlich in sich geschlossenen Außenprogramms geplant, so gelangt oft ein Übertragungswagen zum Einsatz, der mit Hilfe einer eigenen Dezimeterverbindung oder einer Kabelstrecke das Hauptstudio erreichen kann und dessen Gesamtausrüstung meist nur aus Aufnahmekameras besteht.

Die Besonderheiten mobiler Technik

Die elektronische Einrichtung ist sorgfältig vor Stößen und vor Schütteln auf der Straße während des Transports geschützt, denn Übertragungswagen müssen unter Umständen auch bei schwierigen Straßenverhältnissen schnell fahren, damit sie am Ort der Handlung direkt übertragen können, wie dies z. B. der Fall ist bei der Übertragung von Katastrophen, öffentlichen Demonstrationen und anderen Ereignissen und Veranstaltungen, zu denen man nur schwer Zugang hat.

Stative, Dollies, Objektive, Prüfgerät, Ersatzteile und andere ähnliche Geräte werden in dem Wagen an gut durchdachten und geplanten Plätzen aufbewahrt.

Die Kabel und Verbindungsleitungen in dem Wagen sind während des Betriebs schnell zugänglich, denn man muß die Anlage ohne Verzögerung auseinandernehmen und in Betrieb nehmen können.

Geräte für Verwendung außerhalb des Fahrzeugs sind bequem nahe den Türen verwahrt und in der streng vorgeschriebenen Reihenfolge auseinandernehmbar.

Die Netzspannungs-Sensibilitäten

Das Fahrzeug selbst besitzt einen Netzspannungskonstanthalter, der Spannungsschwankungen zwischen ±15% ausgleicht. Bild- und Tonkabeltrommeln und die Netzkabeltrommel sind so angebracht, daß Übersprechen oder Störungen vermieden werden.

Getrennte Erdungen sind für Bild- und Tongeräte vorgesehen und nur am gemeinsamen Erdungspunkt auf dem Chassis des Wagens verbunden. Das Dach des Fahrzeugs ist verstärkt und hat eine stabile, flache Plattform, die in der Lage ist, eine Kamera, den Kameramann und die Kurzwellen-Sendeeinrichtung zu tragen.

Das Fahrzeug ist mit hydraulischen Stützen ausgerüstet, die im Betriebszustand des Wagens für erschütterungsfreien Stand sorgen.

Die FERNSEH GMBH hat schon zahlreiche dieser Spezial-Fahrzeuge gebaut. Unser neuester Ü-Wagen-Typ wird eine Standard-Ausführung sein, auf die sich die deutschen Rundfunkanstalten geeinigt haben. Wir möchten Ihnen das Fahrzeug mit seiner Raumaufteilung und seinen Hauptabmessungen vorstellen.

Die Ausrüstung eines Ü-Wagens

Die Ausrüstung besteht aus:

  1. einem Dreifachfahrgestell mit doppelt angetriebener Hinterachse,
  2. vier Farbkameras mit kombiniertem line-up- und Kamerakontrollplatz,
  3. einer kompletten Mischeinrichtung mit Trickmischer,
  4. einer Endkontrolleinrichtung,
  5. einer Impulsversorgung mit Fernsynchronisierung,
  6. einem 24fach-Tonmischpult mit 4 Gruppenreglern,
  7. zwei Tonbandanlagen und allem Zubehör wie Kabel und Objektiven,
  8. einem Trenntrafo mit Netzstabilisierung,
  9. einer Klimatisierung und einer Fußbodenheizung.


Die Gesamtlänge beträgt 10,90 m und das Gesamtgewicht etwa 19 t. Der elektrische Anschlußwert liegt bei 3 x 8 kVA.

Im Bildkontrollraum, der dem Kamera-Kontroll-Ingenieur, dem Bildingenieur und dem Lichtingenieur Platz bietet, sind in der Monitorfront und der Trennwand zum Bildregieraum alle Videogeräte mit untergebracht.

Der anschließende Bildregieraum ist über einen Gang zu erreichen; er verfügt aber auch über eine separate Eingangstür. Die Trennwand zur Tonregie enthält ein breites Regiefenster, um den Blick auf die Monitorfront des Bildregieraumes auch von der Tonregie zu ermöglichen.

Im Wagenheck sind alle Kabeltrommeln und die Kabelanschlußtafel für Bild-, Ton- und Netzverbindungen enthalten. Der Zugang ist durch eine breite Doppelflügeltür gegeben, die im ausgeschwenkten Zustand zur seitlichen Auflage eines Regenschutzdaches ausgenutzt wird.
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Die Normenwandlung

In Europa und Amerika sind in Horizontal- und Vertikalfrequenz unterschiedliche Fernsehnormen in Gebrauch. Beim internationalen Programmaustausch ist daher eine Normumsetzung erforderlich.

Die Umwandlung des Fernsehbildes einer Norm in eine andere geschieht mit Hilfe eines Normwandlers. Er besteht im Prinzip aus einem hochwertigen Bildmonitor, dessen Fernsehbild mit einer Spezial-Kamera neu abgetastet wird {Elektrooptischer Wandler).

Eine Farbnormwandlung erfolgt mit zwei miteinander verkoppelten elektrooptischen Wandlern. Auf einer der beiden Bildröhren wird das
kompatible Schwarzweißbild, auf der zweiten Röhre eine nach Amplitude und Phase modulierte Farbträgerschwingung dargestellt, die aus der vom Eingangssignal abgetrennten Ummodulation gewonnen wird.

Referenzimpulse ermöglichen nach der Wandlung eine Demodulation des Farbartsignals zur Gewinnung der Signale R-Y und B-Y. Die normgewandelten Farbdifferenzsignale und das Leuchtdichtesignal werden einem Coder zugeführt, dessen Farbnorm innerhalb der abgegebenen Schwarzweißnorm beliebig gewählt werden kann. Es kann also, falls die Wandlung von 60 Hz auf 50 Hz Vertikalfrequenz (z. B. USA - Europa) erfolgt, entweder ein PAL-Signal oder ein SECAM-Signal je nach Wahl des Coders abgegeben werden.

Transcodierung

In Europa bestehen nebeneinander zwei Farbfernsehsysteme: PAL und SECAM. Bei einem Programmaustausch ist auch hier eine Umwandlung der Fernsehsignale beider Farbsysteme auf eine gemeinsame Norm notwendig.

Da es sich hierbei um eine Wandlung zwischen zwei Farbfernsehsystemen gleicher Bildfrequenz und Zeilenzahl handelt, ist lediglich eine Umsetzung des Chrominanzanteils, also eine reine Transcodierung, erforderlich.

Ein Transcodier-Gerät wird in erster Linie für Fernsehstudios benötigt, die SECAM-Signale abgeben müssen, sich jedoch der Vorteile bedienen wollen, die das PAL-Verfahren in der Studiotechnik bietet.

In diesem Fall wird das Färbfernsehstudio komplett mit PAL-Geräten ausgerüstet und am Ausgang ein PAL-SECAM-Transcoder eingesetzt. Hierbei tritt praktisch kein Qualitätsverlust auf.

Technisches Fernsehen bzw. Industriefernsehen

Neben dem Bereich Studiofernsehen gewinnt ein neues Gebiet immer mehr an Bedeutung: das Technische Fernsehen. Seine Einsatzmöglichkeiten sind praktisch unbegrenzt. Heute nehmen bereits Industrie, Verkehr, Medizin, Forschung und Pädagogik die wertvolle Hilfe des Technischen Fernsehens in Anspruch.

Es ist überall dort, wo rationalisiert und vereinfacht werden soll, ein ideales Hilfsmittel.

Die Medizin beispielsweise erkannte schon vor Jahren, wie nützlich das Fernsehen bei Diagnose und Therapie eingesetzt werden kann. Es erleichtert die Überwachung auf Wachstationen, in psychiatrischen Abteilungen und in Therapieräumen. Mit der problemlosen Farbübertragung von Operationen ist es jetzt möglich geworden, den Studenten am  Bildschirm den naturgetreuen Eindruck einer Operation zu verschaffen.

Technische Fernsehanlagen dienen damit nicht nur der Ausbildung von Medizinstudenten, sondern in gleichem Maße auch der Weiterbildung von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegepersonal.

Der Einsatz Technischer Fernsehanlagen als Ausbildungshilfe ist keineswegs auf den medizinischen Bereich beschränkt, auch die Verwendung in der allgemeinen Pädagogik in Form des schulischen Fernsehens als Teil der audiovisuellen  Unterrichtsgestaltung weitet sich immer mehr aus.

Die Überwachung von Verkehrsknotenpunkten und Autobahnen durch Fernsehkameras hat sich seit Jahren durchgesetzt. Technische Fernsehanlagen sind jedoch auch in anderen Bereichen erfolgreich zu verwenden: wichtige Gebäude, Bahnhöfe, Flugplätze oder Fabrikanlagen lassen sich fernbeobachten.

Zur Torüberwachung eines weiträumigen Fabrikgeländes z. B. können alle Ein- und Ausfahrten zentral von einem Pförtner gesteuert werden.

Die Fernbeobachtung besonders an gefährlichen Stellen ist ein weiteres Anwendungsgebiet des Technischen Fernsehens. Hierzu zählt der Einsatz von Fernsehkameras unter Wasser, in Feuerräumen, bei Atomversuchen und im Reaktor.

Neue Techniken haben die Anwendungsbereiche des Technischen Fernsehens in  den letzten Jahren bedeutend erweitert:

Das industrielle  Farbfernsehen ermöglicht die Überwachung oder Beobachtung von Vorgängen, bei denen die Farbe ein entscheidendes Kriterium ist. Infrarot- und UV-empfindliche Kameras machen Unsichtbares sichtbar.

Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Technischen   Fernsehanlagen setzt voraus, daß sie anpassungsfähig und flexibel sind.

Geringe Abmessungen, Handlichkeit und ein Minimum an Wartung und Bedienung, sind ebenfalls Bedingungen, die erfüllt werden müssen.
Die FERNSEH GMBH hat für die vielfältigen Anforderungen  auch in diesem  neuen und expandierenden  Gebiet  Lösungen gefunden.

Sie bietet ein durchdachtes Programm, das diesen Ansprüchen genügt. Viele Kameratypen, Monitoren der verschiedensten Größen und zahlreiche Ausbaumöglichkeiten gewährleisten jedem Betrieb eine adäquate Anlage.

Eigenlob aus 1970

Die Erfahrung der FERNSEH GMBH Darmstadt, die sie in Jahrzehnten auf dem Gebiet der Studio-Fernsehtechnik sammelte, geben ihr auch auf dem Gebiet des Technischen Fernsehens einen beachtlichen Vorsprung und die Garantie hervorragender Qualität.

Es war einmal eine Firma in Darmstadt

FERNSEH - Mitglied der Bosch Gruppe
FERNSEH GMBH
61 Darmstadt
Am Alten Bahnhof 6

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