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Eine Heft-Seite aus dem Jahrbuch 1935 der "Berliner Illu."

Dies ist ein Einblick in die längst vergessenen 99 Heft-Seiten einer heroisch martialisch überzogenen Verdummungs- und Beschwichtigungs- Propaganda- Zeitschrift der NS Zeit 1935/1936 aus der Reichshauptstadt Berlin. Das AEG Magnetbandgerät "Magnetophon" und das Fernsehen waren bereits erfunden, und die 36. Olympiade warf ihre Schatten voraus. Die Arisierung und die Jundenverfolgung waren in vollem Gange sowie auch die heimliche Aufrüstung von Heer, Marine und Luftwaffe. (Alles gescannt und überarbeitet im Jan. 2016 von Gert Redlich)

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Heftseite 14/15 - Wegbereiter eines neuen Kulturwillens

Was ist ein Kulturwillen ? Was wir aus der Historie wissen, war, daß gleich nach dem April 1933 die gesamte vorhandene deutsche Kultur nahezu komplett "eingeebnet" wurde - zugunsten der nationalsozialistischen Gedanken des Herrenmenschen und der Herrenrasse.

Und dazu wurden auf diesen beiden Seiten 14 Namen aufgezählt und Portrait-Bilder von angeblichen Kulturschaffenden - natürlich aus dem NS- Umfeld mit NS- Gedankengut. - Wir wollen Ihnen diese Namen nicht vorenthalten, denn die findet man heutzutage nur noch sporadisch nach langem Suchen. Die allermeisten wurde später "ersetzt" und haben den 2. Weltkrieg nicht überstanden. Betrachten Sie die jeweiligen heroischen Kommentare mit Bedacht.
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Gesichter können durchaus "sprechen" . . . .

Wenn ich mir die Gesichter so anschaue, möchte ich keinem dieser Herren in die Finger fallen bzw. von ihm abgängig sein. Auch kann der unbedarfte Leser bzw. Laie nicht unterscheiden, welcher der 14 "Köpfe" ein linientreuer NS-Mann ist und welcher (noch) nicht.

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Die Einführung bzw. Erklärung von "thk." (Originaltext !)

"Wegbereiter eines neuen Kulturwillens"

Wie die nationalfozialiftische Bewegung und ihre Revolution von jungen Kräften getragen wurden, so sind auch die Schaffenden am Ausdruck der neuen Epoche, in der wir leben dürfen, überwiegend junge Menschen. Sie alle, die in der Politik, im Sport und in der Kunst sich den bestimmenden Anteil erobern wollen, haben die tiefsten Eindrücke, die sie zur inneren Reife hinführten, aus dem Erlebnis: Nationalsozialismus ! geschöpft. Adolf Hitler sagt in seinem großen Werk ,,Mein Kampf" : ,,So wie im täglichen Leben das sogenannte Genie besonderer Veranlassung, ja oft eines förmlichen Anstoßes bedarf, um zum Leuchten gebracht zu werden, so im Völkerleben auch die geniale Rasse. Jm Einerlei des Alltags pflegen oft auch bedeutende Menschen unbedeutend zu erscheinen und ragen dann kaum über den Durchschnitt ihrer Umgebung heraus; sowie jedoch eine Lage an sie herantritt, in der andere verzagen oder irre würden, wächst aus dem unscheinbaren Durchschnittskind die geniale Natur sichtlich empor . . ."

Und es ist die Generation der Zwanzigjährigen des Krieges und der Zwanzigjährigen aus den Anfängen der SA, für die das Erleben unserer Zeit der große Anstoß war; jetzt tritt sie an, um unser Zeitalter zu formen und auch dem kulturellen Leben den Weg in die Zukunft zu weisen. Sie kommen aus allen Schichten des Volkes, aus den Tiefen der Nation, sie haben sich hochkämpfen müssen und haben sich das Recht erworben, gehört zu werden. Noch sind es einzelne, die im neuen Geiste etwas auszusagen haben, aber sie sind die Wegbereiter der schöpferischen Jugend, die sich nicht erst durch eine liberale Welt hindurchkämpfen muß, sondern gleich an das Werk herangehen kann, das im großen Geist der Bewegung geformt werden soll. thk.

(1) Wolfram Brockmeier

Hitlerjugendführer, Träger des Dichterpreises 1934 der Stadt Leipzig. Seine beiden Gedichtbände »Ewiges Deutschland« und »EGinkehr und Wandlung', fanden stärkste Beachtung.
Er schrieb das Spiel »Ewiges Volk« und »Bekenntnis der Jugend«, einen chorischen Hymnus, der bei dem Aufmarsch der HJ auf dem Reichsparteitag 1935 vor dem Führer gesprochen wurde.

(2) Hans Schweitzer

unter dem Namen Mjölnir als genialer Zeichner der Kampfzeit bekannt. Sein treffsicherer Witz wirkte oft ebenso vernichtend wie eine der berühmten Abrechnungen des Berliner Gauleiters. Schweitzer wurde im Oktober des Jahres 1935 von Adolf Hitler zum Reichsbeauftragten für künstlerische Formgebung ernannt und zum Leiter des Reichsverbandes der Pressezeichner berufen.

(3) Der Glasmaler

Vor einigen Monaten wurde Erich Wazkes großes Glasgemälde ,,Golgatha« in der Steglitzer Matthäus-kirche eingeweiht. Er hat in dieser alten, schon beinahe vergessenen Kunst große Leistungen vollbracht.

(4) Professor Walter Frank

der zum Präsidenten des ,,Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschland« ernannt wurde, stammt aus der jungen deutschen Gelehrtengeneration. Er hat aktiv an der nationalsozialistischen Revolution Anteil genommen, seine Geschichtsbetrachtung baut sich auf der Weltanschauung Adolf Hitlers auf. Franks Hauptwerke: ,,Rationalismus und Demokratie im Frankreich der dritten Republik« und »Zur Geschichte des Nationalsozialismus«.

(5) Der Reichsdramaturg

Dr. Rainer Schlösser ist der Reichsdramaturg und stellvertretende Präsident der Reichstheaterkammer. Früherer Kultur-Schriftleiter des ,,V. B.« (könnte der Völkische beobachter sein), Schüler Adolf Bartels und Dichter feinsinniger Sonette, überwacht er heute das deutsche Theaterleben.
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(6) Ein Staatspreitsträger

Robert Stieler - Jahrgang 1911. Als Schüler der Akademie der Künste erwarb er sich den "Großen Staatspreis für Bildhauer" mit den Büsten junger Mädchen, deren Ausdruck keuscher Verhaltenheit den Beschauer entzückt.

(7) Eberhard Wolfgang Möller

Führer in der Hitlerjugend, Träger des Staatspreises für 1935. ,,Berufung der jungen Zeit«, ,,Die Briefe der Gefallenen«, »Douaumont oder die Heimkehr des- Soldaten Odysseus-«, ,,Panama-Skandal«, ,,Martin Luther oder die höllische Reife«, ,,Rothschild siegt bei Waterloo«, ,,Aufbruch in Kärnten« sind bekannte Namen seiner Werke.

(8) Edgar Kahn

,,Langemarck«, «,,Spatzen in Gottes Hand« sind Namen der Schauspiele des Braunschweiger Journalisten, dessen Schaffen der Bühne noch Werke von sicherem Geschmack zu schenken verspricht. Er gehört zu der Generation, die zwar nicht mehr im Felde stand, die aber das soldatische Prinzip des selbstlosen Einsatzes im Nationalsozialismus erlebt hat.

(9) Werner Kortwich

Sein grüblerischer Ernst lehnt jedes falsche Pathos ab. Seine feingeschliffene Novelle »Friesennot« wurde im August dieses Jahres unter seiner Spielleitung in der Lüneburger Heide verfilmt.

(10) Ewald V. Demandowski

Der schmale und temperamentvolle Feuilletonist ist heute einer der ersten und wertvollsten Filmkritiker. Seine schauspielerische Bühnenbegabung kommt ihm in seinen Lustspielen zustatten, die eine Bereicherung der deutschen Spielpläne zu werden versprechen.

(11) Helmut Brutscher

ein 16jähriger Gymnasiast, war erster Preisträger bei einem Preisausschreiben des Verkehrsvereins München. Es wurde das beste Buch ausgezeichnet, das zu
dem Thema ,,München - Weltreiseziel« einging. Der 16jährige, der in seinem Buch ein lebenerfülltes Bild von der Hauptstadt der Bewegung gibt, war bisher als Berichterstatter der Hitlerjugend schriftstellerisch tätig.

(12) Herbert Packebusch

Seit 1922 steht er im politischen Kampf, vom 20. Jahre ab, nachdem er schon in Oberschlesien mit dabei war. Heute ist er der Geschäftsführer der Reichsrundfunkkammer und gibt die Gewähr dafür, daß die wirkliche Leistung auf dem so unendlich wichtigen Gebiet des Rundfunks zu Worte kommt.

(13) Ein Deutscher aus Siebenbürgen

Rudolf Wagner-Regeny stammt aus einem kleinen siebenbürgischen Dorf. Aber die Heimat aller Deutschen in der Welt zog ihn unwiderstehlich an. In Dresden wurde seine Oper ,,Der Günstling« erfolgreich uraufgeführt. Auf der Tagung der NS-Kulturgemeinde in Düsseldorf fanden Werke von ihm starken Beifall.

(14) H.-J. Nierentz

Auch er gehört in die Reihe der Jungen, die die stärksten Impulse durch die Kämpfe der Bewegung erhielten. Sein neues Flaggenlied ging im August dieses Jahres über alle Sender.

Und dann kommen noch diverse Zitate aus "Mein Kampf" . . . .

auf die wir hier getrost verzichten können. Das Hitler Pampflet ist seit Januar 2016 Copyright frei (die 70 Jahre sind rum) und wird wieder im Buchhandel angeboten, zum Glück in einer kommentierten Version.

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