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2010 - Was ist "die Wahrheit" (in den einzelnen Epochen) ?

1945 - ein US Soldat parodiert

(von Gert Redlich) Wir schreiben 2010 und im Rückblick gab es in Deutschland drei Zeitbereiche, in denen die Wahrheit (also das Gegenstück einer Lüge) eine "untergeordnete" Rolle spielte. Hier steht noch etwas mehr über die Wahrheit.

Für unsere (funk- und fernsehtechnische) Historie sind das

  • (1) die Zeit des 1. Weltkrieges und
  • (2) die Zeit ab der Machtübernahme Hitlers (das war Ende Januar 1933) bis zum Ende des zweiten Weltkrieges im April 1945 (und vielleicht auch noch danach).


Im Nachhinein ist es für uns Deutsche sehr beschämend, daß das "Abflauen" bzw. das Korrigieren dieser 12jährigen "Wahrheit" bei uns noch über 40 Jahre gedauert hatte. Und nach 1945 kam es ein drittes Mal vor, daß die "Wahrheit" skrupellos manipuliert wurde, nämlich . . .

  • (3) in der Zeit der SBZ/Ostzone/DDR von 1945 bis 1989.


Doch dieser dritte Bereich spielt für unsere historischen Themen zur Zeit noch keine so große Rolle. Der Zeitrahmen ist noch zu "jung".

  • (4) Inzwischen seit etwa 2008 (Börsen-Crash / Lehman Brothers und Griechenland- krise) fängt die große Lügerei schon wieder an. Da werden hunderte von Milliarden Euro unter fadenscheinigsten Lügen entgegen aller geschlossenen Verträge und entgegen unserer Gesetze nach Griechenland transferiert, die dies ebenso mit Lügen erreicht haben und - alle wissen es, die Medien sowieso, die Politiker aller Parteien, die Regierungen und die Banken und die Bevölkerung auch.


Die Frage stellt sich bereits heute : Wie werden wir in 20 Jahren darüber urteilen ?
.

Zurück zu "der Wahrheit" in der NS Zeit von 1933 bis 45 :

Bedeutung des NS-Radios
Vielfalt der Volksempfänger
Bürgerliches Besetzbuch von 1944

Historiker und auch solche, die es werden möchten, orientieren sich vornehmlich am Schriftgut der Vergangenheit. Und leider hat sich in den deutschsprachigen Ländern (vor allem in Deutschland und Österreich) die eingeprägte Maxime erhalten, daß alles "schwarz auf weiß" Vorhandene - (verallgemeinert gesprochen - "Alles Gedruckte oder auch nur Geschriebene") - wahr zu sein hat.

Ich möchte hier insbesondere auf die Bücher
(nicht nur Fachbücher und Fach-Zeitschriften) und das sonstige Schriftgut aus der NS Zeit eingehen. Denn in dieser Zeit spielte sich ein Großteil der damals neuen innovativen Erfindungen im Bereich Funk-, Rundfunk- und Fernsehtechnik ab.

Diese damals neue "Kommunikationstechnik",
mit der die amtliche Propaganda auf preiswertestem und schnellstem Wege die ihr genehmen Nachrichten "unters Volk" bringen konnte, war zuerst eine "politische" Schlüsselindustrie und später eine "militärische" Schlüsselindustrie.

Die Innovationen der "deutschen" Wissenschaftler, Ingenieure, Erfinder und Tüftler (aber arisch mußten sie schon sein), die irgendwelche maßgeblichen "Lenker und Führer" zum Nachdenken über den Nutzen ihrer Erfindungen oder Entwicklungen für die NS-Propaganda anregten, wurden nahezu sofort requiriert (also mit sanfter oder grober Gewalt enteignet) und dem Propagangaministerium unterstellt.

Und von nun an wurde die Wahrheit
über den (oft auch nicht-arischen) Ursprung oder die Wichtigkeit dieser oder jener Erfindung (Paul Nipkow als Beispiel) manipuliert und so verbogen, daß sich im Nachhinein die Balken biegen.

So war es in der Funk- und Rundfunktechnik, beim Magnetophon und natürlich auch bei den Anfängen des Fernsehens. Von den fundamentalen Entwicklungen der Radartechnik (in Deutschland hieß sie "Funkmeßtechnik") wurde bis Kriegsende sehr wenig publiziert, das war von Anfang an komplett und streng (und damit tödlich) geheim.

Die Wahrheit (bzw. die Realität) steht oft zwischen den Zeilen.

Fernsehstudio 1939
Fernseh GmbH Zeitungen 1938-43
1937 Aug. - Nipkow Interview
1943 - der Tonschreiber

Lesen wir heute die Artikel in den Fachzeitschriften von 1935 bis 1945, so muß man heutzutage manche Zeilen wirklich zweimal lesen, bevor man den eigentlichen Sinn verstanden hat.

Vieles wurde geschickt versteckt und verschachtelt, soweit das der jeweilige Autor wollte und auch verantworten konnte.

Ein Besuch der Gestapo mit anschließendem KZ-Aufent- halt war immer nur " - ein paar Buchstaben - " weit entfernt. Und für Viele war dann solch ein KZ-Aufenthalt äußerst "ungesund".

Als Beispiel nenne ich hier die Veröffentlichungen
über die aufkommende Fernsehtechnik zur Olympiade 1936 sowie die beiden später jahrgangsmäßig zu Büchern gebundenen Hausmitteilungen der Fernseh AG (später Fernseh GmbH) von 1938 bis 1943.

Auch die Instrumentalisierung des greisen 80-jährigen Deutschen Paul Nipkow als arischer "Deutscher Erfinder des Fernsehens" war sehr weit hergeholt.

Danach unterlag diese hypermoderne Technik der militärischen Geheimhaltung
und es gab keine solchen Hefte mehr. Auch die Zeitschrift "Funkschau" dieser frühen 40er Jahre befleißigte sich eines ganz merkwürdigen Schreibstiles mit teilweise völlig übertriebenen heroischen Inhalten.

Gleiches bezüglich der Geheimhaltung gilt auch über die diversen Magnetophone und Tonschreiber von der AEG, die ab 1942 überwiegend "an der Front" eingesetzt wurden.

Als Autor vieler Tonband- und Fernseh-Seiten nehme ich aus dieser Zeit gar nichts mehr als "wahr" an, sondern lese besonders kritisch Zeile für Zeile und kommentiere die dort aufgeführten Aussagen an sehr vielen Stellen.


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