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Akio Morita ist einer der weltweit bekanntesten Zeitzeugen

aus der Audio- und Video-Industrie. - Aufgearbeitet und ergänzt im Herbst 2019 von Gert Redlich

Geboren wurde er 1922 in einer - für japanische Verhältnisse - reichen Familie und er hat im Nachkriegs-Japan Geschichte geschrieben. Sein - aus dem Englischen ins Deutsche übersetzte - Buch von 1986 umfaßt über 500 Seiten und enthüllt viel über die gesellschaftliche und politische Geschichte Japans und seiner Bewohner und die uns nicht so bekannten Zeiten ab 1931. Diese Zeiten sind unserer NS-Zeit von 1932/33 bis 1945 sehr ähnlich und werden in vielen mir bekannten Artikeln und Büchern ganz anders "interpretiert".

Vorher ist es meines Erachtens wichtig, zu wissen, Akio Morita hat die beiden amerikanischen Atombomben als 24-jähriger Diplom-Physiker leibhaftig mitbekommen, dazu auch Tschernobyl und Harrisburg  aber nicht mehr Fukushima - und er hat sich zeitlebens - durch seine sehr vielen Reisen und ehrenamtlichen Tätigkeiten - gesundheitlich sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Das hat er nicht nur für sein Land und seine Landsleute getan, sondern für die anderen Bewohner dieser Welt ebenso.

Dieses unermüdliche Streben für Völkerverständigung auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen forderte seinen Tribut und so bekam er mit 73 Jahren einen Schlaganfall, den er die letzten 5 Jahre seines Lebens zu kurieren versuchte.
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Einleitend - der Blick auf Japans Diktatur ab 1932 bis 1945

Akio Morita beschreibt es in der geschichtlichen Einführung seiner Biografie so, daß Japan zwar keinen eigentlichen Diktator (in Person) - wie Hitler oder Stalin oder Franko oder Mussolini oder Sadam Hussein oder Gaddafi oder Mao oder Tschan-kai-check oder andere - hatte, aber im Grunde war Japan eine Diktatur des Militärs. Der Kaiser "durfte" alles nur noch abnicken und damit war es für die Bevölkerung quasi ein Befehl des Kaisers.

Und er schreibt im Rückblick, daß er in seiner frühen Jugend ab 1932 bereits mitbekam, daß vor 1945 - auch in Japan - zur falschen Zeit das falsche Wort ebensolche fatalen Folgen nach sich zog wie in Hitler-Deutschland nach 1933 bis 1945 oder zu Stalins Zeiten und dann im Osten bis 1988/89 und natürlich im gesamten Ostblock zur Stalinzeit.
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Ein begnadeter Redner - aber im Buch etwas durcheinander . . .

Das Buch hat über 500 Seiten, eng bedruckt, wenige Bilder, kaum trennende Übeschriften und dazu ist manches etwas kreuz und quer durcheinander geraten - übrigens sehr ähnlich zu den Erzählungen des Vaters des Autors, einem ehemaligen Kinotechniker bei der UFA.

SONY hatte sich unter Masaru Ibuka und Akio Moritas Leitung sowohl in der Hifi-Branche, bei den Magnetbandgeräten und bei der gesamten Fernsehtechnik einen weltweit einmaligen Namen gemacht. Und überall gab es weltweite Spitzenentwicklungen und Spitzenleistungen.

Diese vielen Informationen mit ihren Querverbindungen zeitlich chronologisch und Produkt bezogen verständlich darzustellen, ist nicht einfach. Bei uns sind die auf das Fernsehen bezogenen Infos hier im Fernsehmuseum unter SONY und bei den Zeitzeugen zu finden, die Magnetband Informationen sind dort im Magnetbandmuseum angesiedelt und die Hifi-Informationen sind im Hifimuseum und dazu hier im Fernsehmuseum teils mitten drinnen.
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SONYs Meilensteine sind 1986 noch nicht alle aufgeführt

Und einige sind bewußt nicht dabei. Für einen Japaner der alten Schule ist es schwer bzw. unmöglich, vermeintliche Mißerfolge oder Fehlentscheidungen zu publizieren, die einen anderen "sein Gesicht" kosten würden. Die werden intern besprochen und bereinigt.

Sie finden hier in den Museen zwei weitere längere Geschichtsrückblicke von zwei hochrangigen Japanern über die Magnetbandentwicklung und über die Schallplatten- entwicklung. Beide waren jeweils mehr als 30 Jahre in "ihren" Firmen (einer davon war bei SONY) und sie plaudern nach ihrer Pensionierung mal so "richtig aus der Schule".
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Technische Details werden Sie vermissen . . .

Die jeweiligen Ideen und Entwicklungen und auch die daraus entstandenen Produkte werden nur namentlich erwähnt, aber mit all den Hintergrund- Informationen, die damals nie publiziert wurden. Die Links auf entsprechende Artikel in anderen Magazinen und Fachzeit- schriften und auch hier auf die Artikel bei uns werden so bald wie möglich eingepflegt, sodaß sich doch ein sehr weit umfassender Einblick in seine Gedankenwelt bietet.

Im ganzen Buch kommt zum Beispiel der Name "Superscope" und die drei Eigentümer, die Brüder Tushinsky, nicht vor. Das war damals anscheinend eine Entscheidung seines Senior-Partners Masaru Ibuka, die ganz frühen SONY-Bandgeräte in den USA unter einem fremden Namen/Logo vertreiben zu lassen. Wie sich später im Rahmen der von Morita neu definierten Firmenphilosphie herausstellte, war das ein (langfristig) fundamentaler Fehler, der später unter Moritas alleiniger Marketing-Kompetenz nie wieder vor kam und den er zu Lasten seines sehr geachteten Partners Ibuka nicht erwähnen wollte und auch nie erwähnt hätte.
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Der ausschlaggebende Kontakt der drei Tushinsky's mit SONY kam übrigens 1955 über deren neue Mikrofone zustande, die die US-Filmfirma Superscope kaufen wolllte. Gekauft hatten sie dann aber 6 Tonband-Modelle (als Muster) und den Vertriebsvertrag für die USA - für 25 Jahre.

Die SONY Mikrofone erwähnt Morita mit keinem Wort.
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Aus japanischen Gedanken in einen englischen Text einbringen und dann ins Deutsche übersetzen - das ist nicht trivial ....

Wie Akio Morita selbst schreibt, wurde er von zwei Profis - Edwin Reingold (der war 20 Jahre als Auslandskorrespondent in Tokyo für das TIME Magazin zuständig) und Mitsuko Shimomura (da habe ich keine Informationen) sowie seinen zwei Sekretärinnen Megumi Yoshii und Lidia Maruyama kräftig unterstützt. Sie alle haben viel zusammengetragen, das ein Einzelner sicherlich vergessen haben könnte oder das er zeitlich nicht mehr zuordnen könnte. Die deutsche Übersetzung stammt von Ingo Angres.
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Achtung :

Ein Teil der Seiten ist aus dem Magnetbandmuseum hierher umgezogen, weil nunmehr hier die gesamte Biographie zusammen gefaßt wurde.
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