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Achtung: Artikel und Texte aus NS/Hitler-Deutschland 1933-45

Nach der Gleichschaltung der reichsdeutschen Medien direkt nach der Machtübernahme in Februar/März 1933 sind alle Artikel und Texte mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten. Der anfänglich noch gemäßigte politisch neutrale „Ton" in den technischen Publikationen veränderte sich fließend. Im März 1943 ging Stalingrad verloren und von da an las man zwischen den Zeilen mehr und mehr die Wahrheit über das Ende des 3. Reiches - aber verklausuliert.
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Vollautomatisciier Filmbrandschutzapparat

Von Ing. Rudoff Masek, Ilmenau/Thüringen.

Trotz zahlreicher Arten von Schutzeinrichtungen zur Verhütung der so sehr gefürchteten Brände der Bildstreifen sind an der Vorführungsapparatur bisher nur sehr primitive Vorrichtungen dafür vorgesehen.
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Die Entzündung der Bildstreifen (hier der Nitro-Film)

Die Entzündung der Bildstreifen erfolgt ausschließlich im Bildfenster. Die Ursache ist stets ein Stillstand des Streifens. Dieser Stillstand kann wiederum verschiedene Störungen zum Anlaß haben.

Da ist zuerst das Reißen des Filmes zwischen Malteserkreuz und Bildfenster infolge zu straff angezogener Andruckkufen im Bildfenster. Die kleinste Beschädigung der Perforierung genügt dann, um bei dem ruckweisen Ziehen durch das Malteserkreuz den Bildstreifen abzureißen. Auch schlechte Kittstellen zwischen den einzelnen Bildstreifen reißen an dieser Stelle gern.

An zweiter Stelle stehen die Filmbrüche, die innerhalb des Weges zum Tongerät und der letzten Zahntrommel vor der aufspulenden Filmtrommel eintreten. Durch die Einführung des Tonfilmes ist diese letzte Zahntrommel ein sehr wichtiger Teil innerhalb der Filmapparatur geworden. Sie übt auf das Filmstück nach dem Malteserkreuz nochmals einen kräftigen Zug aus.

  • 1. Reißt nun der Film nach dem Bildfenster, so wird in diesem kein Zug mehr auf das Filmstück ausgeübt und es bleibt im Augenblick des Reißens stehen.
  • 2. Reißt der Film nach dem Malteserkreuz, also an irgendeiner Stelle vor der letzten Transporttrommel, so wird wohl der Film vor dem Fenster zunächst weiter in Bewegung gehalten, von der Malteserkreuztrommel aber nicht mehr abgezogen und spult sich auf diese auf. Da der Raum gerade dort sehr beengt ist, verklemmt sich erstens die Zahntrommel und ferner auch der Film, und der Bildstreifen kommt nach kurzer Zeit innerhalb des Bildfensters ebenfalls zum Stillstand.

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Es dauert nur eine Sekunde zum Entflammen

Da keine Vorrichtung für diese Vorkommnisse an den Apparaturen eingebaut ist, kann in beiden Fällen der Lichtstrahl ungehindert auf das stehende Filmstück einwirken und bringt dieses in knapp einer Sekunde zum Entflammen. Wenn nicht im Augenblick des Reißens der Vorführer zur Stelle ist und das Katzenauge schließt, ist im günstigsten Falle mindestens das Stück Film zwischen Bildfenster und oberer Filmspule herausgebrannt.

Dabei ist sehr gefahrerhöhend, und zu bedenken, daß zwischen Reißen und Entflammen einerseits und Entflammen und Abstellen des Laufes der Maschine anderseits eine recht geraume Zeit vergeht und in dieser Zeit der Film immer weiter von der oberen Zahntrommel aus der Filmspule herausgespult wird.

Dies können oft viele Meter sein, wenn man bedenkt, daß pro Sekunde etwa ein halber Meter Film ausgespult wird. Im übrigen darf nicht vergessen werden, daß das Publikum den Brandvorgang beobachten und dies Ursache zu Unruhen geben kann, besonders dann, wenn sich dieser Vorgang infolge eines recht schlechten Bildstreifens des öfteren wiederholt. Größtenteils ist aber, wenn der Vorführer nicht sofort den Filmriß bemerkt, ein Verbrennen des in den Apparat eingespannten Filmes nicht mehr vermeidbar.
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Die neue Filmsicherungseinrichtung

Diesen Gefahren hilft nun in geradezu idealer Weise die neue Filmsicherungseinrichtung vollkommen automatisch ab. Das Charakteristische dieses Apparates besteht darin, daß er nach dem Reißen des Filmes in Bruchteilen einer Sekunde den Lichtweg zum Bildfenster verschließt. Dabei ist es völlig gleich, an welcher Stelle der Bildstreifen auf dem Weg von der oberen
bis zur unteren Zugtrommel reißt! Da der hohe Wert der neuen Apparatur unverkennbar ist, sei diese nachfolgend kurz beschrieben.

Wie das funktioniert

Auf einer Trägerplatte befinden sich als die zwei wichtigsten Bestandteile am oberen Ende die Sperrplatte und in der Mitte eine Zahntrommel mit einer Bremstrommel auf der Rückseite.

Das Filmband verläßt die Malteserkreuzrolle und läuft, in einer Schlaufe etwas zurückversetzt, unter einer abhebbaren Andruckrolle auf die Zahntrommel auf und unter einer Druckausgleichrolle von dieser weg zum Tongerät bzw. zur unteren Spule.

Da der Film von der unteren Zahntrommel nochmals gezogen wird, wird durch diesen Zug auch die Zahntrommel an dem Sicherungsgerät in Drehung versetzt. Durch diese Drehung wird über eine Achse eine Bremsanordnung in Betrieb gesetzt, und diese versucht die Bremstrommel zu drehen. Diese Drehung wirkt sich auf einen Zughebel aus, der wiederum die Sperrklappe nach unten zieht. Der Lichtweg ist also von diesem Augenblick ab freigegeben.

Die federnde Ausgleichrolle hinter der Zahntrommel soll zum Ausgleich von Zugschwankungen von unten her dienen.
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Die Nachrüstung ist einfach

Da die Apparatur mit Hilfe der beiden Löcher im Träger leicht zwischen Malteserkreuzzahntrommel und Tongerät eingebaut werden kann, dient sie zu gleicher Zeit als Ausgleich der Filmstöße durch das Malteserkreuz. Die bisherigen Ausgleich- oder Dämpfungsrollen kommen also in Wegfall.

Es wäre zu wünschen, daß diese Neuerung bei allen Kinobesitzern Eingang fände. Sie bedeutet für diese eine ganz wesentliche Vereinfachung der Wartung des Filmlaufes und eine bedeutend größere Gewähr zur Durchführung eines reibungslosen Ablaufes des Programmes.

Da auch die Versicherungsgesellschaften sehr an der Einführung des Apparates interessiert sein dürften, ist überdies eine Herabsetzung der Versicherungsprämien gegen Filmbrände zu bedenken.
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