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H. von Studnitz schreibt über die Erfahrungen seines Lebens

Eine Ergänzung zum Thema : "Was ist Wahrheit ?" - 1974 hat Hans-Georg von Studnitz (geb. 1907) ein Buch über sein Leben geschrieben, aus dem ich hier wesentliche Absätze zitiere und referenziere. Es kommen eine Menge historischer Informationen vor, die heutzutage in 2018 wieder aktuell sind, zum Beispiel die ungelöste Katalonien Frage aus 1936.

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Epilog

Hier folgt eine Sammlung von Artikeln von Hans Georg von Studnitz aus der Zeit von 1937 bis 1945 und danach. Einige Texte kann ich nicht interpretieren, darum sind sie hier nicht aufgeführt.
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  • Anmerkung : Für einen normalen bzw. so gut wie alle Deutschen wären solch kritische Äußerungen und Veröffentlichungen mit der sofortigen Erschießung bestraft worden. Stalingrad war im Januar 1943 bereits verloren und fast jeder Deutsche Bürger ahnte, daß dieser 2. Weltkrieg nicht mehr zu gewinnen war. Der Presse-"Offizier" im auswärtigen Amt - von Studnitz - hat es irgendwie überlebt. Von den Anfeindungen wegen dieser Äußerungen in der Endphase des Krieges schreibt er nur ganz wenig.

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Juli 1944 - Der dritte Weltkrieg (ab Seite 355)


H. G. von Studnitz (»Berlin-Rom-Tokio«, Heft 4, Jahrgang 6, Juli 1944)

Die feindliche Publizistik beschäftigt sich seit längerer Zeit mit der Frage eines dritten Weltkrieges. Es ist merkwürdig, daß das Interesse an diesem Thema mit der Dauer des gegenwärtigen Krieges eher zunimmt als schwächer wird.

Die Behandlung dieses Stoffes wird von verschiedenen Seiten angefaßt. Der Ausgang der Untersuchung wird zumeist durch die Prüfung der Friedensmöglichkeiten nach diesem Kriege gebildet.

Ein totaler Sieg der alliierten Mächte Großbritannien, Vereinigte Staaten, Sowjetunion und Tschungking-China und eine totale, in bedingungslose Kapitulation mündende Niederlage Deutschlands und Japans werden vorausgesetzt.

Dann aber trennen sich die Wege der Betrachtenden. Die einen vertreten die Auffassung, ein totaler Friede könne nur dann gesichert, ein neuer dritter Weltkrieg nur dann vermieden werden, wenn die in diesem Kriege Besiegten, also Deutschland und Japan, für immer am Boden gehalten werden.

Zu diesem negativen Zweck wird die dauernde Zusammenarbeit der gegenwärtig gegen Deutschland und Japan verbündeten Mächte für die Zeit nach dem Kriege gefordert.

Die andere, stark in der Minderzahl befindliche Schule huldigt der entgegengesetzten Meinung. Sie sieht die Möglichkeit eines neuerlichen Krieges gerade dann, wenn der Frieden zu hart für die Besiegten wird. Sie wünscht einen Zustand nach dem Kriege, in dem es »auch Deutschland und Japan« gestattet ist, zu leben, und zwar auf der Grundlage annähernder Gleichberechtigung mit den Siegern.

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An dieser Auseinandersetzung erscheint zweierlei bemerkenswert. Einmal die Unterstellung, daß Deutschland es war, das den ersten Weltkrieg hervorrief, daß Deutschland und Japan am gegenwärtigen Kriege Schuld tragen und daß nur diese und keine anderen Mächte die Ursache zu einem dritten Weltkrieg abgeben könnten.

In angelsächsischen Gehirnen ist diese Vorstellung offenbar so fest verankert wie die der Unvermeidlichkeit eines anglo-amerikanischen Sieges auch im zweiten Weltkrieg. Es mag hier genügen, diese Einstellung als symptomatisch für die angelsächsische Haltung zum Problem des dritten Weltkrieges zu verzeichnen.

Es zeigt, wie ungeheuer schwer die Verständigung mit dem angelsächsischen Westen nach diesem Kriege sein wird. Denn es versteht sich, daß kein verantwortlicher europäischer Staatsmann, gleichgültig welcher Nation, Gespräche zur Verhinderung eines neuen Krieges führen kann, die die Schuldfrage vergangener Kriege ebenso eindeutig festlegen wie sie die möglicher künftiger Auseinandersetzungen vorwegnehmen.

Zum anderen verrät die immer breiteren Raum beanspruchende Erörterung der Möglichkeiten eines dritten Weltkrieges in Großbritannien und den Vereinigten Staaten, daß die öffentliche Meinung dieser Länder in die Fähigkeit ihrer Staatsmänner, einen dauerhaften Frieden zu schließen, starke und beängstigende Zweifel setzt.

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Die Frage, ob einem angelsächsisch-russischen Siege in diesem Kriege ein harter oder ein milder Friede folgt, ist für die Untersuchung der Möglichkeit eines dritten Weltkrieges belanglos.

Die Geschichte lehrt, daß längere Friedensepochen nur dann möglich sind, wenn der ihnen vorangehende Krieg den politischen Konfliktsstoff beseitigt, der seine Ursache bildete. Bleibt dieser bestehen, so ist ein neuer Krieg unvermeidlich.

Er kann durch die Härte der Bedingungen, die den Besiegten auferlegt werden, hinausgeschoben, aber niemals verhindert werden. Genau dies war der Fall nach dem ersten Weltkrieg.

Der Versailler Vertrag war der härteste aller bis dahin bekannten Friedensverträge. Der Frieden, den er sicherte, dauerte zwei Jahrzehnte. Wäre der Versailler Vertrag milder ausgefallen, wäre der neue Krieg vielleicht schon 1930 ausgebrochen, wäre er noch härter gewesen, so hätte man ihn vielleicht bis 1945 hinauszögern können.

Dies ändert an der Tatsache nichts, daß der zweite Weltkrieg unvermeidlich war, denn die Ursache des ersten war 1918 nicht beseitigt worden. Ebenso wird der dritte Weltkrieg unvermeidlich sein, wenn dem zweiten Weltkrieg nicht ein Friede folgt, der seine Ursachen ausmerzt.

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Die beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts hatten vorwiegend wirtschaftliche Ursachen. Die an diesen Kriegen beteiligten Völker wollten entweder einen höheren Lebensstandard erreichen oder sie fühlten sich durch diesen Wunsch ihrer Nachbarn in ihrem eigenen Lebensstandard bedroht.

Die Kriegsursachen kamen von den Völkern und nicht wie im 19. und 18. Jahrhundert von den Dynastien oder aus dem politischen Ehrgeiz bestimmter Staatsmänner oder Kasten.

Die Kriege des 20. Jahrhunderts wurden darum zu Volkskriegen. Dies erklärt ihren nahezu religiösen Chrakter, ihren Fanatismus und damit auch ihre Dauer.

Im 18. Jahrhundert bedeutete selbst ein verlorener Krieg nicht den Sturz der Dynastie, die ihn angefangen hatte.

Im 19. Jahrhundert kostete er denjenigen, die ihn verloren, möglicherweise den Thron.

Im 20. Jahrhundert beseitigte der erste Krieg alle Dynastien oder Herrscher, die auf der verlierenden Seite waren, aber er ließ die beteiligten Völker am Leben.

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Der zweite Weltkrieg in diesem Jahrhundert bedroht in den Ländern, die ihn verlieren, nicht nur die Existenz einzelner Hochgestellter oder einer bestimmten Kaste, sondern die des ganzen Volkes. Wie in den Anfängen der menschlichen Geschichte stellt die Niederlage auch die Zukunft des einzelnen in Frage.

An dieser Tatsache kann niemand vorbeisehen. Sie wirkt ebenso kriegsverlängernd wie sie die Gestaltung des Friedens nach diesem Kriege beeinflussen muß. Und von ihr wird man ausgehen müssen, wenn man einen dritten Weltkrieg verhindern will.

Ein Krieg ist dann nicht umsonst gewesen, wenn er mit einem echten Interessenausgleich abschließt. Die napoleonischen Kriege stürzten Europa in ein Jahrzehnt von Leiden.

Dennoch waren sie fruchtbar. Sie schlossen mit einem Frieden, der nahezu 100 Jahre währte, die die Menschheit mehr vorangebracht haben als vordem ein Jahrtausend.

Das einzigartige des Wiener Kongresses war, daß er Sieger wie Besiegte in völliger Gleichberechtigung umschloß. Die Argumente Talleyrands wogen nicht weniger schwer als die Metternichs, Castlereaghs, Hardenbergs oder Nesselrodes.

Das europäische Gleichgewicht, nicht im Sinne der späteren britischen Kontinentalpolitik, sondern im echten Sinne eines Interessenausgleichs der führenden europäischen Mächte mit Einschluß der Unterlegenen wurde in Wien neu geboren und damit zur Grundlage eines friedlichen Jahrhunderts.

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Wenn der künftige Frieden nicht imstande ist, den Ausgleich der Interessen aller am Kriege teilnehmenden Mächte zu schaffen, der Sieger wie der Besiegten, wird er nicht von Dauer sein.

Der zweite Weltkrieg ist dann so umsonst geführt worden wie der erste. Der Keim zu einem dritten Weltkrieg wird gelegt sein und sich entfalten, sobald die Kriegsmüdigkeit überwunden und eine neue vom Kriege unberührte Generation die Generation der Träger des letzten Kampfes abgelöst hat.

Die eine Niederlage Deutschlands und Japans voraussetzende Diskussion der Gegenseite über die mögliche Struktur eines Friedens befaßt sich zwar mit einem Interessenausgleich.

Aber sie will diesen auf die Sieger beschränken, genauer gesagt, auf die Stärksten unter ihnen. Die Welt würde danach unter die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten, Großbritannien und China geteilt werden.

Es würde eine russische Interessenzone, eine amerikanische, eine anglo-westeuropäische und eine chinesische Interessenzone geben.

Auf diese Konzeption braucht im einzelnen nicht eingegangen zu werden. Es ist klar, daß sie niemals ein Weltgleichgewicht herstellen kann. Sie reicht nicht einmal zu einem Ausgleich in der Welt derjenigen, die sich als die Sieger von morgen betrachten.

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Die Sowjetunion würde die größte Landmacht, die Vereinigten Staaten die größte Seemacht der Welt bilden, Großbritannien mit Einschluß des Empire wäre weder zu Lande noch zur See der einen oder der andern dieser Mächte und schon gar nicht beiden gewachsen. Für China gilt das gleiche. Es würde dann nur zwei Weltmächte im echten Sinne geben: Rußland und Amerika.

Für die beiden übrigen, Großbritannien und China, würde es nur die Möglichkeit geben, in Anlehnung an Amerika oder an Rußland Politik zu treiben, um einen Rang als zweitklassige Macht zu behaupten.

Von Deutschland und Japan abgesehen, die ja nach dem Willen der Sieger von morgen technisch jeder Möglichkeit dazu beraubt sind, wäre es naiv anzunehmen, daß die übrige Welt sich eine Vorherrschaft dieser vier Mächte auf die Dauer gefallen lassen würde.

Der Gedanke einer Weltpolizei hat sich noch immer als Utopie erwiesen, und er wird immer eine Utopie bleiben. Kein Bündnis, das zu diesem Zweck geschlossen wurde, war von Dauer.

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Die heilige Allianz gegen Napoleon fiel auseinander als ihr Gegenstand, die Person Napoleons, seine politische Existenz beendet hatte. Die spanisch-päpstliche Liga gegen die Türken zerbrach unmittelbar nach dem Sieg von Lepanto. Der Wilsonsche Völkerbund scheiterte an der Unmöglichkeit, seine Mitglieder in einer gemeinsamen polizeilichen Exekutive zu vereinen.

Selbst die Kleine Entente, die allein zu dem Zweck geschlossen worden war, die Wiedervereinigung der Donauländer zu verhindern, bestand ihren Bewährungsfall nicht.

Eine amerikanisch-russische Weltpolizei, in der es auch einige Engländer und Chinesen gibt, wird nicht nur am Widerstand der zu Beaufsichtigenden scheitern, sondern auch an der Unmöglichkeit ihrer Organisation.

Der russische Weltpolizist und sein chinesischer Gehilfe werden andere private Freundschaften und Feindschaften pflegen als der amerikanische Weltpolizist und sein britischer Assistent.

Ebensowenig werden sich Interessenzonen verwirklichen lassen, die von diesen Mächten hegemonial beherrscht werden.

9 Interessenzonen sind Machtzonen

Interessenzonen sind hier gleich Machtzonen. Es ist absurd zu glauben, daß ein Europa, das die Herrschaft Napoleons nicht ertragen konnte, das den Führungsanspruch Deutschlands ablehnt, auf die Dauer seine Knie vor Moskau beugen wird.

Der russische Versuch Europa zu beherrschen, würde gerade vielmehr diejenigen europäischen Nationen an die Seite des besiegten Deutschland bringen, die einst das siegreiche Deutschland ablehnten.

Welche Lebensfunktionen soll andererseits eine anglo-westeuropäische Interessenzone haben in einem Europa, in dem das deutsche Mittelstück politisch sterilisiert worden ist.

In dem Augenbick, in dem Deutschland zum politischen Niemandsland erklärt wird, entsteht zwischen der anglo-westeuropäischen Interessenzone und der russischen eine gemeinsame europäische Grenze.

Es ist falsch zu glauben, daß der klassische Gegensatz zwischen Großbritannien und Rußland, der sich im Nahen Osten, an den indischen Grenzen und selbst in China, also in sehr weiten Räumen, immer wieder entzündet und belebt hat, auf einem so engen Raum wie Mittel- oder Westeuropa nicht in Erscheinung treten würde.

10 - das englisch-russische Verhältnis

Es ist vielmehr sicher, daß das englisch-russische Verhältnis, beladen mit gemeinsamen europäischen Problemen, für den Weltfrieden eine weitaus größere Gefahr darstellt, als das nur mit osteuropäischen Problemen behaftete deutsch-russische Verhältnis jemals dargestellt hat.

In Ostasien würde eine Vierteilung der Welt in diesem Sinne China an die Stelle von Japan setzen. Das heutige von Marschall Tschiangkaischek geführte China ist, gemessen an seinen Nachbarn, klein und schwach. Ein China, das am Siege seiner Alliierten teilnimmt, würde wahrscheinlich territorial ziemlich groß werden. Aber darum wäre es immer noch nicht stark.

In diesem China und der sogenannten chinesischen Interessenzone würden sich vielmehr die Ausstrahlungen der russischen und amerikanischen Machtzone berühren.

Und da die Vereinigten Staaten voraussichtlich eine sehr starke Macht sein werden, würde die Intensität, mit der die amerikanischen und russischen Machtstrahlungen aufeinanderprallen, noch viel heftiger sein als die, die durch die Überschneidung der britisch-westeuropäischen und russischen Machtausstrahlungen in Europa erzeugt werden würde.

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Das wäre die Welt, in der die Gegner Deutschlands und Japans unter sich sind. Die Verlockungen dieser Welt sind schwer zu entdecken. Die Kriegsgefahren, die sie birgt, sind um so leichter erkennbar.

Es wäre die Welt, die den dritten Weltkrieg mit tödlicher Sicherheit heraufbeschwört, selbst wenn man annimmt, daß ein besiegtes Deutschland und ein besiegtes Japan sich nicht wieder erheben könnten.

Die Feindseite übersieht eins: Deutschland und Japan befinden sich nicht mit den übrigen Weltmächten im Krieg, weil es so etwas wie deutsche oder japanische Weltstörenfriede gäbe.

Der Krieg ist auch nicht darum entstanden, weil die Deutschen unsympathischer sind als die Engländer, oder die Japaner unsympathischer als die Chinesen. Die Kriegsursache liegt vielmehr darin, daß Deutschland und Japan als Nationen und als wirtschaftliche Einheiten in der Ausübung ihrer natürlichen Funktionen gehindert worden sind.

Diese Feststellung ist nicht gleichbedeutend mit der Festlegung der Gegner von Deutschland und Japan auf die Kriegsschuld.

12 - Die Schätze der Erde - das Monopol bestimmter Mächte

Dieser Krieg wird von Deutschland und Japan um mehr Lebensraum, um mehr Rohstoffe geführt.

Die Erde wie ihre Schätze waren vor dem ersten wie vor dem zweiten Weltkriege das Monopol bestimmter Mächte. Auf eine einfache Formel gebracht, besaßen die Russen das meiste Land auf der Welt und die Angelsachsen die meisten Bodenschätze.

Sie waren und sind die Großgrundbesitzer und die Großindustriellen. Völker wie das deutsche, das japanische und italienische, spielten bei dieser Verteilung die Rolle von Angestellten und Arbeitern. Hier liegt das soziale Moment, das den beiden Weltkriegen innewohnt.

Solange nicht, in übertragenem Sinne gesprochen, eine Weltbodenreform eingeführt wird, bei der die bodenarmen Völker an den volkarmen Riesenländern beteiligt werden, solange nicht eine Sozialisierung der Weltbodenschätze in dem Sinne einer Beteiligung der rohstoffarmen Völker an den Besitzungen der rohstoffreichen Völker stattfindet, werden die Ursachen dieses Krieges wie des letzten nicht zu beseitigen sein.

Die Frage, wer den Krieg militärisch gewinnt oder verliert, ist in diesem Zusammenhang bedeutungslos. Diese Frage allein kann niemals über die Dauer des Friedens entscheiden.

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August 1944 - Das Ende Europas ?


H. G. von Studnitz (»Berlin-Rom-Tokio«, Heft 5, Jahrgang 6, August 1944)
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Sommer und Frühherbst haben den Ablauf des Kriegsgeschehens in dramatischer Weise gesteigert. Die drei Hauptfronten des Kontinents sind in Fluß geraten.

Die feindlichen Armeen rücken dem deutschen Herz Europas näher. Der Gegner glaubt das Ziel, das er sich gesetzt hat, greifen zu können.

Die Ziele der gegnerischen Parteien haben sich während des Krieges immer wieder verschleiert. Als der Krieg ausbrach, stand es fest, daß Deutschland, Japan und Italien um breiteren Lebensraum, um eine bessere Verteilung der Weltrohstoffe und eine neue soziale Ordnung unter den Völkern kämpften.

Diese Ziele konnten nicht auch die Ziele der Gegner sein. Großbritannien, die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion besaßen genügend Lebensraum und überreichliche Rohstoffe.

An einer neuen Ordnung unter den Völkern war ihnen nicht gelegen, denn die bestehende kam ihnen zugute.

Die Definition der Kriegsziele

Die Definition der Kriegsziele bildete daher für die alliierten Staatsmänner ein wirkliches Problem.

Die Verkündung der Atlantik-Charter war ein Versuch der Lösung. Er war zum Scheitern verurteilt, einmal weil sich die Sowjetunion nicht an ihm beteiligte, zum anderen weil er in angelsächsischen Ländern selbst als praktisch undurchführbar erkannt und dementsprechend nicht ernst genommen wurde.

Nichtsdestoweniger erfüllte die Atlantik-Charter einen Zweck, der der feindlichen Propaganda zugute kam. Sie verhüllte eine Zeitlang das Nichtvorhandensein einer schöpferischen Idee der angelsächsischen Staatenführung für das Kriegsende.

Sie überbrückte ein Vakuum, und zwar das gefährlichste, das es in einem Kriege gibt: die Ohnmacht, das militärische Geschehen mit einem politischen Sinn zu erfüllen.

Die Macht Deutschlands auf dem Kontinent brechen

Die Niederwerfung Deutschlands und seiner Verbündeten ist vom Gegner oft genug proklamiert worden. Aber nur die Sowjetunion hat die Verkündung dieses Zieles mit einem politischen Gehalt zu erfüllen vermocht.

Sie hat niemals einen Zweifel daran gelassen, daß sie die Macht Deutschlands auf dem Kontinent zu brechen wünscht, um an ihre Stelle die russische Macht zu setzen; daß sie die deutsche Ordnung zu zerstören beabsichtigt, um sie durch die kommunistische abzulösen. Die Sowjetpolitik war und ist bestrebt, die militärischen Erfolge der Roten Armee in diesem Sinne umzumünzen.

Die Waffenstillstandsverträge, die sie Rumänien, Bulgarien und Finnland auferlegt hat, bedeuten nicht die Vorbereitung der Rückkehr zum normalen friedlichen Leben für diese Länder, sondern ihre Beugung unter den russischen Machtanspruch.

Der gleiche Sinn liegt der Sowjetpolitik in der polnischen Frage zugrunde. Das russische Kriegsziel ist somit die Zertrümmerung der europäischen Integrität und die Bildung eines russischen Weltzentrums als Nachfolgerin des europäischen.

Der Unterschied zwischen russischen und englischen Gedanken

Für die Russen bildet die Frage, was mit Europa nach einer Besiegung Deutschlands zu geschehen hätte, keinen Gegenstand des Nachdenkens. Anders für Großbritannien und die Vereinigten Staaten.

Die Verlegenheit der englischen und amerikanischen Staatsmänner, die Teilnahme am europäischen Krieg über das Moralische hinaus politisch zu begründen, haben wir verzeichnet. Die besten Köpfe in Großbritannien und den Vereinigten Staaten haben sich darüber den Kopf zerbrochen.

Soweit sie überhaupt zu einer Erklärung gelangten, wurde diese in dem englischen Wunsch nach Wiederherstellung des europäischen Gleichgewichts und in dem amerikanischen nach der Wiedereröffnung der europäischen Märkte gefunden.

Beide Konzeptionen arbeiten mit Schattenzielen. Sie wären der Verwirklichung am fernsten in dem Augenblick einer Bezwingung Deutschlands. Das britische Ziel einer Wiederherstellung des europäischen Gleichgewichts trüge dann nicht mehr anti-deutschen, sondern anti-russischen Charakter.

Der amerikanische Wunsch nach einer Wiedereröffnung der europäischen Märkte würde zusammenfallen mit dem Erlöschen nicht nur des politischen, sondern auch des wirtschaftlichen Begriffs Europas.

Ein Europa ohne Deutschland ?

Europa ist ohne Deutschland nicht lebensfähig. Die letzten Ereignisse haben die Richtigkeit dieser Erkenntnis bestätigt. Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen: gemeint ist nicht das Geographikum Deutschland, sondern das Reich als politische, militärische und wirtschaftliche Einheit.

In der politischen Anatomie des Kontinents übt das Reich die zentrale Funktion des Herzens aus. Hört dieses Herz auf zu schlagen oder wird es gar in mehrere Teile zerlegt, so treten Kreislaufstörungen ein, die für die übrigen Teile des Organismus über kurz oder lang tödlich sein müssen.

In der Anatomie ist kein Fall bekannt, in dem amputierte Glieder durch künstliche Ernährung lebensfähig erhalten werden können. Es gibt keine Arme und Beine, die weiterzuleben vermöchten, wenn sie von der Verbindung zum Herzen abgeschnürt sind.

Es war die Tragödie rumänischer, bulgarischer, finnischer und polnischer Staatsmänner, dieses Gesetz der politischen Anatomie Europas nicht begriffen und dagegen verstoßen zu haben. Sie alle: Polen, Finnen, Rumänen und Bulgaren sind Europäer und haben sich als solche betrachtet.

Wenn Deutschland erliegt, ist es damit nicht nur heute, sondern für immer zu Ende. Solange das Herz schlägt, vermag es die Glieder mit neuem Leben zu erfüllen. Solange Deutschland unbesiegt bleibt, ist jeder politische Irrtum in Osteuropa zu reparieren. Wird Deutschland geschlagen, so muß er sich verewigen.

Das Unvermögen der Angelsachsen, die Integrität Europas zu sehen

Die Geschichte der östlichen Waffenstillstände hat das Unvermögen der Angelsachsen, die Integrität Europas zu sehen, geschweige denn sie zu verteidigen, in erschreckender Weise demonstriert.

Es hat sich weiter gezeigt, daß eine Koordinierung der alliierten Kriegsziele nicht einmal im Sinne der Besprechungen von Teheran denkbar ist; und zwar einfach deswegen, weil es dort nur eine politische Konzeption, die sowjetrussische, gab, nicht aber eine anglo-amerikanische.

Das beste Beispiel bildet Bulgarien. Eine Verständigung über den bulgarischen Waffenstillstand zwischen den Alliierten wurde überhaupt erst möglich, nachdem auch Rußland Bulgarien den Krieg erklärt hatte. Klarer konnte nicht festgestellt werden, daß nur der Krieg, der Krieg, und noch mal der Krieg, die Vernichtung des Gegners, die Zerstörung der bestehenden Ordnung, niemals aber der Frieden und der Aufbau einer neuen, besseren Welt die Grundlage bildet, auf der die Koalition der drei alliierten Großmächte ruht.

Man braucht nicht für Deutschland zu sein, um zu erkennen, daß der Sieg dieser Koalition über Deutschland für Europa Folgen zeitigen würde, die weit verheerender sein müssen als alles, was der Epoche der deutschen Vormacht auf dem Kontinent von ihren unversöhnlichsten Gegnern nachgesagt worden ist.

Die Politik und die Bedingungen des Krieges

Die (reichs)deutsche Europapolitik steht seit fünf lahren unter den Bedingungen des Krieges. Wem diese nicht geläufig waren, mußte manches davon unverständlich bleiben.

Auf die Widerstrebenden, die Zaudernden konnte nicht immer jene Rücksicht genommen werden, die die Kunst der Politik im Frieden anwenden kann. Nichtsdestoweniger machte die Konsolidierung der europäischen Einheit ständig Fortschritte.

Zwang herrschte dort, wo Zwang aus militärischen Gründen unerläßlich war. Im übrigen gab es unter dem deutschen Mantel, als er ganz Europa deckte, liberale neben autoritären Ordnungen, Demokratien neben Diktatoren, Monarchien neben Republiken, Attentisten neben Aktivisten, bequemem Wohlleben hingegebene Neutrale neben den hart Kriegführenden, die sich äußerste Einschränkungen auferlegen mußten.

Die Vielfalt Europas war in keiner Weise gestört. Gewiß gab es auch ungelöste Fragen, aber wo auf der Welt gäbe es diese nicht. Es gab keinen Luxus, aber ausreichend zu essen für alle. Es gab Arbeit für jeden. Das war die deutsche Ordnung, das ist sie noch. Sie mag manchem unsympathisch sein, aber eine nicht populäre Ordnung ist immer noch besser als eine populäre Anarchie, wie sie sich heute in Italien bietet und der niemand zu steuern vermag (Stand von 1974).

Die zentrale europäische Lage

Die zentrale europäische Lage des Deutschen Reiches hat den
Standort der deutschen Politik immer wieder erschwert und kompliziert. Die Erscheinung des Mehrfrontenkrieges ist dadurch bedingt. Für die deutsche Politik konnte es niemals eine reine West- oder eine reine Ostlösung geben, denn jede hätte die Opferung bestimmter Teile Europas vorausgesetzt, was dem Gefühl der deutschen Gesamtverantwortung für den Kontinent widerlief.

Das war unter den Habsburgern nicht anders als unter Bismarck und jetzt unter Adolf Hitler. Das Deutsche Reich ist im Laufe der Geschichte mehrmals besiegt worden.

Zerstört werden konnte es nie. Es hat Aufteilungen gegeben, wie es heute Aufteilungspläne gibt. Immer sind nach einiger Zeit die getrennten Glieder wieder zusammengewachsen.

Selbst ein Teil des Deutschen Reiches, wie er in dem Torso der österreichisch-ungarischen Monarchie nach 1806 weiterlebte, besaß noch politische Kraft für ein ganzes Jahrhundert. Bismarck drückte dies in dem klassischen Satz aus, daß man die Donau-Monarchie künstlich schaffen müsse, wenn sie nicht schon bestände. An keinen Satz haben die Schöpfer des Versailler Friedens so eindringlich denken müssen.

Der oder die Kardinalfehler der Friedensmacher

Einer von ihnen, Lloyd George, hat die Zerstörung des Habsburger Reiches als den Kardinalfehler der Friedensmacher von 1919 bezeichnet. Demgegenüber wäre der Versuch, das heutige Deutsche Reich durch einen neuen Gewaltfrieden auflösen zu wollen, der offene Wahnsinn.

Die Nachfolgestaaten Österreichs waren niemals lebensfähig. Nachfolgestaaten des Dritten Reiches wären totgeborene Gebilde. Ein Zoneneuropa ist gleichbedeutend mit keinem Europa.

Zwischen diesen Möglichkeiten tobt heute der Krieg. Fällt Deutschland, so lautet die Frage an alle Europäer, gleichgültig in welchem Lager sie standen, ob Franzosen, Skandinavier, Polen, Italiener oder Balkanvölker:

Kleiner Mann, was nun? Über den Kopf der kleinen europäischen Leute würde diese Frage so entschieden werden, daß von ihnen und dem politischen Kontinent, auf dem sie wohnen, nichts mehr übrigbliebe. Darüber muß sich Europa klar sein, gleichgültig, wie es zu Deutschland steht.

Das deutsche Volk ist von diesem Bewußtsein erfüllt. Von ihm getragen, hat es den beispiellosen Kampf der letzten fünf Jahre geführt, von ihm getragen, wird es den noch schwereren Kampf der nächsten Monate durchstehen.

Das deutsche Volk kämpft um sein Leben, das Deutsche Reich um seinen Bestand. Die Erhaltung des einen wie die Sicherung des anderen sind die einzige Garantie einer europäischen Zukunft. Sie wird erkämpft werden, koste es, was es wolle.

Und damit wird dieser Krieg nicht das Ende der europäischen Geschichte beschließen, sondern an seinem Schluß wird ein neuer großartiger Abschnitt in den Beziehungen der europäischen Völker und der Stellung Europas in der Welt eröffnet werden.

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März 1947 - The outcome of Moscow - Das Ergebnis von Moskau

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Mein Brief an »The Times«, London, ärz 1947

The outcome of Moscow
A GERMAN ARGUMENT - TERMS FOR A DEFEATED ENEMY - TO THE EDITOR OF THE TIMES
"Eine deutsche Meinung - Bedingungen für einen besiegten Gegner"

(Brief an »The Times«, London, veröffentlicht am 18. 3. 1947, anläßlich der Moskauer Konferenz.)

Übersetzung: »The Times« 18. März 1947 - Das Ergebnis von Moskau
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An den Herausgeber von »The Times«

Sir: In letzter Zeit sind Überlegungen darüber angestellt worden, ob es ratsamer sei, die Ergebnisse der Moskauer Friedenskonferenz dem deutschen Volk in Gestalt eines Statuts aufzuerlegen oder eine deutsche Zentralregierung mit dem Zweck zu bilden, diese Bedingungen anzunehmen.

Es ist erklärt worden, daß im ersten Fall die Deutschen jeder Verantwortung ledig wären, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, während im zweiten Fall eine demokratische deutsche Regierung, die ihre Tätigkeit mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages beginnt, so zum Scheitern verurteilt wäre wie ihre Vorgänger 1918 und daß die Chancen einer deutschen Demokratie zum zweitenmal verspielt werden würden.

Eine dritte Möglichkeit, die ins Auge gefaßt wurde, wäre die Unterschrift unter einen Friedensvertrag nicht nur von einer verantwortlichen deutschen Regierung, sondern auch von den Führern der wichtigsten Parteien in einer Nationalversammlung zu fordern und eine Volksabstimmung abzuhalten.

Aber was soll geschehen, wenn Parteiführer, Abgeordnete und eine Mehrheit des Volkes ihre Zustimmung verweigern? Zweifellos wird sich keiner dieser Vorschläge verwirklichen lassen, wenn die Friedensbedingungen als solche nicht akzeptabel sind.

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Es ist wenig wahrscheinlich, daß irgendein Deutscher, der seine Selbstachtung nicht verloren hat, gleichgültig, wo er politisch steht, sich freiwillig dazu hergeben wird, in Bedingungen zu willigen, die auf die politische, wirtschaftliche und kulturelle Auflösung seines Landes hinauslaufen. Keine Drohung wird ihn dazu bringen.

In einem Lande, in dem Millionen von Menschen hungern und frieren, die Wohnverhältnisse sich nur noch mit asiatischem Standard vergleichen lassen, in dem Millionen arbeitsfähiger Männer gehindert werden, nach Hause zurückzukehren, während weitere Millionen auf Grund ihrer politischen Vergangenheit diskriminiert sind, in einem Lande, in dem die schrecklichen Kriegsjahre mit ihren pausenlosen Luftangriffen bereits den Ruf einer guten alten Zeit gewonnen haben, in einem solchen Land haben Drohungen ihre Wirkung verloren, ist die Furcht, alles könne noch schlechter werden, verschwunden.

Ebenso unwahrscheinlich ist es, daß bloße Versprechungen eine Mehrheit von Deutschen verführen würden, das einzige Recht preiszugeben, das ihnen geblieben ist: die Haltung schweigenden Protests gegen die Zerstörung des deutschen Staates und der deutschen Nation.

Wenn Deutschland zerstört werden muß, so wird dies ohne die Zustimmung seiner Bevölkerung zu geschehen haben. Die Lehre, die die Deutschen aus der Vergangenheit gelernt haben, besteht gewiß darin, daß sich ehrliche Standhaftigkeit auch in der Politik am besten bewährt.

Aufrechte Deutsche würden lieber die Andauer der Fremdherrschaft in Restdeutschland für weitere hundert Jahre in Kauf nehmen, als die Aufgabe der deutschen Souveränität über das Ruhrgebiet oder die von Polen verwalteten Gebiete gutzuheißen.

Es darf daher gefolgert werden, daß es nicht darum gehen kann, ob die Friedensbedingungen durch ein Statut oder mittels einer deutschen Regierung erlassen werden, sondern nur darum, sie so zu formulieren, daß sie für die Deutschen annehmbar werden.

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Wenn den Italienern vernünftige Bedingungen gewährt wurden und möglicherweise auch Japan, warum dann nicht auch Deutschland?

Der dauerhafteste Friede in der neuen Geschichte war der 1815 in Wien geschlossene, mit dem der Schlußstein unter zwei Jahrhunderte französischer Aggressionen von Ludwig XIV. bis Napoleon I. gesetzt wurde.

Vieles von dem, das heute gegen Deutschland vorgebracht wird, konnte damals gegen Frankreich gesagt werden. Auch war die Rolle, die Rußland damals spielte, nicht sehr verschieden von der Haltung Moskaus heute.

In Wien jedoch wurde Frankreich nicht zerstückelt. Es verlor zwar die Eroberungen Napoleons I. (wenn auch nicht alle), behielt aber die Ludwigs XIV. In jedem Fall achteten Alexander, Castlereagh, Metternich und Hardenberg darauf, daß das französische Volk nicht für das Unglück verantwortlich gemacht wurde, in das Napoleon und seine Gefolgsleute Europa gestürzt hatten.

Es war gewiß nicht nur Talleyrand, dem sie diese politische Weisheit dankten. Die beiden Ziele, die sie im Auge hatten, waren die Wiederherstellung des politischen Gleichgewichts und die Wiedereinsetzung einer legitimen Regierung in Frankreich.

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Heute will man uns glauben machen, daß der Gedanke vom Gleichgewicht der Mächte aufgegeben wurde, zum mindesten in Europa. Wir müssen daher unterstellen, daß solche Erwägungen im Falle Deutschlands fortfallen.

Aber das Ziel, Deutschland für die Demokratie sicher zu machen, ist oft genug verkündet worden, wenngleich eine Auslegung dieses Begriffs auch sehr verschiedene Lösungen zuzulassen scheint.

Ein Deutschland, das eines Drittels seines Territoriums einschließlich seiner wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugungsgebiete beraubt wird, eine deutsche Industrie, deren modernste Anlagen man demontiert, die ihrer Forscher und Manager verlustig geht, ein deutscher Handel ohne Waren und Transportmöglichkeiten für den Import und Export muß zu einem uferlosen Chaos führen.

Demokratie, zumindest in ihrer westlichen Form, bedarf eines Minimums an Wohlstand. Das Potsdamer Abkommen leitete die Teilung Deutschlands ein. Wird der Vertrag von Moskau sie verewigen?

Die drei Teilungen Polens zwischen Rußland, Österreich und Preußen sind als die schamloseste Zerstückelung eines Staates in der modernen Geschichte beschrieben worden.

Obwohl sie Polen durch ein Statut aufgezwungen wurden, hat sie das polnische Volk niemals akzeptiert. Erwartet man eigentlich von den Deutschen des 20. Jahrhunderts weniger Selbstbewußtsein als von den Polen des 18. Jahrhunderts?

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Es bleibt nur ein Weg, um ein Dilemma zu vermeiden: die Moskauer Friedenskonferenz von 1947 zu einem so bleibenden Erfolg zu machen wie den Wiener Kongreß von 1815.

Das wird sich nur erreichen lassen, wenn den Besiegten Friedensbedingungen vorgeschlagen werden, die erträglich und annehmbar sind. Die Verantwortlichkeit der alliierten Staatsmänner ist um so größer, als Deutschland nach Moskau nicht eingeladen wurde und, wenn es eingeladen werden würde, vermutlich nicht in der Lage wäre, sich dort durch einen Talleyrand vertreten zu lassen.

Hochachtungsvoll
gezeichnet : Hans-Georg Studnitz Reelkirchen, Post Herrentrup, Lippe, Britische Zone, Deutschland

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Februar 1948 - Berichte von den Nürnberger Prozessen


»Die Zeit«, Hamburg, 5. 2. 1948.

H.-G. von Studnitz Nürnberg, den 10. Februar 1948

Herrn Brigadegeneral Telford Taylor Chief of Counsel for War Crimes
Justizpalast, Nürnberg
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