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„Führer und Verführte" - ein Buch aus dem Dezember 1945

Der Autor Hans Windisch hat nach den Aufzeichnungen seiner Vita bereits 1940 angefangen, sein Wissen um die Machenschaften der Clique (Horde) um Adolf Hitler und die Publikationen in den reichsdeutschen Medien aufzuschreiben. Diese Aufzeichnungen sind den Zetteln des Albert Speer in seiner 20-jährigen Haft in Spandau wiederum sehr ähnlich. Auch die Aufzeichnungen des Dr. Eugen Kogan in seinem Buch „Der SS-Staat" beschreiben die nahezu unbekannten Seiten des Hitler Regimes. Sollten Sie hier auf dieser Seite gelandet sein, beginnen Sie bitte hier mit der Einleitung.

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DIE „IDEE" DER BEWEGUNG

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Zuckerbrot und Peitsche

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  • Man muß vorausschicken: das Bild des Massenwahnes dieser Zeit wäre nicht vollständig, wenn man vergessen würde, daß sich auch Mahner fanden, die sofort erfaßten, was vor sich ging: viele geistige Führer Deutschlands, die aber dann entweder rechtzeitig auswandern mußten oder ermordet wurden oder in den Konzentrationslagern verschwanden.
  • Sowohl ein militärischer Fachmann wie Ludendorff als auch ein so nüchterner Historiker und Soziologe wie Spengler warnten frühzeitig vor der Gefährlichkeit dieses Fanatismus und Dilettantismus.
  • Ernst Wiechert, einer der wahrhaftigsten Deutschen, schrieb das Manifest, das ihn ins Konzentrationslager brachte, der Pastor Niemöller und viele andere warnten vergeblich. Und inzwischen wuchsen die Konzentrationslager schon zu riesigen Geschwüren am Leibe Deutschlands.

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Was war denn nun das Zuckerbrot ?

Aber die „Ideen" der Bewegung, das Programm, die sozialen Werke, das, was man alles in Angriff genommen hatte! War auch das nichts?

Gewiß: es war das Zuckerbrot zur Peitsche und ein wichtiger Faktor im Kalkül des Ganzen: es tarnte, schminkte, maskierte. Hier die sozialen Werke - da der Kadavergehorsam und der Terror.

Diese sozialen Werke konnten nur um den Preis der deutschen Seele hergegeben werden, und es ist ein wahrer Treppenwitz der Weltgeschichte, daß hier ein Volk still, glücklich und zufrieden gemacht wurde mit sozialen Wohltaten, die man aus seiner eigenen Tasche finanzierte, während es keuchend arbeitete, - Wohltaten, die in Madeirafahrten auf künftigen Truppentransportern bestanden, in Autobahnen für schnelle strategische Bewegungen, in einem fiktiven „Volksauto", das 1/4 Milliarde für die Rüstung ergab und in sozialen Hilfswerken, die gleichfalls ungeheure Beträge für die Rüstung lieferten, - im ganzen also für ein Attentat gegen das gleiche Volk, das man ausplünderte.

Die Gegenrechnung für diese sozialen Werke sollten denn auch Ströme von Blut sein.
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Die Gegenrechnung

Diese Gegenrechnung war der stille Vorbehalt von Anfang an. Denn das Treibende war von Anfang an der Machtwahn des Mannes mit der Hundepeitsche. Und ganz nebenbei bewiesen auch die privaten Erfahrungen der Hoheitsträger dieses Systems, daß geraubte Schlösser nicht an Glanz verlieren und daß Gewalt der geradlinigste Weg zum Erfolg ist.

Dieses Prinzip der Gewalt war in der Tat das einzige geistige Eigentum des Retters der deutschen Nation und seiner Trabanten. War die „Weltanschauung" ein absolutes Nichts, so waren auch die Programme und „Ideen" fast durchweg geborgtes oder doch besser gesagt gestohlenes Gedankengut.

Dieses Prinzip, alles ringsum zu assimilieren, was irgend eine Chance hat und jedem etwas zu geben, herrscht von Anfang an vor. Verfolgen wir die Entwicklung im einzelnen.
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Hitler : „Ich beschloß, Politiker zu werden"

Als der arbeitslose, vagierende Retter Deutschlands überdachte, wo man den Hebel ansetzen müßte, der endlich und mit den Mitteln des Redens in eine Vordergrundstellung führen könnte, sah er seine Konjunktur an der Stelle, an der man scheinbar am wenigsten Wissen, Können und Klarheit des Denkens benötigte und an der mit Affekten, Gefühlen, Schlagworten operiert werden konnte: in der Politik.

  • Anmerkung : Diese Erkenntnis hat sich bis ins Jahr 2026 gehalten - sogar weltweit - siehe Donad Trump.


Hier sah er von vornherein seine große Chance, und in die Materie selbst war er als Kasernenredner nationalistischer Offiziersgruppen bereits eingearbeitet. Er mußte sich fragen: Was hat augenblicklich eine Konjunktur ? Dann

  • a) Nationalismus mit Rachetenden: und
  • b) Kommunismus.


Wenn man aus beiden etwas macht, beiden das Wasser abgräbt, so wird man später weitersehen, auf welches Bein man sich stellt, - einer der beiden Bestandteile muß tragbar sein.
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Von den Russen übernommen - eine Kopien-Sammlung

Er tat das einfachste, das er tun konnte: er schlug die Konkurrenz mit ihren eigenen Waffen. Die Kopie beginnt schon hei den äußeren Formen und Symbolen: die Fahne kommunistisch rot, versöhnt durch etwas Schwarz und Weiß und ein germanisierendes Hakenkreuz, das von den Alldeutschen (Kapp) übernommen war. So sahen sich schon von außen her beide Lager angesprochen.

Die Partei selbst eine Arbeiter-Partei, also mit marxistischer Note. Der kommunistische Gruß der geballten Faust variiert durch die offene Hand, zugleich eine faschistische Kopie.

Der kommunistische „Genosse" blieb zwar Genosse, aber gewissermaßen ein Genosse ohne Hörner, ein Volksgenosse. Und anschließend die lange Reihe der glatten Kopien nach sowjetrussischem Muster - wir zählen das mal auf :

  1. Der Staatskapitalismus, die Sozialisierung der Industrie: sowjetrussisch, wenn auch nicht allzu offen, sondern auf Umwegen und mit den Mitteln eines raffiniert ausgebauten Zapf- und Kontrollsystems durchgeführt.
  2. Die Vergebung riesiger Staatsaufträge: sowjetrussisch.
  3. KdF: sowjetrussisch (genauer: Kopie der faschistischen Kopie, deren Muster sowjetrussisch ist).
  4. Der Zwang zur Arbeit, das Arbeitsbuch: sowjetrussisch.
  5. Die Pioniere der Arbeit: sowjetrussisch (dort Helden der Arbeit).
  6. Die Auswechselung des Goldstandards der Währung gegen den Arbeitsstandard: sowjetrussisch.
  7. Die wirtschaftliche Autarkie: sowjetrussisch.
  8. Die Jugendorganisationen: sowjetrussisch.

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Die Weltanschauung für Schwachsinnige - alles gestohlen

Also sowjetrussische Kopien auf der ganzen Linie. Nur zweierlei war original: der wütende Rassenhaß und die deutsche Mission.

Auch bei weitherzigster Beurteilung wird man nicht behaupten können, daß die so „urdeutsche" Idee dieser Bewegung auch nur einen einzigen originalen Gedanken aufwies, - außer dem Prinzip der körperlichen und geistigen Vergewaltigung, das schließlich nicht ganz neu ist.

Daß man die Welt in Völker aus Schurken und Völker aus Edelmenschen einteilen kann, - das vielleicht war neu an dieser Weltanschauung für Schwachsinnige.

Damit ist klar zu überblicken, was 1933 nur einige wenige sahen: selbst die Aushängeschilder des Nationalsozialismus waren gestohlen. Es waren Aushängeschilder für einen ganz anderen Tatbestand: sie verdeckten nach außen und nach innen den Sieg der herrschenden Horde, sie waren der Fraß, den man der (Menschen-) Masse hinwarf, das Zuckerbrot zur Peitsche.
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Die Idee des „Raubstaates"

So sah - gut getarnt und mit anderen Etiketten versehen - das zusammengestohlene geistige Kapital aus, mit dem man sich bei den Massen einige Chancen versprechen durfte.

Nur die Technik der Verwirklichung lieferte man aus eigenem Gedankengut: wer zu argwöhnisch war, eine so hochwertige Ware aus diesen Händen in Empfang zu nehmen, wer mit aller Gewalt nicht glücklich zu machen war, wurde als Volksschädling kaltgestellt oder „ausgerottet", bis die übrigblieben, die sich für die Beglückung eines Bauernfangs größten Stiles eigneten.

Nun pflegt allerdings keiner, der stiehlt, die schlechteste Qualität zu stehlen, - woraus sich dann die „Ehrenrettung" der Nazis ergibt, daß „manches doch auch gut" war. In der Tat: die Konkurrenz hatte eine erprobte Auswahl zu bieten - und man nahm.
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Und somit die finale Bewertung des Nationalsozialismus

Unter Abzug dieses fremden Ideengutes enthüllt sich somit der gesamte Nationalsozialismus: er war weder neu, noch eine Lehre oder gar eine Weltanschauung, sondern er war eine ganz bestimmte Gehirnverfassung mit seuchenartigen Symptomen, etwas, das ausbrach und das man unabhängig von diesem oder jenem sachlichen Programm betrachten muß.

Denn irgendetwas mußte man schließlich zu bieten haben ...
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Die Idee und die Organisation des „Raubstaates"

Im ganzen aber ist die nationalsozialistische „Idee" in allen ihren entscheidenden Punkten eine sowjelrussische Anleihe, umgebogen und zugerichtet für die Zwecke eines reinen Raubstaates.

Für diese Idee des Raubstaates war nun 1933 die Organisation, der Apparat aufzubauen. Auch dieser Apparat zeigt bis in alle Einzelheiten den außerordentlichen Scharfsinn und die gnadenlose Systematik, deren der Paranoiker bei der Verfolgung seines Zieles fähig ist.

Es war ein Apparat zur Vergewaltigung von - vorläufig - siebzig Millionen Menschen.

Man setzte sich zusammen, man verteilte die Rollen, man war jetzt unter sich ...
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DIE METHODEN

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„Wir können doch nicht warten bis alle sich zu bekehren geruhen."

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Die Retter am Werke

In gewissem Sinne war dieser Apparat ein geniales Kunstwerk und in seiner Durchdachtheit bewunderungswürdig, etwa so, wie das Netz einer Spinne bewunderungswürdig ist, aus dessen klebenden Fäden es kein Entrinnen mehr gibt.

Der Gedankengang war der: Je mehr Menschen persönlich an der Aufrechterhaltung des Systems interessiert sind, desto haltbarer wird das System sein. Als Funktionäre standen alle die Hunderttausende zur Verfügung, aus denen „die Partei" bestand, in erster Linie also das, das ihr von Anfang an zugelaufen war an Arbeitslosen, Unzufriedenen, Gescheiterten und zweifelhaften Existenzen.

Da das leitende Prinzip die rohe Gewalt war, so hatten sich auch bereits die entsprechend Begabten (des Pöbels) an die Spitze gearbeitet. Dieser fachlichen und menschlichen Elite wurde Deutschland übergeben. Hinter ihr stand das Heer derer, die auf die versprochenen Posten im tausendjährigen Reiche warteten.
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Der Apparat

Aus den Hunderttausenden dieser Anwärter setzte sich der ungeheure Apparat zusammen, der Deutschland bis in die feinsten Kanäle durchzog, bis in die Wohnzimmer, bis in die Betten der Staatsbürger.

Und alle diese Hunderttausende waren persönliche Interessenten, Stützen des Systems schon deshalb, weil es sie die Existenz und gegebenenfalls den Kopf kosten konnte, wenn das System fiel. Mittäter mußte man sich verpflichten!

Rein parteipolitisch gesehen lief der Plan auf die Mobilisierung einer sehr breiten, politisch indifferenten und unbegabten Schicht hinaus: des reaktionären Kleinbürgertums, des wirtschaftlichen wie des geistigen Kleinbürgertums, und sehr wesentlich auch auf die politische Aktivierung der Frauen.

Aus diesen Schichten des Vokes waren (Menschen-) Massen zu holen. Die Arbeiterschaft fiel zu einem kleinen Teil dem sozialistischen Aushängeschild zum Opfer, zum größeren Teil aber sah sie sich eines Tages von den (Menschen-) Massen der Kleinbürger überrannt und das wahre Gesicht der „Bewegung" kam zum Vorschein: finanziert von der Schwerindustrie hatte sie die Arbeiterschaft zunächst unterminiert, dann überrannt, um zuletzt ihre Organisationen zu zerschlagen.
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Was bis 1933 in Deutschland passierte

Alles das, das sich bis 1939 abspielte, war im Grunde der Aufstand des zu (Menschen-) Massen geballten, rasend gemachten Kleinbürgertums, und an der Spitze die herrschende Horde mit ihren beiden Steigbügelhaltern: der Schwerindustrie und der Generalsclique.

Dies alles gebündelt durch das Instrument der „Partei", die letzten Endes keine Partei war, sondern eine Büttelorganisation des Pöbels von riesigen Dimensionen.

In der Konzeption und in der Durchführung war dieser riesige Apparat von einem fast diabolischen Raffinement, er war bis ins
Kleinste und mit solcher Spitzfindigkeit durchgearbeitet, daß man auch hier wieder sowohl die Engstirnigkeit wie die bedingungslose Systematik seines Verfassers (Hitler oder wer ?) beobachtet.

Wir sprachen bereits davon: das Perfide an diesem Bauernfang größten Stiles lag darin, daß der Geist des Gemeinen und tief Unanständigen geschminkt auftrat, nämlich gekuppelt mit sozial sehr vertretbaren Wünschen, die in ihrer Unverfänglichkeit verdeckten, was einer massenhaften Verseuchung der Geister diente.
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Die Irreführung als Wissenschaft

Wirklich neu war in jenen zwölf Jahren die auf das höchste entwickelte Technik der Irreführung, der Verschleierung und des planmäßigen Volksbetruges, - man muß hier fast von einer Wissenschaft sprechen.

Es wurden gänzlich neue Täuschungsverfahren erfunden, und man ging an die äußersten Grenzen dessen, das denkenden Menschen noch zuzumuten war, d. h. man tat es einfach und fand dank der Willenslähmung, die man erreicht hatte, immer wieder Gläubige, getreu dem Gesichtspunkt, den der Retter Deutschlands von vornherein aufgestellt hatte: „Ein Volk fällt einer großen Lüge leichter zum Opfer als einer kleinen Lüge".

Es war im übrigen nichts so platt, daß es nicht behauptet worden wäre, und wir erlebten das Zeitalter der schwülstigen Phrase, der völligen Veräußerlichung aller Werte.

Durch ganz Deutschland zog die Atmosphäre von Emporkömmlingen, protzten die Dekorationen hohlen Massenkitsches: ein Siegeszug des Ordinären auf allen Gebieten des täglichen Lebens, der Wissenschaften, der Kultur, der Innen- und Außenpolitik.

Und es zeigte sich, daß diese Methoden und dieses Niveau sich bewährten, d. h. dem, das schlechterdings nicht mehr geglaubt werden konnte, half der körperliche, geistige und seelische Terror nach.
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Das Volksschädlingsgesetz machte Widerstand tödlich

Das System lief sehr schnell (in wenigen Monaten) auf vollen Touren. Das Volksschädlingsgesetz gab der Willkür jede Handhabe, die Unabhängigkeit der Rechtsprechung war sowieso abgeschafft, von einem Rechtsstaat war nicht mehr zu sprechen.

Auch eine Verfassung gab es nicht, - die Verfassung war der Mann mit der Hundepeitsche selbst. Im ganzen wurde Deutschland zu einem Phänomen innerhalb der Kultur der Völker Europas. Wie hier siebzig Millionen Menschen die Haut über die Ohren gezogen wurde - das wird immer eine der erstaunlichsten Leistungen des menschlichen Scharfsinns bleiben.
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Die Etikettierung oder die Verschleiherung

Der Charakter des Systems wird schon an der neuartigen Etikettierung klar, durch die man umbog und tarnte, was früher anders hieß.

  • Es wurde eine vollkommen neue Terminologie des Bluffs erfunden: von den verwässerten Milchrückständen an, die zur „entrahmten Frischmilch" veredelt wurden, bis zur Unterjochung Europas, die als „neue Ordnung" lief. Ersatz wurde zum „Austauschstoff", das Konzentrationslager zum „Schulungskurs" oder zur „Sicherheitsverwahrung", der Parteiterror wurde zur „Gleichschaltung", die Enteignung der menschlichen Grundrechte wurde zur „weltanschaulichen Schulung", der Parteispitzel zum „Blockwart", die Organisation gegen Leib, Leben und Freiheit jedes Einzelnen zum „Sicherheitsdienst", der gebrochene Volkswille zum „Umbruch" und die Wiedereinführung der Leibeigenschaft zum „totalitären Staat".

    • Anmerkung : Auch das obige Szenario wiederholte sich nach 1945 in der russisch besetzten Ostzone Deutschands, unter leicht geänderten Namen - aber mit dem gleichen Ziel, der Volksverdummung.

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Der Begriff des Mannestums

Man kann nur an die wichtigsten der Methoden erinnern, die zur Anwendung kamen, vorweg an die Züchtung eines zweckentsprechenden Nachwuchses. In den Hochburgen der weltanschaulichen Brunnenvergiftung der Jugend wurde unter Mannestum begriffen: Rassenhaß, Überheblichkeit, Zynismus und Gewaltanwendung.

Es ging hier auch nicht um Wissen und Können, sondern um die „Gesinnung". Bis obenhin wurden empfängliche junge Seelen mit der neuen Weltanschauung angefüllt oder aufgefüllt, und hier ließ sich auch von vornherein und mühelos mit den Mitteln der massivsten Geschichtsfälschung operieren.

  • Anmerkung : Und genau das machen auch alle aktuellen halbwegs odr voll totalitären Regime von Russland über China und die USA bis Nordkore, Vietnam, sogar in Ungarn und Polen wurde es probiert.

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Als die auserwählten Rasseexemplare am Werke waren

Was hierbei unter "Gesinnung" zu verstehen war, erlebten wir und die ganze Welt schaudernd, als sich die Konzentrationslager öffneten: hier waren die auserwählten, die reinblütigsten Rasseexemplare am Werke gewesen, die siebenfach Gesiebten, die Zukunft der Nation, das beste, was sie zu geben hatte ...

Man kann sich das Schicksal einer Welt ausmalen, deren siegreiche Henker dies geworden wären.
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Die Rechtsprechung - erstmal grundsätzlich :

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  • Das Fundament eines Staatswesens ist das ihm zugrundeliegende Recht.
  • Recht ist nicht ein gottgegebenes, absolutes Unveränderliches, sondern es ist der jeweilige Ausdruck des Rechtsempfindens eines Volkes unter den Gegebenheiten seiner Kultur und seiner Epoche.
  • Daraus ergibt sich: ein Staatswesen ist so viel wert, wie das Recht wert ist, durch das es zusammengehalten wird.
  • Recht kann überaltern, der geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr konform sein. Dann muß es abgewandelt werden, vom Volke für das Volk.

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1933 - Das neue „natürliche Rechtsempfinden"

1933 wurde, wie auf allen anderen Gebieten, auch auf dem der Rechtspflege mit einer Revision begonnen, die Vertrauen erwecken konnte: das „natürliche Rechtsempfinden" des Volkes sollte in der Rechtsprechung stärker zum Ausdruck kommen.

Das gewann zunächst Sympathien. Es wickelte sich hier etwas Ähnliches ab wie beispielsweise auf dem volkswirtschaftlichen Sektor: das allzu Gestrige fiel, und diese Anfänge waren überzeugend, vernünftig und vertrauenerweckend.

Langsam aber, fast unauffällig, glitt man aus dieser ersten Phase des gesicherten Vertrauens zum Eigentlichen hinüber: zur Verankerung der Macht der herrschenden Horde durch das Gesetz.

Auf keinem Gebiete war der klare Plan so leicht überblickbar wie auf dem der Rechtspflege: der Plan der Entmachtung des Volkes, nachdem man sich das Vertrauen dieses Volkes erschlichen hatte, und wer noch irgend die Ideen des Nationalsozialismus für wohlgemeint, aber verunglückt halten sollte: hier wird er belehrt.

Das, das dann endgültig Rechtsprechung in Deutschland hieß, war zynisch offene Willkür. Die Rechtsprechung war zur mechanisch funktionierenden Schlinge geworden, in der sich automatisch fangen mußte, was noch selbständiger Regungen fähig war.
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Still und heimlich - die neue Art der Rechtsprechung

Um diese Form des Rechts zu charakterisieren, genügen schon zwei Tatsachen, zwei Rechtsprinzipien, die das Maß der Willkür und der Korruption kennzeichnen:

Gegen Parteimitglieder konnte strafrechtliche Anklage nur mit
Zustimmung der Partei erfolgen. Aber auch in den Fällen, die eine Vertuschung nicht mehr zuließen, wurde das Strafmaß den Gerichten von der Partei vorgeschrieben.

In allererster Linie war das Strafrecht zum Instrument der Ausrottung aller politischen Gegenströmungen geworden. Der Begriff des Volksschädlings, eine Schlinge von seltener Niedertracht und Tücke, hat hunderttausende unschuldiger, anständiger Menschen um Freiheit, Eigentum und Leben gebracht.
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Der oberste Rechtsgrundsatz

Allem Recht und Gesetz in Deutschland übergeordnet war schließlich der oberste Rechtsgrundsatz: Recht ist, was „der Führer" als Recht erkennt.

So erkannte dieser oberste Richter beispielsweise nach freiem Ermessen, bis zu welchem Umfange ganze Sippen - Frauen, Kinder und entfernteste Verwandte - jeweils „auszurotten" waren.

Das ist heute bereits unfaßlich und es bedarf keiner Diskussion, daß ein Staatswesen, dessen Recht ein einziges Dokument der Willkür, der Korruption und Zersetzung war, nur ein Dasein von Jahren haben konnte, trotz allen Terrors und auch ohne das Abenteuer eines Krieges.

Diese Staatsform - soweit sie überhaupt als eine Form gelten kann - war bereits mit dem Kern der Fäulnis geboren worden, und bitter ist lediglich, daß dem deutschen Volke nicht mehr die Zeit blieb, die unausbleibliche Selbstzersetzung dieses riesigen Fäulnisherdes zu erleben.
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Der Feldzug gegen die Vernunft

Auch das gehörte zum wohlbedachten System: junge Menschen sind noch knetbar und Toren und Gedankenlose sind leicht zu verblüffen, - aber da waren noch Reste von wacher Intelligenz und von sicherem Urteil im deutschen Volke, stummgemachte zwar, aber gefährliche und schwer greifbare Gegner. Ihnen galt ein besonderer Feldzug, der Feldzug gegen die „Intellektuellen".

Man durfte schließlich mit Sicherheit annahmen: war das deutsche Volk auch bis zur völligen Wehrlosigkeit geknebelt, so gab es doch immer noch eine ganze Schicht von Menschen, die von vornherein alle die unsinnigen Argumente und Tricks durchschauten, mit denen man operierte, Leute, die sich gewohnheitsmäßig bei allem etwas dachten.

Diese dünne Schicht war eine latente Gefahr. Ihre mutigsten Bekenner waren zwar bereits aus dem Wege geräumt, aber ihr stiller Einfluß hätte das System unterhöhlen können, die Flüsterpropaganda der Vernunft hätte um sich greifen können.

Der Feldzug gegen die Intellektuellen, kurz vor dem Kriege gestartet, bot ein etwas groteskes Bild, er war der Kampf gegen einen anonymen Gegner, der sich zwar nicht mehr melden konnte und der doch überall war, - es war der Feldzug gegen die menschliche Vernunft überhaupt.

Das Wort Intellektueller - jetzt mit Beigeschmack

Das Wort Intellektueller wurde so lange durch Druckerschwärze gezogen, bis es den gewünschten Beigeschmack hatte: allein der Besitz von Intelligenz machte einen Mann für das Konzentrationslager reif, damit ihm dort jene weltanschauliche Schulung zuteil wurde, die sich in solchen Fällen als das wirksamste Gegenmittel bewährt hatte.

Dieser Feldzug gegen die Vernunft, unternommen noch kurz bevor der beabsichtigte Krieg in Gang gebracht war, entbehrte nicht einer gewissen traurigen Komik.
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Des Deutschen Vaterland

Gleichfalls auf die Gedankenlosigkeit der (Menschen-) Massen und auf die Lenkbarkeit der Jugend zugeschnitten war die Gleichsetzung von Partei, „Gesinnung" einerseits und Deutschland, Heimat, Vaterland anderseits.

Auch hier griff das System Zahn in Zahn: in den Händen der Partei lag die deutsche „Sendung" - also war die Partei und ihr Programm: Deutschland. Mit diesem Trick in Verbindung mit den Volksgerichtshöfen hatte man das deutsche Volk jederzeit an der Gurgel.

Auch von einer anderen Seite her waren seine Gedankengänge eingekreist - es mochte sich drehen wie es wollte. Wenn das Allgemeine Gebet in den Kirchen lautete: „Nimm unser Vaterland in Deinen beständigen Schutz und erleuchte seine Führer mit dem
Lichte Deiner Weisheit" - wie sollte der Gläubige ahnen, daß es besser hätte heißen müssen: „- und erlöse dieses Volk von seinen Führern, die das Reich Satans auf Erden begründet haben!"

Er hörte das Gebet und seine Zweifel schwanden. Für das Böse an sich hätte man nicht beten können. Und die sich vorzubeten weigerten, beteten andere Gebete - in Konzentrationslagern.
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Der Sündenbock

Von Anfang an arbeitete man mit einem Requisit, dessen sich noch immer alle Sektierer, Weltverbesserer und Umstürzler bedient haben: des Sündenbocks, des Prügelknaben.

Er stellt die Einrichtung dar, an der alle üblen Instinkte der (Menschen-) Masse zunächst warm gemacht und dann zum Kochen gebracht werden können, bis es die (Menschen-) Masse dorthin reißt, wohin man sie haben will.

Und vor allem: der Sündenbock setzt alle die edlen und reinen Motive des „Retters" erst in das richtige Licht, seine abgründige Verworfenheit ist der dunkle Hintergrund, von dem der Retter sich strahlend abhebt, ja mehr noch: selbst die (Menschen-) Masse wird geadelt durch den Vergleich mit dem menschlichen Tiefstand des Sündenbocks.

Das Rezept ist uralt, und ist kein Sündenbock vorhanden, so muß er gefunden werden. Ketzer, Schädlinge, Schmarotzer, Hexen, Zauberer, Parasiten und Verräter fanden sich noch stets, die für diesen Zweck wehrlos genug waren.
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Es war das „jüdische Volk"

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  • Anmerkung : Hier hat sich schon eine Verwechselung oder ein sprachlicher Mißbrauch eines Begriffs eingeschleust, der von dem „jüdischen Volk" sprach. Da die Menschen jüdischenGlaubens über die ganze Welt verstreut waren, solte man nicht von dem „Volk" sprechen. Es wäre mißveständlich. Denn die Deutschen und die Franzosen und die Engländer haben ihr Staatsgebiet, ihr Territorium, in dem das „Volk" lebt. Die Juden hatten zu dem Zeitpunkt 1945 kein eigenes Staatsgebiet. Und heute sollten wir von den Israelis sprechen, die in Israel leben.

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Sehr oft in der Geschichte war es das „jüdische Volk". Das schloß regelmäßig noch den Vorteil ein, daß man sich an seinem Besitz bereichern konnte. Schon der mittelalterliche Herrscher oder Stadtstaat wurde auf diese Weise seine Schulden schlagartig los.

Der kollektive Rassenirrsinn, der in Deutschland inszeniert wurde, war seinem Umfang nach in der Tat „einmalig" in der Geschichte. Man muß jedoch zur Ehre des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit sagen, daß es sehr wenig mit diesem Punkte des Parteiprogramms zu schaffen hatte.

Was in diesem Zusammenhang als „kochende Volksseele" auftrat, war jener Abfall, der Pöbel, der von Anfang an die Kerntruppe der „Bewegung" bildete, man blieb da unter sich, schon des Reingewinnes wegen.

Weniger glücklich war die Wahl eines anderen Gegners, eines Gegners, der sich wehren konnte: Sowjetrußlands. Daß man ihm an Ideen entlehnte, was irgend brauchbar schien, wäre ungefährlich gewesen, - aber es war ihm rechtzeitig versprochen worden, daß man ihm eines Tages die Ukraine nehmen würde.

  • Anmerkung : Die Ukraine war änlich wie Ostpreußen eine Kornkammer für die umliegenden Nationen.

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Friede nicht erwünscht

Auch das gehörte zum wohlbedachten System, daß alle pazifistischen Regungen radikal unterdrückt wurden. In diesem Punkte war schwer zu lügen, man war da ganz offen, bot nach außen zwar Friedens- und Abrüstungspakte an, sprach auch einzig vom Wiederaufbau Deutschlands und von Werken des Friedens („Ich glaube an einen langen Frieden"), zeigte aber zuhaus ganz eindeutig den Pferdefuß sobald sich Äußerungen einer „weichlichpazifistischen Tendenz" hören ließen.

Das deutsche Volk in seinen wertvollen Teilen wird damals zu seinen ersten Erkenntnissen gekommen sein - war dies nicht der gleiche belfernde Kasernenhofton, der schon einmal alles in den Abgrund kommandiert hatte ?

Zu spät, die Knebel saßen, die Fesseln waren eingeschnappt, von jetzt ab pfiff die Hundepeitsche.

Es war die gleiche Zeit, in der an die Adresse Frankreichs und Englands Angebote auf radikale Rüstungsbeschränkungen abgingen, die die bescheidenen Vorschläge eines Lammes hätten sein können, - indes die 90-Milliarden-Rüstung schon seit Jahren auf vollen Touren lief.
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Mehr Haß erwünscht

Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit hatte sich stumm zur Schlachtbank führen lassen. Gelähmt, erstarrt hatte es erkennen müssen, wen es da gerufen hatte. Aber es gehorchte, - weil ihm ja schon längst nichts anderes übrig blieb. Denn der Terror wütete, aus dem Ausnahmezustand war Kriegszustand geworden.

Aber als sich schon zwei Jahre vor Kriegsende die Niederlage am Horizonte abzeichnete, wurde die herrschende Horde bedenklich: diesem Volke fehlte etwas. Es fehlte ihm die Begeisterung!

Vorläufig hatte man sie nicht benötigt, der Terror ersetzte sie. Aber da Begeisterung auf keine Weise mehr anzufachen war, versuchte man es von der anderen Seite her.

Man sprach es offen aus: der Deutsche denkt zuviel, er hat zu stark das Bestreben, sich in die Lage der anderen zu versetzen, er ist „zu anständig" (es wurde wörtlich so ausgesprochen), er ist zu objektiv, zu lau, zu tolerant, kurz es fehlt ihm das, was allen unseren Gegnern eigen ist und was allein sie antreibt: es fehlt ihm der Haß!
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Befehl von oben :

Es war mit sofortiger Wirkung mehr zu hassen. Und zwar auf Grund folgender Tatbestände:

  • Jeder Engländer ist ein Heuchler.
  • Jeder Amerikaner ist ein brutaler Dollar Jäger.
  • Jeder Franzose ist degeneriert.


Alle sind Plutokraten (worunter sich der kleine Mann ein Mittelding zwischen Raubmörder und Defraudanten vorzustellen hatte).

  • Jeder Russe ist ein asiatisches Ungeheuer.
  • Jeder Jude ist ein Aussatz.


Keiner hat irgend etwas für die menschliche Kultur geleistet, und alle zusammen sind sich einig in dem Bestreben, das arglose und friedliebende deutsche Volk zu vernichten, von dem sie doch so viel lernen könnten.

Es ist übrigens sehr wohl möglich, daß es so und nicht anders im Hirn des Staatsoberhauptes aussah, das nie über die Grenzen Deutschlands hinausgesehen hatte, dem man aber auf Staatskosten Gelegenheit gegeben hatte, aus sämtlichen Gemeinplätzen nationalistischer und antisemitischer Hetzliteratur eine Weltanschauung zu präparieren.
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Es gab dennoch noch mehr Wahrheiten

Daß das deutsche Volk nicht genügend zu hassen vermochte, war wohl die einzige Wahrheit, die jemals aus dem Munde jenes anderen verschlagenen Dialektikers kam, der die Fäden des systematischen Volksbetruges propagandistisch in der Hand hielt.

So wenig sich das deutsche Volk bereit zeigte, seit dem September 1939 die Hand seines Henkers zu küssen, so wenig fand es Ursache, die Völker auch noch zu hassen, zu denen man es auf Landraub geschickt hatte. Hasser, glühende Hasser fanden sich in allen Schichten - aber in einer anderen Richtung.

Die Haßpropaganda änderte natürlich nichts. Sie wurde durch
eine etwas offenherzigere Devise abgelöst, die der „germanischen Gefolgschaftstreue" und gegen das Ende hin durch die Propaganda der „verbrannten Erde", und der Kriegführung mit Kindern, jungen Mädchen und alten Männern.

  • Anmerkung : Hier verweisen wir auf die Propaganda-Filme, die Kriegs-Filme und die Durchhalte-Filme der 1940er Jahre.

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Staatsbordell „Lebensborn"

Die Gerechtigkeit gebietet, daß auch positiver Leistungen des Dritten Reiches gedacht wird.
Dem Rassenkoller und der „Ausrottung" auf der einen Seite stand eine rassenschöpferische Einrichtung auf der anderen Seite gegenüber. Ihr Gedanke und seine Verwirklichung entstammt dem Hirn des Mannes, der als Führer der SS (Himmler ??) einige Millionen Menschen vernichten, verbrennen, verhungern ließ.

Die Einrichtung lief unter der etwas romantischen, vor allem aber unverfänglichen Bezeichnung „Lebensborn". Sie verdient Erwähnung deshalb, weil sie zeigt, bis zu welchen Absurditäten sich die idee fixe des Rassenwahns versteigen konnte:

Jedes einwandfrei „nordische" junge Mädchen hatte im Dritten Reiche die Chance, ja im Grunde genommen die vaterländische Pflicht der Mutterschaft von einem ebenso makellos nordischen „Edeling".

Nüchterner gesagt: in besonderen Heimen waren große blonde nordische SS-Jünglinge gern bereit, jeder nordischen Jungfrau das „Kind für den Führer" zu schenken. Der Anwärterin trug dies ein bequemes Leben, sorgsamste Sanatoriumsbetreuung und 3ooo Reichs-Mark ein. Das Kind schenkte sie dem Staate und sah es nicht wieder.

Gewiß, man darf nicht vergessen, daß ein Staatswesen mit seiner biologischen Fruchtbarkeit steht oder fällt. Wie jedoch in diesen zwölf Jahren jedes Problem krampfhaft und gewaltsam in Angriff genommen wurde, so auch dies.

Der böse Spruch im reichsdeutschen Volk um 1943 lautete :

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„Frauen macht die Beine breit, der Führer braucht Soldaten." - Soetwas durfte man(n) (oder Frau) auf keinen Fall laut sagen, der Weg nach Auschwitz war dann terminiert.
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  • Anmerkung : Der türkische Präsident hatte sich zu Corona-Zeiten sinngemäß fast wortgleich geäußert, ein Soldat sei billiger "zu produzieren" als einen deutschen Leopard II Panzer zu kaufen.

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Das ging bis zu folgender grotesken Verfügung: (reichsdeutsche bildliche oder filmische) Darstellungen der deutschen Mutter mußten mindestens vier Kinder enthalten ... Diese Direktive an die deutsche Kunst war ernst gemeint! Der Platz, den das Kind in diesem Staate einnahm, wäre würdig gewesen. Aber es hatte nur „Masse" zu bilden, es hatte „Volk ohne Raum" darzustellen.
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Giftmischer im Hintergründe

Das Sprachrohr der Retter Deutschlands war die „gleichgeschaltete" Presse. Gewiß, keiner Regierung ist es zu verargen, wenn sie sich ihrer eigenen Presse bedient und auch sonst nicht den gedruckten Umsturz zuläßt. Hier sind wir jedoch an einem Punkte angelangt, an dem es nur noch Zorn und tiefe Scham gibt gegenüber einer Gruppe von Menschen, mit denen das ganze deutsche Volk noch eine Abrechnung hat.

Es sind die, die in diesen zwölf Jahren die Seelenfänger des Mannes mit der Hundepeitsche waren, die kleinen und servilen Geister zu Füßen des Dämons, die emsigen Schürer und Hetzer und Schaumschläger.

Sie saßen an dem Stellen, an denen die öffentliche Meinung gemacht wurde, sie trugen ungeheure Verantwortung durch das Instrument, das in ihren Händen lag. Sie waren leidliche Kenner der Lage, Kenner der Volksstimmung und Kenner ihres Faches, also auch Kenner der Wirkung des gedruckten Wortes.

Sie haben wider besseres Wissen und wider das eigene Gewissen gegen die Sache ihres Volkes gearbeitet, von dem sie wußten, daß ihm nur noch der zitternde Gehorsam blieb. Sie gehörten den gleichen Intellektuellen an, in deren Händen noch der Rest deutschen Anstandes und deutscher Kultur lag, - und sie verrieten sie.
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Phrasen, neue Ausflüchte, neuen Trost fürs Volk

Sie saßen weiter auf ihren Posten und es verschlug ihnen nicht den Atem, als sie längst um die Fäulnis wußten, die in der herrschenden Horde saß, sie spannten weiter all ihr Wissen, ihre Kenntnisse und ihr Talent vor den Wagen eines Systems, von dem sie wußten, daß es innerlichst verderbt, daß es verbrecherisch war und daß es jeder menschlichen Würde ins Gesicht schlug.

Sie drehten die Dinge und wendeten sie und zogen alle Register, bis der kleine Mann Lüge nicht mehr von Wahrheit, echt nicht mehr von falsch unterscheiden konnte.

Anmerkung : Ein BLick in die 1936er Sonderausgabe des inzwischen judenfreien Ullstein-Verlages.

Sie füllten unentwegt neue Phrasen, neue Ausflüchte, neuen Trost in die Köpfe derer, die hermetisch von der Wahrheit abgeschnitten waren. Und damit bliesen sie bedenkenlos in das Feuer, das Deutschland vernichten sollte.
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Sie schürten das Feuer, das Deutschland vernichten sollte

Sie schürten mit ihren geschäftigen Zungen den Rassen- und Völkerhaß, sie predigten ekstatisch von der gottgewollten deutschen Mission, sie hetzten, heuchelten und warben weiter für die Hundepeitsche.

Sie sagten Vaterland und krochen vor dem Moloch mit dem Kommißstiefel, sie verkündeten seine Glorie, Herolde vor der Majestät des Verbrechens. Durch Presse und Funk injizierten sie zwölf Jahre lang Tag um Tag ihr Gift in die Seelen, geschäftige, verächtliche Giftmischer im Hintergründe.

Dies alles waren die Methoden, nach denen in Deutschland eine Weltanschauung gemacht und in die Tat umgesetzt wurde, und dieses von einem Genie der Erbarmungslosigkeit und Skrupellosigkeit erklügelte System war die einzige, die wirkliche und originale „Idee" des Nationalsozialismus. Auf tausend Jahre war das Ganze berechnet. Zwölf Jahre hielt es, zwölf Jahre zu lange.
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Reinliche Scheidung

Auch das Verderbliche muß scheinbar bis an ein äußerstes Ende gelangen, an dem es sich totläuft. Damit schließen wir dieses Kapitel.

Es zeigt ein Volk, das mit Ketten an seinen Todfeind geschmiedet war, es zeigt ein Tollhaus, aus dem es kein Entrinnen mehr gab. Aber daß dies alles sein konnte, war nicht blindes Schicksal, sondern es gehörte zum Auflösungsprozeß eines ganzen Volkes, - vielleicht um der Wiedergeburt dieses Volkes willen.

Daß es eine Krise des westlichen Menschen überhaupt war, werden wir später sehen. Landläufige Maßstäbe scheinen vor der Gewalt solcher Erschütterungen ohne Sinn zu werden, und das Einzelschicksal findet zuletzt nur noch die Worte Erich Kästners: „Wer es nicht erlebt hat, wer nicht verzweifelt in diesem Labyrinth umhergeirrt ist, der hat es leicht, den ersten Stein auf dieses Volk zu werfen".
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Aber der Stein wurde geworfen.

Er kam von Übersee und von einem Deutschen. Er, Zuschauer von ferne, richtete Botschaften an das deutsche Volk, zog den Trennungsstrich zwischen sich und der kollektiven Minderwertigkeit. „Wo ich bin, ist die deutsche Kultur."

Anmerkung : Dieser Spruch kam vom emigirierten Thomas Mann.

Psychologisch ein klarer Fall, vor allem der Diskrepanz zwischen Mensch und Werk. Und ein Rest, der nicht mit durch die große Worfel (??) gegangen ist. Schon einer wollte diesem Volke „keine Träne nachweinen". Auch sonst haben wir mit Kollektivurteilen und mit jeder Art von Pathos gewisse Erfahrungen.

Es ist jetzt noch unsere menschliche Pflicht, der einzigen wahrhaft heroischen Menschen zu gedenken, die der Nationalsozialismus hervorgebracht hat: derjenigen, die, den sicheren und ruhmlosen Tod vor Augen, sich dem gewaltigsten Terrorsystem aller Geschichte entgegenstellten und das Opfer ihrer selbst brachten. Sie sind uns verkörpert durch die Männer des 20. Juli und die Führer der Studentenrevolte von München.

Ihr Opfer war - rein geschichtlich gesehen - von so verzweifelter Selbstlosigkeit, daß man sich nur beugen kann.

Diese Heroen des größten Krieges aller Zeiten hatten keine Ritterkreuze zu erwarten, um ihre Hälse legte sich die höchste Auszeichnung, die die Horde zu vergeben hatte, die Deutschland in ihren Klauen hielt: der Strick und das Fallbeil. Es waren auch Frauen darunter.
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