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Hier geht es um den Dokumentarfilm „Mein Kampf" aus 1959

Es ist dem Leser zu erklären, daß es zwei Filme mit diesem Titel gibt. Dieser Zweistunden- Film hier ist kein Spielfilm sondern ein Dokumentarfilm und der wurde in Schweden zusammengestellt und dann in 1960 deutsch synchronisiert.
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Mein Kampf - DER DOKUMENTARFILM ÜBER DAS LEBEN ADOLF HITLERS (112 Minuten)
VON ERWIN LEISER im Jahr 1959 in Schweden vom deutsch-schwedischen Regisseur erstellt.
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Einleitung - Im Vorspann zu dem Film heißt es:

Jedes Bild in diesem Film ist authentisch. Alles, was hier gezeigt wird, ist geschehen. In unseren Tagen. Für eine vollständige Schilderung der Tyrannei Hitlers reicht die Zeit nicht aus. Entscheidende und typische Episoden werden aufgezeigt - als Antwort auf die Fragen: Was geschah damals? Wie war es möglich?

Dieser Film ist der Erinnerung an Hitlers Opfer gewidmet, in Deutschland, in der Welt. Er ist eine Warnung an die Lebenden und mahnt uns an das Recht jedes Menschen, als ein Mensch zu leben.
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DER FILM (aus 1959)

zeigt schlaglichtartig in einzelnen, besonders markanten und wesentlichen Episoden die Entwicklung Adolf Hitlers vom einfachen, unbekannten Mann aus dem Volke zum Politiker, vom Führer des „Großdeutschen Reiches" zum Kriegsbrandstifter des zweiten Weltkrieges, seine großen Siege und vernichtenden Niederlagen und schließlich seinen schicksalhaften Untergang, mit dem eine Zwischenstation eines gewaltigen, weltgeschichtlichen Umbruchs ihr Ende fand.

In kurzen Szenenbildern und knapp gehaltenen Schilderungen wird zunächst die Entwicklung im Deutschen Reich vor und nach dem ersten Weltkrieg beleuchtet, werden die Fehler aufgezeigt, welche die Politiker in Deutschland und die Siegermächte nach dem ersten Weltkrieg machten, Fehler, die dem politischen Rattenfänger Adolf Hitler später als Steigbügel dienten, mittels deren er sich zum Reichskanzler und Führer Deutschlands aufschwingen konnte.
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Der in Deutschland seßhaft gewordene Österreicher

Die außerordentlich sprunghaft wechselnde Entwicklung Adolf Hitlers findet erst eine klare Zielrichtung, als der inzwischen in Deutschland seßhaft gewordene Österreicher nach seiner Rückkehr aus dem ersten Weltkrieg beschließt - Politiker zu werden! In der Stadt München, in der er schnell Kontakt mit nationalistisch eingestellten Kreisen findet, fühlt er sich wohl und wird bald Mitglied einer Arbeiterpartei, aus der er dann die NSDAP formt.

Die soziale Not in Deutschland als Folge der überaus harten Bedingungen des Versailler Vertrages versteht der gerissene Demagoge geschickt auszunutzen, um die Massen aufzuputschen und auf seine Seite zu ziehen. Göring und Streicher stoßen zur Partei, die in ebenfalls nationalistisch orientierten Gruppen um Ludendorff willkommene Bundesgenossen findet.

Der politische Gärungsprozeß in Bayern findet eine Entladung in dem von Hitler angezettelten Putsch vom 8./9. November 1923, der aber mißlingt und mit der Inhaftierung Hitlers im Gefängnis von Landsberg endet. Dort hat er Zeit, über die von ihm gemachten Fehler nachzudenken und gleichzeitig sein Buch „Mein Kampf" zu schreiben.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis macht er sich sofort unverzagt an den Wiederaufbau der Partei. Inzwischen ist Ebert gestorben und Hindenburg neuer Reichspräsident geworden, der später in seiner politischen Instinktlosigkeit Hitler auf legalem Wege die Macht in die Hände geben wird.
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Auf legalem Wege an die Macht

Denn das ist jetzt das Ziel Hitlers: Auf legalem Wege an die Macht zu kommen, das weitere wird sich dann schon ergeben. Die Parteiarbeit wird mit allen Mitteln intensiviert.

In Goebbels findet er den Trommler und überragenden Kopf, der ihm noch gefehlt hat, um seine Pläne zu verwirklichen. SA-Aufmärsche, Saalschlachten und die Parteitage in Nürnberg geben dieser Zeit das Gepräge und faszinieren die Massen, die in hellen Scharen in Hitlers Partei strömen. Durch allerlei Machenschaften schaltet er seine Gegner in den eigenen Reihen und in den anderen Parteien aus und wird schließlich von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.

Der Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933, der anschließende Schauprozeß, die nächste Reichstagssitzung unter SA-Terror und die öffentliche Bücherverbrennung zeigen schnell die Marschroute auf, die die Regierung Hitler einschlägt.

Reichspräsident und Reichskanzlers in einer Hand

Schließlich gibt Hindenburgs Tod Hitler die Möglichkeit, das Amt des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in seiner Hand zu vereinigen. Damit hat er nun völlig freie Hand auf dem Wege jener Politik, die unausweichlich zum Kriege führen und Deutschland zum zweiten Male innerhalb einer Generation in namenloses Leid und Elend stürzen wird.

Es beginnt mit der Gleichschaltung der verschiedenen Verbände und Organisationen, der einheitlichen Ausrichtung der Jugend und der Einführung des Arbeitsdienstes. Es folgt die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und die Schaffung der Konzentrationslager.

Die unblutige Besetzung des Rheinlandes ist der erste außenpolitische Streich, der Hitler gelingt, sein Prestige stärkt und seinen Gegnern weitgehend den Wind aus den Segeln nimmt. Die Schaffung der Achse Berlin - Rom - Tokio stärkt seine außenpolitische Position noch mehr. Die Gleichschaltung Österreichs ist dann nur noch eine Formsache, und schließlich nimmt die Welt sogar die Einverleibung der Tschechoslowakei hin, um den Frieden zu bewahren.
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Der Beginn des zweiten Weltkrieges

Aber im Rausch des Erfolges kennt der Machthunger Hitlers keine Grenzen mehr. Am 1. September 1939 greift die deutsche Wehrmacht, die Hitler in den vergangenen sechs Jahren buchstäblich aus dem Boden gestampft hat, auf seinen Befehl hin ohne Kriegserklärung Polen an, was die sofortige Kriegserklärung Englands und Frankreichs an Deutschland zur Folge hat.

Das ist der Beginn des zweiten Weltkrieges, denn Hitler hat sich geirrt, als er annahm, England und Frankreich würden sich um Polens willen nicht in einen neuen großen Krieg stürzen. Trotzdem läßt er sich nicht von dem eingeschlagenen Weg abbringen. Polen wird in achtzehn Tagen überrannt.

Das Ausrottungsprogramm des „Herrenmenschen" nimmt seinen Anfang mit der Massenvernichtung polnischer Juden. Nach der Winterpause folgen die weiteren taktischen und strategischen Maßnahmen im Frühjahr 1940 Schlag auf Schlag. Im April werden Norwegen und Dänemark in überraschendem Zugriff überrumpelt, der Einmarsch in Holland und der kurze Kampf in Belgien schaffen die Ausgangspositionen für den Angriff auf Frankreich, das in knapp sechs Wochen in die Knie gezwungen und besetzt wird.

Hitler auf der Siegerstrasse

Nach Erreichung dieser hervorragenden Schlüsselpositionen in weiten Teilen Europas scheint der Krieg für Hitler gewonnen zu sein. England zittert geradezu vor der jeden Augenblick zu erwartenden Invasion, denn nach der vernichtenden Niederlage bei Dünkirchen und den ungeheuren Verlusten an Kriegsmaterial dürfte sie letzten Endes nicht verhindert werden können, auch wenn die Luftschlacht um England große Erfolge gebracht hat.

Die Welt wartet auf ein Wunder - und Hitler macht seinen ersten entscheidenden Fehler und entschließt sich statt zur Invasion in England zum Angriff auf Rußland. Die gewaltigen Anfangserfolge auf dem östlichen Kriegsschauplatz machen Hitler selbstsicher und überheblich bis zum Wahnsinn.

Vernichtung bzw. Ermordung der Juden

Die Durchführung des Ausrottungsprogramms von Millionen Juden und „asiatischen Untermenschen" erschreckt die Welt. Der vier Wochen früher als gewöhnlich und mit geradezu sibirischer Kälte einsetzende Winter macht Hitler den zweiten großen Strich durch seine Rechnung. Es ist ihm nicht gelungen, Rußland vor Ausbruch des Winters entscheidend anzugreifen. Die neue Offensive im Frühjahr 1942 bringt Hitler zwar noch einmal vorübergehende Erfolge, aber die selbst verschuldete Vernichtung der sechsten Armee bei Stalingrad bedeutet bereits den endgültigen Wendepunkt des Krieges.

Während die Schergen Hitlers, Himmlers und Franks in den noch besetzten Gebieten Rußlands das Vernichtungswerk an weiten Teilen der Bevölkerung fortsetzen und damit den Kampfeswillen der Partisanen aufs äußerste anstacheln, bereiten sich die Russen zum großen Gegenschlag vor.
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Amerika - ein mächtiger Player greift ein

Von Amerika, das inzwischen ebenfalls in den Krieg eingetreten ist, mit gewaltigen Waffenlieferungen unterstützt, stellen sie zahlreiche neue Armeen auf, die an Zahl und Bewaffnung den teilweise stark dezimierten und ausgemergelten deutschen Truppeneinheiten weit überlegen sind.

Der unaufhaltsame Rückzug der deutschen Armeen aus Rußland beginnt. Die geglückte Invasion der Westmächte in der Normandie nimmt dann Deutschland von der anderen Seite erbarmungslos in die Zange und läßt das sichere Ende des Krieges und die unausweichliche Niederlage Deutschlands ahnen.

Aber Hitler läuft weiter Amok, und sogar das mißglückte Attentat vom 20. Juli 1944 kann ihn nicht dazu bewegen, seinen wahnwitzigen, auf jeden Fall verlorenen Krieg zu beenden. Obwohl der Krieg längst von allen Seiten her ins deutsche Land getragen worden ist, führt er ihn in völliger Verblendung weiter, bis er in den Trümmern Berlins sein verdientes Ende findet.

Das Ende - fast 60 Millionen Tote

Die furchtbare Zeche dieses mutwillig vom Zaune gebrochenen Krieges und die vielen in seinem Namen verübten ruchlosen Verbrechen bezahlt das deutsche Volk mit dem Verlust von mehreren Millionen Toten, Milliardeneinbußen an Geld- und Sachwerten, der Wegnahme der Ostgebiete, der Zweiteilung Deutschlands und der Schädigung seiner Ehre und seines Ansehens auf lange Zeit.
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Vom Wesen des Dokumentarfilms (aus 1959)

Als nach der Jahrhundertwende die Entwicklung des Films sich in einer verhältnismäßig ruhigen Epoche vollzog, da war neben dem Spielfilm im Kino auch noch Platz für einen kleinen "Beifilm" (oder Vorfilm), den sogenannten „Kulturfilm". Diese Filme brachten die kleinen Dinge und Geschehnisse im menschlichen Leben und in der Natur in unterhaltender und belehrender
Form den Zuschauern nahe, wobei aber beispielsweise bei Filmen wie „Der Dorfteich", „Fischfang auf See" oder „Der Adlerhorst" das persönliche Erlebnis, die Freude an der Natur und der Tierwelt gegenüber dem belehrenden Moment eindeutig den Vorrang hatte.

Diese Entwicklung überdauerte sogar den ersten Weltkrieg, und auch als man dazu überging, den Menschen in großen Expeditionsfilmen von fremden Ländern und Völkern und ihren Sitten und Gebräuchen zu berichten, sprach man noch von „abendfüllenden Kulturfilmen".

Die Erkenntnis über den Wert des "Films"

Aber dann brach sich allmählich die Erkenntnis Bahn, daß durch die Verbreitung von Wissensstoffen und Kenntnissen durch den Film - auch wenn es sich dabei teilweise um kulturelle Themen handelte - doch beileibe nicht von einer echten Kulturvermittlung gesprochen werden könne.

Je mehr als Folge der einschneidenden Wandlungen im Wirtschafts- und Geistesleben sich die gesamten Lebensgrundlagen der Menschen veränderten, die harten Forderungen des Tages die Idylle der privaten Atmosphäre weitgehend entseelten und den Individualisten zwangen, sich mit den soziologischen Problemen der Masse Mensch auseinanderzusetzen, änderten sich auch Charakter und Stil dieser „Kulturfilme".

Nicht mehr der einzelne Mensch, das einzelne Tier, der einzelne Naturvorgang stand nun im Vordergrund, sondern ihre jeweilige Funktion in Verbindung mit dem großen Ganzen wurde als wesentlich herausgearbeitet.

Der Begriff „Dokumentarfilm" war geboren

Schließlich setzte sich dann auch bei uns für Filme dieser Art weitgehend der Begriff „Dokumentarfilm" durch, eine Bezeichnung, die im Ausland schon lange gebräuchlich war. Der Dokumentarfilm behandelt ein irgendwie bedeutsames Gebiet menschlicher Wirklichkeit, wirft ein aktuelles Problem wirtschaftlicher, politischer, kultureller, beruflicher oder rein menschlicher Natur auf, das er je nach der Eigenart des Themas stilistisch formt und gestaltet.

Bringt er eine Idylle aus der Natur auf die Leinwand, dann tut er es nicht im Stile des früheren Kulturfilms, wobei das Schöne, etwa die romantischen Reize einer Landschaft, im Vordergrund stehen, sondern er bringt beispielsweise diese Landschaft in eine enge Beziehung zu den Menschen, die in ihr wohnen und leben, zu ihren beruflichen und sozialen Problemen, und zwingt damit zu einer geistigen Auseinandersetzung. Der Dokumentarfilm zeigt also nicht nur das Vorteilhafte und Angenehme auf, sondern auch die Mißstände und Fehler. Er will nicht nur unterhalten, sondern anregen, aufrütteln und die Zuschauer zur Kritik und eigenen Willensbildung veranlassen.

Der politische Dokumentarfilm

Das gilt in besonderem Maße für den politischen Dokumentarfilm. Selbstverständlich verfolgt jeder Film - auch ein Dokumentarfilm - eine Absicht, eine Tendenz, aber wenn er sich nicht dem Vorwurf aussetzen will, ein „Tendenzfilm" zu sein, darf er nur hieb- und stichfestes Material bringen.

Dieser Forderung ist in dem Dokumentarfilm „MEIN KAMPF" über die Ära Miller voll und ganz Rechnung getragen worden. Es gereicht den schwedischen Produzenten zur Ehre, daß sie sich der großen Mühe unterzogen haben, ein unwahrscheinlich umfangreiches Material aus der ganzen Welt zu sichten und daraus ein Filmdokument zu erstellen, das einzigartig ist und mit Recht den Anspruch erheben darf, ein absolut authentisches Abbild jener furchtbaren Zeit zu sein, denn keine Szene ist gestellt oder nachträglich gedreht, sondern nur Original-Bildmaterial verwendet
worden.

Die Geschehnisse unmittelbar zu zeigen, aber sie nicht zu kommentieren, sie nicht in tendenziöser Absicht zu kritisieren, sondern sie nur durch die Tatsache ihrer Realität auf die Menschen wirken zu lassen und sie so zu zwingen, sich geistig mit dem Erlebten auseinanderzusetzen und ihre persönlichen Konsequenzen daraus zu ziehen, diese wesentlichste Forderung an den politischen Dokumentarfilm ist in dem Film „MEIN KAMPF" aufs vortrefflichste erfüllt worden.

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Brauchen wir Zeitfilme ? (aus 1959)

Diese Frage ist von großer Bedeutung, wenn man den Film auch als einen Zweig der Kunst ansieht, deren tiefster Sinn ja wohl darin liegt, erbauend, belehrend und richtungweisend zu wirken.

Es war deshalb schon immer eine der wesentlichsten Aufgaben der Kunst, sich nicht nur mit der Natur und den allgemein menschlichen Dingen, die das einzelne Individuum betreffen, zu befassen, sondern auch intensiv mit den jeweiligen Zeitproblemen auseinanderzusetzen, die nach einer Lösung verlangen.

Es sind immer Ereignisse von einschneidender, ja oft weltweiter Bedeutung, wie es zum Beispiel die beiden Weltkriege waren, die die Menschen zwingen, sich mit den durch bestimmte Geschehnisse und Entwicklungen hervorgerufenen Zeitströmungen, Zuständen und Problemen zu beschäftigen und aus ihnen die richtigen Konsequenzen für die zukünftige Gestaltung des Lebens zu ziehen.

Sache der Künstler ist es dann, den Menschen dabei zu helfen, ihnen mahnend, tadelnd, aufrüttelnd und belehrend ihre Fehler aufzuzeigen, ihnen aber auch den Weg zu klaren Erkenntnissen und folgerichtigem Handeln zu weisen. Der Film als Ausdrucksform des modernen Lebens hat hier eine besonders lohnende Aufgabe.

Der Augenblick der unmittelbaren Gegenwart

Der echte „Zeitfilm" umfaßt nicht nur den Augenblick der unmittelbaren Gegenwart. Ein Filmgeschehen kann auch in einer Zeit spielen, die zehn oder zwanzig Jahre zurückliegt, und dabei durch sein Thema doch durchaus „zeitnah" sein. Die wesentlichen menschlichen Entwicklungen gehen in längeren Zeiträumen vor sich, und irgendein religiöses, politisches oder soziales Problern kann über fünfzig und mehr Jahre hinweg seine Bedeutung behalten und damit eben „zeitnah" bleiben.

Damit ist die Frage, ob wir „Zeitfilme" brauchen, schon beantwortet: Sie sind selbstverständlich notwendig, als Mahnmal und Erinnerung an die gemachten Fehler und als Wegweiser für die klügere und verantwortungsvollere Gestaltung einer besseren Zukunft.

Die sogenannten „Trümmerfilme"

Aus dieser Erkenntnis heraus entstanden nach 1945, als die Menschen, noch ganz unter den furchtbaren Eindrücken der vergangenen Kriegsjahre stehend, gezwungen waren, sich mit der harten Wirklichkeit von großer Not, maßlosem Elend und einer ungeheuren Zerstörung von materiellen und geistigen Werten auseinanderzusetzen, die sogenannten „Trümmerfilme".

Zuerst trat der Spielfilm auf den Plan und versuchte „zeitnahen" Problemen auf der Leinwand Form und richtungweisende Gestalt zu geben. Einige davon, wie beispielsweise „In jenen Tagen", „Ehe im Schatten", „Film ohne Titel", gelangen auch recht gut und überzeugend und zeigten, daß die bedrückenden und teilweise lebensbedrohenden Gegebenheiten der völlig aus den Fugen geratenen Welt nur die Folge der nicht gelösten Zeitprobleme waren.

Aber beim Spielfilm liegt bei derartigen Themen, die irgendwie in die politische Richtung zielen, doch immer die Gefahr einer „tendenziösen" Gestaltung recht nahe, und viele solcher Filme, die namentlich in England, Frankreich und Amerika hergestellt wurden, mußten als tendenziöse Machwerke abgelehnt werden, weil die wirklichen Tatsachen in eindeutiger Absicht völlig verzerrt wiedergegeben waren.

Diese Gefahr ist beim „Dokumentarfilm" seinem ganzen Charakter nach weit weniger gegeben. Und es hat auch einige Dokumentarfilme gegeben, die ein echtes und unverfälschtes Abbild irgendeines Zeitgeschehens oder zeitnahen Problems gaben.

Der Film „MEIN KAMPF" hat eine Sonderstellung

Auf dem Sektor des politischen Dokumentarfilms nimmt zweifellos der Film „MEIN KAMPF" über den Aufstieg und Untergang Adolf Hitlers und seines „tausendjährigen Reiches" eine Sonderstellung ein, weil er nur aus absolut authentischem Bildmaterial zusammengesetzt wurde und sich auch in seinen sonstigen Schilderungen streng an die historischen Tatsachen hält.

Diesen Film sollten sich alle ansehen, die Alten, die das alles miterlebt haben, und die Jungen, die diese furchtbare Zeit nur vom Hörensagen kennen! Man komme doch nicht mit törichtem Gerede, man solle nun endlich die Vergangenheit ruhen lassen.

Die Vergangenheit ist ein Teil der Gegenwart und nicht zuletzt der Zukunft. Die ältere Generation sollte sich dann der Fehler erinnern, die sie gemacht hat, der politischen Instinktlosigkeit, der Feigheit, des mangelnden Mitgefühls und Verständnisses für die Mitmenschen, die alle zusammen mit Schuld daran waren, daß es überhaupt zu einer Ära Hitler kommen konnte.

Und die Eltern sollten dann auch nicht zögern, ihren Kindern freimütig ihr Versagen in der einen oder anderen Hinsicht einzugestehen, denn dann werden diese, die genau wissen, daß auch die Eltern nur Menschen mit Fehlern und Schwächen sind, vor ihnen mehr Achtung haben, als wenn sie über alles nur den Mantel des Schweigens und Vergessens breiten wollen, wenn die heranwachsenden jungen Menschen sich vertrauensvoll an sie wenden und wissen wollen, wie das alles damals gewesen ist, und wie es dazu kommen konnte.

Denn die Heranbildung einer neuen Generation, die einmal eine bessere Zukunft gestalten soll, kann nur in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit schlechthin geschehen, und dafür ist der echte, politische Dokumentarfilm ein hervorragend geeignetes Mittel.
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