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Der "Kalte Krieg" zeigt seine Kräfte

In den aufgehobenen Unterlagen von Günter Bartosch haben wir mehrere Zeitungs-Artikel gefunden, die er ausgeschnitten und aufgehoben hatte. Es waren seien Zeitzeugen-Berichte. Günter Bartosch hatte die Berliner Blockade durch die Russen am eigenen Leib miterlebt. Auch waren die beiden Atombomben auf Japan von Niemandem vergessen.
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Anmerkungen zu dem Text aus 1954

In Deutschland war fast alles platt gebombt und auch die Setzmaschinen der Zeitungen waren zerstört. Man sieht es daran, daß hier noch amerikanische Gerätschaften benutzt wurden, die damals oft keine deutschen Umlaute abbilden konnten.
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DER KURIER

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Erstes Atom-Boot lauft vom Stapel

Groton, USA (AP). Das erste von Atomkraft getriebene Unterseeboot der Welt wird heute in Groton im Staate Connecticut von der Gattin Präsident Eisenhowers auf den Namen „Nautilus" getauft. Die amerikanische Marine erhält damit ein U-Boot, das in bezug auf Unterwassergeschwindigkeit, Aktionsradius, Ausweichfähigkeit und Feuerkraft alle bisherigen Unterseeboote in den Schatten stellt.

»Die „Nautilus" kann während der Fahrt mit Atomkraft, Dieselmotor oder Elektromotor betrieben werden. Im Kampf kann sie ebenso die herkömmlichen Waffen, wie auch Atomgeschosse, Atomtorpedos und Atomminen verwenden.

Die amerikanische Marine ist fest davon überzeugt, daß die „Nautilus" die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen wird, obwohl kein einziges Fahrzeug — weder zu Lande, zu Wasser oder in der Luft — bisher mit Atomenergie betrieben wurde.

Seit Monaten ist die Atom-Kraftanlage des neuen Unterseebootes in der Wüste von Idaho praktisch erprobt worden. Trotzdem wird es noch bis zum Sommer dauern, bis die „Nautilus" auf hoher See den endgültigen Beweis für ihre Seetüchtigkeit erbringen kann.

Bereits jetzt sind in das Boot die Torpedorohre eingebaut, aus denen die neuen, schnellen und geräuschlosen, elektrisch angetriebenen Torpedos mit Zielsucheinrichtung abgeschossen werden können. Außerdem können durch die Torpedorohre Torpedos mit Atomköpfen und Atomminen ausgestoßen werden. Ferner will man das Atom-Unterseeboot mit Einrichtungen für den Abschuß der unter dem Namen „Regulus" bekannten, gelenkten Geschosse ausstatten, die ebenfalls mit Atomköpfen versehen werden, können.
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Weltumspannender Radius

Der Stapellauf der „Nautilus" ist ein Wendepunkt in der Geschichte der Seefahrt, der mit dem Aufkommen des Dampfschiffs verglichen wird. Unterrichtete Kreise rechnen damit, daß ein mit Atomenergie betriebenes Schiff mehrmals die Erde umfahren kann, ohne Brennstoff aufnehmen zu müssen. Außerdem kann ein Atom-U-Boot mehrere Tage, vielleicht sogar Monate, unter Wasser operieren.

Seine Unterwassergeschwindigkeit kommt der der meisten Ueberwasserschiffe gleich. Die Bootshülle ist stark genug, um die „Nautilus" viel tiefer als die bisherigen Boote tauchen und damit der Entdeckung entgehen zu lassen. Das Boot kann untergetaucht die volle Atom-Antriebskraft benutzen und ist nicht auf den schwächeren Elektroantrieb angewiesen.

Die Entwicklung dieses ersten Atom-Unterseebootes war nur durch intensive Forschungsarbeit und durch die Bereitstellung erheblicher Geldbeträge möglich. Die Kosten der „Nautilus" einschließlich der Atomkraftanlage werden auf 55 Millionen Dollar (231 Millionen D-Mark) geschätzt.

Trotzdem hat der amerikanische Kongreß bereits den Bau eines zweiten Bootes, der „Sea Wolf", genehmigt. Die Bewilligung für ein drittes Atom-Unterseeboot, das eine noch größere Geschwindigkeit entwickeln soll, liegt ebenfalls bereits vor.

24.000 kW Wärme

Die Atomkraftanlage der „Nautilus" ist im Auftrag der amerikanischen Atomenergie-Kommission von der „Westinghouse Electric Corporation" gebaut worden. Als Brennstoff für den Atomofen wird Uran-235 verwendet, von dem ein Gramm den Gegenwert von etwa 24.000 Kilowattstunden an Wärme entwickelt. Die Hitze aus dem Atomofen wird durch Wasser auf die Dampfturbine übertragen.

Der Atomofen befindet sich in einem stark abgeschirmten Abteil des Bootes, so daß die in geringer Entfernung lebende Besatzung nicht durch Strahlungen Schaden erleiden kann. Der Dampfdruck in der „Nautilus" beträgt nur etwa die Hälfte des Drucks in den üblichen Dampfturbinen der Ueberwasserschiffe, weil die rasche Strömung des Wassers bei höherem Druck die Pumpen und Leitungen des Wärme-Uebertragungssystems durch Reibung abnutzen würde.

Regelung des „Atomfeuers"

Die Regulierung der Kraftanlage ist zweifach. Zunächst können Kontrollstäbe in den Atomofen eingeführt werden, um den Spaltungsprozeß abzumindern oder anzuhalten und so das „Atomfeuer" zu regeln. Außerdem ist die Dampfturbine mit einer normalen Steuerungsvorrichtung versehen. Das Boot enthält ferner eine Reihe von Sicherheitsvorrichtungen einschließlich einer automatischen Anlage zum Unterbrechen des Spaltungsprozesses im Falle der Gefahr. Verschiedene Instrumente warnen bei Strahlungen oder bei dem Austritt radioaktiver Flüssigkeit.

Aeußerlich sieht die „Nautilus" einem gewöhnlichen Unterseeboot sehr ähnlich, mit Ausnahme ihrer Größe von etwa 3.000 Tonnen und ihrem eigenartig abgestumpften Bug, der zur Erzielung höherer Unterwassergeschwindigkeit abgerundet wurde. Im Gegensatz zu anderen Booten hat die „Nautilus" jedoch nur eine Bootshülle. Die doppelte Hülle dient bei den gewöhnlichen Unterseebooten zur Aufnahme von Ballast und Brennstoff. Die „Nautilus" wird nur Tanks benutzen.
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