Sie sind hier : Startseite →  Die Hersteller→  Die Fese (Fernseh GmbH)→  Fese Kameras→  Fese KCM 125 -1985
typische historische Kamera

Zum Auffrischen und Erinnern . . . .

. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.

BTS Bosch Fernseh GmbH Fernseh-Studio Kamera KCM 125

Die drei Röhren Studio-Farb-Kamera mit 1" Plumbikons XQ 3070 war die letzte deutsche eigene Entwicklung der Kamera Spezialisten in (oder aus) Darmstadt. Und diese Kamera hätte um mehrere Jahre früher fertig sein können (eigentlich müssen), wenn da nicht im Management so viele nicht nach vollziehbare Entscheidungen getroffen worden wären.

Denn die Aufnahme- Technologie raste mit riesigen Schritten auf moderne Halbleiter Chips zu anstelle der Plumbicon Röhren und die Japaner forschten mit akribischer Gewalt und Engelsgeduld und waren so den Amerikanern und den Europäern bald um Längen voraus.

Weil die Japaner auch sogleich riesen Stückzahlen von ihren Chips fertigten, hatten sie damit die Chip Massen- Produktion im Land und somit die Ausfallraten bei diesen komplexen Chips bei der Produktion im Griff und natürlich das (lukrative) Preisgefüge fest in der Hand.

 

Wir hier in Deutschland konnten (oder wollten?) diesem Rennen nur noch machtlos zuschauen. Denn unsere Vertriebler als auch die Produktentwickler hatten zu lange gezögert (oder gepennt), die deutschen Produkte "weltmarkttauglich" zu entwicklen. Selbst Philips Broadcast in Breda kam damals ins (finanzielle) Schleudern und das will schon etwas heißen.

 

Die besonderen Eigenschaften der KCM 125, die zu der Zeit durchaus noch Alleinstellungsmerkmale waren:

 

  • Automaische Strahlstrom Kontrolle
  • Kontrolleinheit im 19" Einschub. Justage bis zu 6 Kameras.
  • Multicore Kabel bis 800 Meter. Triax bis 2000 Meter.
  • Empfindlichkeit: 620 lux bei Blende f/2,8.
  • Leistungsaufnahme 300 Watt / 220 / 110 Volt.
  • Gewicht ohne Objektiv : 30 Kilo

 

Das Baujahr der KCM 125 Kameras datiert etwa um/ab 1985. Einen Enblick in diese Kamera, deren Chassis auch die Basis der KCH 1000 geworden ist, gibt es hier.

Der nahezu direkte qualitativ gleichwertige Nachfolger dieser letzten Röhrenkamera war dann die LDK9 von Philips.

Bei Philips wurde schon länger an Halbleiter Chips geforscht und da BTS zu dieser Zeit schon ganz in den Besitz von Philips (vormals Bosch/Philips) übergegangen war, kamen die neuen BTS Kameras alle nur noch aus Breda in Holland.

Nachtrag:
Die traurige Story der KCM 125 - nach 25 Jahren erzählt

Der Markt für Studiokameras der oberen Qualitätsklasse boomte um 1980 herum und die Darmstädter wußten, daß ihre KCP 60 nicht mehr der allerneuste Schrei war. Darum arbeiteten die Entwickler an einer Fese/BTS Super-Kamera, natürlich noch auf der Basis der Philips Plumbicon Röhrentechnik.

Dazu winkte die EU schon vorab mit großzügigen Forschungsgeldern, wenn "wir" in Europa es "den Anderen", also den Japanern doch noch einmal zeigen würden, was HD Fernsehen wirklich ist, EUREKA 95 wurde geboren.

Doch ganz oben bei der Fese in Darmstadt saß "jemand"
, der vermutlich nicht den vollen Überblick über die Entwicklung der Technologie hatte und auch noch mit den Franzosen kooperieren wollte (oder vielleicht mußte?).

Jedenfalls wurde von ganz oben verordnet, daß die BTS/Fese anstelle einer (teuren) Eigenentwicklung die Studiokamera von Thomson Broadcast zu übernehmen hätte und daß dafür Thomson die (auslaufenden) 1" BCN 50/51/52 Bandmaschinen der BTS in Fankreich und anderen damit verbandelten Staaten französischer Sprache vertreiben (verkaufen) sollte.
.

Die tote Zeit von 2 Jahren oder die Blockade

Es dauerte nach Erzählungen der Buschtrommel geschlagene 2 Jahre, bis die Sturköpfe bei BTS (ganz oben) gerafft hatten, daß sie von Thomson unfair ausgetrickst worden bzw. über den Tisch gezogen worden waren. Vermutlich hatte Thomson nie auch nur die Absicht, die deutschen B-Format BCN Band-Maschinen - selbst in der SECAM Version - in Frankreich ernsthaft zu bewerben und damit zu verkaufen.

Auch wußten die BTS Kamera Entwickler und Techniker nach weniger als 4 Wochen, daß der wirklich progressiven modernen Computersteuerung der Thomson Kamera auf der einen Seite eine, sagen wir mal, gerade noch ausreichende PAL Bildqualität auf der anderen Seite gegenüber stand. Auch war das Erscheinungsbild (die Optik) dieser im Fese Design umlackierten Thomson Kamera so anders als die bisherige BTS Linie, daß alle deutschen "Anstalten" sofort unkten: Wo habt ihr die denn her ?
.

Die (französische) KCI wurde ein totaler Flop

Nach unseren bisherigen Informationen gab es in Deutschland nur 2 KCI, beides umlackierte und Fese/BTS gelabelte Vorführmodelle (die inzwischen mehr Wert sind als der Neupreis, weil sie so außergewöhnlich selten sind).

Die Kameraentwickler in Darmstadt haben aus eigenem Ehrgeiz an einer eigenen neuen Kamera weiter entwickelt, viel zu oft in ihrer Freizeit, weil sie es nicht auf sich sitzen lassen wollten, sie könnten das nicht mehr.

Als dann von ganz oben relativ kleinlaut (die Geschäftsführung soll damals gewechselt haben) der Wunsch nach einem eigenen (Kamera-) Produkt lanciert wurde, konnten die Entwickler freudig "hier" schreien und die dann später als KCM 125 benannte Entwicklung aus der Versenkung herausholen.

Was aber nur sehr leise erzählt wurde, war, daß es die Mitarbeiter doch sehr gewurmt hatte, daß es zwei volle verlorene ganze Jahre waren, die am Markt nicht mehr aufzuholen waren.

Die "Anstalten" hatten sich bereits anders orientiert und der BTS Kooperationspartner Philips (Philips hatte bereits 50% an BTS) hatte die neuen Chip basierten Kameras der LDK 9 Serie bereits fertig und den deutschen "Kollegen" in Darmstadt nicht viel davon erzählt.

Und das war frustrierend, den Zug der Zeit unwiederbringlich verpaßt zu haben. Die Philips LDK 9 Serie löste die KCM 125 Röhren Kamera der Fese ersatzlos ab, auch wenn beide unter dem gemeinsamen Label BTS segelten.

Auch das Verhältnis von BTS Deutschland und BTS Holland war von da an angeknackst oder sogar schon schwer beschädigt.
.

- Werbung Dezent -
Zur Startseite - © 2007 / 2017 - Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - Privatsphäre - Redaktions-Telefon - zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.