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typische historische Kamera

Zum Auffrischen und Erinnern . . . .

. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.

Die erste Fernseh-Studio Farb-Kamera KC 33 war ein Flop

Diese Röhren Farbkamera KC33 (KC stand jetzt für Kamera Colour) war die 1966 von der Bosch Fernseh GmbH entwickelte und gebaute Farbkamera. Das war kurz vor der Einführung des Farbfernsehens in Deutschland.

Nach unseren Informationen werkelte drinnen kein GE (General Electrics) oder RCA 4-Röhren Chassis. Es waren drei 3" Ortikons aus der Fese eigene Fabrikation (die Fese hatte damals noch eine eigene Glasbläserei) und das konnte nicht gehen, wie sich sehr bald herausstellte.

Das Gewicht der Kamera war exorbitant schwer, sehr hoch und damit fast unbedienbar. Die Kamera musste mit 2 Mann auf den Stativkopf gehoben werden und wehe, die Verrigelung war nicht eingerastet. Diese hier auf dem Bild "wohnt" auf einem Max Killi Neigekopf.

Mit Verstärker und Kontrolleinheit waren es dann ca. 200 kg. Diese Kamera wurde meist mit (oder nur auf) den legendären Vinten Pumpen bewegt.

Doch die deutschen Sender WDR, NDR und ZDF entschieden sich 1967 sowohl gegen diese Kamera wie auch gegen die RCA/Fese Kamera. Somit hatte die Fese nichts Adequates anzubieten. Das deutsche Farbfernsehen startete dann leider mit Philips LDK3 Plumbicon Kameras.

Hier der damalige Anzeigentext aus den RTM 3/1967

Die Farb-Kamera KC 33 040 ist eine von Grund auf neue Konzeption einer 3-Röhren-lmage-Orthikon-Farbkamera. Sie zeichnet sich durch besonders gute Farbwiedergabe innerhalb des gesamten Spektralbereichs aus. Dies gilt insbesondere für rote Farbtöne und damit auch für die Gesichtsfarbe.

Die Lichtempfindlichkeit wird von keiner vergleichbaren Kamera erreicht. Während die Beleuchtungsstärke im Studio für optimale Bildqualität 800 Lux beträgt, sind selbst mit 250 Lux noch gute Bilder zu übertragen. Damit ist die Kamera gleichermaßen geeignet sowohl für die Verwendung im Studio als auch für Außenübertragungen. Das kompatible Schwarzweiß-Bild zeichnet sich durch den bekannten Orthikon-Bildcharakter aus. Die Kennlinie des Super-Orthikons macht die Kamera unempfindlicher gegen Schwankungen der Beleuchtung.

Die Konstruktion der Kamera und der Aufbau der transistorisierten Schaltung verbürgen ausgezeichnete Langzeit-Stabilität. Die Kamera fügt sich bzgl. ihrer Konstruktion harmonisch in die neue Kassetten-Baureihe unserer Farbgeräte ein. Durch gleiche Bildlage und parallele Röhren in Verbindung mit sehr guter Abschirmung durch Mu-Metall und Ferritringe ist der Erdfeldeinfluß völlig ausgeschaltet. Entsprechendes gilt auch für andere äußere Wechselfelder.

Ungewöhnlich reichhaltige Betriebs- und Einstellhilfen erleichtern die Handhabung der Kamera im Betrieb: eingebaute Konversionsfilter und Graufilter, eingebauter Prüfprojektor mit 3 Diapositiven, eingeblendete Markierung zur Brennweiten-Anzeige in dem elektronischen Sucher, Farbwert-Signalumschalter zur Deckungskontrolle, Oszillograf mit Dreifach-Elektronenschalter zur gleichzeitigen Darstellung von Rot, Grün und Blau, 2-Pegel-Systeme für Vor- und Hauptverstärker, Eichsägezahn zur Gradations-Einstellung, automatischer Kabellaufzeit-Ausgleich, Farbanpassungs-(Matching) Verstärker, ein dünnes und sehr flexibles Kamerakabel.

Nach unseren Informationen wurden Anfang 1967 vier Kameras an den NDR geliefert . . .

und kamen postwendend wieder zurück. Zwei namentlich bekannte Herren der alten Entwickler-Garde wollten mit einem gewissen sturen Beharrungsvermögen (Andere sprechen von Beratungsresistenz) mit dem (Ortikon-) Kopf durch die Wand. Und das 3" Ortikon konnte die Vorgaben (der Farbdeckung) überhaupt nicht erfüllen. Das sogenannte Target war zu groß und bei 3 Röhren zu unterschiedlich.

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