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typische historische Kamera

Zum Auffrischen und Erinnern . . . .

. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.

Die Bosch KCI, 1981, eine Kamera von Thomsons Gnaden ....

KCI - ein frühes Bild der Thomson Kamera mit Angenieux Optik
dann die BOSCH Version mit Schneider Optik
hier das sehr ähnliche Thomson Original mit großem Sucher

Die Bosch Fese KCI von 1981 war keine !! BTS / Fese Entwicklung und alle wußten das, sogar die Kunden und Thomson war insgesamt (damals jedenfalls) nicht der Renner im europäischen Broadcast Bereich ausserhalb Frankreichs.

Die Franzosen selber hatten da wenige Alternativen, um nicht mit der (eigenen) Administration der "Grande Nation" zu kollidieren und die Pariser Sender mußten die eigenen Kameras kaufen (bzw. verwenden).

Laut dem (eigenen) Darmstädter "Bosch Fernseh" Management war diese KCI Kamera angeblich besser als die eigenen Entwicklungen und sie hatte sogar schon einen Microprozessor zum Abgleich verschiedener interner Funktionen.

Das war jedenfalls die Direktive von oben.
Jedoch der gesamte Rest der Kamera war nicht auf dem Stand der Zeit. Es war eigentlich eine LowCost Version und damit gab es riesen Probleme. Zum Beispiel war der Schwerpunkt der Kamera "sehr unglücklich" (also viel zu hoch) konstruiert worden. Auch der kleine Sucher oben drauf war eigentlich eine Krücke. So war der (Verkaufs-) Mißerfolg vorprogrammiert.

Und weiter tickert die Buschtrommel, daß die Franzosen von Thomson damals zur gleichen Zeit für die Bosch Fernseh "Brot und Butter Kuh" (also die weltweit erfolgreiche 1" MAZ BCN 52) eine digitale Steuerung entwickeln und bauen sollten, wobei diese Steuerung samt MAZ bereits vorab in nennenswerten Stückzahlen verkauft worden war. Im Gegenzug sollte Bosch Fernseh diese Kamera als KCI vermarkten. Beides hatte nicht funktioniert, obwohl die Digital-Entwickler von Thomson anerkannt gut waren.

Weiterhin wurde der eigenen Kameraentwicklung "von oben" untersagt, weiter an eigenen Studio-Kameras zu entwickeln. So makaber es klingt, die spätere KCM 125 wurde im Geheimen entwickelt, es war ja verboten. Und die Entwickler bei Thomson schoben das digitale Interface für die deutsche MAZ immer weiter hinaus (war das evtl. eine Direktive von oben ?) und es wurde dann ja auch nach mehreren Jahren nie fertig.

Alles in Allem kostete diese ignorante Fehlentscheidung (als eine von vielen Fehlentscheidungen der jeweiligen Firmenleitung) die Darmstädter sehr sehr viel Geld und vor allem die über Jahre aufgebaute Reputation.
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Wie das Leben so spielt, erst der Leidensdruck konnte die Blockade beenden.

Das digitale BCN 52 D-Steuerungsinterface war längst überfällig, bis die Bosch Oberen endlich gemerkt hatten, daß sie von Thomson "verladen" worden waren. Die Franzosen hatten vermutlich überhaupt kein Interesse, den Deutschen zu weiteren Erfolgen zu verhelfen.

Mit dem Kunden (einem großen deutschen Sender) wurde damals eine Konventionalstrafe bei Lieferverzögerung vereinbart, (das war so üblich,) die jedoch von nicht unerheblicher Höhe (es drehte sich um eine deutlich zweistellige Stückzahl) pro Woche so richtig ins Geld gehen würde (und somit bei jeder Firma Leidensdruck auslösen würde).

So wurde dann im Schnellstgang die interne Abteilung "Digitale Entwicklung" von Professor Hausdörfer mit seinen drei Entwickler- Kollegen beauftragt, dieses inzwischen extrem wichtige Interface zu entwickeln, um die vermutlich immensen Kosten (später als Preisnachlässe deklariert) der Verzögerung in Grenzen zu halten.

Und auch die KCM 125 Plumbicon 3-Röhren-Kamera kam natürlich um mindestens 2 Jahre zu spät auf den Markt und ließ den Japanern sowie auch (den "Kollegen" von) Philips einen deutlichen Vorsprung. Das Fese Image war offensichtlich schon angekratzt und laut Buschtrommel war das Bosch/Fese Management zu jener Zeit bereits extrem "beratungsresistent".

Und das hier - das ist ganz wichtig:

Eines dürfen wir dabei aber nicht vergessen, ........

die pensionsreifen (analog) Messtechniker in den "Anstalten" stellten diese antiquierten Forderungen an die Hersteller.

Und wieder haben die Japaner nur gelächelt und in ganz kurzer Zeit völlig neue innovative Produkte zu einem Bruchteil des Preises (bzw. der Kosten) auf den Markt gebracht. Und dann waren sie tot, die Hersteller in Europa mit den antiquierten Technologien.

2007/2008/2009 - Schalten Sie ab und zu mal Ihren Fernseher spät Abends ein und sehen Sie "Neues aus der Anstalt". Sie können sich den Bauch nicht vor Lachen halten, bis Ihnen so nach und nach das Lachen im Gesicht einfriert.

Woher wissen die Akteure das Alles ? Waren die bei meinen Zeitzeugen-Befragungen dabei ? Dort steht es nicht zwischen den Zeilen, in dieser Sendung sind es nämlich die Zeilen. Und so Vieles ist fatal wahr. Also das mit den antiquierten Ideen und weltfremden greisen Ansichten.

Ist natürlich alles gar nicht wahr, werden diese "Herren" (aus der Messtechnik der Sender) jetzt behaupten. Doch die Buschtrommel lügt nicht, es dauert nur etwas länger und die, die mir das jetzt risikolos geflüstert haben, die sind alle in unkündbarer Rente gelandet. (Und ich habe viele viele Spezialisten gefragt.)

Die damaligen (inzwischen auch pensionierten Analog-) Messtechniker wollten 1980 so kurz vor der Rente einfach nicht mehr umdenken und neu umlernen. Sie wollten (um fast jeden Preis) ihren (eigenen) Status aufrecht erhalten und so die wenigen (abhängigen) Hersteller zwingen, den ihnen genehmen Kram zu konstruieren (oder aber die Abnahme der Kameras würde solange behindert, bis den Anbietern die Luft ausginge).

Ist natürlich auch alles nicht wahr. Es ist natürlich auch nicht wahr, daß daraufhin (bei der Fese) von oben angeordnet wurde, die bei den Sendeanstalten bereits vorhandenen "diskreten" Bauteile weiterhin in die moderne (und damit alte) Technik einzubauen.

Wie wir heute wissen, hat sich dieses Denken fatal gerächt. Wir vergleichen heute in 2008 die Entwicklungen von damals miteinander bzw. gegeneinander, denn jetzt können "wir" (Redakteure vom Fernsehmuseum) uns das endlich leisten und bilden uns schon unser Urteil, wie weit die Japaner wirklich waren und vor allem, wie weit sie uns wirklich voraus waren.
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"Zumindest wir Deutschen" haben da (von oben angeordnet) den Markt verpennt. Die Führungsetagen hatten keinen Weitblick mehr und das war fatal. Und es färbte auf fast alle deutschen Spezialisten ab.

Erinnern Sie sich noch an die großen Studio-Fernseh-Monitore zum Beispiel von Blaupunkt ??

Na...??, da war doch mal was . . . . . .

Wer (oder was) ist heute Blaupunkt ?
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