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typische historische Kamera

Zum Auffrischen und Erinnern . . . .

. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.

Am 2.7.1986 wurde aus der "Fese", der (Robert Bosch) Fernseh GmbH die BTS-Broadcast Television Systems GmbH

Im "System" hatte es geknirscht und Bosch hat dann kurzen Prozess gemacht. Der "Laden" wurde abgestoßen. Doch im Großen und Ganzen hatte sich nichts Grundlegendes geändert.

Auch bei Philips fehlten die echten Visionäre
wie ein Steve Jobs oder vielleicht "ein kleiner Japaner" wie Akio Morita bei Sony oder die Jungs von Grass Valley.

1986 - Jetzt war also die FESE als BTS bei Philips mit im Boot.

die BTS/Philips LDK9 aus Holland
eine HDTV Studio Regie RMH 1000
der große HDTV Ü-Wagen kam zu früh

Über diesen "Einstieg" waren die alten Fese Leute gar nicht glücklich, war es doch mehr oder weniger zwangsweise so gekommen. Nachdem die FESE die (Röhren-) Kamera-Produktion aufgegeben hatte (die KCM 125 und die HDTV KCH 1000 waren die letzten aus deutscher Produktion) bzw. aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben mußte, war es vermeintlich nur logisch, sich mit dem größeren Partner, von dem man ja (jetzt) auch die Kameras vertrieb, zusammen zu tun. Die Versäumnisse der Vergangenheit haben sich bitter gerächt.

Irgendwo stand dann auch, daß Philips Eindhoven die Bosch Anteile später alle übernommen hatte, erst teilweise, dann mehr und immer mehr und dann vollständig.

 

Nachtrag des Autors:

1996 - nach 10 Jahren - von nun an Philips BTS Systems Division

Im April 1996 zur NAB 96 wird aus "BTS Broadcast Television Systems" die "neue" Philips Broadcast Television Systems und Darmstadt Griesheim nennt sich von nun an Philips BTS Systems Division. Ob das wirklich so glücklich war ?

BTS - ein Neuanfang ?

"Optisch" brilliante Produkte wurden bereits seit 1988 im analogen HDTV- Bereich entwickelt und angeboten. Im Darmstädter Labor wurde von der Philips BTS auch ein digitales HDTV MAZ System entwickelt und ausführlich dokumentiert. Doch gebaut wurde es aus mannigfaltigen Gründen nicht mehr. Es war bereits zu spät.

 

Denn die digitale Revolution kam lautlos und völlig unaufhaltsam aus Fernost. Selbst die Amerikaner hatten dem Nichts entgegen zu setzen, Ampex kooperierte (offensichtlich notgedrungen) mit Sony.

 

Für die ehemalige Fese bzw. Philips BTS waren es einfach nur noch der Standortvorteil Deutschland, die deutsche Sprache und die konservativen Entscheidungsträger in den staatlichen europäischen Sendern, die diese Entwicklung lange Jahre verschleierten. Die privaten Sender waren da wesentlich progressiver und vor allem sehr kreativ und wählerisch, wenn es bei gleicher Qualität nur noch um die Preise ging.

 

Aufhalten konnte BTS samt Philips Broadcast diese Entwicklung nicht mehr, sie mußten mitmachen, vor allem als großer leistungsfähiger Systemanbieter mit verblassendem Image. Und die Mitarbeiter waren das Herumgeschiebe in den Konzernen leid. In Gesprächen (in 2007/2008) mit inzwischen pensionierten Kollegen kam eine deprimierende Situation der Hilflosigkeit zum Ausdruck, die die immer wieder aufflackernde Kreativität und Produktivität nicht gerade beflügelte.

Intern gab es viele warnende Stimmen
bezüglich der hypermodernen deutschen (analogen) HDTV Technik und auch des eigentlichen Sargdeckels, der Quartercam Technik, einer vorhersehbar viel zu teuren Fehlkonstruktion von 1985.

Am 4.12.2000 - Nochmal verkauft . . . nach Frankreich

Dann wurde der gesamte Philips Broadcast Bereich und damit auch die deutsche "Systems Division" in Weiterstadt an Thomson nach Frankreich verkauft oder "abgegeben". Es war im Prinzip das Eingeständnis auch von der großen Firma Philips, im Broadcastbereich gegen die Japaner bzw. die gesamte Fernost Industrie verloren zu haben.

Am 4.12.2000 ging es als Eil-Ticker per E-Mail und Fax um die Welt:
Philips Professional Broadcast (also die frühere BTS incl. Weiterstadt) ist an Thomson Multimedia "verkauft" worden.
Norbert Bolewski schreibt: Daß Philips Broadcast zum Verkauf anstand, wußte man in der Branche. Daß mit Thomson Multimedia ein starker Partner diesen Unternehmensteil übernommen hat, erfüllt mich mit Zuversicht. - So schrieb es jedenfalls Norbert Bolewski am 4.12.2000

Die Marketing-Sprüche der beigefügten originalen Presse-Information in Englisch möchte ich Ihnen ersparen. Heute in 2010 wissen wir, es war alles ein Krampf mit den Franzosen.
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Wer war Thomson in 2000 ? oder "Das angeknackste Ego."

In den USA war Thomson nur als der gestrige "SECAM Laden" bekannt. Und jetzt heißen Sie weltweit sogar "Grass Valley".

 

Das wiederum ging in Europa nicht lange gut, das französische Ego war damit angeknackst. Wie kann man in Frankreich die englische Sprache fast "verbieten" (die Deutsche natürlich auch) und sich dann unter einem amerikanischen Namen präsentieren, und sei er international noch so werbewirksam.

 

Also heißt das Unternehmen jetzt wieder Thomson Grass Valley. Verstehen muß man das nicht, schon gar nicht die immensen Ausgaben für Marketing und Werbung, die jetzt alle wieder dahin sind. Aber die Amerikaner haben das ja mit Compaq und DEC (oder Tandem) und später mit HP und Compaq und jetzt mit Lucent und Alcatel vorgemacht (wie man Milliarden Invenstitionen in Namen und Logos verbrennt).

Und jetzt in 2010 heißen sie wieder Grass Valley, weil Thomson inzwischen einen fiktiven (oder virtuellen) Konkurs anmelden musste, das neue europäische Insolvenzrecht trat auch in Frankreich in Kraft. Alle Divisonen, die keinen ausreichenden Ertrag zum Konzernergebnis beisteuern können, werden abgespalten und stehen zum Verkauf an.

da kommt noch viel . . . . . . es ist noch nicht zuende  . . . . .
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Juni 2008 - und wieder Recht gehabt.

Hatte ich vor zwei Jahren darüber geunkt, daß es für die Franzosen untragbar (war und) ist, sich einen amerikanischen oder gar deutschen Namen zu geben, selbst nur als Anhängsel oder Kürzel zum eigenen Namen, dann hatte ich recht. Seit Mai 2008 heißt Grass Valley Germany nach Thomson Grass Valley wieder Thomson Systems. Nichts ist mehr von den renomierten Namen wie Bosch Fernseh oder Grass Valley übrig geblieben. Und Bosch Fernseh hatte weltweit einen hervorragenden Ruf wie später auch Grass Valley.

Da waren die Sony Marketing Leute besser dran, a "Sony is a Sony is a Sony". So etwas prägt sich über Jahre ein und dieses gesparte Geld kann man dann in innovative und bessere Produkte stecken.

Doch Thomson ist nahezu ein Staatsbetrieb und in Frankreich gehen Staatsbetriebe einfach nicht pleite.
(Nachtrag aus 2009: das dachte man immer, ist aber nicht so.)

Aber "man" (also die französische oder englische oder amerikanische Mutter-Firma) macht da eine "Division" (oder Zweigniederlassung oder Abteilung) schnell mal zu, (oder verhökert sie) wenn die (mediterrane) Laune danach ist, jedenfalls ausserhalb Frankreichs. Die französisch deutschen Chemiefirmen lassen grüßen, ebenso Telefunken (Nachfolger) und Saba (Nachfolger), die alle mal von Thomson übernommen bzw. geschluckt wurden.
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2010 - die Marktlage verschlechtert sich . . .

Der große Televisions-Boom ist vorbei, die Millionen von Zuschauern, auch die dümmsten, haben gemerkt, selbst mit 128 Farb-Progammen hat jeder Tag genau 24 Stunden und Null Sekunden, mehr nicht, auch nicht mit Gewalt oder Free-TV und auch nicht mit über 1500 (oder mehr) Programmen vom digitalen Satellit. Man kann nämlich weder die Physik noch die Biologie überlisten.

Die Sender suchen akribisch (und krampfhaft) nach Zuschauern (wegen der Quote) und nach Lockmitteln - HDTV soll der neue Renner werden. Klappt das auch nicht, dann gäbe es ja noch 3D Fernsehen. Irgendetwas muß der blöde dumme Kunde doch endlich wieder kaufen und (dann doch nicht) sehen.

Doch die HDTV Entwicklung ist sehr teuer und auf diesen Gebieten sind kleine Spezialfirmen immer besser aufgestellt als eine große Organisation. Zumal der Wettbewerb gnadenlos ist. Auch die japanische Industrie will und muß verkaufen.

Nur - wo ist die Lücke oder die Nische für einen heimischen Systemintegrator dieser Größe ?
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2012 - BTS wird wieder BTS - endlich (leider nur kurz)

Wir in Rhein Main haben da ein ganz prägnantes Beispiel, wie man sein Image oder Renommee verplempern konnte und das ist die BRAUN AG aus Kronberg.

Nachdem die gesamte Firma BRAUN Ende 1967 von der amerikanischen Gillette gekauft wurde,
ging es etwa 10 Jahre noch gut, dann mußte gespart werden und die renomierte BRAUN Hifi Sparte "sprang 1991 über die Wupper" (BRAUN's Last Edition) und wurde ab 1992 so richtig tot geschwiegen. Welch ein fataler Fehler.

Doch die amerikanischen Gillette Manager (nach 1992) fanden das ok. Nachdem dann aber Procter & Gamble die Firma Gillette aufgekauft hatte, kamen neue (amerikanische) Marketing Manager nach Deutschland und entdeckten, daß da immense (Erinnerungs- und Marketing-) Potentiale ungenutzt herumlagen. Und fast wie selbstverständlich wurden die aktiviert und zwar erfolgreich aktiviert.

Die erste Hifi Ausstellung seit 1991 !!! hieß:

Braun HiFi - Ursprung einer Designkultur - April 2008

Und das hat sich sogar bis nach Japan herumgesprochen (natürlich mit etwas Nachhilfe der Medien). Ich habe bei meinen wenigen Besuchen dort mehr Besucher aus den asiatischen Ländern gesehen als Besucher aus Europa - vielleicht lag es an den Augen.
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2015 - jetzt ist es sehr ruhig geworden um die Fernseh, die BTS und Grass Valley und auch um Thomson

Inzwischen schreiben wir fast schon Sommer 2015 und ich scanne immer noch die alten Unterlagen ein. Draußen wird "Fernsehen gemacht" und die Zuschauer Zahlen sind rückläufig.


Ob sich da vielleicht eine Trendwende abzeichnet ?

Wer hört heute noch schwarze Schallplatten oder spielt mit (s)einem Tonbandgerät ?

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