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typische historische Kamera

Zum Auffrischen und Erinnern . . . .

. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.

Die DDR Technik im Bereich Fernsehen

Auch wenn es die DDR Oberen immer völlig anders dargestellt hatten, die SBZ und später die DDR hinkten auf so gut wie allen Gebieten dem Klassenfeind immer um Meilen hinterher.

 

Als die ersten FUKs "richtig" funktionierten, also einigermaßen brauchbare Bilder produzierten, hatten die Wessis die Transistorversionen ihrer Kameras schon fertig. Als die erste DDR MAZ, die Mavicord 300, unter strengster Geheimhaltung entwickelt wurde, waren die Wessis auch schon wieder um Meilen voraus und so wurde diese Projekt dann auch still und schweigend beendet.

Die äußerst beschränkten Möglichkeiten, an hypermoderne Technik beizeiten heran zu kommen, war im Ostblock alleine den Militärs vergönnt. In seinem Buch "Deckname Saale" schreibt der Autor (der Direktor des Außenhandels Gerhard Ronneberger) realitätsnah über diese Jahre und seinen Kampf gegen das Embargo.

 

Was dem Autor gr für haarsträubende Geschichten erzählt wurden, unter welchen Bedingungen dort geforscht und entwickelt wurde, steht diametral zu den paradiesischen Gegebenheiten bei der Fese in Darmstadt.

Angefangen hat es ....

mit der DDR Entwicklung einer Ikonoskop Kamera mit der Bezeichnung QP13. Die Gerüchte und Stories über die Anfänge des DDR Fernsehens klingen so haarsträubend, daß wir erst mal die Zeitzeugenbefragungen mehrerer alter DDR Fernseh "Hasen" abwarten wollen, wie weit die in etwa übereinstimmen.

Eine Fernseh-Universal-Kamera FUK-2 von RFT

So sind bei uns erste Fotos einer FUK-2 aus 1963 eingegangen. Diese DDR Kamera ist der KOA der Fese aus 1952 irgendwie ähnlich. Ein Schelm, der Böses dabei vermutet.

 

Die Bilder lassen darauf schließen, daß dort auch schon ein Orthicon verbaut wurde. Die Orthicons kamen von RCA aus USA und waren patentiert. Jedenfalls bei uns durfte man die nicht so einfach nachbauen. Die Fese hatte aber ein Patent- Überkreuzabkommen mit RCA und wurde sehr wohlwollend mit Technologie versorgt. Dazu hatte die Fese damals eine eigene Glasschmiede (oder Schmelze) mit Hochvakuum Labor und der angeschlossenen Röhren-Produktion und stellte diese Super-Orthicon Röhren selbst her und das war zumindest damals überhaupt nicht trivial.

 

Welch unendliche Mühen muß es die Ingenieure in der DDR gekostet haben, ohne das Knowhow der RCA Spezialisten solch eine Röhre nachzubauen.

 

Diese FUK-2 Kamera hatte auf dem Revolverkopf Platz für 4 Optiken verschiedener Brennweiten, von denen offensichtlich hier nur eine bestückt war.

 

Mit der Kurbel oben am Gehäuse wurde über ein mechanisches Gestänge der Revolverkopf gedreht und mit dem Rad unten am Gehäuse die Orthicon Röhre zur Scharfstellung in der Längsachse verschoben.

 

Das ganze Gehäuse war aus massivem Alu Druckguß hergestellt, die Seitentüren anscheinend auch.

 

Über dem Revolverkopf unter der roten Lampe war vermutlich die Halterung für einen sogenannten Telepromter oder viel einfacher, für einen großen Spickzettel für den jeweiligen Interviewpartner angebracht.

Solch eine Orthicon-Röhre war ca. 40 cm lang und mußte über die ganze Länge gleichmäßig temperiert werden, auch im Westen! Dazu hatte auch die FUK-2 eine richtige Heizung mit Gebläse und Luftfilter eingebaut.

 

 

 

Die normalen Verstärker-Röhren saßen alle oder so weit wie möglich ganz oben, denn es wurde warm in diesem Alukasten. Die Art der Verdrahtung sowie der ausklappbaren Geräteträger ist absolut auf Vorkriegs - bzw. Weltkriegsniveau.

 

 

Die Entlüftung erfolgte durch einen zusätzlichen Lüfter, den man hier auf den Bildern nicht sehen kann.

 

Und auch hier wie beim Fese Modell KOA links ganz in schwarz ein urig großer Stunden- und Minuten- Zähler.

 

 

 

Der Datumscode auf dem hier zu sehenden Kondensator (sogar einem recht teuren topenfest verlöteten Metall-Papier Typ) zeugt von einem Produktionsdatum in 1963.

 

 

Alles in allem ist diese Kamera vermutlich nicht mehr betriebsbereit herzurichten. Ob das obligatorische Kamera- Steuergerät überhaupt noch verfügbar ist, wäre auch noch die Frage.

 

 

Wenn mehr Informationen verfügbar werden, kommen sie in Kürze.


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