Walter Bruch war weltweit bekannt geworden durch die Verbindung zum deutschen PAL Farbfernsehen.
(Dez. 2008 - von Gert Redlich) Und diese Verbindung wurde geknüpft durch gezielte Publicity und massen- weise Publikationen (der Telefunken Marketing- Abteilung), in denen recht oft eine sehr verklärte Wahrheit geschrieben (lanciert) stand und heute noch steht.
Und es ist merkwürdig. Trotz der Revoluzzer der 68er Jahre wird immer noch alles geglaubt, das jemals schwarz auf weiß (irgendwo) geschrieben stand. (= ein indoktrinierter Slogan aus der überwunden geglaubten 12jährigen NS-Zeit)
Inzwischen (seit Mitte 2007) habe ich mir als Autor gr dieser Seiten ganz viele Bücher (vermutlich immer noch nicht alle) "von" Walter Bruch und "über" Walter Bruch beschafft, gekauft und weltweit ersteigert und mich intensiv eingelesen. Dazu habe ich massenweise in sehr alten Telefunken / Leitz Unterlagen im GFGF Archiv in Hainichen recherchiert und alle nur irgendwie bezogenen Seiten eingescannt.
Bis jetzt kam dabei heraus, daß von ganz vielen Autoren, Reportern, Redakteuren und Herausgebern immer nur die publikumswirksam lancierten Geschichten des Telefunken Marketings weiter "gekäut" und damit recht bequem als (feststehende) Tatsachen verbreitet wurden.
Nur Wenige haben sich bisher getraut, an der überwiegend von Telefunken und dann später von den Medien geschaffenen Legende um Walter Bruch zu zweifeln, unter anderem Professor Fickers von der UNI Brüssel und Dipl. Ing. Helmut Krueger. Auch in den beiden Büchern von Gerhart Goebel von 1950 und 1953 und von weiteren Autoren, die mir erst in 2013 diurch eine Nachlass zugänglich gemacht wurden, findet sich der Name Walter Bruch nicht.
Helmut Krüger hat als Schwiegersohn von Emil Mechau in seinem Buch über Mechau akribisch die Zeit vor und im 2. Weltkrieg recherchiert und die Mythen um Walter Bruch gerade gerückt.
Professor Fickers hat in seiner Dissertation um den 1964er SECAM-PAL Krieg sehr ausführlich über diese lange verdrängten Ungereimtheiten - er spricht auch von einem Mythos - geschrieben.
So kommen an mancher "Wahrheit" so langsam Zweifel auf.
Wenn man heutzutage im Internet über Walter Bruch recherchiert (googelt), stößt man fast überall auf die verklärte Wahrheit der Fachhochschule Mittweida, die sich mit diesem zugkräftigen Namen (ihres historischen Absolventen) zu schmücken versucht und natürlich auch nur die angenehme Seite der Medallie verbreitet. Gleiches gilt auch für die "Walter Bruch Publikationen" der alten Macher des ehemaligen Fördervereins für ein Fernsehmuseum in Wiesbaden. Viele dieser Unterlagen habe ich erst im April 2013 mit einem riesigen Nachlass erhalten.
Deshalb mal etwas zu den Grundlagen dieser Legende. Die jetzige Fachhochschule Mittweida wurde vor vielen Jahren (vor 1900) als Technikum gegründet. Man spricht im Allgemeinen von einer "Techniker- Schule". Das gab es damals in Deutschland überall, nicht nur im Osten. Ende der 1930er Jahre wurden daraus dann die sogenannten Ingenieurschulen, wie auch bei uns hier in Gießen, Friedberg, Rüsselsheim, Bingen und Darmstadt usw. zum Beispiel.

- Anmeldung zur Aufnahme in die Techniker- Schule Mittweida vor 1939
Bezogen auf die verklärte Historie des Walter Bruch hatte er also nach seinem Abschluß den sogenannten "Techniker" gemacht. Er hatte also 1935 als Techniker bei Telefunken angefangen, nicht als Ingenieur, wie später so oft behauptet wird. Auf Unterlagen aus Mittweida wird öfter die sogenannte "Immatrikulations- Urkunde" gezeigt, die eine akademische Ausbildung assoziieren sollte.
Es ist jedoch lediglich eine ganz normale "Anmeldung" zu einer Technikerschule (so steht es auch dort wirklich drauf), wie es zu der Zeit um 1930 üblich war. Lediglich an den zur damaligen Zeit echten richtigen Hochschulen wurde immatrikuliert.
Die lancierte Glorie
Scheinbar mag man sich in Mittweida (und vermutlich auch in Ilmenau) nicht so gerne an die alten historischen Wurzeln als (nur) Technikerschule erinnern, denn heute firmiert Mittweida als Hochschule. Jedenfalls bei uns in Rüsselsheim wurde 1970 mit den ersten möglichen EDV Ausdrucken in großen Lettern bewußt provozierend "Fast-Hochschule Wiesbaden" an die Wand geklebt, als die Ingenierschule auf einmal eine sogenannte FH (= Fachhochschule) wurde. Auch diese "Fast-Hochschule" firmiert inzwischen als Universität.
Die Begründungen (für die Umbenennung) finde ich heute noch abenteurlich (denn eigentlich hatte sich fast nichts geändert), aber scheinbar spielte Geld dabei eine große Rolle. Inzwischen (ab 2006) "mögen" sich die Unterschiede ja wirklich angeglichen haben. Doch in 2009 hört und liest man wieder Gegenteiliges.
Nur sollte man die Wahrheit nicht zu offensichtlich verdrehen bzw. stillschweigend hinnehmen, es kommt irgendwann immer alles raus und die Reputation ist dann dahin. So auch im Falle Walter Bruchs. Also: die ersten Ingenieure dürften dort erst nach 1940 ihren "Titel" und ihre Weihen bekommen haben, vorher waren es eben Techniker.
Selbst in jüngsten Publikationen (2010) heißt es immer wieder, Walter Bruch sei 1935 bei Telefunken als Ingenieur eingestellt worden. Gerade hier in Deutschland hatten die uralten Zünfte der Ingenieure (VDE und VDI) sehr sehr großen Wert drauf gelegt, daß jede sogenannte "Titelanmaßung" geahndet wurde (es sei denn, sie paßte zum Beispiel in den 1930er Jahren ins politische Konzept oder in den 1960er Jahren ins Telefunken Marketing Konzept).
Jedoch ein alter Österreicher erzählte mir, daß das in Östereich ganz anders war: Wer in Österreich oder Ungarn einen Schraubenzieher in seiner Hosentasche hatte, der war Ingenieur, wer sogar ein Voltmeter und einen richtigen Seitenschneider sein Eigen nannte, der war bereits Diplom-Ingenieur. So sei es damals im Wiener Kaiserreich halt gewesen, damals jedenfalls.
Die heute (in 2010) über 75, ja sogar 85 und 90 Jahre alten Zeitzeugen (mit Kurt Zühlke war sogar ein aktuell 96 jähriger dabei) berichten unisono, von einem Walter Bruch vor 1950 nie etwas gehört zu haben. Das sei alles erst "mit der Farbe" gekommen. Herr Zühlke hatte damals bei der Entwicklung (Konzeption) und Markteinführung des Minifon ab 1951 mitgewirkt und er war schon immer ein Technik begeisterter Konstrukteur. Er wollte so gerne Elektrotechnik studieren, nur konnte seine Mutter das nicht bezahlen.
Der Name Walter Bruch kommt vor 1945 (eigentlich sogar vor 1959) nirgendwo vor.
Juli 2009 - Es mag durchaus sein, daß mir wesentliche Unterlagen fehlen, doch habe ich den Namen Walter Bruch nirgendwo vor 1955 (besser: vor 1959) in irgendwelchen Zeitungsberichten, Fachartikeln oder wissenschaftlichen Texten oder gar Büchern gefunden.
Schon gar nicht in den Werbetext-Formulierungen (heute nennt man das Marketing-Promotion) der Firma AEG und/oder Telefunken, die ja im Bereich "Public Relation", damals Werbung genannt, bestimmt nicht besonders zurückhaltend waren.
Alle verfügbaren Quellen datieren ab 1959 und landen ganz am Ende (als Quellen) immer bei den Telefunken Presseinformationen. Beispiel RTM von Mitte 1959: Dipl. Ing Walter Bruch fährt zu einem Kongress nach ..... (Telefunken gibt bekannt .....)
Die AEG und auch Telefunken hatten in den Jahren vor 1945 absolut weltbewegende Erfindungen und Entdeckungen zu vermelden und auch immer entsprechend publikumswirksam mit den jeweils beteiligten Namen verknüpft und publiziert. Das Magnetophon AEG K1 bis K4 zum Beispiel, die Telefunken Sendeanlagen und der Mechau Filmprojektor sowie die Zeiss Ikon Ernemann 7b Kinomaschine zählten weltweit zum Feinsten, das aus Deutschland kam (außer unseren Minen, Bomben, Raketen, U-Booten, Panzern und Kanonen).
Es wäre also durchaus von Vorteil, wenn Originale der Publilkationen über Walter Bruchs Tätigkeiten, Leistungen (bzw. Erfindungen) vor dem Kriegsende 1945 irgendwie belegt würden. Diese Unterlagen werden hier sofort und in voller Gänze veröffentlicht.
Die immer wieder "wiederholte" Story mit der "Bruchschen Olympia- Kanone" scheint so nicht wahr zu sein.
So verdichten sich also die Informationen, daß Walter Bruch vielleicht irgendwie bei der Entwicklung der Telefunken- Olympia- (Fernseh-) Kamera 1936 "mit dabei" gewesen war, aber die Formulierung "entwickelt" oder "mitentwickelt" scheint jeder Grundlage zu entbehren.
Diese 1936er Iconoscope- Kamera wurde im Telefunken Labor des Dr. Schröter maßgeblich von Emil Mechau entwickelt. Als Entwickler der Röhre wurde damals W. Heimann (später Professor Dr. Walter Heimann - Wiesbaden) genannt. So hat Walter Bruch es auch in seinem Büchlein aus 1967 korrekt dargestellt.
Alle anderen fremden Aussagen oder die vielen Medien- Rummel- Berichte hätten eigentlich nur von Walter Bruch selbst korrigiert werden können. Doch insbesondere die Presse- abteilung seines Arbeitgebers Telefunken hatte zur Durchsetzung des PAL-Systems mit allen Mitteln die Legenden und Storys über ihren Star verbreitet.
Die Vermutung liegt nahe, daß er selbst über diesen Glorienschein sehr angetan war. Soweit ich die (seine) Schriften (alle?) gelesen habe, muss ich fairer Weise anmerken, hat er es selbst meist so nicht geschrieben. In späteren Interviews rutschte es ihm aber schon mal so raus. Auch in ganz späten Publikationen zum Beispiel 1987 des RFM (des "Fördervereins zur Errichtung eines Fernsehmuseums") stehen bereits ein paar vedrehte Wahrheiten.
Und so hatte er auch nie korrigierend eingegriffen, wenn die "Lobhudelei" ins Übermaß ausgeartet war. Und das war eigentlich so schade.
Professor Walter Bruch habe (hat) das PAL System erfunden ?
Zur Einleitung muss man wissen, daß es lange vor der Einführung des Farbfernsehens zwischen den "Experten" beider deutscher Staaten hinter den Kulissen viele private und persönliche Kontakte und Freundschaften gab.
Und aus mancherlei Gründen sind auch wirklich gute (Fernseh-) Wissenschaftler "ihrer" DDR bis zum bitteren Ende treu geblieben. Auch das ist aus meiner heutigen Sicht zu respektieren. Eine Ausnahme ist da Manfred von Ardenne, er wurde vom Ostberliner Regime schlichtweg gekauft und ließ sich willig instrumentalisieren.
In den Zeitzeugenbefragungen der Jahre 2007 und 2008 habe ich viele dieser inzwischen ergrauten (oder weißhaarigen) Experten beider Welten befragt und natürlich auch zu solchen Themen, denn auch die DDRler (also nicht nur die Tschechen) wollten damals ab 1963 unbedingt PAL haben, "der Russe" (also besser die oberste Führung) wollte es dann aber anders. Und insbesondere in Frankreich, der "Grande Nation", war das Votum für SECAM eine reine absolut politische erzwungene Entscheidung.
Aus den Laboratorien von Telefunken kam mehr nach "drüben", als uns Normalos bekannt wurde. Von mehreren Zeitzeugen (aus beiden Deutschländern) habe ich also unabhängig voneinander erzählt bekommen, daß einer der Spezialisten aus dem Team von Walter Bruch ein Herr (Dr. Ing. ?) Kruse war, der die Idee mit der (späteren PAL-) Verzögerungsleitung bereits 1942 für die deutschen Radarsysteme (Typ Würzburg usw.) entwickelt hatte. (Über diese hochgenaue Verzögerungsleitung wurde 1943 das Entfernungs- Meßsystem des "Würzburg" kalibriert, einfach genial.)
Und er hatte auch die Beziehungen in den Süden (West-) Deutschlands zu einer Firma, die solche Verzögerungsleitungen temperaturstabil auf Glassubstrate aufdampfte. Es gab aber noch mehrere weitere Spezialisten im Team, die gemeinsam diese Idee in die Tat umsetzten und die all diese Geräte gebaut hatten, um das alles mal in "Natura" auszuprobieren. Ein stiller leiser Dr. Mahler (inzwischen Professor) war zum Beispiel das talentierte und geniale organische "Rechengehirn" der Bruchschen Mannschaft. Auch das PAL Prinzip/Konzept war bereits (ca. 9 Jahre) vor 1960 bekannt und auch in einer (amerikanischen) Patentschrift formuliert worden.
Und so war es eigentlich "teamwork" . . . wie damals bei Ampex.
Es war also damals ein ganzes Team, das diese (PAL-) Entwicklung der Verbesserung der Empfangsqualitiät unter der Leitung des mediengewaltigen Chefs vorangebracht hatte. Das Prinzip war als "CPA" (color phase alternating) bereites länger bekannt.
"PAL" wurde die "CPA " Entwicklung erst ganz zum Schluß getauft, auch wenn es oft anders dargestellt wird. Und nach draußen war immer nur der Chef aufgetreten, ganz im Gegenteil zu der deutschen MP3 Entwicklung am Frauenhofer Institut, bei der die drei wirklichen Entwickler auch die Lorbeeren bekamen und auch in der Patentschrift genannt wurden.
Auch bei Ampex hatte bis 1956 das sogenannte "Six Man Dream-Team" den weltweit ersten Videorecorder entwickelt und auch diese 6 Entwickler sind immer im Team geehrt und gelobt worden, auch wenn eigentlich Charles Ginsburg der Team-Chef war.
Aug. 2010 - Ergänzung zum PAL Patent :
In der Funkschau Heft 19 aus 1970 habe ich gefunden, wie es wirklich abging. Dort steht Wort wörtlich: Telefunken hat das PAL Patent angemeldet, und nicht Walter Bruch, er war als Erfinder benannt.
AEG-Telefunken, Inhaber der Pal-Patente, hat Lizenzen für die Fertigung von Farbfernsehgeräten nach dem PAL-System bisher nur . . . . . . . . Lesen Sie mehr auf dieser Seite.
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Ganz unbestritten, eine beeindruckende Persönlichkeit
Bei all den kleinen Schatten, Walter Bruch hat PAL weltweit hoffähig gemacht. Es ist fast gänzlich sein Verdienst, daß das deutsche PAL System in diesen querulanten Zeiten gegen die Franzosen und die Russen überhaupt eine Chance hatte. Sicher saß er öfter genau zwischen den Stühlen, die ihm oftmals die eigenen Leute (=Politiker) unter dem Hintern weggezogen hatten.
Seine Freunde attestieren ihm, (er hatte leider nur wenige echte Freunde) daß er als große kräftige Person einfach etwas darstellte, wo immer er sehr selbstbewußt auftrat und daß er seine Idee (PAL) und sich selbst außergewöhnlich gut "verkaufen" konnte. Am Ende, so haben "sie" erzählt, hatte er vermutlich sogar selbst geglaubt, PAL erfunden zu haben. Heute wissen wir, daß sich die Person und das eigene Denken wie auch die Wahrnehmungsfähigkeit weit verändern kann, wenn man erst mal in die Fänge der Medien gerät und dort im Glanz verbraten wird.
Und so möchte ich diesen Verdienst Walter Bruchs um die deutsche Entwicklung PAL auf keinen Fall schmälern, doch wie so immer, wo es die helle strahlende Sonne gibt, gibt es immer auch Schatten.
Am 5. Dezember 1964 wurde ihm lokalpatriotisch von der Universität Hannover die Ehrendoktorwürde (Fakultät für Maschinenwesen) für seine Leistungen um das PAL Farbfernsehen im "hannoverranischen" !! Telefunken Labor verliehen.
Und von 1968 an bis 1978 hatte er als Lehrbeauftragter für das "Institut für Theoretische Elektrotechnik und Hochfrequenztechnik" Vorlesungen über Fernsehtechnik gehalten.
Diese Ehrungen wurden ihm auf jeden Fall zurecht zuerkannt. Auch die weltweit bekannten und ebenfalls sehr verdienten Personen wie Max Grundig und Willi Studer erhielten von den ortsansässigen Hochschulen ihren Ehrendoktor für herausragende Leistungen. Und beide hatten auch keine akademische Laufbahn durchschritten und dennoch Weltgeltung erreicht.
Und für diese Beiden war es auch nie ein Makel, etwas Anderes vorzugeben, obwohl der "große Max" es später (er war da schon über 75) gerne hörte, wenn er als Herr Doktor angeredet wurde, so sagten es die, die Ihn kannten und schätzen . . . und . . . . . . sie lächelten.
Nachtrag Sept 2009
Selbst im eigentlich renomierten Handelsblatt steht diese trübe Glorie drinnen, einfach nur abgeschrieben aus anderen tausenden von Büchern.
Farbfernsehen – Hopsende Soße (26.08.2006) von Thomas Knüwer
Deutschland gegen Frankreich, Walter Bruch gegen Charles de Gaulle - Anfang 1965 . . . . . . . . . - ich zitiere:
Zu dieser Zeit reist ein Ingenieur des deutschen Telefunken-Konzerns nach Übersee, um die farbige TV-Neuigkeit zu studieren. Sein Name: Walter Bruch. Sein Lebenslauf: bunt.
Für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin entwickelte er eine zwei Meter lange Kamera für Live-Übertragungen. Später baute Walter Bruch für Wernher von Braun eine Fernsehüberwachung für die Tests der V2-Rakete in Peenemünde.
Ein wenig verschroben ist Walter Bruch. Ein Frickler, der sich schon während des Studiums der Elektrotechnik im sächsischen Mittweida mehr um seine Basteleien schert als um gute Noten. . . . . . . . . . .
Das haben wir Deutschen uns sogar 60 Jahre nach dem "Dritten Reich" herüber gerettet:
Was irgendwo schwarz auf weiß zu lesen steht, das kannst Du getrost Nachhause tragen, das ist einfach wahr!
Was ist das für ein merkwürdiger Journalismus, alles nur noch so abzuschreiben und nochmal und nochmal herunter zu beten.
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Nachtrag Dez 2009
Dez 2009 - Gert Redlich - Angestoßen durch diese Seite und eine Referenz des Herrn Scheida aus Österreich auf diesen obigen Artikel hat das Thema erstaunliche Wellen geschlagen. Vor allem ältere Herren fühlen sich persönlich angegriffen und betrachten (nicht beschimpfen) das weiter oben Gesagte als Demagogie.
Sie erlauben Anderen überhaupt keine Kritik an ihrem Idol und schreiben seitenlange Posts in www.wumpus-gollum-forum.de/forum/board/fernsehen-oldtimer.....
In Radiomuseum.org wurde eine ähnliche Entgleisung auch wieder entfernt.
Was wieder besonders auffällt, ist, daß relativ beratungsresistent auf der Patentschrift gefußt wird, die nie jemand angegriffen hat. Ein erteiltes Patent ist nunmal ein Patent, jedenfalls solange es nicht angefochten oder gar zurückgezogen wird. Zum Beispiel wurde das 1929 erteilte Magnetband-Patent von (an) Herrn Pfleumer 1936 vom Patentamt amtlich widerrufen.
Die Quellen:
Im Herbst 2007 habe ich Professor Schönfelder in Bad Harzburg besucht und mich mit ihm lange und unter anderem über diese PAL/Bruch Historie und seine Kenntnisse davon unterhalten. Dabei lief mit seiner Erlaubnis ein Aufzeichnungsgerät mit. Kurz zuvor im Sommer 2007 und vor allem später in 2008 und 2009 habe ich mit Professor Hausdörfer in Darmstadt ebensolche langen Zeitzeugen- Befragungen gemacht, telefonisch auch mit Professor Völz.
Denn diese drei Herren geniessen bei mir eine wesentlich höhere Glaubwürdigkeit als alle Museumsdirektoren Deutschlands, denn die waren damals ganz dicht am Ball, täglich damit befaßt und in viele Interna involviert. Die ersten beiden Herren haben von 1964 bis 1969 beruflich die Farbfernsehentwicklung "betrieben" und persönlich hautnah miterlebt und die damaligen Abteilungen bei der Fernseh GmbH in Darmstadt geleitet.
Wenn die Gesprächs-Aufzeichnungen alle bearbeitet und zu Papier gebracht worden sind, kommen noch mehr hintergründige Stories ins Web, die manchen Verfechtern deutscher Glorie nicht angenehm sein werden.
Übrigens wurde die Patentanmeldung von der Firma Telefunken "tatkräftigst" aus Eigeninteresse forciert und auch durchgezogen. Damals war es für einen Privatmann aus finanziellen Gründen nahezu unmöglich, in Deutschland ein Patent zu erlangen. Es mußte auch immer ein Patentanwalt eingeschaltet werden.
22.12.2009 - Anmerkung vom Autor gr
Da sind sie wieder, die Schatten von damals. Wie ich auf anderen Seiten bereits vermutet hatte, sind die im NS Reich geprägten Denkweisen bis lange nach 1980 in den Köpfen mancher Veteranen eingebrannt. Und was da nicht ins Denkschema passt, wird dann einfach als falsch bezeichnet (eine sehr wohlwollende Umschreibung).
Es ist doch keine Schande, zu seinen Wurzeln zu stehen. Weder ein Dr. Max Grundig noch ein Dr. Willi Studer hatten je ein Problem damit, "nur" ein Doktor ehrenhalber zu sein. Es war und ist doch eine absolut wertvolle Anerkennung der hervorragenden Leistungen der jeweiligen Person.
Wer über solche Themen (PAL/Bruch) ernsthaft recherchiert, kommt um die Doktorarbeit des Professor Fickers nicht herum. Er beschreibt dort mindestens ein Interview mit Heide Riedel, in welchem sie selbst aussagt, in ihren Gesprächen mit Herrn Bruch von diesem "voll eingenommen" worden zu sein. Professor Fickers kommt zu dem Schluß, daß damit diese beiden Heide Riedel Bücher nahezu vollständig die (Eigen-) Aussagen des Walter Bruch darstellen.
Und auch das wird nicht vergessen: Walter Bruch hatte bewundernswerte Qualitäten, Menschen in seinen Bann zu ziehen und äußerst charmant zu unterhalten. Er war auf keinen Fall ein "zurückhaltender" Mann, wie es in einem anderen Artikel absolut falsch zu lesen stand. Ihn beschreiben die, die ihn kannten, (Prof. Schönfelder / Prof. Hausdörfer siehe weiter oben) als sehr intelligenten überaus aktiven Gesprächpartner. Der Artikel hier beschreibt (bezüglich der "zurückhaltenden" Art) auch nur bestimmte lancierte Wahrheiten. Dafür sind aber die anderen Aussagen in der Summe absolut zutreffend.
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. . . auf denen (auch anonym) Kritik geübt werden kann und soll und auf denen man mit den Autoren Kontakt aufnehmen kann. So kann jeder Andersdenkende gerne die Quellen oder Belege präsentieren, auf denen etwas konträr Anderes stände.
Ich jedenfalls habe lange recherchiert und bisher nichts gefunden. Und die Artikel in der Funkschau von 1970 können schon gar nicht als Beweis herhalten. (Übrigens: wir haben die Funkschau und die Funk-Technik zu 99% lückenlos hier in der Redaktion resident zur Recherche vorliegen.) Dort wurde ganz offensichtlich (und vor allem sehr oft) der originale Telefunken Pressetext nahezu wörtlich abgepinselt.
Februar 2010 - weitere Zeitungsartikel im Anrollen
Inzwischen sind weitere Artikel aus den Zeiten um 1965 bis 1969 eingelaufen und die werden auch zitiert und kommentiert werden.
Nachtrag 2013 - Eine Zusammenfassung in der Telefunken Zeitung 1950-54 gefunden
In der Telefunken- Zeitung von 1950-54, der Hauszeitschrift von Telefunken, habe ich einen 2seitigen Artikel von Walter Bruch entdeckt, der die Historie des deutschen Fernsehens vor 1945 zusammen faßt.
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