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Aus einem Artikel aus der Funkgeschichte 178/2008

Die "Funkgeschichte" ist die Vereins-/ Mitgliederzeitschrift der GFGF, der "Gesellschaft der Freunde der Geschichte der Funkhistorie e.V.", die 6 mal im Jahr mit etwa 2500 Exemlaren herausgegeben wird.

Papa PAL würde 100 Jahre

„Meine Philosophie des Erfindens: Man stellt sich eine Aufgabe, man will irgend etwas lösen. Und man ist unentwegt dahinterher, eine Lösung zu finden."
Walter Bruch

Am Morgen des 25. August 1967 war die Welt des deutschen Fernsehens noch schwarzweiß. Um genau 10.57 Uhr drückte der damalige Vizekanzler Willy Brandt auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin symbolisch auf den roten Startknopf des Farbfernsehens in Deutschland.

Einen großen Anteil an der Entwicklung des Farbfern- sehens hatte der Fernsehpionier Walter Bruch, der am 2. März 100 Jahre alt geworden wäre. Der am 2. März 1908 in Neustadt an der Weinstraße geborene Bruch beschäftigte sich früh mit der Fernsehtechnik. 1928 bis 1931 studierte er in Mittweida in Sachsen im Bereich Elektrotechnik und begegnete in dieser Zeit einem anderen deutschen Fernsehpionier -Mafred von Ardenne.

Anmerkung 1 : Auch wieder nur abgetippt. Das stimmt so nicht. Zu dem Zeitpunkt 1928-1931 war die spätere Ingenieurschule (und dann viel später Fachhochschule) Mittweida eine ganz normale Technikerschule, nicht mehr und nicht weniger.


Ab 1935 ist Bruch bei Telefunken in Berlin an der Entwicklung der Kamera für Fernseh- übertragungen beteiligt.

Anmerkung 2 : Nach bislang fundierten Unterlagen war er 1935/36 an der Entwicklung dieser Kamera überhaupt nicht beteiligt, sondern vielleicht an Transport, Aufstellung und dem Betrieb im Olympiastadion. Entwickelt wurde die Kamera von Dr. Schröter, Emil Mechau und Walter Heimann (erst später Dr. und dann ordentlicher Professer).


Diese Kamera kam als so genannte "Fernsehkanone" bei den Olympischen Spielen 1936 zum Einsatz und übertrug die ersten TV-Live-Bilder. Dabei bediente Walter Bruch die Kamera während der Übertragung auch selbst. Während des Zweiten Weltkriegs leitete Bruch federführend die Fernsehübertragung zur Überwachung der V2-Rakete.

Anmerkung 3 : Nach Zeitzeugenberichten war er "dabei". Von irgendwelchen leitenden Funktionen berichtet nur die Telefunken Marketing Abteilung ab 1962. Andere Quellen dafür gibt es bislang nicht, bzw. habe ich (Autor gr) nicht in Erfahrung bringen können.


Nach dem Krieg arbeitete er ab 1950 in Hannover. Dort entwickelte er für die Firma Telefunken das Farbfernsehsystem PAL, das im Jahr 1963 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Über diese Zeit sagte Walter Bruch später: „Ich war immer von einer Aufgabe fasziniert, und von der Aufgabe Fernsehen so sehr, dass ich Wände eingerannt habe, um sie durchzuführen. Gottseidank hatte die Firma, bei der ich beschäftigt war, keine Betonwände. Sie waren alle einrennbar."

Selbst heute noch, nach über 50 Jahren, ist das PAL-System noch weit verbreitet, auch wenn LCD- und Plasmafernsehgeräte sowie digitale Techniken die alten Standards immer weiter zurückdrängen. Die Entwicklung des PAL-Systems wurde in der FG 175 beschrieben.

Vielbeschäftigt
Von 1968 bis 1978 arbeitete Walter Bruch als Lehrbeauftragter im Fachbereich Elektrotechnik an der Universität Hannover, die ihm 1964 die Ehrendoktorwürde verliehen hatte. 1976 übernahm er den Vorsitz der damals neu gegründeten Eduard-Rhein-Stiftung, die sich seitdem für wissenschaftliche Forschung, unter anderem auch in der Fernsehtechnologie, einsetzt. Aus gesundheitlichen Gründen gab er diesen Vorsitz 1986 ab. Zudem war er nach seiner Pensionierung Berater beim ZDF.

Beim deutschen Marken- und Patentamt gibt es heute 299 Eintragungen zu Erfindungen und Patenten von Walter Bruch.

Anmerkung 4 : Bei genauer Recherche findet man Patent-Anmeldungen der Firma Telefunken zu Hauf, die aber nie zu Patenten geführt haben. Die Anzahl der vielen unerfolgreichen Versuche, Patente zu erlangen, ist also wirklich kein Maßstab für sein wirkliches Können und Wirken. Das sogenannte ("letztendliche") Telefunken PAL Patent gelang endlich im 3. Anlauf !!! Dieses (Hickhack) wurde bislang immer "unter der Decke" gehalten. Bruchs wirkliches Können lag in der Fähigkeit, zu begeistern und zu überzeugen und die Idee des PAL Systems in der ganzen Welt erfolgreich zu publizieren und zu vertreten.


Dr. (h.c.) Walter Bruch starb am 5. Mai 1990 in Hannover und ist auf dem Engesohder Friedhof am Maschsee begraben.

Quellen - Textverweise:
|1] www.readers-edition.de/2008/02/29/der-herr-der-farbe-walter-brueh-waere-100-jahre-alt -geworden
[2] www.dpma.de/ponline/erfindergalerie/1984.html
[3] Deutsche Post AG: 50 Jahre deutsches Fernsehen .Bertelsmann. 2002.
[1] de.wikipedia.org/wiki/Walter_Bruch
[5] depatisnet.dpma.de
[6] www terra media, co.uk/.../ol vmpic_games_1936.htm

Geschrieben in 2008 vom damaligen Redakteur der Funkgeschichte: Bernd Weith

Schlußkommentar:

Leider ist diese Laudatio nicht sehr tiefgründig und nach den in 2008 bereits bekannten Daten sehr ungenau bzw. schlecht recherchiert. Auch die Verweise auf die englischen Online Medien sowie die Wikipedia sind unglücklich, da dort noch mehr abgeschriebener Unsinn zu lesen ist.

Anders herum, auch diese modernen digitalen Medien haben die heroischen und überzogenen, teils unwahren Texte des Telefunken Marketings kommentar- und kritiklos übernommen, so wie auch Rundfunk und Fernsehen und die gesamte restliche Medienlandschaft, denn Telefunken war zu der Zeit noch eine renomierte Firma.

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