Mein Vorwort zur Lebensbiografie von Manfred Romboy
Nachdem ich in 2005/2006 über diesen Wiesbadener "Museums- verein zur Errichtung eines Fernsehmuseums" gestolpert war, kamen immer mehr beinahe fachfremde Kontakte hinzu. Denn einer der Fernsehfachleute in diesem Verein war der ZFD Mann Harad Knapitsch, neben seinem Job als Bildingenieur in der Sendeabwicklung (SAW) beim ZDF ein begeisterter Film- und Kino-Sammler.
Harald Knapitsch hatte in seinem Untergeschoß im Taunus ein kleines Kino mit zwei richtigen großen 35mm Kinoprojektoren und einen ganzen Kellerraum voller 35mm Kino-Spielfilme. Wenn Besuch angesagt war, wurde immer mindestens eine Rolle 35mm Film vorgeführt, manchmal auch 2.
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Und dann erzählte er von Manfred Romboy in Wesseling
Das sei auch ein Film- und Kinosammler, der aber nicht nur 4 Sitzplätze in seinem Privat-Kino hatte, nein, der hat 16 Sessel. Und den müsse ich unbedingt kennenlernen. Denn der hat ein "kleines" Film-Museum, auch in seinem Haus.
Im Jahr 2013 war es dann so weit, ich fuhr - auf dem Rückweg aus dem Ruhrgebiet - am Spätnachmittag nach Wesseling. Vorausschicken muß ich noch, die vielen Kontakte mit anderen Radio- Tonband- und Schallplatten- Sammlern waren viel zu oft mehr als "gewöhnungsbedürftig", weil Sammler einfach anders ticken, viele davon bereits psychisch krankhaft (kurz vor gemeingefährlich).
Im Hause Romboy war es anders. Nicht nur, daß eine unglaubliche Kompetenz im Film- und Kinobereich vorhanden war, das Allgemeinwissen und die Erzählkunst und Erzählart von Manfred Romboy war begeisterungsfähig. Natürlich gehört schon einiges dazu, das Häuschen in ein kleines Museum umzubauen. Dazu aber auch die Ehefrau "mit ins Boot" zu nehem, das schaffen nur wenige.
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Jedenfalls überraschte mich Frau Romboy mit einem reichlich gedeckten Abendbrot-Tisch mit frisch gebackenem Landbrot
Das war mir bis dahin noch nicht so passiert, mit Ausnahme von Professor Hausdörfer in Darmstadt, der es sich nicht nehmen ließ, nur für mich einen Kuchen zu backen. - Vermutlich hatte Herr Knapitsch mich mit meinen sehr schlanken 197cm als halbverhungert angekündigt (oder so ähnlich). Jedenfalls wurde es an diesem Tag sehr spät in der Nacht, es war deutlich nach 1 Uhr, als es auf die 150 km Heimreise ging. Herr Romboy merkte natürlich auch, daß ich im Bereich Kino erhebliches Vorwissen hatte und wir somit auf Augenhöhe - über Stunden - diskutieren und erzählen konnten.
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Aus diesem einen Besuch wurden viele Besuche, sehr viele
Auf meiner Danke-Mail am folgenden Tag erwähnte ich, daß - wenn ich mich später mal an nichts mehr aus unserem nächtlichen Gespräch erinnern könnte, ich die Überraschung mit dem leckeren frisch gebackenen Krustenbrot nicht vergessen werde. Daraufhin bekam ich eine Dauereinladung, möglichst mit meiner Fau, die von da an fast immer dabei war. Auch andere Gäste, die ich ab und zu mitbrachte waren so begeistert, daß wir jeweils auf der Rückfahrt nach Wiesbaden mehr als ausreichend Gesprächsstoff hatten.
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Die CORONA-Zeit in 2020 und 2021 änderte alles.
Im Klartext, es kam keiner mehr (oder es durfte keiner mehr kommen), es war zu gefährlich geworden. Und so wurden wir in 2023 - Corona war fast vorbei - mit einer Neuigkeit überrascht, Manfred Romboy hat ein Buch über sein Leben geschrieben. Von den Großeltern über die Eltern im 3. Reich und das Leben in der Ostzone, seinen beruflichen Werdegang dort drüben bei der DEFA, seine nicht zu stillenden Träume und sein Ziel und die "Republikflucht" in den Westen. Und das alles auf über 500 Seiten mit an die 600 Bildern und Fotos.
Und da ich ja sowieso alles schon wisse, bekam nicht ich sondern meine Frau ein Exemplar überreicht, natürlich mit Hintergedanken, daß mir doch noch einiges entgangen sein könnte.
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Der Titel war eindeutig : Traumberuf Kameramann
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Manfred Romboy kam im September 1936 zur Welt und "durfte" die Sitten im Nationalsozialismus hautnah geniessen, einschließlich der NS-Indoktrination und der Hitlerjugend. Am Militär-Hilfsdienst wie Günter Bartosch, auch einer aus dem Wiesbadener Museumsverein, kam er zum Glück vorbei, er war noch zu jung. Dafür schlug das Schicksal auf anderen Feldern gnadenlos zu, nämlich in den Hungerjahren nach 1945 und dann in dem Leben in der Ostzone unter russischer Herrschaft.
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Und all das lesen Sie in seinem Buch.
Und darum ist unbedingt zu erwähnen, daß sich dieses Buch durchaus als ganz besonderes Geschenk an jüngere Mitbürger, Freunde, Kinder, Enkel und Verwandte eignet - natürlich auch wieder mit Hintergedanken.
Hier erfährt der Leser, wie es so nicht mehr kommen sollte und was diese (damals) junge Generation alles so an prägenden Tiefschlägen erlebt hatte. Auf mich (Gert Redlich) bezogen habe ich öfter angemerkt, daß ich als Baujahr 1949 (und auch mein Bruder aus 1947) noch nie in meinem Leben gehungert hatte. Dafür hatten meine Eltern - auch aus bitterer Erfahrung - gesorgt.
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