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Alle jungen Leute - Kinder und Jugendliche - im Alter von 14 bis über 20 Jahren waren ja der Indoktrination der Nationalsozialisten Tag für Tag ausgesetzt und so gut wie niemand (in diesem Alter) konnte sich dem entziehen. Was so siegreich begann, endete in einem unglaublichen Fiasko.

Wolfgang Hasselbach zum Beispiel mußte innerlich verdauen, daß er mit seinen 2 ebenfalls sehr jungen Kameraden auf der Wiener Donaubrücke 10 oder 20 Kisten MG-Munition (einen halben LKW voll) in die anstürmenden Russen geschossen hatten, bis die Leichenberge (auf der anderen nördlichen Seite der Brücke) über 1 Meter hoch waren. Dann mußten sie schnellsten abhauen, es war erkennbar hoffnungslos.
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Günter Bartosch sollte mit seinen Kameraden an den vier 8,8mm FLAKs die amerikanischen Bomber aus Ober-Italien abschießen, die über Nord-Jugoslawien / Österreich die deutschen Städte platt bombten. Bis dann kein Amerikaner mehr kam, (die Amis flogen von anderen Basen aus nach Deutschland) dann durfte auch er (wieder) Nachhause, ins platt gebombte Berlin.

Als der noch ganz junge Wiesbadener Günter Siegmann mit seinen Eltern im April 1945 die endlosen Reihen gebeugter und völlig zerlumpter geschlagener deutscher Soldaten auf der amerikanischen Behelfsbrücke den Rhein überqueren sah, fragte er nur : "Papa, wir haben doch immer gesiegt ? Wo kommen die alle her ?"
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Es waren die unsichtbaren Schäden der jungen HJ-Mitglieder ......

..... die ab 1940 mit kilometerlangen Fahnenaufmärschen und gigantischen nächtlichen Fackel-Spektakeln den ewigen Sieg der deutschen Herrenrasse erlebt hatten und dann dieses schändliche Ende. Das mußte erstmal verdaut werden. Die überhaupt verbliebenen Lehrkräfte waren anfänglich keine Hilfe, die Eltern sehr oft auch nicht. Der Vater von Günter Bartosch (Ernst Bartosch) arbeitete im Berliner Scherl-Verlag und dort arbeiteten nur regimetreue Mitarbeiter, alle anderen waren bereits entsorgt - wie auch beim Ullstein Verlag. Beide Verlage gehörten zu den größten Verlagen Europas.
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Am 10. März 1945 - der letzte Brief mit Hitler-Briefmarken
aus der Mackensen Schule

Wie ging es weiter bei Günter Bartosch .....

Die Mackensen-Schule (das Gebäude) war offensichtlich (zum Glück) nur wenig zerstört und zuerst wurde der Name des deutschen Generals Mackensen aus dem ersten (ebefalls verlorenen) Weltkrieg gegen "Lessing-Oberschule" ausgetauscht.
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Der Schul-Notbetrieb begann im Mai 1945 mehr schlecht als recht, denn die Oberaufsicht über den ganzen Bildungs- und Kulturbereich hatten jetzt die Alliierten Besatzer. Belastete Lehrkräfte durften (vorerst) nicht mehr unterrichten und wurden arbeitslos. Die neuen Lehrkräfte wurden mühsam aus Kriegsheimkehreren zusammengesucht.

Wir (die nach 1945 Geborenen) machen uns überhaupt keine Vorstellungen davon, wie das in dem Nachkriegs-Chaos funktioniert hatte. Hier sind ebenfalls ganz seltene Unterlagen aufgehoben worden.
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Im Mai 1945 begann die 7. Klasse der Lessing-Oberschule

Die Zeiten waren sehr hart fü die jungen Leute. Was sollten sie jetzt noch glauben ? Es ist ja fast überall genau das Gegenteil von dem eingetreten, wofür sie - mit ihrem Leben für Vaterland und Führer - gekämpft hatten.

Und in den zerbombten Großstädten grassierte der Hunger. Auffällig war in den letzen Zeugnissen der Mackensen-Schule, daß nicht mehr der Vater Ernst die Kenntnisnahme unterschrieben hatte, sondern die Mutter Martha. Der 1893 geborene Vater Ernst Bartosch wurde vermutlich zum letzten Aufgebot, dem Volkssturm, zitiert und war zu der Zeit nicht mehr in Berlin.

Weiterhin auffällig ist die schlechte Benotung der Leistungen von Günter im Juli 1946 in der 7. Gymnasial-Klasse, Bei uns war das später die Unterprima.
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Zeugniss-1946-07-26-Blatt-1
Zeugniss-1946-07-26-Blatt-2

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Damit eine Benotung des Schülers der Zeit entsprach ....

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..... und endlich das Zeugnis der "Reife", das Abitur :

Hiervon haben wir nur eine Abschrift auf 4 Blättern gefunden. Informativ war auf jeden Fall die Auflistung der Schulzeit in der Lessing-Schule vom Mai 1945 bis Juni 1947. Das waren also die Not-Jahre in einer Unterprima und Oberprima in einem zerstörten Land mit fast keiner Perspektive mehr. Warum also die ganz Quälerei ohne Schulbücher und ohne Essen im Bauch.
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Abitur-Zeugnis-1947-07-01-Blatt-1
Abitur-Zeugnis-1947-07-01-Blatt-2
Abitur-Zeugnis-1947-07-01-Blatt-3
Abitur-Zeugnis-1947-07-01-Blatt-4

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Beachten Sie die Änderung der Benotungen auf Blatt 3 zurück auf 5 Stufen, wobei die Note "4" = ausreichend wieder wegfällt.
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Und jetzt begann auch für Abiturienten der Ernst des Lebens

Die Arbeitslosigkeit in Berlin (in allen 4 Sektoren) war gigantisch, der Hunger auch und vor allem die Perspektivlosigkeit - und die Amerikaner und Engländer in der viergeteilten Stadt stellten fest, so bekommt man "den Laden" nicht wieder auf die Beine.

Nach einer kuzen Zeit bei der Berliner "Neue Deutsche Bühne der Jugend" gab es einen Lichtblick. Die Amerikaner erweiterten den "RIAS"-Berlin, den "Rundfunk im amerikanischen Sektor" um eine Musikabteilung zur Beschäftigung geeigneter Jugendlicher im Kulturbereich.
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Soweit die sehr seltenen Unterlagen aus der Nachkriegszeit

Die Zeit von 1948 bis etwa 1961 ist nicht so genau zu fassen..Jedenfalls ging es weiter bei der "Freies Fernsehen GmbH" in Eschborn im Jahre 1961. Die dortigen "Macher" (oder Manager) gingen bundesweit auf Talentsuche und warben in allen Rundfunkanstalten die jungen Leute ab und bauten in Eschborn eine damals moderne Fernsehfirma auf. Zur fast gleichen Zeit wurde auch Harald Knapitsch beim Südwestfunk Baden Baden abgeworben und zum ZDF gelotst.
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