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60 Jahre Berichterstattung über Film und Fernsehen





So richtig los ging es 1947 . . .

Anfang des Jahres 1947 erschien die erste Ausgabe der Foto-Kino-Technik. Zur geschichtlichen Einordnung dieser Jahreszahl insbesondere unserer jüngerer Leser sei, ohne lehrmeisterhaft wirken zu wollen, noch angemerkt, dass dies vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland war. Sie erfolgte erst am 8. Mai 1949 mit den Bundesländern in den drei westlichen Alliierten, und am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik im Bereich der Sowjetischen Besatzungszone gegründet.

 

Aber auch die D-Mark war noch nicht bekannt. 1947 wurde immer noch mit der Reichsmark bezahlt, die man damals einfach nur noch Mark nannte, auch wenn es die gleichen Scheine waren. Erst am 21. Juni 1948 begann in den drei Westsektoren die Währungsreform, bei der 100 Reichsmark in 6,50 D-Mark umgetauscht wurden. Weil in der sowjetischen Besatzungszone ein enormer Rücklauf an Reichsmark befürchtet wurde, wurde drei Tage später die Währung der Ostmark eingeführt. Die Foto-Kino-Technik 1947 kostete 2 (Reichs-) Mark. Insgesamt kamen sechs Ausgaben in dem Jahr heraus.

 

In der ersten Ausgabe war vor allem interessant ein amerikanischer Fortschrittsbericht auf dem kinematographischen Gebiet im Jahre 1946. Als eines der wichtigsten Dinge wurde das 1946 entwickelte Verfahren von Kodak, der Ektachrome-Film, herausgestellt. Gegenüber dem alten Kodachrome-Film sind bei ihm die Farbkomponenten im Film eingelagert, und es wird ein farbkuppelnder Entwickler geliefert, von dem es hieß, das dessen Hautgiftwirkung erheblich herabgesetzt wurde und der neue Entwickler sogar weniger gefährlich sei als der ganz gewöhnliche Schwarzweiß-Entwickler.


Die 16mm Filme

Man berichtete weiter über den Ansco- Film nach dem Prinzip des Agfacolor-Verfahrens funktionierte, selbst das Rasterfilmverfahren gab es damals noch mit sogar neuen Filmen von Dufaycolor, und schließlich lieferte Technicolor jetzt auch 16-mm-Filme und zwar in einem sehr bedeutenden Umfang. Man beschäftigte sich damals sehr mit der Patentgesetzgebung, eben weil es sie in diesem Sinne in Deutschland noch gar nicht gab. Und das war auch eine der Schwierigkeiten bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

 

Denn auch im nachfolgenden Jahr 1948 bemängelte man - und zwar damals und nicht etwa aus heutiger Sicht - warum die Deutschen so wenig neue Entwicklungen zeigen würden. Abgesehen von der schwierigen finanziellen Situation war das selbst nach der Währungsreform wohl nicht in dem gewünschten Umfang der Fall. Der Grund lag in der Unsicherheit, was aus den bisherigen Patenten und vor allem was aus eventuell neu angemeldeten Patenten überhaupt wird. Auch mit diesen Themen hat sich die FKT auseinandergesetzt.

 

Die technische Entwicklung hing damals weitaus mehr als heute vom Stand der Normung ab. Heute kennen wir sehr häufig den Begriff des Industriestandards, das heißt, eine Firma entwickelt ein System, das, nachdem es sich im Markt gut eingeführt hat, auch für die Normung angemeldet wird. Das war damals nicht so. Es gab auch nicht Firmen mit solch einer großen Marktgeltung.

 

Und so kam der Normungsarbeit ganz besonderes Gewicht zu. Das galt auch für das Nachkriegsdeutschland, denn im Jahre 1947 konnte der Deutsche Normausschuss mitteilen, dass ihm vom Kontrollrat, der zuständig war für die politische Situation in Deutschland, die Lizenz zur Fortsetzung seiner Tätigkeit für ganz Deutschland zuerkannt worden ist. Also für alle vier Zonen, auch Berlin. Damit war für die Fortsetzung der Normungsarbeit nach dem Krieg das letzte Hindernis aus dem Wege geräumt.

 

Und es hieß wörtlich: "Es ist bemerkenswert, dass gerade dem Normenausschuss als einer der ersten Vereinigungen diese umfassende Lizenz gegeben wurde und ein Zeichen dafür, welche Bedeutung gerade dieser Arbeit für den Wiederaufbau von Industrie und Handel gerade vonseiten der Militärregierung beigemessen wird."


Die erste DKG-Hauptversammlung in Berlin

Am 25. April 1947 konstituierte sich die erste DKG-Hauptversammlung in Berlin und die Deutsche Kinotechnische Gesellschaft wurde weitergeführt. Dazu hieß es im Bericht: "Die Deutsche Kinotechnische Gesellschaft wahrte ihre Unabhängigkeit und war frei von rassischen Vorurteilen. Dadurch war es ihr möglich, gleich nach den Ereignissen, die Lizenz zur Fortführung ihrer Arbeit zu erhalten." Und ihr erster Geschäftsführer Dr. Helmut Etzold: "Die DKG hofft durch die wissenschaftlichen Arbeiten aus ihrem Kreis wieder in die Aufmerksamkeitssphäre ihrer ausländischen Fachkollegen einzudringen und so wieder Fühlung mit den Kinotechnikern in aller Welt zu bekommen."

 

Es gab auch Berichte aus dem Bereich der Filmwirtschaft, so zum Beispiel, dass nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 zunächst die deutsche Filmherstellung vollkommen stillgelegt und an die Stelle der bisherigen Verleiher die von jeder Besatzungsmacht gewissermaßen in Monopolstellung geschaffenen Verleihzentralen traten. Deutsche Produzenten planten ohne Entfaltungsmöglichkeit, denn es war ungewiss, ob der in einem Sektor von Berlin oder in einer Zone hergestellte Film die Möglichkeit hatte, in den übrigen Sektoren und Zonen ausgewertet zu werden. Die Verleiher warteten und hofften, denn sie hatten weder für ihre Betriebe noch für die einzelnen Filme die erforderlichen Lizenzen.

 

Ende 1947 erfolgte in der Britischen und Amerikanischen Zone eine teilweise Klärung, und es wurden die ersten Verleiher zugelassen. Auch wurde es möglich, die amerikanischen und britischen Filme in Deutschland zu verwerten, was den Synchronisationsunternehmen einen starken Auftrieb gab, denn alle dieser Filme bedurften zu einer vollen Auswertung der Übertragung in die deutsche Sprache.

 

Eine kleine Anmerkung aus diesem Jahr 1947 sei noch gestattet, die direkt aus dem Impressum stammt. Damals hatten es Verleger in der Tat wohl noch einfacher, denn die Abonnementsgebühren wurden innerhalb Großberlins durch die Filialboten der Druckerei- und Vertriebsgesellschaft kassiert. Also da kam tatsächlich jemand der klingelte, und die Abonnementgebühr der FKT kassierte - keine schlechte Idee.


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