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60 Jahre Berichterstattung über Film und Fernsehen




Vorwort von Norbert Bolewski, Chefredakteur der FKT


Dies ist der 60. Jahrgang der FKT. Und ein rundes Ereignis sollte man irgendwie begehen. Bei einer Zeitschrift kann man sich leichter als bei einem Menschenleben an jedes einzelne Jahr zurückerinnern, ja sogar genau nachlesen. Und so wollen wir einmal das tun, was in unserer nach vorn gerichteten Fachzeitschrift meist zu kurz kommt, nämlich einen Blick in die Vergangenheit tun.

 

Beim Durchsehen der Hefte zeigte sich, dass allein dieser Schnellgang locker eine ganze FKT-Ausgabe hätte füllen können. Wir haben uns deshalb entschieden, daraus mehrere Teile zu machen. Es bleibt natürlich eine gewisse subjektive Auswahl des Autors. Aber wenn man seit 46 Jahren - von der Lehrzeit angefangen - in dieser Branche tätig ist, kann man die Schwerpunkte und Wandlungen ganz gut nachverfolgen - hoffe ich jedenfalls.

 

Für die Beschreibungen wurden bewußt nur Ausgaben der FKT gewählt und für die Bildwiedergabe ebenfalls Bilder aus der Zeitschrift, zumal die Originalbilder aus der früheren Zeit nicht mehr verfügbar sind. Da die Originalbilder also alle das Druckraster haben, wurden zwar elektronische Kniffe angewendet, ein sogenanntes Druckmoiré zu vermeiden - allerdings ist das nicht am Bildschirm zu simulieren. Das Endergebnis sieht man erst, wenn der Druck ausgeführt und es für eine Nachbesserung zu spät ist.

 

Der geneigte Leser sei also gebeten, diesen Mangel ohne Kritik zu akzeptieren. Auch versucht der Autor die historische Entwicklung anhand der technischen und manchmal politischen Gegebenheiten klarer zu stellen und es sollten - der Kurzweil wegen - auch ab und an "eigenwillige Entwicklungen" nicht ganz unter den Tisch fallen.


Einleitung

Die erste Adresse der Zeitschrift war noch in Berlin-Neukölln. Der Grund dafür war, dass damals dort die amerikanische Besatzungsmacht die Hoheit hatte und etwas früher als die anderen Besatzungsmächte ein entsprechendes Papierkontingent genehmigte, auf der diese Zeitschrift gedruckt werden konnte. Die Genehmigung für den Erhalt des Papiers war fast so etwas ähnliches wie die Genehmigung zum Geld drucken, denn natürlich war damals jeder ausgehungert, nicht nur tatsächlich körperlich, sondern auch im Hinblick auf das Wissen, was sich in anderen Teilen der Welt technisch getan hat.

 

Und so ist es dann kein Wunder, dass die ersten Jahre der FKT in sehr großem Umfang über Entwicklungen im Ausland, insbesondere in den USA, berichtete. Dass die Zeitschrift in der Kurzform FKT hieß, ist für den Insider verblüffend. Denn der Gesamttitel war nicht etwa wie heute Fernsehund Kino-Technik, sondern Foto-Kino-Technik. Nach dem Krieg hatte auch die deutsche photographische Industrie kein Fachblatt. Das änderte sich erst 1950 als im gleichen Verlag für Radio-Foto-Kinotechnik die Zeitschrift Phototechnik und Wirtschaft gegründet wurde.

 

Ab 1951 hieß diese Zeitschrift deshalb auch einfach nur KT, nämlich Kino-Technik um dann einige Jahre später wieder als FKT, nämlich Film-Kino-Technik zu erscheinen und dann 1969 in Fernseh- und Kino-Technik umbenannt zu werden. FKT ist geblieben, auch wenn sich der Schwerpunkt in den Jahrzehnten etwas verlagerte. In den ersten Jahren gab es in Deutschland noch kein öffentliches Fernsehen, und der Schwerpunkt der FKT lag im filmtechnischen Bereich. Das schloss die Entwicklung filmtechnischer Geräte für das Fernsehen mit ein, das ja in den ersten Jahren zur Programmgestaltung auf Film angewiesen war.

 

Die historische Darstellung ist aber bis zum Jahre 1969 deshalb keine fernsehtechnische Reminiszenz, sie ist, wenn man die FKT als Grundlage wählt,erst ab 1969 möglich, wo auch die studiotechnische Seite des Fernsehens in die technisch-wissenschaftliche Berichterstattung mit einfloss.


Nachsatz:

Die Verlinkung und Ergänzung der Texte und Ereignisse dieser Internet-Ausgabe der FKT Historie wurde durch den Web-Autor Gert Redlich im Einvernehmen mit Herrn Bolewski vorgenommen.

 

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