(12) VON DEN WURZELN DES ÜBELS
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Menschen und Völker sind doppelpolig
Man kann sich aus der gleichen Anlage heraus immer wieder irren, die bloße Feststellung des Irrtums schafft das Übel noch nicht aus der Welt.
Irgendwo in der Anlage muß also ein Schaltfehler sitzen, an der Stelle, an der die Wurzeln des Guten und des Bösen, des Segensreichen und des Verderblichen sitzen. Bis dorthin muß man vordringen, anders ist keine Läuterung möglich.
Politik ist stets nur die Außenhaut. Innen im Gesamtorganismus eines Volkes spielen sich die eigentlichen, die auslösenden Vorgänge ab. Diese Vorgänge müssen analysierbar sein - oder das Geschehen bleibt weiterhin im Dunkel und damit ohne Wert für die Zukunft.
Das mächtigste in uns ist jetzt der Hunger nach Wahrheit. Wir haben zwölf lange Jahre in einem Zuchthaus gelebt, freiwillig und unter der Knute, die sich das deutsche Volk aus freien Stücken bestellte. Es ist daran an der Seele verblutet und am Leibe, der deutsche Wahn ist als Drachensaat aufgegangen und hat Entsetzliches angerichtet, nicht nur bei uns, in der ganzen Welt.
Wir suchen die Wahrheit
Aber das Zuchthaus Deutschland ist gesäubert, es ist wieder reine Luft um uns. Das Lemurendasein von Millionen Betrogener wird ein Ende haben - wir müssen wieder Menschen werden. Dann aber aus einer Weltanschauung heraus, die wirklich eine Welt-Anschauung ist, erworben, nicht befohlen oder gar erpreßt.
Wir suchen die Wahrheit. Selbstzerfleischung kann niemandem helfen, aber Selbsterkenntnis.
Tugenden und Laster liegen dicht beieinander
Ein Volk war an sich irre geworden. Jetzt freilich werden viele klarer sehen, hier einen Einblick haben und dort zu einer Erkenntnis kommen. Aber das reicht noch nicht bis in jene Schicht hinab, in der das Übel an der Wurzel sitzt. Wir setzen die Sonde tiefer an, schonungslos und an den Stellen, an denen Tugenden und Laster beieinander liegen. Denn beide haben eine Wurzel, beide wachsen auf einer Anlage, eben der Anlage dieses einen, einmaligen Volkscharakters.
Kein Volk hat nur gute, gewinnende Eigenschaften und keines nur schlechte, abstoßende. Aber an der Schalttafel der Gesamtanlage, an der ein Volk ausgesteuert wird, da müssen die Fehler gemacht worden sein - und zugelassen worden.
Darum sagen wir:
Wir wissen, daß der deutsche Name befleckt worden ist auf Jahrhunderte hinaus, allein durch die Schmach der Konzentrationslager.
Aber sind wir das wirklich? Sind Überheblichkeit, Rassendünkel, Brutalität und Machtwahn unsere einzigen Kennzeichen? Das ist von vornherein unmöglich.
Aber der Mensch ist ein widersprüchliches Wesen. Noch mehr sind es Völker. Bei uns allen haben Tugenden und Laster, Werte und Unwerte den gleichen Ursprung, die gleiche Wurzel. Das ist in jener Tiefe, in der der gute Geist eines Wesens oder sein Dämon aus dieser gleichen Wurzel wachsen lassen:
- Vertrauen, Güte und Gutgläubigkeit oder
- sträfliche Leichtgläubigkeit.
- Selbstvertrauen oder
- Dünkel
- Fleiß oder
- Strebertum
- Tüchtigkeit oder
- Schulmeisterei.
- Gehorsam,
- Geduld oder
- Knechtsgesinnung.
- Zucht und
- Ordnung oder
- Kasernenhof-geist.
- Kraftbewußtsein oder
- Rowdytum.
- Idealismus,
- Hang zur Romantik oder
- gefährliches Schwärmertum.
- Den hohen Ernst oder
- die Unduldsamkeit,
- den Mangel an Charme, jenem Charme, der auch weniger tüchtige Völker so liebenswert machen kann.
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Das Kernproblem eines jeden Volkes
Hier sitzt das Kernproblem eines jeden Volkes, in jener tiefen Schicht, in der das Rohmaterial, die Elemente seiner Anlagen verankert sind und auf ein formendes Prinzip warten. Und nur aus dieser Ganzheit heraus bekommt man heute ein Bild dessen, was überhaupt geschehen ist und warum es so geschehen ist wie es geschah.
Denn es könnte bei den gleichen Anlagen auch völlig anders geschehen sein.
(13) VON DER ERSTEN WURZEL DES ÜBELS
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Blindes Volk
Schicksalbestimmend bleibt zuletzt: wie wirken sich die gleichen Elemente aus, positiv oder negativ. Wer weckt und pflegt das Laster oder die Tugend. Welcher gute Gott weckt so viel Energie, Fleiß, Ordnungssinn und Hingabe oder welcher Dämon nützt die gleichen Anlagen, daß sie zu Kadavergehorsam, Strebertum, Charakterlosigkeit und Leichtfertigkeit werden.
Es ist an der Zeit, daß uns das Doppelpolige dieses Urgrundes bewußt wird, in ihm sitzt die Wurzel des Guten und des Bösen. Der Urgrund, aus dem das deutsche Volk schöpft, ist nicht unreiner als der jedes anderen Volkes. Wenn wir deshalb in der Welt draußen je wieder verstanden werden wrollen, so möchten wir doch für uns geltend machen:
- Das deutsche Unglück war die Blindheit gegen seine Brunnenvergifter. Es waren freilich Genies der Tücke.
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Das ist unsere erste These.
Sie ist kein Freispruch, sie erklärt nur. Oder um es mit den Worten dessen zu sagen, dem sich das deutsche Volk überantwortet hatte: „Ein Volk ist leichter zu verderben, als daß es wirklich schlecht ist."
(14) VON DER ZWEITEN WURZEL DES ÜBELS
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Selbstmord aus Idealismus
Jedem Außenstehenden wird es unfaßlich sein, wir aber haben es am eigenen Leibe erlebt: das wahrhaft diabolische Raffinement, mit dem gerade die wertvollen Eigenschaften des deutschen Volkes, seine Gläubigkeit, sein Vertrauen, seine Hingabefähigkeit auf eine in der Geschichte beispiellose Weise erspürt und für die Zwecke der herrschenden Horde mißbraucht worden sind.
Zweimal in wenigen Jahrzehnten hat das deutsche Volk sein Vertrauen auf menschliche Versager, auf großsprecherische Deserteure gesetzt: auf einen fahnenflüchtigen Kaiser, der sich rechtzeitig in Sicherheit brachte und auf einen Diktator, der, statt sich diesem Volke zu stellen, in einen billigen Selbstmord desertierte, unwürdig, unmännlich und vertrauensbrüchig, würdig der Gestalten seines Gefolges.
Es ist sehr fraglich, ob andere Völker begreifen können, daß das deutsche Volk eben aus Idealismus und Hingabefähigkeit bis zu dem Punkte mitging, an dem diese Dinge weltfremdes Schwärmertum, Leichtfertigkeit und knechtischer Gehorsam hießen und von dem an es bereits bewegungslos geknebelt war, preisgegeben der Willkür der herrschenden Horde.
Das war der Augenblick, in dem der weitaus größere und wertvollere Teil unseres Volkes schreckerstarrt, gebannt von der Größe der Gefahr, erkannte: zu spät!
Der Schock glich der Lähmung, mit der die Maus sich der Schlange preisgibt. Und seien wir uns auch klar: Vertrauensseligkeit ist gewiß ein Zeichen von politischer Unreife, sie ist eine sehr törichte Eigenschaft, aber keine unlautere.
Dann aber kann geschehen, was nirgends in der Welt anders abläuft: daß man einem Maß von offener, nackter Brutalität gegenübersteht, gegen das jeder anständige Mensch und jedes anständige Volk schlechterdings machtlos ist, da es nicht in der Lage ist, mit den gleichen Waffen zu antworten. Der Geist aber, gegen den es dann machtlos ist, gedeiht nicht nur in Deutschland, er findet sich überall in der Wrelt, wo er eine Konjunktur wittert.
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Man muß in Deutschland gelebt haben
Man muß in Deutschland gelebt haben, um zu wissen, mit welchen Bauernfänger- Kniffen hier ein Volk irregeführt und mit welchen Gewaltpraktiken es geknebelt worden ist: wie jede kleinste und geheimste Protestregung ausgespürt und schon im Keime erstickt wurde, wie unser Dasein durch Spitzel und Spione vergiftet war, vergiftet bis in das Leben der Familie, wie der Bruder nicht mehr dem Bruder traute, wie Deutschland zu einem einzigen großen Zuchthaus geworden war.
Wir verstehen sehr wohl, daß anderen Völkern jeder Maßstab fehlt für das, das in Deutschland vor sich ging und wir beglückwünschen sie dazu, daß ihr politischer Instinkt sie niemals falschen Propheten ausgeliefert hat und daß niemals ihre Not zur Konjunktur für Abenteurer wurde.
Über dem deutschen Volke aber lag die gleiche Knute wie über dem polnischen, tschechischen, dem jüdischen Volke, wie über ganz Europa: der Terror der Gestapo, des SD, der Schnellgerichte und zuletzt der Galgen.
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Kleinarbeit der Heimtücke
Man hat schon länger die Frage gestellt, warum Deutschland keiner „Untergrundbewegung" fähig gewesen sei, wie sie sich ähnlich in den besetzten Ländern trotz SD, Gestapo und Wehrmacht habe bilden können.
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Die Frage ist berechtigt, aber es würde sie derjenige nicht stellen, der während dieser zwölf Jahre in Deutschland gelebt hat. Wir wollen sie beantworten:
Es konnte zu nicht mehr als kümmerlichen Ansätzen kommen, weil es in Deutschland noch etwas anderes und Wirksameres gab als aller Terror der Gestapo und des SD zusammen, - es gab kein Haus, keine Wohnung, über die nicht mindestens ein Spitzel gewacht hätte, dessen Existenz oder dessen Kopf mit der Partei fiel oder stand.
Es ging dabei um seine ureigensten Angelegenheiten ... Das Spitzel-, Spionage-, Angeber- und Lauschersystem, die geheimen und die privaten schwarzen Listen über zwölf Jahre hin sind etwas wirksamere und ausführlichere Methoden als die eines noch so brutalen Terrors des SD und der Gestapo, die es ja in Deutschland außerdem noch gab. In Deutschland wußte man, was der Mensch denkt!
Und eines, konnte man in Deutschland von je: organisieren. Dann kann sich der Außenstehende vorsteilen oder auch nicht vorstellen, wqo man unter der minutiösen Kleinarbeit der organisierten Heimtücke zu verstehen hat.
Nur eines beweist der Frager seinerseits mit seiner Frage: daß er den Nationalsozialismus nur in seinen großen Linien kennt, nicht in jenen Details, die ihm ein gütiges Schicksal erspart hat.
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In Deutschland - der Mangel an politischem Instinkt
Diese Abschweifung sollte eine der Konsequenzen zeigen, vor denen das entmachtete deutsche Volk stand, Konsequenzen des naiv törichten Vertrauens, das dieses Volk denen entgegenbrachte, die unter anderem auf die Verfassung geschworen hatten.
Allzuviel Idealismus und allzuviel Vertrauen sind ein Mangel an Tatsachensinn, ein Mangel an politischem Instinkt. Auch das ist kein Freispruch. Es soll nur erklären.
Aber nochmals: man muß in Deutschland gelebt haben, um zu wissen, was gnadenloser, unerbittlicher Terror Ist. Voll Bitterkeit mußten wir mitten im Kriege hören, wie Deutsche, die wir schätzten, jenseits des Ozeans ohne jede Vorstellung dessen waren, was auf dem deutschen Volke lag, einem Volke, das sie besser hätten kennen müssen.
Es sprach sich leicht über tausende von Kilometern, während in Deutschland über neuntausend Todesurteile in einem halben Jahre gefällt wurden. Aber das waren „nur" die Todesurteile, - es gab noch anderes, Schlimmeres. Wir alle wären gern dort gewesen, wo die Sprecher waren. Vielleicht konnten Siebentausend fliehen oder Siebzigtausend, aber nicht siebzig Millionen ...
Wer das beispiellose Glück hatte, diesem Tollhause nicht anzugehören, der erhebe den ersten Stein ...
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Der indirekte Verkauf der Tschechen in 1938
Wir hoffen auch, daß jener Geist aus der Welt verschwindet, der es jedem Deutschen verübelt, daß er noch nicht an Leib und Seele zusammengebrochen ist und daß er sein Konzentrationslager außerhalb der Stacheldrähte erlebte.
Und vergessen wir bei alledem nicht: Es hat Klügere, Erfahrenere gegeben, ganze Völker und skeptische alte Staatsmänner im anderen Lager, die sich damals von den gleichen heiligen Versprechen, der gleichen feierlichen Rhetorik in einer Weise hinter das Licht führen ließen, wie niemals Staatsmänner hinter das Licht geführt worden sind.
Wie das deutsche Volk schlossen auch sie Verträge und feierliche Abkommen mit dem gleichen Partner, mit dem gleichen Wolfe im Schafskleide - und mit dem gleichen Ergebnis. Auch sie gingen von der idealistischen Auffassung aus, Treu und Glauben seien keine leeren Phrasen.
Solidariiät des Irrtums
Irren ist also sehr menschlich, über den ganzen Erdball hin. Dann wird unsere zweite These vieles verständlicher machen:
- Das deutsche Unglück wuchs auf einem mißleiteten Idealismus, auf allzuviel Vertrauen - auf einem Mangel an Tatsachensinn. Es hätte freilich fast ein Sinn für das Kriminelle sein müssen ...
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(15) VON DER DRITTEN WURZEL DES ÜBELS
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Verlockung zum Abenteuer
Daß Massen je der Überlegung fähig gewesen wären, wird man nicht sagen können. Daß Massen aber in geschickter Weise beeinflußt und gelenkt werden können, ist eine Tatsache, und der Führer, der Dirigent der Massenseele ist nicht notwendig das wertvollste Individuum dieser Masse, sondern es ist sogar nötig, daß er gerade die primitivsten Instinkte einer Masse am reinsten verkörpert, daß er ihr Sprachrohr wird, ihr „aus der Seele spricht".
Anmerkung : Und wieder passiert es in Deutschland in und vor 2026 - es ist eine Partei, die sich als Alternative für Deutschland positioniert, mit den fast geichen Methoden wie damals .......
Sein Erfolg ist gesichert, wenn er (Führer oder Dirigent) sich nur an die rohen, primitiven, unedlen Instinkte der Masse wendet, um sie sich hörig zu machen. Sie wird dann sein williges Werkzeug, beide werden zur Einheit.
Springt der zündende Funke erst einmal über, so folgt ihm die Herde blindlings - auch in den brennenden Stall. Dann ist das Stadium erreicht, in dem die Masse zwar noch selbst zu handeln glaubt, aber bereits zum Werkzeug geworden ist.
Das spielt sich unter gleichen Voraussetzungen überall in der Welt auf das gleiche ab. Nie aber konnte es sich in der Weise ablaufen wie bei einem Volke, das, seit Jahrhunderten auf Kasernenhöfen gedrillt, gewissermaßen automatisch zur Zusammenballung, zur Massenbildung, zum Marsch in Reih und Glied neigt wie das deutsche Volk. Nirgends in der Welt also war die Gefahr
der Massensuggestion durch einen Einzelnen von vornherein so groß wie in Deutschland.
Volk ohne Chance
Vielleicht wäre es ein Beispiel höchster staatsmännischer Klugheit gewesen, dem Kräftestrom dieses arbeitsamen, intelligenten und leicht lenkbaren Volkes eine Weichenstellung zu geben, die nicht auf ein totes Gleis führen konnte, - so aber hatten es die politischen Abenteurer nur in Empfang zu nehmen, sie standen bereit, an der Stelle, an der die Sackgasse zu Ende war. Mit dem gesunden Lebenswillen des deutschen Volkes war zu rechnen, und aus höherer Einsicht hätte man auch sich selbst das Todesopfer von Millionen erspart. Es ist sehr wahrscheinlich.
Das „Auge um Auge" ist nicht immer die sicherste Abwehr. Selbst der Gestrauchelte braucht eines: die Chance. Kolonien beispielsweise wären eine Chance gewesen, eine Ablenkung, ein Ventil. So aber sahen Abenteurer - wie sie überall auf der Welt rechtzeitig bereitstehen - ihrerseits die große Chance. Und sie nützten sie gründlich. Das deutsche Volk hat eine dritte These vorzubringen, die allen Gutwilligen einleuchten wird:
- Es war das Unglück dieses Volkes, daß man ihm nicht rechtzeitig eine Chance gab.
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Auch das soll nicht entschuldigen. Es soll nur erklären.
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Das Produkt von Versailles
Fraglos gehört aber zu den verpaßten Chancen auch der unselige Vertrag von Versailles. Es ist ein Tatbestand: auch allen denkenden Köpfen in den Reihen unserer damaligen Gegner wurde sehr bald klar, daß dieser Vertrag ein überaus unglückliches Zwittergebilde war, voll unbedachter Härten auf der einen und voll unbedachter Lücken auf der anderen Seite. Vor allem hing er in einem luftleeren Raum, er war nicht in die Weltwirtschaft hineinkomponiert.
Anmerkung : Der junge Autor von "Pearl Harbor 1941", ein intellektueller Amerikaner mit jüdischen Wurzeln hatte es bereits 1947 in seinem dicken Wälzer geschrieben, daß dieser Vertrag den 2. Weltkrieg provoziert hatte.
Es soll hierbei ganz gleichgültig sein, inwieweit dieser Vertrag „verdient" war oder nicht, fest steht, daß er in der Methode unglücklich war. Er konnte deshalb auch von keiner beider Parteien strikt eingehalten werden und zerbröckelte mehr und mehr in sich.
Dieser Vertrag, nicht von kühl abwägender Überlegung diktiert, sondern rein affektiv betont, war vor allem, unpsychologisch, ja fast weltfremd, nämlich mit Bezug auf die möglichen Konsequenzen.
Wie man auch über ihn denken mag: in der Praxis erwies er sich als eine wahre Fundgrube für den „Retter" Deutschlands, er lieferte ihm den Stoff, die Anlässe, die Argumente, er wurde das unerschöpfliche ideelle Stammkapital der nationalsozialistischen Bewegung, und man darf wohl annehmen: mit einem entweder bedeutend härteren oder aber einem konzilianteren, klügeren, weitsichtigeren Vertrage wären die Dinge vermutlich anders gelaufen.
Der Versailler Vertrag war gewissermaßen ein Schuß, der nach rückwärts losging und der Nationalsozialismus entstand geradezu aus ihm, er lebte von ihm und in gewissem Sinne war der „Retter" Deutschlands das Produkt dieses Vertrages. Und deshalb auch ein pathologischer Wechselbalg.
Hinzu kommt, daß alle inneren Unmöglichkeiten des Versailler Vertrages in ihrer Wirkung förmlich potenziert wurden durch die mit ihm parallel laufende Weltkrise.
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(16) VON DER VIERTEN WURZEL DES ÜBELS
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Freunde - aber zu spät - (Erkenntnisse aus 1945)
Der Deutsche hat von jeher wenig Freunde in der Welt. Bestenfalls bringt man ihm eine Achtung entgegen, die mit Argwohn und Befremden gemischt ist.
Die Achtung gilt seinem Fleiß, seiner Gründlichkeit, seinem Ernst. Aber dieser Ernst hat etwas Schulmeisterliches, Unversöhnliches, Penetrantes, und dieser Fleiß hat etwas aufreizend Mustergültiges an sich. Oder um es kurz zu sagen: wir fallen der Welt von jeher etwas auf die Nerven.
Es gibt viel bequemere, weniger produktive, weniger eifrige Völker, von denen doch eines ausgeht: Sympathie. Eine Sympathie, die auf ein gewichtloses Etwas zurückgeht: den gewissen Charme, das menschlich Bestrickende, Aufgelockerte, ja eben das „Unernste" dieser Völker. Noch ihre Fehler und Mängel zeigen diesen versöhnlichen Charme der Rasse *1).
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- *1) Wenn wir hier und an anderer Stelle den Typus abstrahieren und Kollektivurteile abgeben, so geschieht es mit dem selbstverständlichen Vorbehalt, daß der Typus niemals rein vorkommt und daß er sich niemals mit sämtlichen Individuen decken kann. Der deutsche Typus kommt massenhaft außerhalb Deutschlands vor und umgekehrt. Das bedarf im Grunde keiner Erwähnung, es soll sogar vor der typologischen Denkform warnen, deren sich beispielsweise der Nationalsozialismus in skrupellosester Weise bediente: „Der Engländer ist . . ." usw.
- In unserem Falle soll die Abstraktion des Typus vorwiegend Verständigungsmittel sein, Näherungswert, ohne den sonst überhaupt keine Diskussion möglich wäre. Faktische Berechtigung hat die Einführung des Typus allerdings, sobald ein Kollektivum im Sinne des Typus handelt (oder unterläßt), in allen den Fällen also, in denen der Typus an bestimmten Reaktionen und realen Konsequenzen erkannt wird. Der Typus ist also eindeutig vorhanden und geschichtlich aktiv und dennoch anonym. Er ist stets unter dem Vorbehalt zu verstehen, daß er ebenso sehr auf niemanden zutrifft, wie - in Schattierungen - auf die Mehrzahl. Er bedeutet stets „mehr oder weniger". In diesem Sinne ist jedes Kollektivurteil, auf das Individuum bezogen, falsch und richtig. Greifbar wahr sind immer nur die Auswirkungen des Typus, alles übrige kann immer nur den Wert einer hohen Wahrscheinlichkeit haben, so, wie alle Geschichte nur Deutungsversuch ist.
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Ein unseliges Erbe als Schlachtfeld der Weltanschauungen
Das sind Gaben, die wir nicht besitzen. Und es ist auch erklärlich, daß wir sie nicht besitzen. Seit dem Beginn unserer Geschichte sind wir das Schlachtfeld Mitteleuropas gewesen, und in den Jahrhunderten, in denen andere Völker zu Nationen wurden, haben sich auf unserem Rücken blutige Glaubenskriege und sinnlose Bruderkämpfe abgespielt, deren Tragik uns, die Erben, geformt hat.
Wir waren immer wieder das Schlachtfeld der Wellanschauungen ganz Europas, uns ist nie etwas zugeflogen, nie etwas geschenkt worden. Um uns ist keine Weite, kein freies Meer, das den Blick weiter und die Seelen offener macht.
Dicht neben uns sitzen Nachbar an Nachbar, und wir sind das Zentrum aller politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Konflikte dieses Erdteils. Das geht an keinem Volke vorüber, das formt seine Menschen, und so sind wir denn ein sehr tüchtiges, gründliches, ernstes und auch völlig humorloses Volk geworden, schwer, etwas ungeschlacht, eigenbrötlerisch und nicht sehr heiter, auf keinen Fall aber gewinnend für die, die sich und das Dasein viel weniger ernst nehmen und von denen das gewichtlose Etwas ausstrahlt: der Charme des Glücklicheren, des weniger Gefährdeten, weniger Problembeladenen.
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Wir haben nie gearbeitet - wir haben immer geschuftet
Vom Schicksal weniger begünstigt haben wir uns hochgearbeitet, nein, wir haben nie gearbeitet - wir haben immer geschuftet. Wir hatten den Ehrgeiz, durch blindwütiges Arbeiten einzuholen, was andere Völker uns voraus hatten.
Noch mit fünfzig, mit sechzig Jahren schuftet der Deutsche, unermüdlich, und so fehlt ihm denn auch alles Lockere, Leichte, ja so lebt er eigentlich am Leben vorbei und begreift nicht, weshalb andere nicht auch so schlechter Stimmung sind wie er.
Dieser Gegensatz zu aller Welt ringsum macht den deutschen Menschen allein schon etwas unverständlich, man empfindet ihn als eine Art ungenießbaren Bürovorsteher. Auch seine gesamte Tradition hat etwas von dieser Art. Für die Musen brachte er das Seriöse mit, aber die Grazien flohen ihn.
Doch Heiterkeit ist Gnade, und so müssen wir uns denn abfinden. So, wie es heute um uns steht, wird sich hier wohl nichts ändern .......
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Rein Deutsch : Vom Berufssoldaten zum Beamten
Eine Ursache des nicht sehr verbindlichen deutschen Wesens ist allerdings bereits weggefallen. Sie ging auf eine spezifisch deutsche Einrichtung zurück, die wiederum mit der starken Militarisierung des ganzen Volkes zusammenhing.
Es handelt sich hier um jene Schicht von Menschen, die zehn oder zwölf oder noch mehr Jahre Berufssoldaten gewesen waren und die sich dadurch als „Militäranwärter" den Anspruch auf einen zivilen Beamtenposten erworben hatten, eine Schicht, die alle Zweige der Verwaltung, des Beamtentums und des öffentlichen Lebens durchsetzte und mit ihrer besonderen Lebensauffassung erfüllte.
Es ist klar, daß der „kommissige" Geist, den diese Ableger und Nachahmer der militanten Herrenschicht vertraten, eine Komponente in das öffentliche und private Leben trug, die wenig einnehmend war: sie betrachtete die Welt noch immer mehr oder weniger als Kasernenhof.
Es wurde befohlen und es wurdö strammgestanden, wenn nicht körperlich, so wenigstens geistig. Dieser Kasernenhofgeist, eng, unfreundlich und unduldsam, unterdrückte zu seinem Teil die Entwicklung der offenen und freimütigen Persönlichkeit, und es ist klar, daß eine Schicht, die derart den ganzen Volkskörper durchsetzte, von erheblichem Einfluß auf den Charakter des Ganzen war.
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Der „Hauptmann von Köpenick"
Ganz besonders diese tiefgestaffelte Schicht des Militäranwärtertums konservierte den betont militärischen Geist im deutschen Volke und damit eine für die ganze Welt unverständliche Lebensform. Das ging bis zu Auswüchsen, die das schallende Gelächter der ganzen Welt erregten.
Gemeint ist der Streich jenes genial dreisten „Hauptmanns von Köpenick", eines sechzigjährigen Schusters, der sich notdürftig als Hauptmann kostümiert hatte, eine Abteilung Soldaten auf der Straße anhielt, das Rathaus der Stadt Köpenick besetzte und dem Bürgermeister die gesamte „beschlagnahmte" Stadtkasse abnahm.
Diese Äußerung der preußisch- militärischen Komponente im deutschen Volke blieb freilich die einzige versöhnliche, im übrigen aber hat der Geist der Kaserne die Wertschätzung des deutschen Menschen nicht erhöht.
Dieser Teil des deutschen Wesens schloß nicht aus, daß wir dennoch hier oder dort Sympathien in der Welt draußen hatten, gerade in der Zeit des tiefsten Abstieges und als der Terror über Deutschland wütete.
Es waren wenige, aber es waren doch Männer von Weltgeltung darunter, voran Sven Hedin und Knut Hamsun. Auch sie waren von der deutschen Sendung überzeugt, dieser gefährlichen Fiktion, die so viel Unheil in den deutschen Köpfen angerichtet hat. Gegenüber solchen Freunden und Kronzeugen in der Welt draußen hätte selbst "Der" irre werden können, der wußte, daß diese „Sendung" eine der gefährlichsten Praktiken der deutschen Machthaber war, nämlich das Kernstück des deutschen Wahns und damit das Kernstück des deutschen Unglücks,
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- Anmerkung :
- Hamsuns Ruhm als Schriftsteller wird überschattet von seinem aktiven Eintreten für den Nationalsozialismus. Unter anderem schrieb er noch 1945 einen Nachruf auf Adolf Hitler, in dem er den toten Diktator als „reformatorische Persönlichkeit“ würdigte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zeitweilig zwangsweise untergebracht, enteignet und zu einer hohen Geldstrafe wegen Kollaboration mit den deutschen Besatzern verurteilt. Diese Erlebnisse verarbeitete er literarisch in dem Buch Auf überwachsenen Pfaden.
- Sven Hedins Nähe zum Nationalsozialismus zerstörte sein Ansehen und führte ihn in eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Isolation.
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Deutschland - Freunde in der Welt ???
Aber diesen "Freunden" dürfte man ebensowenig die Konzentrationslager gezeigt haben wie dem deutschen Volke. Freilich: ihre Freundschaft galt diesem Volke, - seine Henker kassierten sie ein und wußten sie zu nutzen.
Die Tatsache aber, daß Deutschland überhaupt einmal Freunde in der Welt hatte, dazu Freunde von so großem Namen und Freunde, die den deutschen Wahn bestätigten - das hatte gewissermaßen nur noch gefehlt und machte das Unglück vollständig.
Dann wird auch unsre vierte These die Zusammenhänge leichter verstehen lassen:
Auch das kam zu unserem Unglück, daß es freie Geister in der Welt draußen gab, die zu einem Deutschland hielten, das es längst nicht mehr gab. Es waren Freunde, die Deutschlands Peinigern in die Hände arbeiteten - wenn auch ungewollt
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(17) VON DER FÜNFTEN WURZEL DES ÜBELS
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Propagandisten wider Willen (aus der Sicht von 1945)
Aber alle diese Übel wurden von einem fünften geradezu gekrönt. Es berührt die tieferen Ursachen des Krieges soweit sie außerhalb Deutschlands lagen.
Außer Betracht bleiben kann die Frage der Kriegsschuld. In dieser Hinsicht genügt die Tatsache, daß in Deutschland von 1933 an eine fieberhafte Rüstung für 90 Milliarden (Reichs-) Mark betrieben wurde. Anzufügen wäre höchstens, daß dies und manches andere den Weltmächten viel eher und weit genauer bekannt war als beispielsweise dem deutschen Volke, nämlich was den phantastischen Umfang dieser Rüstung betrifft.
Insgesamt aber steht man vor folgendem Tatsachenkomplex:
Charakteristisch für die Jahre 1933-39 ist es, daß sich die Weltmächte wieder und wieder vor fertige Tatsachen stellen ließen. Wieder und wieder ließen sie sich düpieren, ungestraft.
Sie steckten Vertragsbruch auf Vertragsbruch ein. Sie protestierten und sahen dennoch zu. Mehr noch: sie verschafften dem deutschen Despoten geradezu ungeheure politische Erfolge.
Schließlich aber geschieht auch das Unglaublichste: der Ministerpräsident eines Weltreiches (Chamberlain) wirft sich in ein Flugzeug, rettet mit genauer Not den Frieden, fliegt zurück, spricht nochmals vor und drängt nochmals zur Einsicht ...
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Die ersten 6 Jahre des 3. Reiches
Das war jedoch nur die Endphase einer Politik, die einheitlich sechs Jahre lang in diesem Sinne ablief. Von dieser Politik wurden die sechs Anlauf jähre in Deutschland mitbestimmt *2).
Was bestätigte diese Politik dem deutschen Volke?
Was bestätigte sie selbst den Zweiflern, ja noch den Hassern?
Sie bedeutete: hier ist ein Mann, dem keine Macht der Erde widersteht. Ein Weltreich paktiert mit diesem zum mindesten geriebensten Politiker aller Zeiten. Und da ja Politik noch niemals das schüchternste aller Handwerke war ... So mußten es die Massen sehen, selbst die Zweifler.
Man soll sich nicht wundern, wenn diese sechs Jahre für Deutschland zu sechs Jahren des hemmungslosesten Machtrausches und des verstiegensten nationalen Dünkels wurden, - ein Volk wurde krank vor Eitelkeit.
Man muß billigerweise auch fragen: wer im abgekapselten, mit Lug und Trug bearbeiteten Deutschland konnte im einzelnen wissen, welche Tücke, welche Perfidie, zuelche Untreue und welche Erpressungsmethoden zu diesen Ergebnissen geführt hatten?
Und der es ahnte, stand ratlos vor Tatsachen, die sein ganzes Weltbild umwarfen: Das also regiert von jetzt ab die Welt? Dem also beugt sie sich schließlich? Das ist ihr Sinn? So sind wir also unser Leben lang Schwächlinge und Phantasten gewesen.
Wer sind wir - Weltreiche beugen sich dem, der da kommt. Er ist das Schicksal, er ist die offenbare geschichtliche Notwendigkeit. Und wir sind nur stehengebliebene Narren aus einer versunkenen Welt ...
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Ja, man hätte es gekonnt ......
Deshalb dürfen wir heute allen, die es noch nicht wissen, die noch heute ohne jedes geschichtliche Verständnis sind, offen sagen *1) die Knebelung des deutschen Volkes konnte widerstandslos gelingen, der Zustrom zur Partei mußte machtvoll gefördert werden und die planmäßige Vorbereitung des Krieges konnte sich ungestört abwickeln dank all jener klaren Bestätigungen, die in einer Kette von Erfolgen lagen, geschichtlich geradezu abnormen Erfolgen. Es war eine geradezu geschenkte Propaganda wie sie schlagkräftiger nicht erfunden werden konnte.
Da draußen in der Welt wären die Machtmittel gewesen, den Frieden zu erhalten und von da draußen wurde der Moloch des zwanzigsten Jahrhunderts bestätigt - durch murrenden Gehorsam. Ja durch Neujahrsgratulanten und Parteitaggäste . . .
Eine kurze, schnelle, gemeinsame Polizeiaktion, früh genug, hätte das Geschwür Europas aufgestochen. Aber vielleicht kann man jetzt verstehen: versagten schon "Die", denen die Machtmittel gegen den Dämon der Gewalt gegeben waren und bestätigten sie ihn durch ganze Serien politischer Erfolge, - so soll man doch recht vorsichtig sein, wenn man heute dem deutschen Volke nahelegt, es hätte ja seinen Peiniger „abschütteln" können.
Seinen Peiniger? Es war der Mann, dem sich Weltmächte beugten und dessen Ruhm die Weltmächte mitbegründen halfen. Wieviel mehr mußten ihm die unterliegen, die mit noch weit anderen und handgreiflicheren Mitteln zu beugen waren ...
Vieles in Deutschland war unfaßlich.
Noch unfaßlicher beinahe war der niemals erwartete internationale Rückzug vor dem Geist der Unterdrückung. War er aus Angst geboren oder gar aus Achtung? Er war eine geschichtliche Tatsache. Von ringsum spiegelte die Welt das Bild zurück, das der deutsche Mensch notwendig bekommen mußte. In einer Welt voll knirschenden Nachgebens wurde aus dem Abenteurer schließlich der Götze, der alles in die Knie zwang.
- *1) Es waren zuletzt 69 gebrochene Verträge.
- *2) Der amerikanische Außenminister Stettinius: „Nachträglich durch Schaden klug geworden, sehen wir Amerikaner natürlich ein, daß wir es hätten vermeiden können, den größten Krieg der Weltgeschichte auszukämpfen, hätten wir und die übrigen Demokratien rechtzeitig die Angreifernationen zur Besinnung gebracht, wenn nötig durch Anwendung von Gewalt."
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Wir haben hier nicht zu bewerten, wollten wir aber das Versagen ganz Europas analysieren, so könnten wir hier wohl die gleiche Schreckstarre, den gleichen lähmenden Schock vermuten, der heute nur den Kurs einer billigen deutschen Ausrede hat. Leider liegt es anders.
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