Ein Bildband mit einer fast lückenlosen Biografie von 12 Jahren
Die 12 Jahre der Nationalsozialisten haben die ganze Welt "verdreht". So viele Tote hatte noch nie ein diktatorisches Regime zu verantworten. Hier wird in den Jahren um 1980 biografisch aufgearbeitet, wie es die "Deutschen Normalbürger" erlebt oder auch nicht erlebt hatten und vor allem, wie es dazu gekommen war. Hintergrund in 2026 ist die aktuelle Entwicklung 80 Jahre danach - nicht nur wieder in Deutschland - sondern auch in den USA und in Russland und in weiteren Ländern dieser Welt. Hier wird nichts verklärt oder beschönigt oder verniedlicht. Die Wahrheit ist daher nicht immer angenehm oder gefällig. Die einführende Seite beginnt hier.
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Die Realität im 3. Reich
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Das Vorwort der Verfasser (aus 1980)
Hitlers totalitärer Staat begnügte sich nicht mit der Besitzergreifung der offiziellen Machtpositionen, sondern verlangte von jedem zu jeder Zeit Gefolgschaft und aktive Mitarbeit. Freizeit und Freiheit, wie wir sie verstehen, gab es zwischen 1933 und 1945 kaum.
Wenn die Menschen von der Arbeit nach Hause kamen, konnten sie nicht immer tun und lassen, was sie wollten. Eine Fülle von Parteiveranstaltungen, Unterhaltungsangeboten, Gruppen- und Schulungsabenden »organisierten« den Feierabend und die Wochenenden. Der totalitäre Staat nahm nicht nur von dem politischen Bürger Besitz. Er kontrollierte, so weit als möglich, auch das Privatleben jedes einzelnen.
Natürlich vermochte es auch dieser Staat nicht, jede Lebenssphäre des Bürgers zu organisieren und gar zu überwachen. Das war auch gar nicht nötig, denn die Mehrheit der Deutschen war für Hitler und für den Nationalsozialismus.
Nur die Andersdenkenden hatten Probleme
Nur die politisch Andersdenkenden, die gläubigen Christen und die verfolgten Minderheiten lebten in der »ständigen Furcht vor dem Klopfen an der Tür in den frühen Morgenstunden«, der bevorzugten Einsatzzeit der Geheimen Staatspolizei (Gestapo).
Für die überwiegende Mehrzahl der Menschen blieb zumindest bis zum Ausbruch des Krieges das Leben innerhalb ihrer vier Wände im wesentlichen unverändert. Das Freizeit- und Konsumangebot war vielfältig und der Nachfrage des Marktes unterworfen.
Kühlschränke und Personenwagen, Kosmetika und Fotoapparate wurden bis zum Kriegsausbruch (für die, die es sich leisten konnten) in "ausreichender" Zahl produziert; die Angebotspalette der Unterhaltungsindustrie vergrößerte sich ständig.
Ausländische Tanzorchester gastierten in vielen Großstädten, und wer Streifen mit der offiziell verfemten Marlene Dietrich, mit Greta Garbo oder Clark Gable sehen wollte, konnte dies tun.
Coca-Cola und die Swing-Musik Teddy Stauffers gehörten ebenso zum Alltag der Deutschen wie der Bestseller »Vom Winde verweht«.
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Die fünf Phasen des »Alltagslebens im Dritten Reich«
Stark vereinfacht können wir fünf Phasen des »Alltagslebens im Dritten Reich« unterscheiden:
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Phase 1
1. Die Zeit von der Machtergreifung am 30. Januar 1933 bis zur Gleichschaltung aller politischen Organisationen, die im wesentlichen mit dem Gesetz vom 14. Juli 1933, in dem die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei zur einzigen politischen Partei erklärt und jede Wieder- oder Neugründung von Parteien verboten wurde, abgeschlossen war.
In diesen nicht ganz sechs Monaten veränderte sich für die politisch engagierten Deutschen das Leben fundamental. Viele wurden verhaftet, in Zuchthäuser verbracht und ab März 1933 in Konzentrationslagern festgesetzt. Das NS-Regime hatte seit der Machtübernahme ganze Arbeit geleistet.
Schon am 4. Februar wurden die ersten »Notverordnungen« erlassen und Grundrechte der Weimarer Verfassung aufgehoben.
Bis zum 23. März, an dem das »Ermächtigungsgesetz« beschlossen wurde, gelang es Hitler, eine Diktatur zu errichten, die nun praktisch mit unbegrenzten Vollmachten ausgestattet war.
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Es kam langsam - die Entschlossenheit und Brutalität der Nazis
Den Alltag der meisten Deutschen berührte indes der NS-Terror in den Großstädten und die Abrechnung mit dem verhaßten politischen Gegner nur wenig. Erst als die Gleichschaltungspraxis auch auf die Gewerkschaften und andere politische und gesellschaftliche Organisationen ausgedehnt wurde, bekam der einzelne die »Kraft der Bewegung« sowie die Entschlossenheit und Brutalität der Nazis zu spüren.
Gewaltige Aufmärsche, erhabene Feiern und kultische Begegnungen waren die Begleitmusik dieser neuen Ordnung.
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Bis es auf einmal zu spät war .....
Als einige Deutsche, die der »Bewegung« zunächst abwartend-positiv gegenüberstanden, merkten, in welche Richtung Hitlers Terrorsystem steuerte, war es zu spät.
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Phase 2
2. Die Jahre von Mitte 1933 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges, am 1. September 1939, sehen (zeigen) einen NS-Staat, der innenpolitisch äußerst stabil ist und außenpolitische Erfolge vorweisen kann, die allerdings konsequent - auch auf Kosten eines möglichen Krieges - erkämpft werden.
Für diejenigen, die nicht hinter die Kulissen schauen konnten oder wollten, waren es die »Golden Thirties«. Es ging wirtschaftlich bergauf, die Arbeitslosigkeit nahm rapide ab, und bald konnte in Deutschland wieder von Vollbeschäftigung gesprochen werden, ab Ende 1938 gab es sogar einen Arbeitskräftemangel.
Vor allem diese Erfolge auf dem Gebiet der Wirtschaft waren es, die dem Nationalsozialismus breite Anerkennung verschafften. Nach den mageren Jahren, die gleichzeitig auch das Ende der Weimarer Republik markierten, kam mit den neuen Machthabern wieder Arbeit und Brot.
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Die Schattenseiten der 2. Phase
Diese »fetten Jahre« des NS-Regimes hatten auch ihre Schattenseiten: Tausende von politischen Gegnern des Regimes wanderten in die Gefängnisse und Konzentrationslager, viele wurden dort ermordet; Zehntausende von Juden emigrierten ins Ausland oder wurden als Menschen zweiter Klasse verfolgt.
Ihre Situation spitzte sich mit dem »Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre« sowie mit der »Reichskristallnacht« vom 8. bis 10. November 1938 dramatisch zu. Rund 7500 jüdische Geschäftshäuser wurden in diesen Tagen demoliert und geplündert, 190 Synagogen in Brand gesteckt und über 25 000 Juden verhaftet.
Das Massenpogrom von 1938 markierte den Beginn der »großen Abrechnung«, die Göring angekündigt hatte und die ab Sommer 1941 den »Holocaust« von Millionen von Juden bedeuten sollte.
In diesen sechs Jahren werden aber nicht nur Menschen verfolgt, gefoltert und getötet.
Es wird auch der Grundstein für das gelegt, das die Nationalsozialisten als den »Aufbruch in eine neue Zeit« bezeichneten. Eine ganze Jugend wird - meist freiwillig - auf das System eingeschworen. Bis zu 95 Prozent eines Jahrgangs werden in der Hitler-Jugend oder im »Bund Deutscher Mädels« mit den Zielen des Nationalsozialismus vertraut gemacht und paramilitärisch für den Ernstfall vorbereitet. Den Erwachsenen geht es nicht anders. Vielen bleibt nur die »Innere Emigration«.
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Phase 3
3. Als Hitlers Truppen am 1. September 1939 in Polen einmarschierten, war das zugleich der Beginn des Zweiten Weltkrieges, der sechs Jahre danach mit dem völligen Zusammenbruch Deutschlands enden sollte.
Während der »Blitzsiege« über Polen und Frankreich, der Besetzungen Norwegens, Dänemarks und des Balkans lief das Alltagsleben verhältnismäßig normal weiter. Erst mit dem Angriff auf die Sowjetunion und den seit 1942 einsetzenden Bombenangriffen auf den Westen Deutschlands änderte sich das.
Bis dahin war vom eigentlichen Krieg in der Heimat
wenig zu spüren. Noch beherrschte Görings Luftwaffe den deutschen Luftraum, nur die Heranziehung der Jugendlichen für kriegswichtige Aufgaben wurde verstärkt, weil durch die Einberufungen zur Wehrmacht viele Arbeitsplätze unbesetzt blieben.
Auch an Konsumgütern mangelte es zunächst nicht, auch die Rüstungsindustrie ersetzte ohne größere Anstrengungen den Materialverschleiß der Truppe. Da die Mobilisierung der Frauen als zusätzliche Kräfte für die Wirtschaft (»Ehrendienst«) gescheitert war, griff man vorwiegend auf ausländische Zwangsarbeiter zurück, die meist unter schlechtesten Bedingungen in eigens errichteten Barackenlagern untergebracht waren.
Auf dem Land hausten die zwangsrekrutierten Polen und Russen oft in Ställen und Erdlöchern, jeglicher Kontakt zwischen Deutschen und diesen »slawischen Untermenschen« war verboten.
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Phase 4
4. Mit der sich abzeichnenden Niederlage bei Stalingrad zu Beginn des Jahres 1943 sowie den nunmehr pausenlosen Bombenangriffen auf die deutschen Großstädte beginnt die Phase des »Totalen Krieges«.
Ein Viertel der deutschen Bevölkerung war vom Luftkrieg unmittelbar betroffen. Schüler wurden als Flakhelfer eingesetzt, der Krieg war zu den Kindern gekommen. Nacht für Nacht wurden die Menschen aus dem Schlaf gerissen und stürzten in die Bunker und Luftschutzkeller.
Nach Waren des täglichen Bedarfs mußte man nun Schlange stehen, seit Ende 1943 waren Grundnahrungsmittel zumindest in den Städten schwer zu bekommen. In den Rüstungsbetrieben stieg die Arbeitszeit auf bis zu zwölf Stunden täglich.
Hunderttausende flüchteten aus den durch Luftangriffe gefährdeten Städten aufs Land, auch die Frauen wurden nun verstärkt in der Wirtschaft untergebracht, Theater und Restaurants geschlossen.
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Phase 5
5. Mit dem Angriff der Roten Armee auf Ostpreußen im Oktober 1944 und dem Vorrücken der alliierten Truppen im Westen erreichte der Krieg das »Reichsgebiet«. Ältere Männer werden in den »Volkssturm« und die ganz Jungen in das »Letzte Aufgebot« abkommandiert.
In Ostpreußen, später auch in Westpreußen, Schlesien und Pommern kommt es zu grausamen Übergriffen von Soldaten der Roten Armee auf die Zivilbevölkerung. Wenige Jahre zuvor haben unzählige Polen und Russen das erlebt, was nun Deutsche durchmachen müssen. Es ist eine furchtbare Abrechnung.
In den Großstädten geht indes der Luftterror weiter. Von den 500.000 deutschen Luftkriegstoten sterben die meisten in den letzten Kriegsmonaten. Der Angriff auf Dresden gehört zu den sinnlosesten Grausamkeiten dieses Krieges, denn die Toten verbitterten die Menschen mehr, als daß sie Kampfmoral und Durchhaltewillen untergruben.
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Dazugekommen: Phase 6 - die Kapitulation am 8. Mai 1945
Am 8. Mai 1945 kapituliert Deutschland bedingungslos. Die Waffen schweigen. Doch die Leiden gehen weiter. Abertausende verhungern, erfrieren oder kommen in den nächsten Jahren in Gefangenenlagern um. Über 50 Millionen Tote hat der Zweite Weltkrieg auf seinen Kriegsschauplätzen gefordert.
Deutschland wird von den Besatzungsmächten regiert und geteilt. Über drei Jahrzehnte nach seinem Untergang sind uns die politischen Ereignisse der Zeit des Dritten Reiches, die Persönlichkeit seiner Führer und die einzelnen innen- und außenpolitischen Schritte, die zum Kriege geführt haben, wohlbekannt. All das ist in vielen historischen Studien niedergelegt worden.
Es dauerte viele Jahre bis zur Aufarbeitung der NS-Zeit
Wie jedoch die Machthaber im NS-Staat den Alltag der Deutschen manipulierten und organisierten und wie diese zwölf Jahre aus der Sicht der damals lebenden Deutschen abgelaufen sind, wird weitgehend erst in jüngster Zeit erforscht.
Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch darauf, wissenschaftlich neue Erkenntnisse zu liefern, es will allgemein verständlich und durch seltenes Bildmaterial anschaulich beschreiben, wie die Deutschen zwischen 1933 und 1945 lebten.
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Der 30. Januar 1933 - wie es begann ....
Mit der »Machtergreifung« der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 beginnt das, was man später die »braune Revolution« genannt hat. Nach und nach werden die demokratischen Grundrechte außer Kraft gesetzt, die politischen Gegner verhaftet oder abgeschoben und der Führerstaat installiert.
Im Sommer 1933 haben die Nazis das Heft fest in der Hand. Alle anderen politischen Parteien sind verboten, die Gewerkschaften gleichgeschaltet und die Parlamente der einzelnen Länder entmachtet.
Propagandistisch geschickt erheben die Nationalsozialisten den 1. Mai zum gesetzlichen »Feiertag der nationalen Arbeit«.
Mit Massenveranstaltungen in allen Großstädten und beeindruckenden Aufmärschen, wie hier am 1. Mai 1936 im Lustgarten von Berlin (Bild 1, Bild 4), demonstrieren »alte Kämpfer«, SS-Angehörige und Mitläufer der »Bewegung« ihre Stärke.
Das »Deutsche Turn- und Sportfest« von 1938 in Breslau (Bild 2) wird mit parteioffiziellen Massenaufmärschen und Umzügen ebenso pompös begangen wie die Siegesparade heimkehrender Truppen nach der Niederlage Frankreichs im Juli 1940 (Bild 3).
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Das Ziel der Nationalsozialisten - die totale Kontrolle
Die Kontrolle jedes einzelnen zu jeder Zeit, auch in Freizeit und Urlaub, ist das Ziel jedes auf totale Herrschaft abzielenden Staates.
Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, brachte es auf den Nenner: »Wir dürfen nicht nur fragen, was tut der Mensch bei der Arbeit, sondern wir haben auch die Pflicht, uns um ihn zu kümmern, wenn der Feierabend kommt...«
Nur wenige konnten sich diesem ständigen Druck entziehen und von den Veranstaltungen der »Jungmädel« oder des »Bundes deutscher Mädel« bei Hausmusik (Bild 7) erholen. Selbst an den Badestränden von Nord- und Ostsee zierte der eine oder andere seine Sandburg mit der Hakenkreuzfahne (Bild 5). Und auch in den »Heim ins Reich« geholten Gebieten, wie zuerst in Österreich und später in Böhmen und Mähren (Bild 6), das Hitler vom 13. bis 15. Mai 1939 von deutschen Truppen besetzen ließ, wurden die Uniformierten von »deutschen Mädels« freudig begrüßt.
Vereinnahmung des kulturellen Lebens
Auch das kulturelle Leben blieb von der Gleichschaltungspraxis der Nationalsozialisten nicht verschont. Im Gegenteil: Traditionell gelten Kunst, Presse oder andere Bereiche des geistigen Lebens als Vorreiter neuer Ideen, als weltoffen und daher dem engen Lebensbild des Nationalsozialismus feindlich gesonnen.
Von Anfang an versuchten Propagandaminister Goebbels und seine Epigonen Wissenschaft und Kunst im Sinne ihrer Ideologie auszurichten und alle anderen Kunstrichtungen und Wissenschaftszweige als »entartet« oder »undeutsch« zu diffamieren. Gefördert wurden jene Maler, Bildhauer und Schriftsteller, die »heroischem Monumentalismus« und »arteigenem und rassebewußtem Kunstschaffen« positiv gegenüberstanden.
Was Künstler unter »dem reinen deutschen Wesen« zu verstehen hatten, wurde seit dem 17. Juli 1937 im »Haus der deutschen Kunst« in München gezeigt. 884 Gemälde und Skulpturen konnte das Premierenpublikum, unter ihm Hitler, Goebbels, Hess und viele andere Nazi-Größen (Bild 8), bewundern. Bis 1943 wurden acht Ausstellungen gezeigt; die Besucherzahl stieg zwischen 1937 und 1943 von 480000 auf rund 720000.
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So wird die reichsdeutsche Familie dargestellt
Von Anfang an - paramilitärische Ausbildung der Schüler
»In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich«, so eine Vision Hitlers.
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Viele seiner Vorstellungen konnten in der Kürze der Zeit - zum Glück - nicht verwirklicht werden. Ein beträchtlicher Teil der Jugendlichen wurde jedoch paramilitärisch ausgebildet, besonders jene Schüler, die in den »Napolas« (Nationalpolitische Erziehungsanstalten) im Sinne des Systems erzogen wurden (Bild 9).
Eine Sammlung von Plakaten zeigt den Irrsinn
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Diese kleine Auswahl von Plakaten hat vor allem zwei Komplexe zum Thema, die für die Zeit zwischen 1933 und 1945 typisch sind: Immer wieder wurde das Volk zu Spenden oder Sammlungen aufgefordert, sei es zu einem Beitrag zum Winterhilfswerk (Bild 10), der oft direkt vom Lohn abgezogen wurde, oder einer Metallspende (Bild 12).
Der am 1. September 1939 vom Zaun gebrochene Krieg fordert seinen Tribut; Grundstoffe werden knapp und nach der Niederlage von Stalingrad (Anfang 1943) Spinnstoffe und Schuhe (Bild 13).
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Auch gegen Spione werden zahlreiche Plakate entworfen und in Lokalen und öffentlichen Gebäuden ausgehängt (Bild 11). Dieses sah man im Jahr 1940.
Seit dem 23. Dezember 1938 wurde das »Pflichtjahr« für Mädchen obligatorisch. Bereits ein Jahr danach leisteten mehr als 210.000 Arbeitspflichtige Hilfe in kinderreichen Familien oder überlasteten Bauernhöfen (Bild 14).
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Doch so konsequent waren die Nazis, wenn es um die Frauen ging, nicht immer. Selbst im Krieg konnten sich viele Frauen und Mädchen, vor allem die aus »gutem« Hause, vor einer Arbeitsverpflichtung drücken.
Eine Generalmobilisierung der Frauen fand nicht statt.
Auch in der Rüstungsindustrie (Bild 15) setzte das Regime mehr auf den Einsatz von Kriegsgefangenen, Deportierten und KZ-Insassen.
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Der Diktator (16).
Der Mann, der mit dem Röhm-Putsch von 1934 den Befehl zur Beseitigung von Dutzenden ehemaliger politischer Freunde gab, der seit 1936 systematisch den Krieg vorbereitete, der den Tod von Millionen Juden befahl und den Zweiten Weltkrieg begann, durch dessen Verschulden mehr als 50 Millionen Menschen den Tod fanden, der zahlreiche innenpolitische Gegner in KZs schickte oder ermorden ließ, posiert als jovialer Landesvater mit zwei Kindern vor der Kamera.
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