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Wie das NS-Regime die Kinder in den Krieg schickte .....
(Günter Bartoschs Jugend- Erinnerungen)

Erst in den Unterlagen und dem Nachlass, die sein Sohn Frank (für die Nachwelt ?) aufbewahrt hatte, findet man die Dokumente, wie es damals zum Ende des 3. Reiches zuging.

Diese Dokumente sind deshalb so wertvoll (historisch wertvoll), weil sie mit den Schilderungen von Wolfgang Hasselbach, Michael Hausdörfer, Günter Joschko, Joachim Fuchsberger und vielen anderen und auch von unserem Vater Gerhard Redlich fast identsch übereinstimmen. Ein Teil der genannten Namen war 1945 zwischen 16 und 25 Jahren alt.

Von all den anderen, die ich befragt hatte, sind die Unterlagen meist im Elternhaus im Bombenhagel der Jahre 1943 bis 1945 verbrannt. Es ist von diesen persönlichen und Familien -Unterlagen fast nichts - allermeist gar nichts mehr da oder übrig geblieben. Zum Beispiel von den Unterlagen des Vaters des Autors - Gerhard Redlich - sind alle Dokumente in der elterlichen Wohnung in Hamburg verbrannt. Alle Zeugnisse und alle Auszeichnungen für sein Klavierspiel - alles verbrannt. Von der Mutter des Autors - Valeria Redlich - sind die Unterlagen teilweise erhalten, weil die Eltern die Hefte aus Berlin Mitte in die kleine Garten-Hütte oder Laube nach Karow - etwa 15km ausserhalb - mitgenommen hatten. Von anderen wie Professor Hausdörfer verblieb nicht mal die Geburtsurkunde.
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Viel viel später hatte Herr Bartosch noch einiges aufgeschrieben

Das finden Sie hier auf seinen anderen Seiten und auch auf seinen ZDF Erinnerungen.
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Erstmal eine Kurzform der frühen Vita

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1928 August - geboren in Berlin Wedding

1934 Herbst / Winter Einschulung - 54. Volksschule - Klasse 8a

1935 Oktober Zeugnis - 54. Volksschule - Klasse 8a

1936 März Zeugnis Winterhalbjahr- 54. Volksschule - Versetzung in 7.Klasse

1938 April Zeugnis Winterhalbjahr- 54. Volksschule - Versetzung in 5.Klasse

1939 März Zeugnis Winterhalbjahr- 54. Volksschule - Versetzung in 5.Klasse

1939 Sept Zeugnis Mackensen Gymnasium - 1.Halbjahr

1940 März Zeugnis Mackensen Gymnasium - Versetzung in 2.Klasse

1941 Juli Zeugnis Mackensen Gymnasium - Versetzung in 3.Klasse

1942 Juni Zeugnis Mackensen Gymnasium -- Versetzung in 4a.Klasse

1943 Juli Zeugnis Mackensen Gymnasium - Versetzung in 5.Klasse

1944 Januar - Luftwaffenheler mit Spezial-Untericht

1944 Juli Zeugnis Mackensen Gymnasium - Versetzung in 6.Klasse

1945 Januar - Abgangs.Zeugnis Mackensen Gymnasium - wene Einberufung

Aufzeichungslücke bis 10.9.1947 - Fortsetzung der SChule mit Abitur ??

1947 Sept. Neue Deutsche Bühne der Jugend - Theater-??????? bis 31.5.1948

1948 Juni - RIAS Berlin - Programmgestaltung in freier Mitarbeit
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Ein Einblick in die Schulzeit ab der Volksschule

Der kleine Günter kommt 1935 in Volksschule, in Berlin im Wedding. Er wächst also mitten in den Anfängen des Nationalsozialismus auf und kennt nichts Anderes. Der Vater arbeitet im hitlerfreundlichen Scherl-Verlag, in dem inzwischen alle Nicht-Arier "entfernt" worden waren.
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1935-10-11-Beginn
1936-03-27
1936-10-0

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Im 3. deutschen Reich der Nationalsozialisten geht es aufwärts, jedenfalls oberflächlich.
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1937-09-24
1938-04-01
1938-10-11

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Eine Änderung tritt ein, die neuen Schlulnoten

1938-10-11 - die neuen Schulnoten

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Sommer 1939 - irgend etwas ist "im Busch" und nur wenige wissen "etwas" - Günter wechselt aufs Gymnasium

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1939-03-31
1939-09-28
1939-12-16-Weihnachten

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Jetzt ist es raus, der Krieg gegen "Deutschlands Feinde" hat begonnen .....

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1940-03-15-Ostern
1940-09-25-Michaelis
1940-12-12-Weihnachte

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Zum Jahresende 1940 weiß jeder Deutsche, was Krieg bedeutet.

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1941-07-04
1941-12-15-Weihnachten
1942-03-20-Ostern

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In Berlin sind erste Bomben gefallen - auch die Kinder werden hellhörig - dennoch ist (so scheint es) alles "normal"

In Berlin gibt es "immer noch" Schwimmuntericht - jedefalls im Gymnasium.
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Für die Kinder ist immer noch alles "normal"

1942-06-26
1942-12-08-Weihnachten
1943-04-03-Ostern

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Irgend etwas Fürchterliches muß passiert sein - Stalingrad

In Stalingrad ging eine ganze Armee verloren, über 320.000 Soldaten waren einfach weg. Und es wurde nichts darüber gehört, das Thema war einfach tabu. Immer mehr Lehrer bekamen einen "Wehrmachtsurlaub" - ab nach Russland - an die Front. Die paramilitärische Erziehung der Kinder als FLAK-Helfer begann.
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Juli 1943 (Schuljahr 1942/43) Versetzt nach Klass 5 - steht ganz oben drauf

Zeugnis-1943-07-01

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Und jetzt kommen lauter kleine Mosaikbausteine

Die Mackensenschule hatte keine eigenen Zeugnis-Vordrucke mehr, ein Stempel mußte das übermalen. Wenn man nicht drauf achtet, fällt es auch ja gar nicht auf. Doch auf einmal wurde im immer siegreichen großen Deutschen Reich sogar das Papier knapp.

Auf anderen von Günter Bartosch aufgehobenen (geretteten) Zeitzeugenberichten schreibt er, daß inzwischen alle dreizehn- und vierzehnjährigen Gymnasiasten zu Luftschutzübungen und FLAK-Übungen herangezogen wurden - freiwillig natürlich und in Uniform.
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Im 4. Bild : Juli 1944 - "Versetzt nach Klasse 6 der Oberstufe"

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1943-12-13-oben
1943-12-13-unten
1944-07-31-oben
1944-07-31-unten

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Das Vaterland muß verteidigt werden - der Abgang

Das Folgende sind die beiden Abgangs.Zeugnisse / Formulare, auf denen der junge Günter Bartosch (und alle seine Mitschüler) zum Militär einberufen werden sollten. Da steht zwar etwas von "RAD" für Reichs Arbeitsdienst drauf, doch den gab es im Januar 1945 schon nicht mehr.

Weiterhin ist nur zwischen den Zeilen davon zu lesen, daß die ganz Klasse bereits ein ganzes Jahr (vom 7.1.1944 bis 26.1.1945) in Nord-Jugoslawien im echten Krieg als FLAK-Helfer eingesetzt war, mit einem ganz speziellen (hilfsweisen) Front-Schulunterricht im Mannschaftszelt.
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1945-01-26-Abgang
1945-01-29-Abgang

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Die Schule war für ihn natürlich noch nicht fertig, wie für die allermeisten Schulbuben. Für die jungen Heranwachsenden, Jungen wie Mädchen, begann eine harte Zeit.lagen in Schutt und Asche (und mit Hunger) und die Lehrer kamen so nach und nach und nur vereinzelt aus den Lazaretts zurück, alle geprägt von dem verlorenen Krieg und ihren Kriegsverletzungen. Lesen Sie weiter, was Günter Bartosch über diese Zeit von 1945 bis 1948 aufgeschrieben hatte.
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