Einzelne Autoren beleuchten die Entwicklung der UFA ab 1917
Damals in 1917 mitten im ersten Weltkrieg sollte er eigentliche Grund für solch ein Film-Monopol unter versteckter staatlicher Regie geheim leiben. Die beteiligten Mitarbeiter und die reichsdeutsche Presse wußten recht wenig von den Machenschaften im Hintergrund und lobten ihre Arbeit und "ihr" Unternehmen, solange sie dabei waren. Der Koloss kam dennoch ins Trudeln und wurde beinahe amerikanisch. Erst nach dem März 1933 kam der immense Wert solch eines Monopols richtig zur Geltung, wenn auch im negativen Sinne. Die einführende Seite beginnt hier.
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Die Glashäuser - ohne Sonnenlicht ging nichts
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Juni 1913 - Das Ateliergelände in Berlin Tempelhof
»Am südlichen Rande des Tempelhofer Feldes, an der Stelle, an der über die Gleise der berliner Ringbahn hinweg bisher die militärische Wüste in eine bürgerliche Wüste überging, beginnt jetzt neues Leben sich zu regen. Es scheint, daß dort ein Industrieviertel aus den mehr oder weniger grünen Feldern emporwachsen soll. Am weitesten in die Wüste vorgeschoben ist vorläufig ein Komplex, der einer der neumodischsten Fabrikationen gewidmet ist.
Wenn man von der Tempelhofer Chaussee herkommt, sieht man schon aus weiter Ferne zwei seltsame Gebilde emporragen, die wie riesenhafte Vogelkäfige aussehen. Es sind zwei hochgelegene, sehr große Hallen, die vollkommen von Glaswänden eingeschlossen sind und auch ein gläsernes Dach haben. Frei kann von allen Seiten das Licht hier hineinfluten, und man kann sich gleich denken, daß diese Anlagen jenem Gewerbe dienen, für das der Grundsatz gilt: >Am Lichte hängt, zum Lichte drängt doch alles!<: der Filmfabrikation.« (Lichtbild-Bühne, 14.6.1913)
Fürs "Filmen" - Sonne ist die einzige brauchbare Lichtquelle
Die ersten Filme entstehen - solange die Sonne die einzige brauchbare Lichtquelle ist - entweder im Freien oder in umgewidmeten Foto-Ateliers der Innenstadt. Als die Dekorationen aufwendiger werden, beginnt man geeignete Dachgeschosse den Bedürfnissen anzupassen. Das berühmteste und wohl auch am längsten genutzte Dachatelier ist das Messter-Atelier in der Blücherstraße 32.
Eine weitere, großzügigere Alternative ist das Glashaus, das speziell für die Filmarbeit errichtet wird. Da hierfür ein größerer Platzbedarf besteht - und vermutlich auch wegen der weniger durch Qualm verschmutzten Luft - finden sich diese vorwiegend in den berliner Vorstädten: Muto-Atelier in Lankwitz (1904), Bioscop in Neubabelsberg (1912), dann 1913 Vitascope in Weißensee, Eiko in Marienfelde und die beiden Glashäuser in Tempelhof.
Während in Neubabelsberg und Weißensee die technischen Gebäude mit Werkstätten und Labors neben den Glasateliers stehen, bevorzugen die anderen eine Art Kompaktbauweise mit der Glashalle oben auf massiven Sockeln, in denen die Nebenräume untergebracht sind.
Initiator in Tempelhof ist Alfred Duskes, der 1912 mit Beteiligung der französischen Firma Pathe Freres die Literaria-Film GmbH gründet, die im Frühjahr das erste Glashaus an der Oberlandstraße errichtet. Kurz darauf entsteht direkt daneben ein fast identischer Bau im Auftrag von Paul Davidsons Projektions-AG »Union« (PAGU).
Das Literaria-Atelier wird 1917 von der Messter-Film GmbH übernommen, die auch das Union-Glashaus pachtet. Messter bringt das so entstandene Filmgelände, zu dem auch Freiflächen für Außenbauten gehören, im März 1918 in die Ufa ein. Es bildet das erste Produktionszentrum der Ufa.
Ein Artikel von Hans-Michael Bock
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Nationaler deutscher Unternehmer
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1892 - Der »Vater des deutschen Films«: Oskar Messter
Er ist technischer Tüftler, Erfinder und erfolgreicher Unternehmer. So ist er mit den Pionieren des Films durchaus vergleichbar, mit den Gebrüdern Lumiere, mit den Skladanowskys. Möglicherweise hat ihm einst vorgeschwebt, ein deutscher Thomas Alva Edison zu werden.
Wie die anderen übernimmt auch er das Geschäft des Vaters, Eduard Messter, ein vielseitiges, erfolgreiches Unternehmen: »Mechan. und optisches Institut - Spez. ärztliche Instrumente und Apparate Eduard Messter, Berlin NW, Friedrichstraße 95 pt.«
Auch der Vater ist ein Erfinder, ein Tüftler. Zu einer Zeit, da es noch keinen Strom aus der Steckdose gibt, konstruiert er Bühnenbeleuchtungen; die Siegesparade 1871 beleuchten Scheinwerfer von Eduard Messter, die ihren Strom aus 120 Batterien erhalten. Doch die Spezialität der Firma sind optische Instrumente für medizinische Zwecke. In der Charite forscht Robert Koch mit Mikroskopen der Firma Messter. Als Vertreter bringt sie oft Sohn Oskar an die Mediziner, der 1884 ins Geschäft eingetreten ist, das er 1892 übernimmt.
1895 - Oskar Messter entdeckt den Flm
Oskar Messter ist vielseitig. Er führt viele Ärzte in die Kunst des Mikroskopierens ein, und er interessiert sich für die Entdeckungen anderer. 1895 entdeckt Wilhelm Röntgen seine X-Strahlen. Im März 1896 meldet Oskar Messter sein Patent für Aufnahmen mit Hilfe von X-Strahlen an. Doch als er Ende 1895 oder Anfang 1896 mit den »lebenden Photographien« in Kontakt kommt, entdeckt er darin seine Passion.
Am 26. April 1896 eröffnet in der Linden-Passage Unter den Linden 21 ein »Isolargraph« seine Pforten. Messter, der bereits mit der Konstruktion von Filmprojektoren beschäftigt ist, interessiert sich sofort für dieses Kino und übernimmt es schließlich selbst am 19. September 1896. Zuvor hat er bereits mehrere Projektoren konstruiert und verkauft.
Aus London hat er sich Edison-Filme sowie Rohfilmmaterial besorgt. Da ihm niemand einen Filmaufnahmeapparat verkaufen will, experimentiert er selbst. Gustav Schönwald, einer der ersten »Filmerklärer« Deutschlands und auch einer der frühen deutschen Filmregisseure, berichtet: »Messter wohnte damals in der Georgenstraße gegenüber dem >Bahnhof Friedrichstraße<. Einen Aufnahmeapparat hatte er nicht, ein solcher war auch nicht zu haben.
Da kam er auf folgende Idee: Er verdunkelte eines seiner Zimmer, das nach dem Bahnkörper zu lag. Am Fenster ließ er eine ganz kleine Öffnung frei, und vor diese Öffnung stellte er seinen Vorführungsapparat. Er setzte einen Negativfilm ein, und
während nun ein Zug vorüberfuhr, ließ er den Apparat arbeiten. Was dabei herauskam, war ganz befriedigend, wenn auch nicht verwendbar. Der Film existiert heute noch.
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1916 - Der erste Messter Aufnahmeapparat
Immerhin war dieses Experiment die Veranlassung, daß Messter sich mit dem Bau eines Aufnahmeapparates befaßte.« (Der Kinematograph, 10.5.1916) - Im Herbst 1896 hat Messter ein Kino, in dem er mit einem technisch wesentlich verbesserten Projektor in der Hauptsache fremde Filme vorführt. Keine Frage, daß er alsbald sein Interesse auf die Produktion eigener Filme lenkt. Eine Kamera baut er schließlich auch.
Und so zieht er im Oktober/November 1896 los und dreht seinen ersten Film: Am Brandenburger Tor zu Berlin. Ein Jahr später gibt er - genau wie die Lumieres in Paris - einen Katalog seiner Filme heraus. Am Brandenburger Tor zu Berlin ist Position Nr. 1, die Nr. 2 Lustiges Treiben auf der Berliner Westeisbahn.
Ende 1896 ist Oskar, Optiker Eduard Messters Sohn, bereits ein Unternehmer, der in vier Bereichen der Filmindustrie tätig ist: als Filmproduzent, Filmverleiher, Kinobesitzer und Apparatebauer.
Ein Jahr nach den ersten öffentlichen Filmvorführungen in Berlin und Paris gibt es bereits einen Unternehmer, der in seiner Firma die Grundstruktur eines vertikal gegliederten Filmkonzerns entworfen hat.
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Messters Malteserkreuz für den Filmtransport
Oskar Messter, der Erfinder und Oskar Messter, der Unternehmer und Produzent. Als Erfinder ist er mäßig erfolgreich, aber er "perfektioniert" das für den Filmtransport in den Projektoren wichtige Malteserkreuz.
Im Jahre 1896 richtet er in der Friedrichstraße das erste deutsche Kunstlichtfilmatelier ein, das erste Glashaus in Berlin. Er hat keine Ambitionen, selbst Filme zu drehen. Er ist der Unternehmer, der Produzent - und als solcher außerordentlich erfolgreich.
Nicht er will Filme drehen, er findet Leute, die sie für ihn drehen. Es ist nicht zuletzt sein Talent, Künstler aus allen möglichen Bereichen für das neue Medium zu interessieren. Ohne jeden Zweifel ist Oskar Messter einer der ersten deutschen Filmproduzenten - und zweifellos der erfolgreichste, dem es gelingt, sein Unternehmen aus dem Stadium der Manufaktur in das eines Konzerns zu überführen.
»Aktualitäten« und »Spielszenen«
Von Beginn an interessiert er sich für die beiden Bereiche des Films: Er läßt »Aktualitäten« und »Spielszenen« drehen, Dokumentaraufnahmen und Spielfilme kommen aus der noch kleinen Filmfabrik von »Meister« Messter. Die zu jener Zeit wichtigstem Sujets für Dokumentaraufnahmen liefern natürlich die Hohenzollern. Voller Stolz erwähnt der national gesinnte Messter in seinen im Jahre 1936 erschienenen Memoiren, daß er endlich im März 1897 >seinen< Kaiser aus Anlaß der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Wilhelm I. unter Schwierigkeiten filmen kann. Am 4. Mai 1897 gelingt ihm sogar in Stettin die erste gute Großaufnahme des Kaisers!
Das Geschäft floriert.
Oskar Messter läßt in der Friedrichstraße Filme aller Art drehen. Sie finden reißenden Absatz. Doch sein Kino in der Straße Unter den Linden ist bald schon nicht mehr die Attraktion, die es noch 1896 gewesen ist. Und so richtet der geschäftstüchtige Unternehmer sein Augenmerk auf andere Abspielstätten seiner Filme. Von Anfang an sucht der Kinematograph die Nähe zum Variete.
Seit die Skladanowskys im Wintergarten ihre ersten »lebenden Bilder« vorgeführt haben, gehören »Filme« zum Programm dieses Variete-Theaters am Bahnhof Friedrichstraße. Messter jedoch geht die Friedrichstraße weiter südlich hinunter: Im Haus Nr. 218 hat ein anderes Variete-Theater sein Domizil, das Apollo-Theater.
Hier ist Paul Lincke, der Vater der Berliner Operette, der ungekrönte König. Im Apollo-Theater führt Messter viele seiner Filme vor. Auch die Stars dieser Bühne, Komiker wie Otto Reutter, Henry Binder oder Claire Waldoff treten vor seine Kameras.
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1903 - Die ersten »Tonbilder«
Seit Oktober 1896 zählt Messters »Kosmograph« zu den Attraktionen des Apollo. Hier führt er auch 1903 erstmals seine »Tonbilder« auf, Filmstreifen, die zusammen mit einer Grammophonplatte ablaufen.
Welch eine Sensation: Die Stars von Apollo und vom (Berliner) Metropol, Fritzi Massary und Josef Giampietro stellen eine Szene aus der Operette dar, in der sie allabendlich auf der Bühne stehen, und dazu erklingt die Musik von einer Platte.
Plötzlich gibt es überall im Land Massary-Gastspiele. 1904 ist Messter sein Atelier in der Nähe des Bahnhof Friedrichstraße bereits wieder zu klein, so daß er weiter südlich, ganz in die Nähe des Apollo-Theaters zieht. Friedrichstraße 16, in diesem Haus bezieht Messter zwei Etagen.
Hier beginnt auch der Weg der Henny Porten, die über viele Jahre hinweg der Star von Messters Firma ist. Bald kommen auch die Stars der Berliner Bühnen in sein Atelier. Harry Liedtke, Eduard von Winterstein und 1911 auch Adele Sandrock. Auch die russische Primaballerina Anna Pawlowa kommt in Messters Atelier und spielt die poetische Tanzszene "Die Nacht" nach Arthur Rubinstein.
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Bis 1914 - die Messters Projektion GmbH Filmgesellschaft
Doch dies ereignet sich schon wieder in einem anderen Atelier. 1911 wechselt Messter von der Friedrichstraße 16 nach Kreuzberg in die Blücherstraße 31/32:
»Nach wenigen Jahren reichten meine Räume in der Friedrichstraße 16 wiederum nicht mehr aus. Ich mietete die gesamten Fabrikräume der 4. und 5. Etage in den Häusern Blücherstraße 31 und 32 und ließ sie für meine Zwecke umbauen. Das neue Glasatelier hatte hier 14 x 24 m Bodenfläche, bei einer Höhe von 7,5 m. Hier hatte ich eine Schwebebühne mit motorischem Antrieb einbauen lassen, die es mir gestattete, während der Aufnahmen die Kamera oder die Aufnahmeobjekte zu bewegen.«
Vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gehört Messters Projektion GmbH, zu den größten deutschen Filmgesellschaften. Neben ihr können lediglich die Union, die Deutsche Bioscop und die Vitascope bestehen.
Zeitenwechsel August 1914 - der erste Weltkrieg beginnt
Der Krieg ändert auch in der deutschen Filmindustrie nahezu alles. Natürlich hat auch der vaterländisch gesinnte Messter sofort den »Geist der Zeit« erkannt: Er meldet sich freiwillig zum Militär - und läßt Filme drehen, die später als »feldgrauer Filmkitsch« in die Geschichte eingehen.
1914 belebt Henny Porten die Offiziers-Tragödie "Ein Überfall im Feindesland" (Erinnerung an die Heldenkämpfe 1870/71), dazu wird die Groteske "Wie Max das Eiserne Kreuz erwarb" aufgeführt. Doch diese Filme haben keine allzugroße Bedeutung. Das Publikum hält wenig von diesen patriotischen Gesängen. Sehr bald verschwinden diese Filme wieder aus den Kinos. Messter konzentriert seine Kräfte auf ein anderes Gebiet.
Anfang August 1914 beginnt der Weltkrieg. Ende Oktober vergibt der Große Generalstab an verschiedene Filmfirmen Lizenzen für die Bildberichterstattung von bestimmten Frontabschnitten. Mitarbeiter des Großen Generalstabes ist Filmproduzent Oskar Messter. Somit hat er selbst über die Vergabe der Monopole zu entscheiden.
Als der lukrativste Teil der Frontberichterstattung gilt die Arbeit an der Westfront - dafür erhält Messter selbst das Monopol. Er läßt Carl Froelich, seinen Mitarbeiter aus den ersten Tagen, seine Berichte von der Westfront drehen. Bereits im September sind Messters Dokumente zum Weltkrieg in den Kinos zu sehen.
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Oktober 1914 - erstmals erscheint eine Messter-Woche
Am 1. Oktober 1914 erscheint erstmals eine Messter-Woche in den Kinos - der Zeit entsprechend natürlich eine reine Kriegswochenschau. Oskar Messter betont später voller Stolz, daß er mit dieser Wochenschau ein »wichtiges politisches Propagandamittel« geschaffen habe. Damals, im Kriege, behauptet man noch, objektive Berichterstattung zu liefern.
Die Messter-Woche ist die dritte deutsche Wochenschau, nach "Der Tag im Film" und der mit dem Scherl-Verlag kooperierenden "Eiko-Woche". Die Wochenschau von Oskar Messter zählt vor allem in den Jahren des Weltkrieges zum Programm zahlreicher deutscher Kinos. Sie sind ein wichtiges Propagandamittel von Heer und Regierung.
Bis zuletzt noch wird auch mit Hilfe der Wochenschau versucht, den Kriegswillen des Volkes wachzuhalten, die Stimmung anzuheizen. Noch 1918 wirbt die Messter-Woche mit ihren packenden »Kriegsbildern«. Doch da gehört diese Wochenschau bereits zu der soeben gegründeten Ufa.
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Wer am Krieg verdient hat - hier hinter die Kulissen geschaut
Wie andere deutsche Filmproduzenten auch ist Messter ein Unternehmer, der am Krieg und durch den Krieg verdient. Vor ausländischen Produktionen ist der deutsche Markt geschützt. So kann sich der deutsche Film nahezu in einem Schutzgebiet entwickeln. Und Filme werden gebraucht.
Die kurze Periode des feldgrauen Kitsches ist vorüber. Jetzt sind wieder die Melodramen mit Henny Porten gefragt, die Lustspiele mit Leo Peukert. Und davor präsentiert die Messter-Woche die neuesten Kriegsbilder. Messter führt seine neuen Filme in Berlin vor allem im Admiralspalast-Kino am Bahnhof Friedrichstraße auf.
Zeitweise - ab etwa 1915 - gehört ihm eines der repräsentativen berliner Kinos, der Mozartsaal am Nollendorfplatz. (Anmerkung : War das nicht das Metropol ??) Für den Verleih seiner Filme hat er den Hansa-Verleih gegründet. Messter hat einen florierenden Konzern entwickelt, der fast alle Bereiche der Filmindustrie umfaßt.
Messter konstruierte bereits 1899 im Auftrag des Heeres
Den Film für das Heer, für das Vaterland nutzbar zu machen - das ist das oberste Prinzip von Messter. Schon 1899 hat der Erfinder für Krupp in Essen »Deutschlands Waffenschmiede«, ein Spezialgerät entwickelt, mit dessen Hilfe Geschoßeinschläge von Panzertürmen aus registriert werden können.
Später konstruiert er im Auftrag des Heeres, der Marine und der Flugzeugindustrie ein Gerät, mit dem man Aufnahmen aus Flugzeugen heraus machen kann. Diese Aufnahmen dienen der Feindaufklärung. Dafür erhält der tapfere Erfinder das Eiserne Kreuz II. Klasse.
Schließlich entwickelt er eine Maschinengewehrkamera, die als Zielübungsgerät für Kampfflieger genutzt wird. In seinem Buch »Mein Weg mit dem Film« beklagt sich Messter bitter darüber, daß diese Kamera später - wegen des Versailler Vertrages - nicht einmal mehr bei »friedlichen Luftwettkämpfen« verwendet werden darf, obwohl doch »unsere ersten Kampfflieger, u.a. die damaligen Hauptleute Hermann Göring, Bruno Lörzer und unser Udet, meine Idee gut hießen«.
Darüber hinaus beklagt er sich in seinem Buch, daß er seine Erfindungen nicht habe patentieren lassen und somit allein mit der Genugtuung lebe, mit seinen bescheidenen Arbeiten für die Verteidigung seines Vaterlandes Wertvolles geschaffen zu haben.
Um den Lohn seiner Arbeit haben ihn vor allem die Machthaber der Novemberrevolution gebracht, die neue Gesetze geschaffen haben.
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Dez. 1917 - die Gründung der Ufa durch die Oberste Heeresleitung
Film und Militär haben sich in den Jahren des Weltkrieges mit Riesenschritten aufeinanderzuentwickelt. Wer im Oktober 1917 in der deutschen Filmpresse die Elogen (Lobrede) auf Generalfeldmarschall von Hindenburg gelesen hat, wer liest, wie General von Ludendorff als der große Förderer des deutschen Films gefeiert wird, für den ist die Gründung der Ufa durch die Oberste Heeresleitung keine Überraschung mehr.
Als dann am 18. Dezember 1917 die Ufa gegründet wird, ist auch Oskar Messters Filmgesellschaft einer der Grundsteine dieses Imperiums. Für 5.3 Millionen DM geht Messters Firma an die Ufa.
Der Kriegsgewinnler bringt auch das Literaria-Atelier ein, das er im letzten Kriegsjahr übernommen hat. Mit einem Jahresgehalt von 24.000 Mark plus Gewinnbeteiligung wird Oskar Messter technischer Beirat der Ufa.
Oskar Messter, der sich immer mehr von der Filmindustrie auf seinen Ruhesitz am Tegernsee zurückzieht, genießt seinen Ruhm als »Vater des deutschen Films«. 1936 erscheinen seine Memoiren. Am 7. Dezember 1943 stirbt er im 77. Lebensjahr.
Ein Artikel von Michael Hanisch
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