Die Ufa-Lehrschau Band III
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Der Weg des Films von der Planung bis zur Vorführung
Erschienen im Ufa-Buchverlag G.m.b.H. Berlin 1941 - Schriften der Ufa-Lehrschau / Band III - Printed in Germany - Druck August Scherl Nachf., Berlin SW 68. - Von Dr. phil. habil, Hans Traub
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- Anmerkung : Daß die UFA bereits Mitte 1933 vom Propaganda-Minister Josef Göbbels als das wichtigste Volkserziehungs-Instrument vereinnahmt wurde, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Genauere Details lesen Sie in der UFA-Biografie. So ist auch die Beschreibung der einzelnen Kapitel hier in dieser kleinen Broschüre mit typischem NS-Jargon entsprechend zu lesen. Wer bei der UFA den Krieg als unabkömmlicher Angestellter oder wichtiger freier Mitarbeiter oder Künstler überleben wollte, mußte alles aber auch alles "systemkonform" formulieren, also die tägliche Sprache und natürlich auch solche Texte.
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Inhaltsverzeichnis / Die Ausstellung- der Ufa-Lehrschau
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- Vorwort .9
- Die Vorhalle .11
- Der Ausstellungsraum .16
- Der Rohfilm .21
- Die Auszeichnungen der Ufa .21
- Der Autor .22
- Der Komponist .22
- Der Spielleiter .24
- Das Kostüm .24
- Die Maske .24
- Der Bau .26
- Das Atelier .31
- Das Bild .31
- Der Ton .33
- Der Darsteller.34
- Der Trick .34
- Der Schnitt und die Blenden .35
- Die Kopieranstalt .36
- Das Filmtheater .38
- Die Werbung für den Film .38
- Der Kulturfilm .39
- Die Wochenschau .39
- Der Werbefilm .41
- Die Filmwirtschaft .41
- Die Filmprüfung .43
- Der Zeichenfilm .43
- Die Bücherei .44
- Die Fachbücherei .44
- Das kulturgeschichtliche Schrifttum .47
- Die Romanbücherei .47
- Die Bibliothekskartei .47
- Die Sammlungen der Bücherei .48
- Das Schrifttum zu einzelnen Filmen .48
- Die Kartei verfilmter Stoffe .48
- Die Autorenkartei .48
- Die Bilder von Darstellern .51
- Das Werbungsschrifttum .51
- Das Schrifttum zur Filmprüfung .51
- Das Patentschrifttum .51
- Das Filmplakat .52
- Die Filmsammlung .52
- Das Produktionsarchiv..53
- Werkphotos .56
- Werbe- und Pressematerial .56
- Musikkompositionen .56
- Wirtschaftliche Urkunden .57
- Das Filmauswertungsarchiv .58
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Vorwort (des Autors Hans Traub)
Kurze Zeit nach der "Neuordnung" des deutschen Filmschaffens tagte 1935 in Berlin der Internationale Film-Kongreß. Seine Teilnehmer besichtigten auch die Universum-Film A.G. Um ihnen einen systematischen Einblick in die Herstellung eines deutschen Spielfilms zu geben, hatte man eine Ausstellung über alle Arbeitsgebiete des Filmschaffens veranstaltet.
- Anmerkung : Über die sogenannte "Neuordnung" (oder "Entjudifizierung" des deutschen Filmwesens) über die indirekte Zwangsmitgliedschaft in der Reichsfilmkammer - die selbstverständlich vom PROMI genehmigt werden mußte - gibt es an anderen Stellen der reichsdeutschen Filmgeschichte ausführliche Einblicke.
Es war die erste Verwirklichung eines umfangreichen Planes, wie er auf Veranlassung des Generaldirektors der Ufa, Ludwig Klitzsch, 1932/33 ausgearbeitet wurde, um dem Film eine Lehr- und Forschungsstätte zu errichten. Er bildet die Grundlage für den Bau der Ufa-Lehrschau.
Sie wurde am 31. Januar 1936 der Öffentlichkeit übergeben mit der Aufgabe, das Verständnis für die großen Zusammenhänge der Filmarbeit zu pflegen und dem Nachwuchs durch Lernmöglichkeit den Aufstieg zu erleichtern.
Seitdem steht sie mit ihren Einrichtungen allen Filmschaffenden und bei der Herstellung, Vorbereitung und Vorführung des Films Tätigen, der deutschen Lehrerschaft, den Hochschulen, wirtschaftlichen Einrichtungen jeder Art sowie der am Film interessierten Öffentlichkeit mit Rat und Tat zur Seite.
Seit 1936 zählt die Ufa-Lehrschau 64 000 Besucher und Benutzer. Ihnen und allen, welche verhindert sind, durch eigenen Einblick sich eine Vorstellung von der Arbeit und dem Umfang der Ufa-Lehrschau zu machen, soll dieser Band Veranlassung geben, sich bei irgendwelchen Fragen über Filmkunst, Filmtechnik oder Filmwirtschaft dieser Einrichtung zu bedienen.
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Der Zustand der Ufa-Lehrschau Ende 1940 / Anfang 1941
Der im folgenden geschilderte Zustand der Ufa-Lehrschau Ende 1940 bedeutet ebensowenig einen Abschluß ihrer Entwicklung, wie er bei der Gründung vor sechs Jahren der gleiche war. Zwar schrieben die Pläne in weiser Voraussicht Umfang und Gliederung aller Einrichtungen bereits weitgehend vor; doch mußte für eine gesunde, den praktischen Belangen Rechnung tragende Durchführung ein allmählicher Ausbau erfolgen.
Noch 1936 wurde der Lehrschau das schon bestehende Produktionsarchiv eingebaut. 1937 folgte die Gründung der Bücherei. 1938/39 wurden die verschiedenen Sammlungen ins Leben gerufen. 1939/40 konnte das Bild- und Ton-Archiv angegliedert werden.
Bei jeder Vergrößerung mußten die neuerworbenen Bestände zum Teil erweitert und in jedem Fall dem systematischen Aufbau der Lehrschau eingeordnet werden. Dabei waren alle Mitarbeiter, die Angestellten der Abteilung, wie auch die Gönner und Freunde im eigenen Unternehmen und von außerhalb stets von der Aufgabe beseelt, ihre Leistungen ganz in den Dienst des Filmschaffens zu stellen, eines Filmschaffens, das Herstellung und Forschung,
Praxis und Wissenschaft in gemeinsamem Wirken zusammengeführt sehen möchte.
Deshalb wird auch die Ufa-Lehrschau zukünftig den gleichen Weg beschreiten; denn Einrichtungen ihrer Art gewinnen mit dem Fortgang der Zeit beträchtlich an Wert und Bedeutung. Konnte sie doch knapp nach einem Menschenalter Filmgeschichte mit ihrer Aufgabe beginnen: in einem umfassenden Bild nach dem jeweiligen Stand der Dinge mit einem Rückblick auf das Vergangene und einem Ausblick auf das Kommende ein lebendiges Zeugnis von den Werken und der Leistung des Filmschaffens zu geben.
Babelsberg-Ufastadt, Juni 1941
Hans Traub - Wissenschaftlicher Leiter der Ufa-Lehrschau
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