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Wer war eigentlich Emil Mechau, . . .

Die Mechau Story von 2007
Emil Mechau links

. . . . der wenig bekannte geniale Kino- und Fernsehpionier ? (Ein Text von der Rückseite des Buches)
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Die Meisten von uns haben schon das aus der Zeit des Stummfilms lästige Flimmern des Films gesehen und viele der älteren Generation erinnern sich auch noch an die ersten Fernsehübertragungen der Olympischen Spiele von 1936 in Berlin. Wer weiß jedoch, dass Beides etwas zu tun hat mit dem bescheidenen Erfinder Emil Mechau?

Emil Mechau wurde vor 125 Jahren in Seesen am Harz geboren. Sein Vater war dort Siedemeister und musste mit seiner Familie nach Brottewitz in Sachsen umziehen, als die Zuckerfabrik in Seesen geschlossen wurde. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Feinmechaniker Lehre bei der Firma Maibuhr/Reiss in Bad Liebenwerda trat Emil Mechau in die Astro Versuchswerkstatt der Firma Carl Zeiss in Jena ein. Während seiner Arbeit im Labor für optische Sonderaufgaben betraute Prof. Dr. Siedentopf Mechau in zunehmendem Maße auch mit wissenschaftlichen Demonstrationen.

Anlässlich eines Treffens zwischen Dr. Siedentopf und Oskar Messter, dem Altmeister der deutschen Kinotechnik, wurde diskutiert, wie die Dunkelpause während der ruckweisen kinematographischen Projektion beseitigt werden könnte — etwa die damals übliche Flügelblende durch einen Kippspiegel zu ersetzen — um das sehr störende Flimmern zu beseitigen. Emil Mechau, der als junger wissenschaftlicher Gehilfe Zeuge des Gesprächs war, setzte sich von dem Tag an in den Kopf, den optischen Ausgleich zu studieren und auch in die Tat umzusetzen. Seit Jahren hatten sich schon die besten Konstrukteure und Optiker erfolglos mit diesem Thema befasst. Sollte es nun etwa diesem Neuling der Kinematographie gelingen das Problem erfolgreich zu lösen?

Da sich Mechau bei Zeiss
dazu keine Entfaltungsmöglichkeit bot, wechselte er 1910 als wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Firma Ernst Leitz GmbH in Wetzlar über, in der er auch bald danach seinen ersten Projektor mit kontinuierlichem Filmtransport im dortigen Kaiser-Kinotheater selbst ausprobieren und weiter verbessern konnte. Hier konnten sich die Besucher nun zum ersten Mal die Stummfilme dieser Zeit ohne jegliches Flimmern und Wackeln und in bisher nicht gekannter Brillanz  betrachten. Gleichzeitig verhinderte der Projektor das leidige Reißen des Nitro-Films und die damit verbundene Brandgefahr.
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Der Mechau Projektor fand schnell weltweite Verbreitung, was Ernst Leitz veranlasste, durch Mechau in Rastatt eine eigenständige Kinofabrik einrichten zu lassen. Während dieser Zeit machte Mechau mehrere bahnbrechende Erfindungen, auch solche, die sich nicht nur auf das kinematografische Gebiet bezogen.

In einem Festakt der Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft
(DKG) am 9. März 1931 in Berlin wurde Emil Mechau die begehrte Oskar Messter Medaille verliehen. Die damit verbundene öffentliche Würdigung für seine jahrelange, rastlose Erfindertätigkeit auf dem Kinogebiet stellte die Krönung seiner bisherigen Leistungen dar. Trotz starker Konkurrenz der besten Ingenieure und Optiker seiner Zeit war es nur ihm gelungen, den optischen Bildausgleich mit seinem Mechau Projektor erfolgreich in die Praxis umzu-setzen.

Der Einzug des Tonfilms
mit den erforderlich werdenden hohen Investitionen veranlasste Ernst Leitz, das Rastatter Kinowerk mit den dazu gehörigen Patenten an die AEG in Berlin zu verkaufen. Neben der Weiterentwicklung von hochwertigen Projektionsmaschinen sowie von Tonabnehmer Optiken wurde von Mechau für die Berliner Funkausstellung 1934 sein erster Bildzerleger mit Lochscheibe für 180 Zeilen für das neu entstehende Fernsehen entwickelt.

Zur Fortführung seiner Arbeit auf diesem Gebiet wechselte Mechau Anfang 1935 zur AEG-Tochter Telefunken über. Es gelang ihm noch im gleichen Jahr den dann 1937 auf der Pariser Weltausstellung mit dem Grand Prix in der Klasse der Erfindungen und Entwicklungen ausgezeichneten Linsenkranz Fernsehabtaster herzustellen. Damit war es möglich, mit dem Fernsehtelefon den Gesprächspartner in einer Fernsehsprechstelle in einem fernen Ort nicht nur zu hören, sondern nun auch zu sehen. Erst jetzt, nach über sechzig Jahren, taucht die Idee der Videokonferenz wieder auf.

Gewissermaßen zwischendurch entwickelte Mechau 1936 auch noch die Olympia Fernsehkamera mit auswechselbaren Objektiven. Besonders die 2,2 Meter lange Kamera mit dem Leitz-Objektiv 5/1600mm, das einen Frontlinsen Durchmesser von 450mm hatte und als Olympiakanone berühmt wurde, erlaubte erstmals live Fernsehübertragungen, auch aus größerer Entfernung, im Stadion. Danach entwickelte Mechau den Linsenkranz-Fernsehabtaster mit 375 Zeilen. Seine neue Fernsehkamera für die geplante Olympiade 1940 in Helsinki wurde zwar fertig gestellt, wurde aber wegen des Kriegsausbruchs dort nicht mehr erwünscht, die Olympiade war abgesagt worden.
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Mit der Biografie "Die Emil Mechau Story", ausgestattet mit zahlreichen bisher nicht veröffentlichten Illustrationen, wird hier erstmalig anlässlich der Wiederkehr seines 125. Geburtstages das Leben und Wirken dieses bescheidenen Menschen und seinem Beitrag zur frühen Kino- und Fernsehgeschichte beschrieben.

Copyright © 2007 Helmut Krueger

Die Emil Mechau Story ISBN 978-3-939430-36-0


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