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überarbeitet von Gert Redlich ab Feb. 2014 - Eigentlich sprechen wir von einer Gazette - Es sind gigantische Textmengen (Buchstaben-Wüsten), die die Autoren der "FI" in den 58 Jahren zusammen getragen haben. Damit das überhaupt vernünftig zu lesen ist, haben wir die Inhalte in jährliche Themengebiete aufgeteilt, die aber nicht in jedem Jahr gleich sind.
Sehr wichtig ist, es wurden alle Informationen, die Texte und die Erkenntnisse genau in der Woche aufgeschrieben und nichts später ergänzt oder korrigiert.

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FI-1951 / 1.August-Ausgabe - DEUTSCHLAND
Fernsehsender auf dem Feldberg (Schwarzwald)

Die Empfangsverhältnisse im Deutsch-Schweizer Grenzgebiet sind noch immer Gegenstand eingehender Untersuchungen der technischen Abteilung des Südwestfunks. Auf Grund in jüngster Zeit unternommener UKW-Versuche war man zunächst zu dem Schluss gekommen, auf dem 1.034m hohen Langeck im südwestlichen Schwarzwald, auf dem 1.165m hohen Blauen im südöstlichen Schwarzwald und auf dem 1.448m hohen Seebuck, einem Teil des Feldbergmassivs, UKW-Sender kleinerer Leistung zu errichten. Neueste Ergebnisse lassen es jedoch günstiger erscheinen, einen einzigen UKW-Sender auf der höchsten Erhebung des Schwarzwaldes, dem 1.493m hohen Feldberg, aufzustellen.

Wesentlich trug zu dieser Auffassung die Möglichkeit bei, eine solche Sendestation später für Fernsehzwecke zu verwenden und damit auch dem internationalen Programmaustausch zu dienen.

Der vorgesehene Sendemast auf dem Feldberg soll rund 150m hoch sein, sodass eine Gesamthöhe von 1.650m zustandekommt. Bei ausreichender Energie könnten, unter dem Fernsehaspekt gesehen, nicht nur das gesamte südbadische Gebiet, sondern auch Schweizer Städte wie Basel und Schaffhausen, vielleicht sogar Zürich und Winterthur, versorgt werden.

Endgültige Entschlüsse sollen nach erneuten Versuchssendungen gefasst werden, bei denen ein in 150m Höhe über dem Feldberggipfel kreuzender Hubschrauber als Strahler fngieren soll. Fahrbare Empfangsstationen im Hochrheingebiet und im Fliesenthal werden die regionalen Bedingungen genau überprüfen. Es ist das erste Mal, dass derartige Versuche mit einem Hubschrauber unternommen werden*

UKW-Empfang auf Langwelle

Siemens & Halske löst Antennenprobleme
Die Siemens & Halske A.G. veranstaltet gegenwärtig in verschiedenen Städten Demonstrations-Vorträge vor geladenen Kreisen, wobei ihre neue Gemeinschaftsantennen-Anlage vorgeführt wird. Diese Antenne sei, so wurde mitgeteilt, die ideale Lösung für Mehrfamilienhäuser und Wohnblocks. Jeder Rundfunkhörer hat seinen eigenen Antennenanschluß, der unauffällig, wie eine Lichtleitung unter dem Putz verlegt ist. An diesen Anschluß wird das Gerät angeschlossen. Man erzielt dann einen störungsfreien Rundempfang wie mit einer eigenen Hochantenne. An Stelle des früheren Draht- und Antennen-Urwaldes, der sich vielfach über Ansiedlungen erhebt, steht dann nur noch eine Antenne. Bis zu 80 Teilnehmer können angeschlossen werden.

Bei 8 Teilnehmern beträgt der Preis für die Anlage einer Gemeinschaftsantenne für den Einzelnen 39.- DM. Weiter wurde ein Gerät vorgeführt, das die Ultrakurzwelle in eine normale Langwelle transponiert, sodass bei Einsatz eines solchen UKW-Antennenumsetzers und einer Gemeinschaftsantennenanlage jeder angeschlossene Rundfunkhörer das UKW-Programm mit seinem Empfänger - ohne besonderen UKW-Teil - auf der Langwelle hören kann. Ein anderer Antennentyp ist bereits für den kommenden Fernsehempfang vorbereitet. Er muss jedoch auf den UKW-Umsetzer verzichten, sodass dieser Empfang dann nur mit neuen Geräten oder mit den bekannten Vorsatzgeräten möglich ist.

FI-1951 / 2.August-Ausgabe - Deutschland
Der neue Fernseh-Übertragungswagen des NWDF.

r. Darmstadt, im August 1951 - Der neue Fernseh-Übertragungswagen des NWDF, der von der Fernseh-G.m.b.H., Darmstadt fertiggestellt wurde, ist zwei Tage lang in Darmstadt sorgfältig ausprobiert worden. Die Versuche sind nach Ansicht aller Fachleute ausgezeichnet verlaufen. In Darmstadt wurde die Antenne auf dem Dach der Fernseh-G.m.b.H. angebracht (etwa 15m hoch). Sie reichte aus, um Sendungen - Filme und direkte Interviews - des 60-Watt-Strahlers bis in die Aussenbezirke der Stadt einwandfrei zu verbreiten. Der Wagen machte anschliessend einige Probefahrten auf unebenen Strassen und im bergigen Gelände, um zu prüfen, ob die Apparaturen ausreichend stoss-und erschütterungsfest eingebaut worden sind.

Die zur Zeit modernste Übertragungsanlage

Der Ü-Wagen, mit dem die modernste Übertragungsanlage geschaffen wurde, über die der deutsche Fernsehrundfunk verfügt, wird zunächst nach Hamburg überführt, um dann im Oktober bei der Industrie-Ausstellung in Berlin eingesetzt zu werden. Wie wir bereits an anderer Stelle berichteten, hatten die Amerikaner bei ihrer Fernseh-Demonstration in Berlin einen solchen Übertragungswagen nicht zur Verfügung, sodass die Berliner Bevölkerung erst auf der Industrie-Ausstellung im Oktober Direktübertragungen vom Ü-Wagen, die wohl reizvollste und auch schwierigste Form der Fernsehgestaltung, zu sehen bekommen werden.

Ein hellblauer Büssing-Omnibus für 500.000 DM

Der hellblaue Büssing-Omnibus mit der Aufschrift "NWDR-Fernsehrundfunk" ist die erste grosse, transportable Fernseh-Aufnahme- und Sende-Einrichtung, die in Deutschland gebaut wurde. Sie wird dazu beitragen, den aktuellen Dienst des NWDF erheblich auszuweiten. Der Fernseh-Übertragungswagen kostet rund 500.000 DM (Fahrzeug-Wert DM 56.000). Der Ü-Wagen ist vorerst noch an eine Stromversorgung von Aussen gebunden.

Später sollen bei der Fernseh-G.m.b.H. in Darmstadt auch Ü-Wagen mit eigenem Umformer-Aggregat gebaut werden. Über technische Einzelheiten der Einrichtung des Ü-Wagens berichteten wir bereits in der 1. August- Ausgabe der "Fernseh-Informationen". Ein weiterer, kleinerer Übertragungswagen ist vom NWDR bei der Fernseh-G.m.b.H. in Darmstadt in Auftrag gegeben worden und soll im Spätherbst fertig sein.

FI-1951 / 2.August-Ausgabe - WIE SAHEN und HÖRTEN
Fernseh-Übertragungsstrecke Hamburg-Frankfurt verzögert sich

Ursprünglich sollte die Bundespost bis Ende diesen Jahres die geplante Fernseh-Übertragungsstrecke von Hamburg nach Hannover - Köln - Frankfurt fertigstellen. Nach einer Mitteilung des technischen Direktors des Süddeutschen Rundfunks haben aber technische Überlegungen die Baudurchführung verzögert. Zunächst fahren die verantwortlichen Ingenieure zu einer Studienreise nach den USA, weil man dort festgestellt hat, dass für die Sende- und Empfangstürme, die auf einer solchen Relais-Strecke alle 50km in Sichtweite aufgestellt werden müssen, Stahlkonstruktionen ungeeignet sind.

Die elektrischen Wellen von 10 oder 20cm Länge, die auf dieser Linie das Fernsehprogramm von Turm zu Turm weitergeben sollen, müssen durch besondere Antennensysteme scharf gebündelt werden. Wenn die Stahltürme, auf denen die Antennen aufgestellt sind, bei starkem Vind auch nur einige Zentimeter schwanken, treten schwere Störungen auf. Man werde daher auch in Deutschland massige Betontürme errichten müssen, die auch im stärksten Wind absolut fest stehen. Wegen dieser Schwierigkeiten rechne man nun damit, dass die Übertragungsstrecke wohl erst im Sommer 1952 Stuttgart erreichen werde. Vor diesem Zeitpunkt habe es für den Süddeutschen Rundfunk wenig Sinn, einen Fernseh-Versuchssender aufzustellen.

FI-1951 / 2.Sept + 1.Okt.-Ausgabe - Deutschland
Fernseh-Aktivität der Bundespost in Berlin

Der Berliner Fernsehsender der Bundespost hat seine Leistung von 250 Watt verstärkt und arbeitet jetzt mit 1kW. Zur Industrie-Ausstellung wird er Sendungen auf den Stand der Post geben. Im Zuge der späteren Inbetriebnahme der Fernseh-Richtverbindung Westdeutschland-Berlin wird die Station nochmals wesentlich verstärkt werden. Die Post hat sich für die Ausstellung eine besondere Überraschung ausgedacht! Sie wird den allgemeinen Autofunk in Westberlin offiziell in Betrieb nehmen und an Hand eines Leuchttableaus auf dem Poststand dessen Arbeitsweise erklären. Der Berliner Postsender wird übrigens bereits in absehbarer Zeit sehr moderne Studios erhalten.

Moderne deutsche Fernsehtechnik - die Bosch Fernseh GmbH

Presse-Information : Darmstadt, Ende September 1951
Deutschland verfügt über eine leistungsfähige Fernseh-Industrie

Bei der bevorstehenden Einführung des Fernsehens in Deutschland mag sich wohl mancher die Frage vorlegen, ob man bei uns nach der langen Unterbrechung durch den Krieg und das darauf folgende Verbot des Fernsehens überhaupt schon genügend technische Erfahrung und einen entsprechenden Stamm von Technikern und Ingenieuren besitzt, um einen neuzeitlichen Fernsehbetrieb mit gegenüber dem Ausland konkurrenzfähiger Bildqualität aufzubauen und durchzuführen.

Rückstand nach dem Zusammenbruch überstanden

Am Beispiel einer Fernsehgeräte erzeugenden Firma, der Fernseh GmbH sei gezeigt, dass die Kriegs- und Nachkriegszeit in Deutschland ohne wesentlichen technischen Rückstand überwunden werden konnte, und heute eine leistungsfähige Industrie bereitsteht, sowohl die Ausrüstung von Fernsehsendern mit allen erforderlichen Apparaten als auch die Herstellung von Fernsehempfängern in dem voraussichtlichen Umfang des Fernsehgeschäftes zu übernehmen.

Die Voraussetzung für eine solche technische Bereitschaft ist allerdings eine gewisse Tradition innerhalb des Betriebes, auf Grund deren an den früher erreichten Stand der Technik angeknüpft werden kann. Eine solche Tradition besteht in der Fernseh G.m.b.H. in hohem Masse. Die Firma wurde im Jahre 1929 gegründet und befasste sich seit jener Zeit mit der Entwicklung des Fernsehens. Im Zuge dieser Entwicklung, die vom niedrigzeiligen Bild und mechanischen Zerlegergeräten zu den hochzeiligen, scharf abbildenden Geräten der Gegenwart führte, konnte ein gut geschulter Stamm von Fachleuten herangebildet werden.

Die Fernseh war auch vor dem Krieg einmalig

Während des Krieges war die Fernseh G.m.b.H. die einzige Firma, die mit nahezu unvermindertem Personalbestand die Fernsehentwicklung fortsetzen konnte. Die Firma bestand damals aus dem Stammwerk in Berlin und einem kriegsbedingten Ausweichbetrieb im Sudetenland. Mit Kriegsende ging ein grosser teil der Ausrüstung beider Werke verloren. Obwohl in der damaligen Zeit die Aussichten für einen Wiederaufbau des deutschen Fernsehens verschwindend gering waren, bewahrte doch ein grosser Teil der Belegschaft den Zusammenhalt und richtete unter denkbar schwierigen Umständen in Taufkirchen in Bayern einen Auffangbetrieb ein, in dem während der Verbotszeit des Fernsehens Rundfunkprüfgeräte, insbesondere das bei vielen Rundfunkhändlern gut bekannte "Farvimeter", hergestellt wurden.

Neuanfang 1949 in Damstadt

Als dieses Verbot 1949 fiel, wurde von der Firma ein neuer Fernsehbetrieb in Darmstadt eingerichtet. Hier entstanden nur moderne Entwicklungslaboratorien und Fertigungsstätten, in denen unter Leitung bewährter Fernsehfachleute der Aufbau einer neuzeitlichen Fernsehtechnik in Angriff genommen wurde.

Der NWDR war der erste Kunde

Unter anderem wurde für den NWDR die Ausrüstung des ersten deutschen Fernsehstudios in Hamburg einschliesslich Kamera, Kontrollempfänger, Diapositivübertragungsanlage, Impulszentrale usw. hergestellt. Die Abbildung zeigt eine komplette Studioeinrichtung mit Kamera, Kontrollempfänger, Filmabtastgerät, Diapositivabtastgerät.

Ein Mischpult für 3 Kameras

Die Fernseh G.m.b.H. baut auch ein Mischpult zum gleichzeitigen Betrieb mehrerer Kameras, mit der der Regisseur aus mehreren von den Kameras gebotenen Bildern das technisch und künstlerisch beste auswählen und an den Sender weitergeben oder Überblendungen beim Übergang von einer Szene in die andere vornehmen kann.

Wertvoll : Die Diapositivübertragungsanlage

Die von der Fernseh G.m.b.H. hergestellte Diapositivübertragungsanlage bietet für den Studiobetrieb viele Möglichkeiten. Es können bestimmte Bildzeichen während der Pausen übertragen, Testobjekte zur Prüfung der Übertragungsqualität verwendet und bei Vorträgen zur Belebung der Sendefolge Bildillustrationen eingeschaltet werden. Ausserdem ist das Gerät ein wertvolles Hilfsmittel in der Fernsehempfängerproduktion, da es in vielseitiger Weise eine Prüfung der subjektiven Bildqualität und der technischen Übertragungseigenschaften durch wahlweises Einschalten von Landschaftsaufnahmen oder Testobjekten gestattet.

Der NWDR Ü-Wagen ist fertig

Soeben wurde in Darmstadt für den NWDR ein Fernsehübertragungswagen (siehe Bild) fertiggestellt, der mit seinen 3 Kameras, einer Zweifach-Filmabtastanlage, einem Mischpult und einem Ultrakurzwellensender als ein rollendes Studio bezeichnet werden kann. Mit diesem Wagen wird nicht nur die Reportage aktueller Tagesereignisse ermöglicht, es können auch ganze Programmfolgen abgewickelt werden. Auf diese Weise werden auf der bevorstehenden Industrieschau in Berlin am 15. Oktober dieses Jahres Fernsehprogramme von dem Wagen aus aufgenommen und für die auf der Fernsehstrasse aufgebauten Empfänger der verschiedenen Ausstellerfirmen ausgestrahlt werden.

Bild-Texte:
Fernsehübertragungswagen des NWDR
Studioeinrichtung mit (von links nach rechts) Kamera, Kontrollempfänger, Filmabtastgerät, Diapositivabtastgerät

FI-1951 / 2.Okt.-Ausgabe
Der grosse Fernseherfolg des NWDR in Berlin.
Kinobild durch Spiegelung.

Projektions-Fernsehen mit der 6cm Röhre. - Von unserem Berliner Mitarbeiter.
B.H.K. Berlin, Mitte Oktober 1951.

Seit langem ist die internationale Fernsehindustrie bemüht, unabhängig von den Abmessungen der Bildröhre kontrastreiche Bilder in Größenverhältnissen zustande zu bringen, die auch einem bis zu mehreren hundert Personen umfassenden Kreis bequeme Betrachtung ermöglichen.

Nicht nur das Fernseh-Kino, wie es sich in den USA in wachsendem Maße einbürgert, auch Gaststätten, Klubs, Schulen und Krankenhäuser, ja selbst weiträumige Privathaushalte verlangen Geräte, die größere Bilder technisch und wirtschaftlich rationell wiederzugeben vermögen.

Die amerikanische 60cm-Röhre (bei Grundig zu sehen)

Wie die amerikanische 60cm-Röhre, die der deutschen öffentlichkeit zum ersten Male die Grundig-Radiowerke auf der "Deutschen Industrie-Ausstellung Berlin 1951" zeigten, beweist, kommen auch Direktsicht-Empfänger bis zu bestimmten Grenzen jenem Wunsche nach; ein im Verhältnis zum technischen Effekt räumlich erheblicher Aufwand ist jedoch dabei nicht zu vermeiden. Man ist daher dazu übergegangen, das auf einer kleinen Röhre gezeichnete Schirmbild über Hohlspiegel, Planspiegel und Ausgleichslinse auf eine Mattscheibe zu projizieren, deren Größe je nach dem erforderlichen Zweck gewählt werden kann.

Auf der letzten britischen Radio- und Fernsehausstellung in London waren bereits 12 Typen derartiger Projektionsapparate sowie Spezialausführungen für Kinoprojektion zu sehen.

Projektionsenpfänger von Philips

In Deutschland benutzte die Philips G.m.b.H. die Gelegenheit des mit der Industrieausstellung verbundenen Fernsehstarts, zum ersten Male Projektionsenpfänger in regulärem Betrieb vozustellen, und zwar drei Typen für verschiedene Verwendungszwecke. Vertreter der Behörden, der Post, der Rundfunksender, der Industrie, des Handels und der Tages- und Fachpresse zollten diesen Vorführungen, zu denen der Chef der deutschen Philips Graf Westarp einleitende Worte sprach, ungeteilten Beifall. Im neuen Berliner Philips-Haus fand dann das Publikum während der Dauer der Industrie-Ausstellung ausreichend Gelegenheit, diese zum Teil schon in der Krefelder Philips-Fabrik entstandenen Entwicklungen zu begutachten.

Ein Spezialschirm mit 34 x 45cm

Das Heimgerät, eine schlichte und zweckmäßige Truhe für Sechskanal-Empfang, verwendet einen 34 x 45cm großen, unzerbrechlichen Spezialschirm, für den eine 6cm-Röhre mit Hilfe der nach dem gleichnamigen Hamburger Optiker benannten Schmidt-Optik das Bild liefert. Es kann bis zu etwa 5m Entfernung von 20 Personen gut beobachtet werden. Die benötigten 25.000 Volt Hochspannung werden von einem Spezialgenerator mit Schutzvorrichtung erzeugt; die Bildröhre erhielt einen Aluminium-Innenbelag. Der Großbild-Projektionsempfänger arbeitet nach dem gleichen Prinzip und mit der gleichen 6cm-Röhre; seine Spezialschirm-Kombination ergibt ein 75 x 100cm großes Bild. Die Fernbedienung erfolgt mittels eines Kästchens, das Lautstärke-, Bildschärfen-, Kontrast- und Helligkeitsregler enthält und dessen Kabel bis zu 20m Spielraum gestattet.

Die Kinoprojektionsanlage

Eine besondere Entwicklung stellt die Kinoprojektionsanlage dar. Hier liegt der kritische Punkt in der Bildhelligkeit, der - im vorliegenden Falle allerdings durch die anfangs mangelhafte Ausleuchtung des NWDR-Ausstellungsprogramms hervorgerufen - auch bei diesen Vorführungen in Erscheinung trat. Von den drei bekannten Großbild-Projektionssystemen, dem Zwischenfilmverfahren, dem in der Schweiz entwickelten und ebenfalls gut arbeitenden Eidophor-Verfahren und dem direkten Projektionsverfahren verwendet der Philips-Großprojektor das letztere, das wiederum auf der bewährten Schmidt-Optik basiert.

Der hufeisenförmige, fahrbare Projektor ist nur 1,10m hoch und enthält im linken Bedienungspult das Sechskanalempfangsgerät und den 20 Watt-Tonfrequenzverstärker, im rechten Pult den Videoverstärker, das Kippgerät und die Kontrollröhre; im mittleren Teil sind die 12,5cm-Projektionsröhre, ein sphärischer 40cm-Konkav-Spiegel und die asphärische 28cm-Korrektionslinse untergebracht. Erforderlich ist eine Hochspannung von 50.000 Volt. Da bei einem Projektionsabstand von 7 bis 9m ein 3 x 4m großes Bild auf der Wiedergabefläche erscheint, lassen sich nunmehr also auch Versammlungsräume, Kinos und Theatersäle mit Fernsehdarbietungen "beliefern".

Nach Berlin wird jetzt auch Hamburg jene Projektionsgeräte, von denen lediglich das Kinoprojektionsverfahren durch die Berliner USA-Fernsehvorführungen im vergangenen August und September bekannt war, kennenlernen. Man nimmt an, daß Gaststätten, Hotels und Klubs bei Zustandekommen eines besseren und vor allem zuverlässig festen Programms auch Kinos, sich bald der Fernsehprojektion bedienen werden.

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