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Achtung: Artikel und Texte aus NS/Hitler-Deutschland 1933-45

Nach der Gleichschaltung der reichsdeutschen Medien direkt nach der Machtübernahme in Februar/März 1933 sind alle Artikel und Texte mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten. Der anfänglich noch gemäßigte politisch neutrale „Ton" in den technischen Publikationen veränderte sich fließend. Im März 1943 ging Stalingrad verloren und von da an las man zwischen den Zeilen mehr und mehr die Wahrheit über das Ende des 3. Reiches - aber verklausuliert.
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Bereits vor 1936 hatten die Nationalsozialisten "alles im Griff".

Ein unbedingt zu kommentierender nationalsozialistischer Jahresrückblick 1935

Die NS-Adminstration um Hitler und Goebbels herum hatte die Medien komplett umstrukturiert. Kein Stein war auf dem anderen geblieben. Am deutlichsten zeigte sich das beim weltbekannten großen Berliner Ullstein Verlag. Auch hier waren jetzt zwei 100%ige Nazis am Ruder.

Die drei alten Chefs und Gründer, die Brüder Ullstein, (2 der 5 Brüder waren 1935 bereits verstorben) alle mit jüdischen Wurzeln, waren "entfernt" worden. So nannte man das damals.

Auch die Redakteure der Zeitschrift "Kinotechnik" hatten fast keine Wahl. Entweder mitmachen oder aussteigen und abtauchen oder gleich emigrieren - das war damals schon die Alternative wie auch nach 1945 in der Sowjetisch besetzten Zone / der deutschen Ostzone (oder ab 2014/2022 wieder in Putins Russland).

Aus heutiger Sicht (dieser Web-Bereich ist aus 2021) läßt sich nur noch schwer beurteilen, wie weit die einzelnen namentlich benannten Autoren stramme Nazis, Mitläufer oder versteckte Oppositionelle waren. In manchen Artikeln aus diesen Jahrgängen kann man schon zwischen den Zeilen herauslesen, daß der Autor sich gedreht und gewunden hatte, nur nirgendwo anzuecken (oder "schlafende Hunde" zu wecken) und dennoch einigermaßen wahrheitsgemäß vorzutragen.
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Insbesondere in den Laudatien und Nachrufen wurde kräftigst "aufgehübscht", was der benannte Held fürs Deutsche Vaterland geleistet hatte. Die "Kehrseite" der Medaille wurde stets verharmlost, vergessen bzw. ausgelassen oder weggelassen, überall !!!
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Rein zufällig ist mir aufgefallen, daß im Juni 1941 bei den Zeitschriften- und Bücherbeschreibungen ein Artikel von dem deutschen Samuel Begun (Begun S.). "A new recording machine.") refrenziert wurde. Begun hatte 1935 als Ingenieur mit jüdischen Wurzeln das Magnetofon bei der AEG mitentwickelt, aber dann wurde es ihm hier "zu heiß" und er war schnellstens in die USA (zur Firma Brush Development in den Rocky Mountains) emigriert.
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Etwas, das mir besonders auffällt, mit Dr. Titeln wurde geklotzt !

Eigentlich reichte es doch aus, wenn in der Kopfzeile eines Artikels der volle Titel benannt würde, doch hier war es anders. Ein "Professor" oder ein "Doktor" oder sogar beides wurde sooft wiederholt, daß einem Leser - auch einem erfahrenen und belesenen Redakteur - schon schlecht wurde.

Wer damals im 3. Reich keinen "Doktor" hatte, der "zählte" einfach nichts. Manche Artikel von diesen Doktoren waren aber - bezüglich des Inhalts - dermaßen schwach, und das trotz des Doktortitels, daß sie hier gar nicht mehr eingestellt werden und wurden.
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Auch in der Technik war die freie Presse nicht mehr gelitten.

"Kinotechnik" Logo 1938

Aus vielen Artikeln entnehmen wir, daß in die eigentlich technisch neutralen Texte die gleiche NS-Propaganda eingeflochten wurde (oder werden mußte ? ) - genauso wie wiederum nur 10 Jahre später in der russisch besetzten Zone (der SBZ oder Ostzone) unablässig die Ideologie des sowietischen Sozialismus herausgestellt wurde. Dort in den (Ost-) Zeitschriften ......
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war mir der "sozialistische Funkamateur" ganz besonders übertrieben aufgefallen. Was war oder ist an einem Funkamateur sozialistisch ?

In den "Kinotechnik" Ausgaben von 1935-1944 war das der "reichsdeutsche Volksgenosse", der immer wieder sowohl als Beteiligter als auch als Adressat herhalten mußte. Übrigens - der Begriff oder das Wort "Genosse" war in Westdeutschland und vor allem in Berlin ein Schimpfwort.
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Das Impressum der "Kinotechnik" vom Januar 1935


Für die Redaktion verantwortlich Leopold Kutzleb, Berlin-Grunewald. - Verantwortlich für Inserate Erwin Schulz, Berlin - Schöneweide. - D.A.IV.V. 1125. Telephon : Dönhoff 1597-98. - Bankkonto : Deutsche Bank und Disconto-Ges., Depos.-Kasse D, Berlin S42, Oranienstraße 140-142.-

Bezugspres:: Monatlich bei der Post Mk. 1,20 (Reichsmark); direkt vom Verlag vierteljährlich durch Postüberweisung Mk. 4,05. - Streifbandzusendung und Ausland Mk. 4,65, Einzelheit Mk 0,75. - Anzeigenpreis nach Tarif, bei Wiederholungen hoher Rabatt. - Gelegenheitsanzeigen Vorzugstarif. - Erscheinungstermin 5. und 20. jeden Monats. - Alle redaktionellen Anfragen und Zuschriften sowie Manuskriptsendungen sind zu richten nur an die Schriftleitung der "Kinotechnik“, Berlin SW 19, Stallschreiberstr. 33. - Nachdruck und Uebersetzung nur mit Genehmigung der Schriftleitung gestattet. - Copyright 1935 by Photokino-Verlag G.m.b.H., Berlin. - Druck: Otto Elsner, Berlin S 42, Oranienstr. 140-42.

Ein Blick auf das "Kinotechnik"-Impressum vom Mai 1935

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Bezugspres:: Monatlich bei der Post Mk. 1,20; direkt \om Verlaß vierteljährlich durch Postüberweisung Mk. 4,05. Streifbandzusendung und I Ausland Mk. 4,65, Einzelheit Mk. 0,75. - Anzeigenpreis nach Tarif, bei Wiederholungen hoher Rabatt. Gelegenheitsanzeigen Vorzugstarif. - Erscheinungstermin 5. und 20. jeden Monats. -

Alle redaktionellen Anfragen und Zuschriften sowie Manuskriptsendungen sind zu richten nur an die Schriftleitung der „Kinotechnik“, Berlin SW 19, Stallschreiberstr. 33. - Nachdruck und Uebersetzung nur mit Genehmigung der Schriftleitung gestattet. - Copyright 1935 by Photokino-Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Otto Elsner, Berlin S 42, Oranienstr. 140-42.

Ein Blick auf das "Kinotechnik"-Impressum vom Nov. 1935

Für die Redaktion verantwortlich Leopold Kutzleb, Berlin-Grunewald. - Verantwortlich für Inserate Erwin Schulz, Berlin - Schöneweide. - D. A. III. V. 1125 PI. Nr. 5. Tel. : Dönhoff 1597-98. - Bankk. : Deutsche Bank und Disconto-Ges., Depos.-Kasse D, Berlin S 42, Oranienstraße 140-142.- Bezugspres: Monatlich bei der Post Mk. 1,35; direkt vom Verlag vierteljährlich durch Postüberweisung Mk. 4,05. Für Ausland zuzüglich Porto. Einzelheft Mk. 0,75. - Anzeigenpreis nach Tari,, bei Wiederholungen hoher Rabatt. - Erscheinungstermin 5. und 20. jeden Monats. - Alle redaktionellen Anfragen und Zuschriften sowie Manuskriptsendungen sind zu richten nur an die Schriftleitung der „Kinotechnik", Berlin SW 19, Stallschreiberstraße 33. - Nachdruck und Uebersetzung nur mit Genehmigung der Schriftleitung gestattet. -
Copyright 1935 by Photokino-Verlag G.m.b.H., Berlin.

Dez. 1935 - Zur gefl. Beachtung

Die Anschrift der Geschäftsstelle der Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft, an die auch Beitrittsanmeldungen zu richten sind, ist: Berlin W 35, Bendlerstraße 32a/b.
Die DKG hat persönliche und korporative Mitglieder. Der Monatsbeitrag beträgt für persönliche Mitglieder 2 RM, für korporative Mitglieder 10 RM. Dafür wird das amtliche Organ der DKG, "Die Kinotechnik“, kostenlos zugestellt.

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