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Artikel, Zitate und Infos stammen aus der Funk-Technik, der Funkschau, den RTMs, Kameramann, der FKT, den Schriften von Philips und Zeiss Ikon und Anderen. Mehr über die verfälschten historischen Informationen ab 1933 über 1945 bis weit in die 1980er Jahre.

aus der FUNK-TECHNIK Nr. 18/1948 (2. Sept. Heft)
Das Editorial

Nr. 18/1948 - 3. JAHRGANG

Ein Wort für die deutsche Röhre

Etwa zum gleichen Zeitpunkt, an dem die deutsche Radioindustrie unter alten und neuen Namen ihre ersten Nachkriegserzeugnisse vorwies, erhielten Spezialisten und interessierte Hörer durch die wiedererstandene Fachpresse die langerwarteten Nachrichten aus dem Ausland. Diesen galt unsere vornehmliche Aufmerksamkeit, glaubten wir doch allgemein an sensationelle Neuerungen und Fortschritte, zumindest in den Ländern, die ihre technische Entwicklung ungestört vom Kriege fortsetzen konnten.

Inzwischen sind nun diese ersten Meldungen durch vielfältige Beschreibungen, Reise- und Messeberichte abgelöst und ergänzt worden, doch die Sensation blieb aus! Es zeigte sich, daß der etwa zu Beginn des Krieges auch im Inlande erzielte Gerätestandard nicht überboten werden konnte und daß das Gesicht der Berliner Funkausstellung 1939 auch in der Umgebung der jüngsten Europamesse aufmerksamste Beachtung gefunden hätte. Gewiß enthielten die Randerscheinungen des Empfängerbaues, Spezial- und Taschenempfänger, interessante Fortentwicklungen, gewiß ließen Mode und Landesgeschmack Spielarten früherer Anordnungen als Neuheiten erscheinen, gewiß sind im Gehäusebau und in der Skalenanordnung abweichende Ideen verwirklicht worden, aber in der Linie der wesentlichen Eigenschaften des Radiogerätes trennt uns vom Ausland kein unüberbrückbarer Abstand.

Die Röhren - die gewichtigsten Teile

Bezieht sich diese Feststellung im wesentlichen auf den Hauptrepräsentanten des Radiobaues, den Empfänger, so gilt sie in nahezu gleichem Umfange auch für seine gewichtigsten Teile - die Röhren. Immerhin waren die Meldungen hierüber verschiedenartig, so daß es sich - unabhängig von der besonderen Wichtigkeit der Röhre für den Empfängerbau - allein aus diesem Grunde lohnt, diese Frage einer gesonderten Betrachtung zu unterziehen.

Wir hörten, daß die Amerikaner im Zuge ihrer Entwicklung von Kleinröhren Subminiiatur-Röhren herausgebracht haben, die den Aufbau extrem kleiner Empfängertypen ermöglichen, und hörten unter den maßgeblichen Meldungen ferner, daß Philips-Eindhoven die Allglas-Technik in Gestalt der sogenannten Rimlock-Serie - also gleichfalls Kleinröhrenbau - fortsetzt, um mit dieser den Anschluß an die „Weltlinie der Röhrenentwicklung" zu gewinnen.

Über 10 Jahre fast ausschließlich Stahlröhren verbaut

Da der deutsche Gerätebau seit etwa zehn Jahren, auf der Verwendung der Telefunken-Stahlröhren basiert, finden solche Nachrichten allgemeine Aufmerksamkeit und führen zu der Frage, ob das Betätigungsfeld der auch jetzt noch in Deutschland dominierenden Stahlröhre infolge derartiger Umstellungen beeinflußt oder beeinträchtigt werden könnte. Die Vorhersagen für die Beibehaltung bzw. Fortsetzung einer besonderen deutschen Röhrentechnik sind dabei uneinheitlich, und ihre Verkünder erweisen sich der Auslandspropaganda gegenüber verständlicherweise zunächst sehr aufgeschlossen.

Wenn nun einzelne Stimmen einer zukünftigen Entwicklung bereits mit fertigen Urteilen entgegentreten, dergestalt etwa, daß deutschen Röhrenfabriken das Herausbringen neuer Typen solange verboten werden soll, bis sie die Voraussetzungen zur Fertigung von Rimlock-Röhren erreicht haben, oder daß die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Radioindustrie nur mehr mit Hilfe des freien Importes und der Verwendung von Auslandsröhren (ist dies denn nur eine Röhrenfrage?) denkbar erscheint, so kann man sich des Gefühls einer gewissen Übereiltheit - vielleicht auch einer zweckgebundenen Absicht - nicht erwehren, so darf aber gemeinhin unterstellt werden, daß solche Äußerungen mehr zum Anlaß der Eröffnung eines weitergehenden Meinungsaustausches dienen sollen, als daß sie in ihren Trägern bereits unumstößliche Gewißheiten darstellen.

Von der Glühlampe zur Rundfunkröhre

Mag dieser Aufsatz also Anregung zu einer interessanten Auseinandersetzung sein. - Wenn die Entwicklung der Rundfunkröhren aus der Glühlampe in einem rund 40jährigen Erfindungsgang seit etwa Ende der dreißiger Jahre allgemein als (vorläufig) abgeschlossen angesehen worden ist, so gibt die Betrachtung des heutigen Standes der Röhrentechnik der Welt dieser Auffassung weitgehend, jedenfalls grundsätzlich recht.

Alle seit dieser Zeit geplanten und praktisch angewandten Neuerscheinungen sind, angefangen von der Konstruktion sogen. Verbund-Röhren über die Vervollständigungstypen bereits bestehender Serien bis: zur neuesten „V-Faden-Röhre", reine Nachfolgeerscheinungen. Sie wurden einerseits zur Erzielung besonderer Empfangseigenschaften des Gerätes, andererseits - und zwar vorwiegend - aus reinen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen geschaffen, die ihrerseits den Eigenarten des Herstellerwerkes entsprachen und außerdem dem Gerätekonstrukteur durch Vereinfachung der Schaltungen und durch Verbilligung des reinen Röhrenpreises zugute kamen.

Nichts ernsthaft Neues seit der Stahlröhre

Seit der Schaffung der Stahlröhren und der Allglas-Röhren, welche die alten Quetschfuß-Röhren endgültig ablösten, hat keine Röhrentechnik etwas spezifisch Neues erbracht, das den Aufbau eines normalen Empfangsgerätes von der technischen Seite her umwälzend beeinflußt oder verändert hätte. Für die Entscheidung zu der einen oder der anderen Technik selbst war dabei die Nutzbarkeit vorhandener Fabrikationseinrichtungen und -erfahrungen sicherlich von aussschlaggebender Bedeutung, konnte man die Zufriedenstellung des Gerätebauers doch in beiden Fällen als gewährleistet voraussetzen.

Mag man den neuesten Allglas-Entwicklungen (den Rimlock-Röhren) die Erreichung räumlich geringer Geräteabmessungen, ferner durch die kürzere Verdrahtung die Möglichkeit geringerer HF-Verluste zuerkennen, so liegen die Vorteile der bekannten Stahlröhre im wesentlichen in der mit anderen Systemen bisher nicht erreichten Festigkeit des Aufbaues, dementsprechend kleineren Streuungen und bemerkenswert engen Ausfallgrenzen.

Die neue Rimlock-Serie

Jede der beiden Röhrenserien ist für die grundsätzlichen Schaltungen des modernen Empfängerbaues in gleicher Weise und mit übereinstimmenden Endergebnissen verwendbar. Erscheinen die Abmessungen der Rimlock-Serie für den Bau von Kleinst- und Spezialempfängern zunächst als besonders geeignet, so erweist sich bei näherer Prüfung, daß die weitaus geringere Wärmeerzeugung bei Verwendung der Telefunken-V-Fadenröhre trotz ihrer größeren Bodenbreite Vorteile bietet, die dem gleichen Zweck dienen.

Es soll hier "un"-untersucht bleiben, inwieweit beide Serien noch bestimmten Abwandlungen unterworfen sind, inwieweit beide Serien noch Ergänzungen erfahren werden. Es ist dies auch unerheblich, wenn wir feststellten, daß die Röhrenfabriken ihre Aufgabe in den letzten Jahren nicht darin fanden, a tout prix neue Radioröhren zu entwickeln, die ohne erkennbare Qualitätssteigerungen zur Umstellung oder Anpassung der Gerätekonstruktion zwangen, sondern solche Röhren zu bauen, die einerseits den bestehenden Anforderungen des Gerätekonstrukteurs entsprechen, andererseits aber die höchste wirtschaftliche Ausnutzung der gegebenen Fabrikationsmittel und der Belegschaft - und zwar sowohl für den Röhren-, als auch für den Apparatefabrikanten gesehen - ermöglichen. Daß letzterer Umstand eine besondere Forderung und Notwendigkeit für deutsche Röhrenfabriken darstellt, bedarf keiner besonderen Erwähnung.

(Anmerkung: Auch damals gab es schon enorm lange Sätze, die man durchaus zweimal lesen mußte.)

Am Besten bleibt alles beim Alten.

Es ergibt sich aus dem Vorgesagten, daß ein Anlaß zur Bevorzugung der einen oder anderen Bauweise - kaufmännisch gesehen - weder in der Unterschiedlichkeit äußerer Abmessungen, noch in der Nuancierung elektrischer Eigenschaften, noch in der Wahl bestimmter System-Kopplungen liegt, sondern daß die Wirtschaftlichkeitsfrage vordringlich, ja ausschlaggebend ist.

Hier gelangen wir allerdings, hervorgerufen- durch die augenblicklichen Fabrikationserscheinungen in Deutschland, zu Unterschieden, die jetzt und wohl auch in der näheren Zukunft - jedenfalls auf dem Exportgebiet - die Verwendung im Ausland hergestellter Röhren erwägen lassen. Diese Unterschiede liegen in der derzeit weitaus höheren Preisstellung für Röhren deutscher Fertigung, die aber nicht durch eine Änderung bzw. Umstellung der Technik überwunden werden kann, sondern dadurch, daß die vorhandenen Fabrikationseinrichtungen und die bestehenden Betriebserfahrungen ausgenutzt und erweitert und somit ausschließlich auf das Ziel gerichtet werden, höhere Produktionszahlen zu erreichen und die Betriebskosten zu senken. Dieser Umstand muß, obwohl seine Erwähnung sachlich fast unnötig erscheinen sollte, besonders hervorgehoben werden.

Schwierigkeiten mit neuer Technik überwinden ??

Es wäre ein Laienglaube (und eine wahrlich einfache Lösung) anzunehmen, daß der Übergang zu einer anderen „Technik" das Mittel sein könnte, Schwierigkeiten zu überwinden, die sich derzeit einer Produktion entgegenstellen, bei deren Wiederaufnahme nicht viel mehr vorhanden war als der Arbeitswille einer kleinen Gruppe von Männern.

Erst zu dem Zeitpunkt, an dem die Rückkehr zu normalen Fabrikationsverhältnissen -  eingeschlossen der Bezug und die Auswahlmöglichkeit von Rohstoffen - erzwungen worden ist, erst zu dem Zeitpunkt, an dem die Betriebskosten Normalwerte erreicht haben oder sich diesen nähern, kann grundsätzlich untersucht werden, ob eine Umstellung, die, angefangen vom Wechsel einer Fertigungsmethode bis zur Änderung des Erzeugnisses, zu allgemeinen Vorteilen und Fortschritten für den Betrieb und damit für den Verbraucher führen könnte.

Im Augenblick sprechen alle Umstände eindeutig dafür, daß im Interesse der Wiedererrichtung einer leistungsfähigen deutschen Röhrenindustrie eher eine bewährte, betriebssichere,- unverändert moderne Konstruktion beizubehalten ist, als voreilig Risiken einzugehen, zu denen ohnehin ein äußerer Anlaß nicht besteht. Diese Feststellung ist um so zwingender, als wir wissen, daß der Gedanke an Importhilfen auf absehbare Zeit bestenfalls ein Gedanke bleiben wird und im Sinne der uns aus den Exporterfordernissen grundsätzlich gestellten Aufgaben auch bleiben sollte.

Ein kurzer Rückblick

Wenn der Geltung und dem Wert der deutschen Röhrentechnik noch ein abschließendes Wort gesprochen werden darf, so soll dies mit einem kurzen Rückblick geschehen.

Ohne Forderungen der Zukunft mit Erinnerungen an die Vergangenheit beantworten zu wollen, erweisen doch einige Beispiele der Vorkriegsjahre, daß die deutsche Röhrentechnik weit über die Grenzen des Inlandes hinaus zu einem der stärksten Faktoren der europäischen Radioindustrie geworden war. Telefunken hat nach dem Start der Stahlserie in den Jahren 1938 und 1939 bereits einen Großteil der maßgebenden Apparatebauer in den europäischen Ländern, die über eine eigene Radioindustrie verfügten, mit Erstbestückungsröhren beliefert.

Die Zahl dieser Röhren, die in beiden Anlaufjahren für die Bestückung von neugefertigten Empfängern verwendet wurden, überschritt eine halbe Million, ungerechnet die Produktion von zwei im Ausland liegenden Röhrenfabriken, die gleichfalls deutsche Typen herstellten, unberücksichtigt ferner die Ausfuhr einer hohen Zahl von Ersatzröhren, die in allen Ländern der Welt verkauft wurden.

Damals eine Viertelmillion Radios exportiert

Der Export von Rundfunkempfangsgeräten der deutschen Radioindustrie belief sich im gleichen Zeitraum auf über 250.000 Geräte, deren Bestückungsröhren gleichfalls den Marktanteil der deutschen Radioindustrie im gesamten Exportgebiet verstärkten.

Der Röhrensatz-Preis, der den deutschen Apparatebauern für ihre Geräteexporte eingeräumt wurde, entsprach unter Zusammenfassung von Ländergruppen den gleichen Preisen, wie sie der nationalen Industrie in den betreffenden Ländern eingeräumt wurden.

So betrug der Preis für den Röhrensatz eines 4-Röhren- Wechselstrom-Supers - um ein Beispiel herauszugreifen - beim Geräteexport nach den skandinavischen Ländern 6,19 Reichsmark, und man mag bei einem Vergleich mit der heute erzielbaren Preisstellung für Rundfunkröhren ermessen, inwieweit den Wettbewerbs- gesichtspunkten der Gerätefabrikanten bei Verwendung deutscher Röhren Rechnung getragen werden konnte.

Dieser Rückblick möge ergänzt werden durch den Hinweis, daß die Stahlröhre zehn Jahre nach ihrer Herausbringung unverändert von namhaften Apparatebauern des Auslandes gefragt wird, so daß, von hier aus gesehen, nur der noch nicht überbrückbare Preisunterschied zu anderen Erstbestückungsröhren - in Verbindung mit der sehr starken Kürzung der Protduktionszahlen - eine fast unbeschränkte Wiederaufnahme früherer Exportbeziehungen verhindert.

Die Umschreibung von Planungsicherheit damals

Diese Beispiele und die Erfahrungen der Vergangenheit verleiten dabei keineswegs zu falschen Schlüssen. Die Aufgabe, dem Konstrukteur eine Typenreihe in die Hand zu geben, die in ihren elektrischen Eigenschaften und in allen Fragen der Betriebssicherheit konkurrenzfähig ist, verbindet sich mit der Forderung nach einer Preisstellung, die eine volle Selbständigkeit der Kalkulation gewährleistet.

Die Erreichung dieses Zieles ist absolut vordringlich und steht deshalb im Mittelpunkt aller Überlegungen. Dabei werden die Bestrebungen, eine weitgehende Austauschfähigkeit bestimmter Typen zu erreichen, um so weniger vernachlässigt, als die allmähliche Entwicklung des Radioempfängers zu einem gewöhnlichen Gebrauchsgegenstand diese Erleichterung zunehmend fordert. Es kann versichert werden, daß diese Aufgabe keineswegs als Utopie außer acht gelassen wird, sondern im Gegenteil auch in dem schmalen Raum der heute möglichen Entwicklungsarbeiten ernsthafteste Betrachtung findet.

Der Weisheit letzter Schluß ?

Der deutschen Röhrenindustrie muß jedoch, auch im Hinblick auf die erwiesenen Leistungen, freie Hand bleiben, den Weg zu gehen, den sie in der Nutzung der zur Verfügung stehenden und zukünftig erreichbaren Mittel technisch und wirtschaftlich für den geeignetsten hält.

Nowack

Neuigkeiten 1948 - der Home-Videospieler
Schallplatte + Rundfunk + Tonfilm

FUNK-TECHNIK Nr. 18/1948

Die Firma Radiocinephone in Paris brachte ein geschickt aufgebautes Mehrfachgerät heraus, das allgemeine Beachtung verdient. Im Mittelteil des geschmackvollen Gehäuses ist der Überlagerungsempfänger untergebracht, der auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle arbeitet. Wenn man die linke Seitenfür öffnet, klappt ein elektrisch betriebener Plattenspieler heraus, und im rechten durch eine Tür zu öffnenden Seitenteil ist ein vollständiges Heimkino untergebracht. Auf ihm können sowohl Stumm- als auch 16mm Tonfilme abgespielt werden. Durch eine sinnreich angebrachte Optik wird die Lautsprecherverkleidung gleichzeitig als Projektionswand für die Filmbilder herangezogen. Der Plattenspieler besitzt noch eine besondere Vorrichtung zum Umrollen des Films nach dem Abspielen. Trotz dieser Vielseitigkeit kommt das Gerät mit nur vier Bedienungsknöpfen aus.

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