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typische historische Kamera

Zum Auffrischen und Erinnern . . . .

. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.

Ein Rückblick: 50 Jahre - Die FESE von 1929 bis 1979 . . . .

Eine umfassende Firmen-Historie von Dipl. Ing. Frithjof Rudert aus dem Hause Fernseh GmbH - geschrieben im November 1978 zum 50 jährigen Bestehen. Diese Seiten wurden überarbeitet und ergänzt vom Web-Autor gr. - Und was zeitlich davor kam, steht auf diesen Seiten.
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Die Fese wächst und wächst und . . .

Neue umfangreiche Arbeiten, aber auch die berechtigte Hoffnung auf eine Geschäftsausweitung bestimmten die Planung für das kommende Jahrzehnt. Über 1200 Mitarbeiter waren Ende 1960 beschäftigt, der Umsatz betrug rund 30 Millionen DM, der Exportanteil lag bei etwa 30%. Zahlreiche Studiokomplexe waren installiert und über 50 Übertragungswagen ausgeliefert worden.

 

Obwohl 1957 der zweite Erweiterungsbau am DANAT-Gebäude fertiggestellt werden konnte, war abzusehen, daß die Räume schon nach kurzer Zeit nicht mehr ausreichen würden. Deshalb führte Bosch von 1962 an Verhandlungen mit der Stadt Darmstadt mit dem Ziel, ein geeignetes Grundstück zu erwerben, die mit dem Kauf eines 140 000 m2 großen Grundstückes abgeschlossen wurden. Unmittelbarer Nachbar des neuen Firmensitzes ist die ESOC (Leitstelle der europäischen Satelliten), in Sichtweite befindet sich das FTZ (Fernmeldetechnisches Zentralamt) und der Hauptbahnhof, eine kurze Zufahrt, die Robert-Bosch-Straße, führt unmittelbar auf den Autobahnzubringer, und das Stadtzentrum ist nur einige Kilometer entfernt: eine repräsentative Lage für ein Unternehmen mit regem Kundenverkehr.

1970 - Die Fese zieht um auf 23.000 qm

Der von der Zentralabteilung Bauten und Anlagen der Robert Bosch GmbH in enger Zusammenarbeit mit der Fernseh GmbH geplante und 1970 fertiggestellte Gebäudekomplex mit 23 000 m2 Nutzfläche ermöglicht eine ideale Zuordnung aller Betriebsabläufe. Nach planmäßigem Umzug von August 1971 an konnte die Arbeit in kürzester Zeit wieder aufgenommen werden. Wohl alle 2000 Mitarbeiter waren mit dem neuen Domizil sehr zufrieden. Das Geschäftsvolumen hatte sich den Erwartungen entsprechend ausgeweitet. Insbesondere die Lieferungen für die Olympischen Spiele 1972 in München - 120 Kameras (meist KCU) mit dem Zeichen „Bosch Fernseh" übertrugen die Wettkämpfe - ließen den Umsatz auf nahezu 100 Millionen DM steigen. Der Export, dessen Anteil am Umsatz rund 50 % betrug, konnte durch besondere Anstrengung auf neue Märkte ausgedehnt werden.

Kapitel 6 = Schlußbemerkung

Ein Spezial-Unternehmen wie die Fernseh GmbH mit seinem komplexen Erzeugnisprogramm und dem internationalen Abnehmerkreis braucht den Kontakt mit den Kunden und die Kommunikation mit der Fachwelt. Gefördert wurde und wird dies durch eine rege Veröffentlichungstätigkeit. Vor dem Kriege und noch während des Krieges wurde das breite Arbeitsgebiet unseres Hauses in periodisch erscheinenden wissenschaftlichen Berichten dargestellt, die von August 1938 an in der „Zeitschrift der Fernseh AG, Mitteilungen aus Forschung und Betrieb der Fernseh Aktiengesellschaft, Berlin" gedruckt wurden.

 

Leider mußte die Zeitschrift, die von 1939 an „Fernseh GmbH, Hausmitteilungen aus Forschung und Entwicklung" hieß, nach Herausgabe von zwei Bänden mit insgesamt 12 Heften ihr Erscheinen im März 1943 einstellen. Im September 1954 wurde die Berichterstattung in Form der „Kurzmitteilungen der Fernseh GmbH" fortgesetzt. Die „Kurzmitteilungen" stellten unserem Kundenkreis regelmäßig die neuentwickelten Geräte mit ihren technischen Daten vor, während „Sonderhefte der Kurzmitteilungen", deren erstes Heft im Januar 1955 herausgegeben wurde, im wesentlichen die theoretischen Aspekte der Geräteentwicklung zum Gegenstand hatten. Insgesamt erschienen 16 Sonderhefte und 23 Kurzmitteilungen, bevor im November 1966 die Berichterstattung in dieser Form endete und erst später mit der Kundenzeitschrift „Fernseh Aktuell" wieder aufgenommen wurde.

 

Außer in den eigenen Publikationsorganen veröffentlichten unsere Mitarbeiter zahlreiche Beiträge in den einschlägigen Fachzeitschriften des In- und Auslandes. Hinzu kam die Mitarbeit in nationalen und internationalen Fachorganisationen, z.B.im Deutschen Normenausschuß, im Commite International des Tele-vision (CIT), im Television Symposium Montreux, in der englischen Royal Television Society und, von besonderer Wichtigkeit, in der Fernseh-Technischen Gesellschaft (FTG) bzw. der Fernseh- und Kinotechnischen Gesellschaft (FKTG) als deren Nachfolgeorganisation.

Auf Anregung der Fernseh GmbH und des Fernmeldetechnischen Zentralamtes wurde die FTG Ende des Jahres 1952 gegründet mit dem Ziel der Zusammenführung der am Fernsehen interessierten Wissenschaftler und Ingenieure. Wir waren Gründungsmitglied dieser Fachvereinigung, die in einer jährlich stattfindenden Jahrestagung über die Fortschritte in der Fernsehtechnik berichtet. Viele Referate und Diskussionsbeiträge unserer Mitarbeiter wurden dort vorgetragen und später veröffentlicht. Wir konnten auf diese Weise vor internationaler Zuhörerschaft nicht nur Anregungen und Erkenntnisse entgegennehmen oder weiterreichen, sondern auch unsere neuen Gerätesysteme und betriebstechnische Verbesserungen präsentieren und demonstrieren. Die FTG-Tagungen übernahmen somit die gleiche Zielsetzung, wie sie vor dem Kriege den Berliner Funkausstellungen zukam: die termingebundene Vorstellung fernsehtechnischer Innovationen.

Der Bekanntheitsgrad des Unternehmens und seiner Geräte führte dazu, daß 1973 zum 50jährigen Rundfunkjubiläum die Deutsche Bundespost eine 70-Pfennig-Sondermarke herausbrachte, auf der unsere Farbfernseh-Kamera KCU, die Qualitätsmaßstab für viele internationale Farbfernsehübertragungen wurde, abgebildet war. Bis zum heutigen Tag setzte sich die erfolgreiche Entwicklung stetig fort.

 

Für die Fußballweltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland, die Olympischen Spiele 1976 in Montreal und die Fußballweltmeisterschaft 1978 in Argentinien lieferten wir jeweils einen großen Teil der Farbfernsehausrüstung. Der Inlandumsatz wurde hauptsächlich durch den Ersatzbedarf bestimmt. Durch verstärkte Bemühungen und Ausweitung der Verkaufs- und Service-Organisation gelang es in steigendem Maße, moderne und zuverlässige Fernsehausrüstung in allen Kontinenten zu installieren.

 

Während der insgesamt erfolgreichen Jahre gab es jedoch zumindest drei kritische Perioden, in denen um das Überleben des Unternehmens gebangt wer-den mußte:

- Etwa 1932/33 war nicht abzusehen, ob ein Fernsehen nach heutigen Maßstäben möglich würde, ob also der Einsatz weiterer finanzieller Mittel sinnvoll sei.

- In den ersten beiden Jahren nach dem Krieg wurde die kleine Gruppe der Mitarbeiter nur durch die unerschütterliche Hoffnung auf ein Ende des Arbeitsverbotes zusammengehalten.

- Als 1949 die Tätigkeit auf dem Fernsehgebiet wieder aufgenommen werden durfte, war nicht sicher, ob der vierjährige Vorsprung der vergleichbaren Länder eingeholt werden könne.

Die Krisen wurden überwunden. Grundlage war eine von Bosch unterstützte vorausschauende, flexible Firmenleitung und eine gute Personalpolitik. Ohne harte Arbeit, ohne die Fülle der Ideen und die Treue aller Mitarbeiter wäre der Erfolg jedoch ausgeblieben. Es sei deshalb allen gedankt, die am Werdegang des heute weltbekannten Unternehmens ihren Teil beigetragen haben.

 

So weit aus einem Artikel des Fese Mitarbeiters - Darmstadt im Jahre 1979.

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