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VEB FUNKWERK KÖPENICK HV-RFT - Kommerzielle Funkgeräte

• Einen bedeutenden Platz in dem reichhaltigen Fertigungsprogramm des VEB FUNKWERK KÖPENICK HV-RFT nehmen die kommerziellen Funkgeräte ein, von denen besonders die Schiffsfunkanlagen hervorzuheben sind. Das Werk betrachtet es als seine vornehmste Aufgabe, unserer jungen Fischereiflotte Schiffsfunkgeräte zu übergeben, die auch unter den schwierigsten Bedingungen zuverlässig und einwandfrei arbeiten.

Schiffsfunk- Sende- und Empfangsgerät Type 1410.1 A 1

Diese komplette Schiffsfunkanlage wurde speziell für die Hochseeschiffahrt entwickelt und gliedert sich in folgende Einschübe: Netzgerät, Mittelwellen- und Kurzwellensender, die beiden dazugehörigen Antennenabstimmgeräte, Allwellenempfänger, 75-W-Verstärker, automatischer Notrufgeber und automatischer Alarmempfänger. Die Sender können bei einer mittleren Senderleistung von 100 W den Bereich von 365 kHz bis 24 MHz lückenlos überstreichen. Dabei kann die Sendestation je nach Bedarf in A1- (Telegrafie tonlos), A2- (Telegrafie tönend) und A3- (Telefonie) Betrieb arbeiten. Zur Gewährleistung äußerster Frequenzkonstanz sind die Steuerstufen beider Sender in je einem Thermostatengehäuse untergebracht.

Besonders interessante Zubehörteile der Schiffsfunkanlage sind der automatische Notrufgeber und der Alarmempfänger. Der Notrufgeber tastet bei eigenem Seenotfall das 12 malige Alarmzeichen, 3mal den SOS-Ruf, das de Zeichen, das Schiffsrufzeichen und die Positionsangaben automatisch auf den Haupt- oder Notsender des Schiffes.

Dagegen dient der automatische Alarmempfänger zur Überwachung der Seenotwelle 600 m ohne personellen Einsatz. Treffen mindestens vier Alarmzeichen auf die Empfangseinrichtung, werden an Bord automatisch ein oder mehrere optische oder akustische Alarmzeichen in Tätigkeit gesetzt, die den Bordfunker zum Abhören der nun eintreffenden SOS-Rufe auffordern.

Rettungsboot-Sende- und Empfangsgerät Type 1410. 10 A 2

Das Rettungsboot-Sende- und Empfangsgerät Type 1410.10 A2 gibt Schiffbrüchigen die Möglichkeit, vom Rettungsboot aus drahtlos oder optisch Notsignale zu senden. Das gesamte Gerät, zu dem ein 10W-Sender für 5 Festfrequenzen, eine automatische Tasteinrichtung, der Empfänger und der Stromversorgungsteil gehören, ist in einem wasserdichten, schwimmfähigen Stahlblechkasten eingebaut. Sofern keine Batterie betriebsbereit oder vorhanden ist, wird der eingebaute Speisedynamo von Hand angetrieben.

Funkleitfeuer

Eine Neuentwicklung auf dem Gebiet der kommerziellen Funktechnik ist das auf der diesjährigen Messe erstmalig gezeigte Funkleitfeuer, mit dessen Hilfe alle Schiffe bei unsichtigem Wetter sicher und gefahrlos den Hafen erreichen können. Das Funkleitfeuer wird im Hafen auf Land aufgestellt und sendet in bestimmter Richtung einen Leitstrahl aus. Befindet sich das einfahrende Schiff auf dem richtigen Kurs, so hört der Bordfunker in seinem Empfangsgerät einen Dauerton. Bei Kursabweichungen nach Steuer- oder Backbord ist entweder eine Punktfolge oder eine Strichfolge zu hören.

60-W-Notsender Type 1-513.1 A 1

Als Neuentwicklung zeigte das Funkwerk Köpenick einen 60W-Notsender. Alle im Überseedienst eingesetzten Schiffe müssen entsprechend der Vorschrift bei Ausfall des Hauptsenders über einen betriebsklaren Notsender verfügen, der in der Lage ist, den Sendebetrieb auch dann aufrecht zu erhalten, wenn der Hauptsender wegen Havarie oder Störung im elektrischen Bordnetz ausgefallen ist. Der Notsender ist ein elektronengekoppelter Röhrengenerator mit dem durchstimmbaren Wellenlängenbereich von 566 bis 750m. Betriebsart: A2 (tönend mit unterdrücktem Träger), Leistung im Antennenkreis 60 bis 80 W.

FUNKWERK DABENDORF der HV-RFT

• Kommerzielle Funkgeräte fertigt auch das FUNKWERK DABENDORF der HV-RFT. Zum Beispiel einen fünfstufigen 800W-Sender Type S 1-52 für den Frequenzbereich von 3 bis 23 MHz, einen vierstufigen 200W-Sender Type S 4-52 ebenfalls für den Frequenzbereich von 3 bis 23 MHz, ferner die Seenotsendeanlage Type SNA 1-52 für den Frequenzbereich von 1600 bis 3500 kHz. Unter den ausgestellten Geräten fiel uns auch einsehr interessanter Allwellenempfänger auf.

(Pressemeldung aus 2001 : Der Dabendorfer Standort hat eine lange Tradition. 1942 erfolgte die Grundsteinlegung als Zweigbetrieb der Lorenz AG Berlin-Tempelhof. Der Betrieb gehört seit der Zweitprivatisierung 1996 zur Hörmann-Gruppe (München). Seit 1998 werden schwarze Zahlen geschrieben. Im November vergangenen Jahres ging das Dabendorfer Unternehmen im Zusammenschluss mit der Funkwerkschwester in Kölleda (Thüringen) als Funkwerk AG an den Neuen Markt.)

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Allwellenempfänger Type AW Em-1r/53

Das Gerät ist ein Überlagerungsempfänger für den Empfang kommerzieller Sendungen im A1, A2- und A3-Betrieb im Wellenbereich 10 bis 2500 m. Es wurde als Tischstation ausgebildet und
enthält einen abschaltbaren Lautsprecher sowie Anschlüsse für zwei Kopfhörer. Bereichwechsel und Umschaltung der ZF erfolgen durch einen Spulenrevolver.

Das Gerät enthält eine Vorstufe, eine Mischstufe, zwei ZF-Stufen mit 5 Kreisen, Diodengleichrichtung und eine NF-Verstärkerstufe. Die sich auf drei Röhren erstreckende automatische Schwundregelung kann wahlweise ein- und ausgeschaltet werden. Bei A1-Betrieb wird die entstehende ZF mit einer Hilfsfrequenz überlagert, so daß eine Frequenz von 1 kHz entsteht, die über ein in vier Stufen regelbares Bandfilter der Endstufe zugeführt wird. Die Empfindlichkeit des Gerätes beträgt für ein Verhältnis Nutzspannung/Rauschspannung = 3 in den Wellenbereichen 14, 7 bis 860 m weniger als 10 ßY und in den Bereichen 10 bis 14,7 m und 860 bis 2500 m weniger als 12/jV bei 50 mW Ausgangsleistung.

Sommer 1953 - UKW-Sendernetz für Ostdeutschland

• Zur Verbesserung der Rundfunkempfangsmöglichkeiten erhält das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik ein UKW-Sendernetz, dessen Aufbau mit der Inbetriebnahme von UKW-Sendern in Berlin, Leipzig, auf dem Inselsberg (Thüringer Wald), in Schwerin und auf dem Brocken begonnen wurde. Für die UKW-Interessenten war der Stand des VEB WERK FÜR FERNMELDEWESEN ein besonderer Anziehungspunkt, da sie hier Gelegenheit hatten, den neuentwickelten UKW-Sender selbst zu besichtigen.

3kW-UKW-Rundfunksender

Dieser FM-Sender für den Frequenzbereich 87,2 bis 100 MHz hat einen NF-Übertragungsbereich von 40 bis 15.000 Hz, die größte Abweichung innerhalb des niederfrequenten Übertragungsbereiches beträgt nur ±1db.

Die modulierende NF wird in einem dreistufigen Verstärker verstärkt und zwei in Gegentakt arbeitenden Reaktanzröhren zugeführt. Die Steuerstufe des Senders arbeitet in Dreipunktschaltung; die Reaktanzröhren liegen parallel zum Schwingkreis der Steuerstufe und verstimmen diesen im Takte der steuernden Modu-lationsspannung, was die Umwandlung der ursprünglichen Amplitudenmodulation in eine Frequenzmodulation zur Folge hat.

Um die Steuersendefrequenz in ihrem Mittelwert (unmoduliert) absolut konstant zu halten, ist ein Quarzoszillator "vorgesehen".

Die hierdurch erzeugte Frequenz wird dem Steuergitter einer Mischröhre zugeführt, während die Steuersenderfrequenz, die um 3MHz höher als die des Quarzoszillators liegt, an das zweite Steuergitter dieser Mischröhre gelegt wird. Der Anodenkreis der Mischröhre und der folgende Diskriminatorkreis sind auf die 3-MHz-Differenzfrequenz abgestimmt.

Schwingt die Steuerstufe mit ihrer genauen Frequenz, beträgt die Nachstimmspannung des Diskriminators 0 Volt; bei Frequenzabweichungen führt man die entstehende positive oder negative Nachstimmspannung den Gittern der Reaktanzröhren zu, und es erfolgt eine Frequenzkorrektur in der Weise, daß sich die Nachstimmspannung auf ihren Sollwert von 0 Volt einregelt. Die vom Steuersender erzeugte Frequenz wird in einer Vervielfacherstufe auf den achtfachen Wert vervielfacht und erreicht schließlich in einem vierstufigen Endverstärker die erforderliche Ausgangsleistung von 250 W.

Der als Rohrkreis ausgebildete Schwingkreis der Endstufe ist an die 1kW-Stufe kapazitiv angekoppelt, diese und die nachfolgende 3kW-
Stufe arbeitenin Gitterbasisschaltung.

Der Aufbau des gesamten Senders ist in vier nebeneinanderstehenden Schränken gleicher Abmessungen vorgenommen. Schrank 1 enthält den Steuersender mit Modulationsteil und Vervielfacher, Schrank 2 die 1kW-Stufe mit Netzteil, Schrank 3 die 3kW-Stufe und Schrank 4 den Netzteil für die 3kW-Stufe.
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VEB FUNKWERK DRESDEN HV-RFT

• Der VEB FUNKWERK DRESDEN HV-RFT beschäftigt sich bereits längere Zeit mit der Entwicklung und Konstruktion von Geräten für den UKW-Verkehrsfunk. Damit sind Einrichtungen gemeint, die Gespräche zwischen fahrenden Fahrzeugen untereinander und mit einer Feststation ermöglichen und für jene Fälle eingesetzt werden sollen, in denen Fernsprechverbindungen über Draht aus irgendwelchen Gründen nicht herstellbar sind.

Das Anwendungsgebiet erstreckt sich demgemäß einmal auf den Verkehr mit Kraftfahrzeugen in begrenzten Bezirken als "Stadtfunk" und auf Autobahnen und Überlandstraßen als "Landstraßenfunk", hauptsächlich für die Aufgaben der Polizei, der Feuerwehr und der Unfallhilfswagen.

Bei der Wasserschutzpolizei gestatteten die besonderen Verhältnisse
bisher keine Verbindungsmöglichkeiten durch das öffentliche Fernsprechnetz. Durch die Ausrüstung der Boote mit Funksprecheinrichtungen ist auch hier ein operatives Eingreifen möglich. Auch innerhalb von Hafenanlagen kann der Verkehr mit Wasserfahrzeugen durch den sogenannten „Hafenfunk" erheblich erleichtert werden. Der UKW-Rangierdienst macht die Befehlsübermittlung auf großen Rangierbahnhöfen von der Beeinträchtigung durch Nebel, Regen und Wind unabhängig.
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Fahrbare Verkehrsfunkanlage E22-4900D

Als Ergebnis seiner Entwicklungen stellte das Funkwerk Dresden die fahrbare Verkehrsfunkanlage E22-4900D zur Schau. Die einzelnen Aggregate, der Bedienungsteil mit Hörerkasten und Lautsprecher, der Sender und Empfänger, der Stromversorgungsteil, die Antennenweiche und die Antenne sind zum Einbau in jedes Kraftfahrzeug vorgesehen und mechanisch sowie elektrisch störungssicher aufgebaut.

Je nach Wahl sind die Anlagen für Gegen- oder Wechselsprechverkehr lieferbar. Der Sender dieser Anlage arbeitet in Nullphasenmodulation mit drei umschaltbaren, quarzgesteuerten Betriebsfrequenzen. Durch einen Kanalabstand von 150 kHz ist genügende Übersprechfreiheit gewährleistet.

Außer der Anlage für Fahrzeuge und ortsfeste Stationen wurde eine komplette Wechselsprechanlage für Rangierdienste u. a. vorgeführt.

Über die technischen Einrichtungen des UKW-Verkehrsfunks berichtet die DEUTSCHE FUNK-TECHNIK in einem der nächsten Hefte ausführlich.

C. LORENZ A.-G., Werk Leipzig

• Die C. LORENZ A.-G., Werk Leipzig, seit dem 1.7.1953 der HV-RFT "angeschlossen" (wir nennen das verstaatlicht), stellte die RF-Vorendstufe und HF-Endstufe des 5kW-Mittelwellenrundfunksenders Tvpe RS 5000 M-52 aus.
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5kW-Mittelwellenrundfunksenders Tvpe RS 5000 M-52

Die charakteristischen Merkmale dieses Senders sind: Aufbau in allseitig geschlossenen Einzelgestellen, einfache und narrensichere Bedienung, Schutz des Bedienungspersonals und der Anlageteile durch Blockierungseinrichtungen, schnell durchführbarer Frequenzwechsel, wobei ein Doppelkugel Variometer im Endstufenschwingkreis die Überstreichung des gesamten Mittelwellenbandes in nur zwei Teilbereichen gestattet.

Die Modelung des Trägers erfolgt durch die besonders verzerrungsarme Anodenmodulation, dabei wird die für einen Modulationsgrad von 100% erforderliche NF-Leistung von etwa 3,6 kW einem Gegentaktmodulator, dessen Endstufe in B-Betrieb arbeitet, entnommen. Der Träger wird in der Senderendstufe moduliert. Für die Abstimmung der Sendervorstufen ist Einknopfbedienung vorgesehen, Vorend- und Endstufe werden für sich abgestimmt.

Fehlschaltungen sind durch das weitgehend automatisch erfolgende Ein- und Ausschalten der Stufen unmöglich. Die Stromversorgung erfolgt aus dem Drehstromnetz 220/380 V, bei einem Modulationsgrad von 100% ist die Leistungsaufnahme ca. 22kVA.

  • Anmerkung : Der 5kW-Mittelwellenrundfunksenders benötigte damals also 22kW zugeführte Gesamt-Leistung aus dem Netz.


Noch einige allgemein interessierende technische Angaben: Die Trägerleistung am Senderausgang (Z = 60 D.) beträgt 5kW. Der Frequenzbereich ist 500 bis 1650 kHz (Wellenlängenbereich 182 bis 600 m), unterteilt in zwei Bereiche. Für einen Modulationsgrad von 100% ist eine Modulationseingangsspannung von etwa 0,1 Veff erforderlich. Bezogen auf 800 Hz beträgt die größte Abweichung im Frequenzgang zwischen 30 und 10 000 Hz weniger als 2 db, der Klirrfaktor bei 800 Hz und voller Aussteuerung (100%) ist kleiner als 8%.
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MESSTECHNIK

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Die Meßgeräte der RFT-Betriebe

Eine beachtliche Auswahl an Meßgeräten, die ohne Zweifel eine weitere Steigerung der Qualität aufweisen, (Anmerkung : Auch hier der Hinwesi auf eien weitere Steigerung von irgendwas.) zeigten vor allem die RFT-Betriebe. Die Konstrukteure der Werke sind ständig bemüht, alle Anforderungen, die von den Fntwicklungslaboratorien und von den Produktionsbetrieben bis zur Gütekontrolle an die Meßtechnik gestellt werden, zu erfüllen. Verschiedene nennenswerte Neuentwicklungen ergänzten das bisher Gebotene, und es kann mit Recht gesagt werden, daß unsere volkseigene Meßgeräteindustrie außerordentlich leistungsfähig ist.

Eine ausführliche Beschreibung aller an den Messeständen gezeigten Typen ist wegen der Vielzahl nicht möglich, doch sollen die Ausführungen dazu beitragen, den Interessenten, insbesondere auch den Berufstätigen in den Werkstattbetrieben, einen Überblick zu verschaffen.

ELEKTRO-APPARATE-WERKE J.W.STALIN, Berlin-Treptow

• Neben zahlreichen Schalttafelmeßgeräten in runder, quadratischer und rechteckiger Form, neben Feinmeßgeräten für Laboratorien und Meßwandlern zeigten die ELEKTRO-APPARATE-WERKE J.W.STALIN, Berlin-Treptow, tragbare Betriebsmeßgeräte.

Tragbares HF-Meßgerät, Form M

Besondere Beachtung fand das tragbare HF-Meßgerät, Form M, das sich zur Messung hochfrequenter Ströme eignet. Das Preßstoffgehäuse mit den Abmessungen 151x196x85mm ist sehr handlich, besitzt Tragriemen und unverlierbare Klemmen für Schraub- und Steckanschluß sowie Nullpunkteinstellung.

Für alle Strommessungen bis 4 mA und für alle Spannungsmessungen wird der Vakuumthermoumformer eingebaut. Für alle anderen Meßbereiche werden mit dem Instrument ansteckbare Vakuumumformer bis 108 Hz und Luftumformer bis 106 Hz geliefert, so daß das Gerät wechselweise mit verschiedenen Umformern und Meßbereichen verwendet werden kann. Das Instrument hat einen Messerzeiger und eine in mV geeichte 75teilige Spiegelskala, die eine bequeme und rechnungslose Ermittlung des Meßwertes ermöglicht.

Die Thermoumformer sind bei Stromstärken bis zu 250 mA in einem Vakuum eingeschlossen. Für höhere Stromstärken bis 6 A verwendet man Luftelemente.

In allen Ausführungen ist das Thermoelement durch eine Glasperle vom Heizdraht isoliert. Für Messungen über 6A ist die Zwischenschaltung eines Hochfrequenzwandlers erforderlich. Für die Hochfrequenzspannungsmesser werden Thermoumformer bis 2.5 und 6mA unter Anordnung entsprechender Vorwiderstände benutzt. Die Thermoumformer sind kurzzeitig hundertprozentig überlastbar. Für besondere Zwecke stehen ungesockelte Vakuum- und Luftumformer sowie die gesockelten Posttypen Ht2 und Ht3 (Europasockel) zur Verfügung. Die Typen Ht2 und Ht3 (10 und 15 mA) sind justiert und daher austauschbar.

Universalmesser für Gleich- und Wechselstrom

Da vor allem in der Hochfrequenztechnik oft Spannungen an hochohmigen Röhrenschaltungen zu messen sind, die nur mit Meßinstrumenten mit einem hohen inneren Widerstand durchgeführt werden können, wurde der Innenwiderstand für die Gleichspannungsbereiche auf 20000 Ohm/V und für die Wechselspannungsbereiche auf 1000 Ohm/V erhöht.

Eine weitere Erhöhung des Innenwiderstandes für den Wechselstrombereich durchzuführen, erschien nicht ratsam, da sonst die Genauigkeit der Skala für die verschiedenen Meßbereiche nicht mehr aufrechterhalten werden kann, sofern man nicht einen unzulässig hohen Spannungsabfall in Kauf nehmen will.

Im Wechselstromteil besitzt das Instrument außerdem eine Frequenzkompensation, so daß bei sinusförmigen Wechselströmen und Wechselspannungen die Einhaltung der Klassengenauigkeit von 1,5% vom Endwert für Frequenzen von 16 Hz bis 10 000 Hz gewährleistet wird.
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Besonders hervorzuheben ist die Einknopfbedienung, so daß zur Umschaltung von Meßbereich und Stromart nur ein Drehknopf zu betätigen ist, wodurch beim Einstellen die Gefahr von Irrtümern weitgehend vermieden wird.

Das Meßwerk selbst ist bei der Wahl des Meßbereiches noch nicht angeschlossen; dies erfolgt vielmehr erst durch das Herunterdrücken des Drehknopfes, wobei dieser gleichzeitig verriegelt wird. Erst durch die Betätigung einer Taste wird das Meßwerk abgeschaltet und der Drehknopf zum Neueinstellen wieder freigegeben.

Außerdem ist das Instrument mit zwei Strom- und zwei Spannungsklemmen ausgerüstet, so daß es gleichzeitig als Strom- und Spannungsmesser an beliebigen Stellen einer Schaltung verwendet werden kann. Hierdurch ist der Universalmesser für Leistungsmessungen nach der Strom-Spannungsmethode bestens geeignet.

Vor allen Dingen auch deshalb, weil durch die Umschaltung auf einen anderen Meßbereich, bedingt durch den geringen Eigenverbrauch, die Widerstandsverhältnisse in der Schaltung nur unwesentlich geändert werden. Von den insgesamt 28 Meßbereichen liegen 14 auf der Gleichstrom- und 14 auf der Wechselstromseite. Der kleinste Strommeßbereich ist 1,5 mA, der größte 6 A. Der kleinste Spannungsbereich ist für 1.5 V vorgesehen und der größte für 600 V. Die Strommeßbereiche können auf der Wechselstromseite durch den Vielfachstromwandler ML bis auf 600 A erweitert werden.

Der Spannungsabfall für die Strombereiche beträgt bei Gleichstrom 250 mV und bei Wechselstrom etwa 1V. Für die Gleichstrombereiche entspricht das Instrument der Klassengenauigkeit ±1%. Das spitzengelagerte, hochempfindliche Drehspulmeßwerk des Universalmessers ist mit einem Kernmagneten ausgerüstet, so daß das Meßwerk nahezu unabhängig gegen Fremdeinflüsse ist und vor allem eine bedeutende Einsparung an wertvollem Magnetmaterial erzielt wird.

  • Anmerkung : Magnetmaterial und andere rare Rohstoffe/Metalle mussten teuer importiert werden bzw. mit den Brüdern und Schwestern getauscht werden.

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VEB FUNKWERK ERFURT HV-RFT

• Bereits im Vorjahr zeigte der VEB FUNKWERK ERFURT HV-RFT eine Reihe von Meß-und Prüfeinrichtungen, die sowohl den Wünschen der Werkstattbetriebe als auch den Anforderungen eines Prüffeldes und Labors entsprechen.

Zu den bereits vorhandenen und in der Produktion befindlichen Geraten sind in diesem Jahr neben einigen verbesserten Konstruktionen noch eine Reihe von Neuentwicklungen hinzugekommen.

Strom- und Spannungsmesser Type 194

Mit Hilfe des röhrenlosen Meßgerätes lassen sich in einem großen Frequenzbereich bei einer hohen Meßgenauigkeit sowohl Strom- als auch Spannungsmessungen durchführen. Da es keine Tlilfsspannung benotigt, ist das neuentwickelte Gerät mit besonderem Vorteil als Montageinstrument zu verwenden.

Der Frequenzbereich erstreckt sich von 30 TTz bis 150 MHz, wobei die Meßunsicherheit bis 30 MHz etwa 3% und bis 150 MHz etwa 10% beträgt. Ansteckbare Zusatzspannungsteiler erweitern den Meßbereich für Spannungsmessungen von 5 V auf 150 V. Im Frequenzbereich bis 10 MHz können Ströme bis 50 mA gemessen werden. Das Gerät ermöglicht daher vor allem Messungen in Niederfrequenz- und Trägerfrequenzanlagen.

Universalröhrenvoltmeter Type 187

Durch die vielseitigen Meßmöglichkeiten wird das Universalröhrenvoltmeter ein unentbehrliches Hilfsmittel in den Labors, Prüffeldern, Fertigungsbetrieben und Reparaturwerkstätten sein. Der sehr hohe Eingangswiderstand des Gerätes erlaubt auch direkte Messungen von Regelspannungen und Gleichspannungen hochohmiger Quellen zwischen 1 V und 300 V. Verschiedene Tastköpfe gestatten, im Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 250 MHz auch ton-und hochfrequente Wechselspannungen zu messen.

Die derzeitigen starken Spannungsschwankungen innerhalb der Stromversorgungsnetze gaben Anlaß, besonders auf eine gute Nullpunkt konstanz zu achten. Im Schaltungsaufbau stellt das Universalröhrenvoltmeter ein hochohmiges Gleichspannungsröhrenvoltmeter in Brückenschaltung mit Tastdiode dar. Als Röhrenbestückung sind die Duodiode EAA 01 und vier Pentoden EF 12 vorgesehen. Alle zum Betrieb erforderlichen Versorgungsspannungen werden dem stabilisierten Netzteil entnommen, der mit einem Trockengleichrichter ausgestattet ist.
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Induktivitätsmeßgerät Type 273

Zum Messen der Induktivität von Spulen im Bereich von 0,1 uH bis 1H mit einer Meßunsicherheit von +2% +0,02uH dient das Induktivitätsmeßgerät Type 273. Außerdem läßt sich mit dem Gerät die Eigenkapazität von Spulen ermitteln. Die Messung erfolgt nach dem Resonanzverfahren. Kleine Induktivitäten werden mit einer hohen und große Induktivitäten mit einer tiefen Frequenz gemessen.
Bei der Messung mehrerer Induktivitäten gleicher Große läßt ein unterschiedlicner Instrumentenausschlag gleichzeitig auf die Spulengüte schließen.
Eingebaute Eichspulen ermöglichen vor jeder Messung sehr einfach eine Überprüfung und Korrektur des Meßgerätes. Ein stabiles Metallgehäuse mit Deckel schützt das Gerät beim Transport vor Beschädigungen.

Klirrfaktormesser Type 207

Bei der Entwicklung von Verstärkern für Sprach- und Musikübertragungsanlagen, Rundfunkempfängern und anderen niederfrequenten Verstärkerschaltungen ist die Kenntnis der nichtlinearen Verzerrungen unerläßlich.

Der neue direktanzeigende Klirrfaktormesser gestattet ohne jeden zeitraubenden Brückenabgleich ein schnelles Ablesen des Klirrfaktors. Deshalb eignet sich das Gerät auch vorteilhaft zur Betriebsüberwachung von Verstärkeranlagen und zur Serienmessung von Leistungsverstärkern, Rundfunkempfängern usw. in Prüffeldern.

Bei den Meßfrequenzen 160, 800, 2400 und 5000 Hz lassen sich Klirrfaktoren zwischen 0,5 und 15% ermitteln. Außerdem kann das Gerät als Spannungsmesser mit quadratischer Anzeige für Spannungen von 0,1 bis 150 V verwendet werden.

UKW-Meßgenerator für AM und FM Type 2006

Die Vielseitigkeit der Ultrakurzwellentechnik erfordert Generatoren, die bis zu den kürzesten Wellen hinab ein schnelles und einfaches Messen gestatten. Weiterhin verlangt man von ihnen, daß sie über mehrere regelbare Modulationsmöglichkeiten verfügen. Der vom Funkwerk Erfurt entwickelte UKW-Meßgenerator erfüllt diese Bedingungen und erzeugt HF-Meßspannungen definierter Größe zur Prüfung von Empfangsgeräten und deren Einzelteilen im Frequenzbereich von 10 bis 240 MHz.

Die Ausgangsspannung ist von 1uV bis 50mV stetig regelbar, so daß sich die Empfindlichkeit von Empfangsgeräten leicht messen läßt. Das Gerät kann wahlweise frequenz- oder amplitudenmoduliert werden, und zwar sowohl in Fremd- als auch in Eigenmodulation. Die Eigenmodulation erfolgt durch einen im Gerät eingebauten Niederfrequenzoszillator mit einer Frequenz von 400 Hz. Zum Anschluß der Fremdmodulationsspannung ist ein besonderes Buchsenpaar vorgesehen.

UKW-Empfängerprüfgenerator Type 184

Erwähnt sei auch der bereits im Vorjahr ausgestellte und im vorjährigen Messebericht beschriebene UKW-Empfängerprüfgenerator Type 184, der frequenzmodulierte HF-Spannungen definierter Frequenz und Amplitude für die Eichung und den Abgleich des Hochfrequenzteiles von UKW-Rundfunkempfängern und kommerziellen Nachrichtengeräten, die im Frequenzbereich von 77 bis 110 MHz arbeiten, liefert.

Dabei wird vorausgesetzt, daß zum Abgleich des ZF-Teiles von Überlagerungsempfängern ein entsprechender Empfängerprüfgenerator vorhanden ist.

UKW-Frequenzhubmesser Type 185

Der den Messebesuchern bereits zur vorjährigen Leipziger Messe gezeigte Frequenzhubmesser dient zur Prüfung der Modulationseigenschaften frequenzmodulierter Sender im Trägerfrequenzbereich von 30 bis 300 MHz. Infolge seines Aufbaues als Überlagerungsmeßempfänger mit aperiodischem Eingang lassen sich durch Oberwellenüberlagerung auch Untersuchungen an frequenzmodulierten Trägern außerhalb des angegebenen Frequenzbereiches durchführen.

WERNER NIEMANN &CO, Halle

• Die Firma WERNER NIEMANN &CO, Halle liefert im II. Quartal 1954 den "Sonata-Prüfsender MSF" mit einem in mehrere Stufen unterteilten Frequenzbereich von 100 kHz bis 110 MHz. Das Gerät ist für die Entwicklungsstellen der Fernsehempfänger bauenden Industrie gedacht. Es ist mit 800 Hz zu 30% eigenmoduliert und entnimmt dem Netz eine Leistung von etwa 20W.

VEB GERÄTEWERK KARL-MARXSTADT HV-RFT

• Vom VEB GERÄTEWERK KARL-MARXSTADT HV-RFT wurde eine Fülle von Meßgeräten zur Schau gestellt. Das Fabrikationsprogramm umfaßt Strom- und Spannungsmesser mit den verschiedensten Durchmessern zum Einbau in Apparate und Schalttafeln sowohl für Gleichstrom als auch für Wechselstrom, direktanzeigende Widerstandsmesser und Einphasenleistungsmesser. Ferner die bekannten Betriebsmeßgeräte, wie zum Beispiel die Vielfachmesser I und II, die tragbaren Strom- und Spannungsmesser, zwei Meßbrücken in Wheatstone- und Thomsonschaltung, Dekadenwiderstände und Meßviderstände in Büchsenform.

An Präzisionsmeßgeräten fertigt der volkseigene Betrieb 10 Ohm Geräte mit Meßbereichschaltkasten und Nebenwiderständen Kl. 0,2, Strom-und Spannungsmesser mit Drehspulmeßwerk Kl. 0,5 für Gleichstrom, Lichtmarkengeräte für Strom- und Spannungsmessungen, Lichtmarkengalvanometer, Lichtmarken- und Präzisionszeigergeräte für Thermomessungen, Vibrationsgalvanometer, Präzisionsmeßbrücken in Wheatstone- und Thomsonschaltung, Präzisionskurbelwiderstände, Spannungsteiler und Normalelemente.
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VEB SACHSENWERK RADEBERG HV-RFT

• Die Erzeugnisse des VEB SACHSENWERK RADEBERG HV-RFT ließen eindeutig erkennen, daß erfahrene Fachleute auf dem Gebiete der Dezitechnik in den Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen des volkseigenen Betriebes bemüht waren, einen Leistungsstand der Geräte zu erreichen, der als ausgezeichnet anzusprechen ist.

An Meßgeräten wurde außer einem Röhrenvoltmeter, drei Leistungsmeßsendern, zwei Dezimetermeßleitungen und zwei Pegelmessern auch ein Verzerrungsmesser am Kollektivstand gezeigt.

Röhrenvoltmeter Type RVM 103

Mit dem als Audionröhrenvoltmeter geschalteten Gerät lassen sich Spannungen von 0.2V bis 2V im Frequenzbereich von 10 kHz bis 200 MHz messen. Der hohe Eingangswiderstand des Röhrenvoltmeters erlaubt, unmittelbar an Hochfrequenzkreisen Spannungsmessungen vorzunehmen.

Wegen der hohen Empfindlichkeit und der geringen Eingangskapazität eignet sich das Gerät besonders zum Messen kleiner Spannungen innerhalb des angegebenen Frequenzbereiches. Um eine gute Nullpunktkonstanz zu erzielen, bildet die Meßröhre mit einer Kompensationsröhre gleicher Type den einen Zweig einer Wheatstoneschen Brücke, während der andere Zweig aus zwei gleich großen Ohmschen Widerständen besteht.

Leistungsmeßsender Type LMS 522

Der nach dem Topfkreisprinzip aufgebaute Leistungsmeßsender LMS 522 mit der Metallkeramikröhre OSW 2004 arbeitet in Gitterbasisschaltung und gestattet Messungen an Empfängern, Abschlußwiderständen, Antennen, Resonanzkreisen usw. im Wellenbereich von 9,2 bis 16,0cm.

Die große Leistungsabgabe des Senders in diesem Wellenbereich erlaubt ferner das Überprüfen und Eichen von Leistungsmessern. Die beiden ineinander geschachtelten Abstimmkreise gewährleisten einen guten Wirkungsgrad und günstige Rückkopplungsbedingungen für den gesamten Frequenzbereich. Sowohl der Gitter-Anodenkreis als Abstimmung und der Gitter-Katodenkreis als Rückkopplung lassen sich mit Kurzschlußschiebern einstellen bzw. nachstimmen.

Die Leistungsmeßsender LMS 541 und LMS 551 unterscheiden sich prinzipiell nur durch den Wellenbereich, der einmal für 18 bis 33 cm und zum anderen für 30 bis 100 cm vorgesehen ist.
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VEB WERK FÜR FERNMELDEWESEN, Berlin-Oberschöneweide

• Der nunmehr zur HV-RFT gehörende VEB WERK FÜR FERNMELDEWESEN, Berlin-Oberschöneweide, stellte gemeinsam mit dem VEB Sachsenwerk Radeberg und dem VEB Funkwerk Erfurt an einem Kollektivstand eine Reihe qualitativer, neuentwickelter Meßgeräte zur Schau.

Der schon zur vorigen Messe gezeigte hohe Entwicklungsstand sämtlicher Geräte wurde in diesem Jahr noch übertroffen.

Bemerkenswert ist, daß viele Geräte vervollkommnet wurden und so ein gutes Spiegelbild der gesteigerten Leistungsfähigkeit des Werkes vermittelten.

Zweistrahl- Katodenstrahloszillograf HF 2803

Der neuentwickelte Zweistrahl-Katodenstrahloszillograf dient der bildlichen Darstellung und dem Vergleich zweier elektrischer Vorgänge auf dem Schirm der Zweistrahl-Katodenstrahlröhre HF 2804 im Kippfrequenzbereich von 20 Hz bis 5 MHz.

Die beiden miteinander zu vergleichenden elektrischen Vorgänge werden in zwei gleichartig aufgebauten Vor-, Zwischen- und Endverstärkern verstärkt und den Meßplatten der Oszillografenröhre zugeführt. Für die bildliche Darstellung von Sinusspannungen ist ein periodisches Kippgerät vorgesehen, in dem eine sägezahnförmige Ablenkspannung erzeugt wird, um zeitlineare Ablenkungen zu erhalten.

Für die bildliche Darstellung von Impulsspannungen kann das periodische Kippgerät gegen ein aperiodisches ausgewechselt werden, mit dessen Hilfe die Betrachtung sowohl ganzer Impulsreihen als auch einzelner Impulse bei beliebiger zeitlicher Dehnung möglich ist.

Zur Synchronisierung des Kippgerätes dient ein 5stufiger Synchronisierverstärker, der die Querverbindung zwischen Meß- und Ablenkplatten bildet und über Koaxialkabel durch einen HF-Schalter wahlweise mit einer der beiden Endstufen verbunden werden kann.

Frequenzanalysator HF 2880

Für eine Analyse von Frequenzgemischen nach Frequenz und Spannung im Frequenzbereich von 50 kHz bis 1 MHz und im Spannungsbereich von 5uV bis 50V ist diese Neukonstruktion vorgesehen. Das Gerät kann zur harmonischen und nichtharmonischen Analyse verwendet werden. Der Frequenzanalysator arbeitet nach dem Überlagerungsprinzip, wobei aus der zu analysierenden Frequenz und einer bekannten Generatorfrequenz eine Zwischenfrequenz gebildet wird, die unter 300 Hz liegt. Die Spannung der sich ergebenden Zwischenfrequenz ist an einem Instrument ablesbar und damit ein Maß für die Größe der zu untersuchenden Spannung. Der Anzeigeverstärker enthält im wesentlichen zwei regelbare Verstärker mit dazwischenliegendem Dämpfungsglied und entsprechenden Siebmitteln sowie einen Gleichrichter.

Präzisionsfrequenzmeßplatz HF 2883, HF 2918 bis 2923, HF 2955

Der Präzisionsfrequenzmeßplatz ist eine Einrichtung, die gestattet, innerhalb des Meßbereiches von 1 kHz bis 20 MHz Frequenzen mit einer Frequenzunsicherheit von ±10 hoch-6 ±2Hz zu messen, wobei die Spannung der zu messenden Frequenz mindestens 10mV betragen muß.

Außerdem kann der Meßplatz als Generator aller Frequenzen des Bereiches zwischen 1 kHz und 11 MHz benutzt werden.

Die in dem Gerät angewendete Meßmethode ist neuartig und unterscheidet sich in bezug auf die Aussiebung von Eichfrequenzen erheblich von den bisher üblichen Methoden, die eine ganze Reihe von Nachteilen aufweisen. Im Prinzip handelt es sich hierbei um den Vergleich der unbekannten zu messenden Frequenz mit einer bekannten Frequenz.

Die Frequenzen der einzelnen Dekaden werden solange addiert, bis ihre Summe mit der zu messenden Frequenz übereinstimmt. Die Annäherung an die Übereinstimmung und diese selbst werden an einem im Frequenzvergleicher befindlichen Frequenzzeiger abgelesen.

Alle Normalfrequenzen (Dekaden) werden von einem gemeinsamen quarzgesteuerten Generator abgeleitet.

Da der Ursprungsgenerator auf 100 kHz schwingt, also mitten im gesamten Meßbereich liegt, findet zum Teil eine Frequenzteilung, zum Teil eine Frequenzvervielfachung statt.

Impulstechnik

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VEB FUNKWERK DRESDEN HV-RFT

• Während die normale Übertragungstechnik mit kontinuierlichen Wechselströmen oder -Spannungen arbeitet, benutzt die in neuester Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnende Impulstechnik zur Übertragung von Nachrichten kurzzeitige Strom- bzw. Spannungsstöße.

Ein weiteres großes Anwendungsgebiet dieser jungen Technik besteht in den in neuester Zeit im Ausland intensiv weiterentwickelten Verfahren zur Ortung von Fahrzeugen und Gegenständen sowie zur elektrischen Abtastung von Teilen der Erdoberfläche.

Für diese neuen Verfahren war es erforderlich, eine Reihe besonderer Meßgeräte zu schaffen, um die charakteristischen Größen und Werte der Impulse messen zu können.

Mit der Entwicklung und Fabrikation derartiger Meßgeräte und Prüfapparaturen schuf der VEB FUNKWERK DRESDEN HV-RFT Einrichtungen, die geeignet sind, die Weiterentwicklung einer neuen, volkswirtschaftlich bedeutungsvollen Technik zu fördern.

Impulsoszillograf Type IOG 1

Der bereits vor Jahren vom Laboratorium des Funkwerkes Dresden entwickelte und im Werk gefertigte Impulsbreite- und Frequenzmesser IMG 1-2 gestattet, die beiden wichtigen Größen Impulsbreite und Impulsfolgefrequenz direkt abzulesen. In der Weiterentwicklung des Impulsbreite- und Frequenzmessers JMG1-2 entstand ein für die gesamte Impulstechnik universelles Meßgerät, der Impulsoszillograf IOGl. Mit diesem Gerät wird dem Wissenschaftler und dem Prüffeldtechniker ein Mittel zur Bestimmung der vorgenannten Kenngrößen der Impulstechnik in die Hand gegeben. Das auf dem Leuchtschirm der Oszillografenröhr" erscheinende Impulsbild kann durch sogenannte Zeitmarken, die kurze Dunkelstellen im Verlauf der Leuchtlinie darstellen, zeitlich ausgemessen werden.

EXCELSIOR-WERKES RUDOLF KIESEWETTER, Leipzig

• Am Stand des EXCELSIOR-WERKES RUDOLF KIESEWETTER, Leipzig, fand der Messebesucher ein reichhaltiges Angebot der verschiedensten Meßinstrumente vor.

Neben den üblichen Schalttafeleinbauinstrumenten mit Dreheisen- und Drehspulmeß-werken in runder und quadratischer Ausführung interessierten auch die Leistungsmesser, Leistungsfaktormesser und Zungenfrequenzmesser, die sowohl für den Schalttafeleinbau als auch tragbar hergestellt werden.

Das Universal-Vielfachmeßinstrument, Type PKU im Nußbaumkasten mit Tragriemen, dessen spiegelunterlegte Skala mit dem Meßanzeiger ein genaues Ablesen des Meßwertes zuläßt, gestattet, auch Widerstände bis 20 kQ bei einer Betriebsspannung von 4V zu messen. Für Strom- und Spannungsmessungen sind insgesamt 16 Meßbereiche für Gleichstrom und 14 Meßbereiche für Wechselstrom vorgesehen.

Von besonderem Interesse dürfte auch sein, daß der Betrieb in Kürze einen elektrischen Belichtungsmesser liefert.

W. A. MÖHRER in Verwaltung, Meilenbach in Thüringen

• Sämtliche Präzisionsmeßgeräte der Firma W. A. MÖHRER in Verwaltung, Meilenbach in Thüringen, hinterließen bei dem Besucher des Standes durch ihren präzisen Aufbau und durch die saubere Ausführung einen bestechenden Eindruck.

  • Anmerkung : Auch diese Firma wurde also verstaatlicht - unter Verwaltung gestellt. Es war also für die Unternehmer gar kein Geheimnis mehr, daß Firma für Firma zum Volkseigentum "gemacht" wurde.


Hauptsächlich werden die im Fertigungsprogramm befindlichen Feinmeßgeräte, Präzisionskurbelwiderstände, Präzisionskurbelmeßbrücken in Wheatstone- und Thomson-Schaltung, Kompensationsmeßeinrichtungen, Zeigerund Spiegelgalvanometer und Meßgeräte in Sonderausführung an Institute,Entwicklungsstätten und Hochschulen geliefert.

Zur Messung niedriger Spannungen unter 10mV wurde ein Diesselhorstkompensator entwickelt. Ein Zubehörkasten enthält den Hiifsstromregler und den Polwendeschalter. Mit dem fahrbaren Industrie-koinpensator wurde eine hervorragende Neuentwicklung ausgestellt, die weitgehende Beachtung bei den Interessenten fand.
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VEB (K) MESSAPPARATEFABRIK SCHLOTHEIM

• Auch zur diesjährigen Messe zeigte der VEB (K) MESSAPPARATEFABRIK SCHLOTHEIM Ausschnitte aus seiner vielseitigen Meßgeräteproduktion. Neben der bereits bekannten Universal- Kabelmeßeinrichtung und der Erwärmungs- und Prozentmeßbrücke für Kupferwiderstände wurden verschiedene Meßbrücken und Widerstände in Präzisionsausführung bzw. in technischer Ausführung vorgestellt.

In dem neuen Fertigungsprogramm des Werkes ist wieder die Frequenzmeßbrücke Type A349 mit einem Meßbereich von 20 Hz bis 120 kHz enthalten, ferner die im Vorjahr neuentwickelte Scheinwiderstandsmeßbrücke nach Feist und Haak, Type A352F, zum Messen von Scheinwiderständen beliebiger Objekte nach Betrag und Phasenwinkel.

Für hohe Ansprüche bei der genauen Bestimmung kleinster Spannungen dient der niederohmige Präzisionskompensator nach Laporte, Type A384n. Erwähnt sei noch das ebenfalls neuentwickelte Thermospannungsmeßgerät nach Laporte, Type A312. Der kleine dreistufige Kompensator erfordert keine äußere Hilfsstromquelle.

RFT-Betrieb VEB TECHNISCHPHYSIKALISCHE WERKSTÄTTEN THALHEIM/ERZGEB

• Von dem RFT-Betrieb VEB TECHNISCHPHYSIKALISCHE WERKSTÄTTEN THALHEIM/ERZGEB. wurden wieder einige neue Geräte vorgestellt, die das bekannte Fertigungsprogramm des Betriebes erweitern.

Die bewährten und für die verschiedensten Zwecke gelieferten Ringkernregeltransformatoren wurden um eine weitere Type für 20A Belastung (5kVA) ergänzt. Damit ist im Fertigungsprogramm dieser Regeltransformatoren eine Abstufung erreicht, die es gestattet, für jeden Zweck eine geeignete Type zu finden.
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Magnetischer Spannungskonstanthalter MK 220/0,7 und MK 220/2

Der neue magnetische Konstanthalter für Wechselspannungen besteht aus einem Transformator mit stark gesättigtem Eisenkern, einem Hochspannungskondensator und einer ungesättigten Drossel. Die mit einer Kompensationswicklung versehene Drossel hat eine lineare Kennlinie, um bei Netzspannungsschwankungen eine verhältnismäßig lineare Kompensationsspannung abgeben zu können.

Die Ausgangsspannung des Konstanthalters setzt sich aus der Transformator- und Kompensationsspannung zusammen und kann beliebig beeinflußt werden.

Vom Werk werden die Geräte so eingestellt, daß bei veränderlicher Ohmscher Last die Regelgenauigkeit ±1% beträgt, während die Nennspannung mit ±2% eingehalten wird.

Ist eine noch genauere Einhaltung der Ausgangsspannung erwünscht, so kann sie durch Umschalten zweier Brücken in kleinen Grenzen verändert und damit das Gerät an die Belastung und den Leistungsfaktor bis cos phi = 0,8 angepaßt werden.

Die Ausgangsspannung und die Regelgenauigkeit beziehen sich auf Effektivwerte. In kaltem Zustand liegt die Ausgangsspannung etwas höher, erreicht aber nach einer Betriebszeit von etwa 30min den Sollwert. Da die Einschwingzeit etwa 0,04 s beträgt, lassen sich auch kurzzeitige Spannungsstöße ausregeln.

VEB TRANSFORMATOREN- und RÖNTGENWERK DRESDEN

• Zur regelmäßigen Überprüfung des Strahlenschutzes in medizinischen und technischen Röntgenanlagen, in Betrieben, die radioaktive Substanzen anwenden oder verarbeiten, wurde in den letzten Jahren das Zählrohrgerät ein gebräuchlicher Indikator. Aus der typischen Laboratoriumseinrichtung wurde ein Betriebsmeßgerät entwickelt, das sich in bezug auf die Einfachheit der Handhabung und auf die Betriebssicherheit kaum von anderen elektrophysikalischen Standardmeßinstrumenten unterscheidet.

Der VEB TRANSFORMATOREN- und RÖNTGENWERK DRESDEN hat mit der Fntwicklung des VEM-Strahlenschutzprüfgerä-tes eine Zählrohrmeßeinrichtung geschaffen, die dem internationalen Stand der Technik entspricht.

VFB MESSGERÄTEWERK ZWÖNITZ HV-RFT

• Im Meßgerätebau verdienen insbesondere auch die Geräte des VFB MESSGERÄTEWERK ZWÖNITZ HV-RFT Beachtung. Neben verschiedenen Schleifenoszillografen und entsprechenden Zusatzgeräten fertigt der volkseigene Betrieb eine Reihe wertvoller Elektronenstrahloszillografen.

Oszillograf 1 KO-701

Zum Messen und Untersuchen von Wechselspannungen zwischen 0,05V und 150V bis zu Frequenzen von 90 kHz ist der Oszillograf 1 KO-701 vorgesehen. Die Bildröhre hat einen Schirmdurchmesser von 60mm.

Oszillografen 1KO-702

Mit dem Oszillografen 1KO-702 lassen sich Spannungen bis 250 V bei Frequenzen von 30 Hz bis 1 MHz messen. Die Bildröhre hat ebenfalls einen Schirmdurchmesser von 60 mm.

Oszillograf 1 KO-712 und 1 KO-715

Für den Frequenzbereich von 10 Hz bis 2 MHz dient der Elektronenstrahloszillograf 1 KO-712 und für den Bereich von 1 Hz bis 20 kHz der Elektronenstrahloszillograf 1 KO-715.

Oszillograf 2 KO-721

Der Oszillograf 2 KO-721 kann zur Beobachtung und Messung zweier verschiedener elektrischer Vorgänge mit derselben Zeitbasis verwendet werden. Er enthält eine Katodenstrahlröhre mit zwei getrennten Strahlerzeugungssystemen, ein Hochvakuumkippgerät und zwei Meßverstärker. Der Frequenzbereich wird von 30 Hz bis 5 MHz angegeben.

Zeitmarkengeber ZMG-802

Als Zusatzgerät für die Elektronenstrahloszillografen 1 KO-712, 1 KO-715, 2 KO-721 ist der Zeitmarkengeber ZMG-802 vorgesehen.

Elektronenschalter ELS 812

Ein weiteres Zusatzgerät wurde mit dem Elektronenschalter ELS 812 geschaffen, um gleichzeitig zwei elektrische Vorgänge auf dem Schirm einer Einstrahlröhre sichtbar zu machen. Dadurch läßt sich ein Zweistrahloszillograf ersetzen.

Frequenzmodulierter Sender FMS-822

Des weiteren befindet sich als Zusatzgerät für die Elektronenstrahloszillografen 1 KO-701, 1 KO-702 und 1 KO-712 zur Aufnahme der Resonanzkurven von Schwingkreisen, im besonderen von Bandfilterkurven, mit Hilfe eines Katodenstrahloszillografen der frequenzmodulierte Sender FMS-822 im Fertigungsprogramm.

Ferrograf 1 FO-731

Zum Aufzeichnen von Hysteresisschleifen magnetischer Werkstoffe in stab-, streifen- oder drahtförmigen Proben auf dem Schirm einer Katodenstrahlröhre dient der Ferrograf 1 FO-731. Obgleich der Ferrograf in erster Linie für die schnelle Durchführung von Vergleichsmessungen an ferromagnetischen Proben verhältnismäßig kleiner Abmessungen gedacht ist, lassen sich bei Vergleich mit Normalproben die wichtigsten magnetischen Großen mit einer Genauigkeit messen, die den praktischen Erfordernissen meist gerecht wird.

Das war der Teil der Messe-Schau 1953, der jetzt zum Hifi-Museum weiter geht.

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