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Anmerkungen zur Broadcast '87 von Rolf von Kaldenberg

aus FERNSEH- UND KINO-TECHNIK • Nr. 12/1987

Mit einem gesunden Wachstum bei den Fachbesucherzahlen, so "tönt" die veranstaltende Messegesellschaft Frankfurt, ging die zweite Frankfurter Fachmesse für die Film-, Funk-, Fernseh- und Videobranche "Broadcast '87" zu Ende.

"Die Konzentration auf das Wesentliche" hat sich wohl gelohnt. Rund 3.600 zahlende Besucher aus Produktionsstudios, Privatsendern, öffentlich-rechtlichen Funkhäusern und beruflichen Anwendern von Video- und Audiotechnik kamen nach Frankfurt, ein Fünftel mehr als bei der Premiere vor einem Jahr (im Juni 1986).
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  • Anmerkung : Als 1980 der Audio- und Hifi-Markt (und damit auch die Hifi-Messen) zusammenbrach, haben sich auch viele Firmen und die Messegesellschaften "auf ihre Kernkompetenzen" besonnen und viel überflüssigen Ballast ganz schnell abgeworfen.

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Weitere 1.600 Journalisten und Medienexperten (Anmerkung : Sind die jetzt gleichgestellt ? oder braucht man von seiten der Messe nur größere Zahlen ??), als zusätzliche Zielgruppe und Nutznießer dieser Messe, dürfen der Schar der zahlenden Besucher noch hinzugerechnet werden.

Die Zahl der ausländischen Besucher besonders aus den mitteleuropäischen Ländern blieb mit 15% gegenüber dem Vorjahr konstant.
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Kaum Produktpremieren

Produktpremieren waren kaum zu erwarten, lag doch die 15. Ausstellung in Montreux 1987 nur 4 Monate zurück, auf der die Hersteller neue Systeme und Geräte vorstellten, die zuvor schon auf der NAB in der NTSC-Version debütierten.

Auch wenn die Messegesellschaft Frankfurt in diesem Jahr die zweite Jahreshälfte wählte und nicht jahresgleich mit der anderen großen Messeveranstaltung für diesen Fachbereich, der photokina in Köln, konkurrieren mußte, das Interesse bei den Ausstellern und beim Besucher war bei aller Zufriedenheit doch eher zurückhaltend.

So blieb denn auch in diesem Jahr die "Broadcast 87" mit ihrem steigenden aber gemäßigten Besucherstrom eine mehr regionale Veranstaltung (fast wie in Brighton).

Das internationale Flair von Montreux, Brighton und Las Vegas war hier weder vom Aussteller noch vom Besucher festzustellen. Aber, so betonte die Messe Frankfurt, man wolle auch nicht in eine Konkurrenz zu den großen internationalen Fachmessen treten.

Aussteller überwiegend zufrieden ???

Die vertretenen Aussteller zeigten sich überwiegend zufrieden mit dem Messeverlauf und dem Interesse der Fachbesucher. Die Abstinenz einiger marktführender Herstellerfirmen, wie zum Beispiel BTS und Sony, wurde von vielen Besuchern bedauert, aber auch von einigen Ausstellern aus verständlichen Gründen begrüßt.

Daß die Messe aber für viele Marktführer im Broadcast-Bereich interessant genug war, zeigte die Anwesenheit von Firmen wie Ampex, ANT, Bell & Howell, Hitachi, Ikegami, Quantel und andere, die bewiesen, daß auch mit kleineren Ständen als in Montreux eine gute Produktpräsentation möglich ist.

Anmerkung : Meist waren es die lokalen Vertriebsfirmen oder Händler in der näheren Umgebung ! Die Hersteller selbst waren nur in Montreux vertreten.

Zur Zeit entwickelt sich in Europa ein kaufkräftiger Markt für Hardware im Studio- und Übertragungsbereich ebenso wie für Software in Form von Programmen und technischem Wissen.

Mit Rahmenprogrammschwerpunkten im medientechnischen Bereich für den "Mittelbau" der privaten wie der öffentich-rechtliehen Sender und Studios zeigte die "Broadcast '87" ein kompaktes Informationsprogramm mit Workshops und Sonderschauen.
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Blickfang war das "TV-Graphic Live Studio"

Der optische Blickfang war das "TV-Graphic Live Studio", in dem zwei Drittel der Besucher die pausenlos live produzierten Computeranimationen und fertigen synthetischen Bilder vorgeführt wurden oder Fachleute aus dieser Branche qualifizierten Referenten zuhörten. Daneben war die Computeranimation auf einer Reihe von Ausstellerständen das beherrschende Thema.

Ein weiterer Schwerpunkt waren die Hörfunk-Management-Workshops und die Audio-Demo-Workshops. Die Zielsetzung war hier, sowohl den Einsteigern in das Medium Orientierungs- und Entscheidungshilfen zu geben, als auch den professionellen Rundfunkmachern mit bewährten und erfolgreichen Konzeptionen aus allen Unternehmensbereichen neue Hinweise und Anregungen zu geben.

Viele Macher des privaten Rundfunks aus mehreren europäischen Ländern nutzten die Broadcast zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Der Schwerpunkt lag beim privaten Hörfunkbetrieb — hier werden in den nächsten Jahren die größten Steigerungsraten erwartet — aber auch im Privatfernsehbereich werden neue Techniken und Frequenzen für einen Boom sorgen.

Der "wer" war dabei ? (Bundesverbandes Privater Rundfunk)

Unterstrichen wurde die Bedeutung der Broadcast für die Entwicklung des privaten Rundfunks auch durch die Teilnahme des Bundesverbandes Privater Rundfunk, der Deutschen Gesellschaft für Kabelkommunikation sowie des Bundesverbandes Kabel und Satellit, Fünf Privatradioanbieter, teils bereits regelmäßig auf Sendung, teils erst in den Start löchern, nutzten vier Tage lang die Möglichkeit, via "Messeradio Broadcast 100,2" Flagge zu zeigen — das erste Privatfunkexperiment in Hessen.

Abgerundet wurde die Broadcast durch eine Reihe von Workshops, die sich mit speziellen technischen Themen für den Anwender befaßten.

Unter der Gesprächsführung von Peter Geeringer, dem Technischen Direktor des Hessischen Rundfunks, veranstalteten die Messe und das Deutsche Video Institut am Auftakttag eine Informationsveranstaltung über den technischen Stand der Chip-Kameras (CCD).

Was als Workshop gedacht war, entwickelte sich zu einer Diskussion zwischen den Vertretern der Hersteller dieser neuen Kameras auf dem Podium und den interessierten Anwendern und Praktikern im Auditorium.

Nicht alle Hersteller der CCD-Kameras waren vertreten, aber die, die vertreten waren, nutzten die Gelegenheit und informierten über ihre eigenen Produkte. Leider fanden die erwarteten praktischen Vorführungen der Kameras nicht statt; man beschränkte sich hier auf theoretische Ausführungen.
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Dedo Weigert, ein Spezialist aus München

Die Möglichkeiten der Aufzeichnung und Analyse von schnellen Bewegungsabläufen wurden in einer weiteren Workshop-Veranstaltung vorgestellt, die die Münchner Firma Dedo Weigert zum Thema High-Speed-Film/Video durchführte.

Speziell Kameraleute wurden angesprochen mit einer anderen Workshop-Veranstaltung über Kamerafilter und Lichtfilter, die ebenfalls Dedo Weigert, ein Spezialist auf diesem Gebiet, durchführte. Daß das Thema interessant war, zeigte die versammelte Kompetenz der Fachleute, die den Ausführungen und Vorführungen ebenso interessiert folgten,
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Die typischen Messe-Resumes - wie immer

Auch wenn sich nach einer Umfrage der Messe Frankfurt 88% der 180 vertretenen Firmen zufrieden zeigten, davon über die Hälfte sehr zufrieden mit dem Messeverlauf — guter Wille und gute Ansätze der Organisatoren lassen nicht darüber hinwegtäuschen, daß einige organisatorische Mängel den Messeablauf (immer noch wie voriges Jahr) erschwerten.

Kritik wurde laut an der Ausstellungshalle, an den schlecht zu findenden Sanitäreinrichtungen und an der schlechten Versorgung. Ärger gab es mit den Parkplätzen und mit der Anfahrt, Baulärm störte einige Workshops in den Veranstaltungsräumen, die zudem noch schlecht zu finden waren, zum Teil erheblich.

In diesem Jahr belegte die Broadcast '87 komplett die Frankfurter Festhalle, die vor einem Jahr für über 40 Millionen DM renoviert wurde.
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Doch etwas gelernt, erst in 2 Jahren gehts weiter ....

Doch ein weiteres Wachstum der Messe zeichnet sich ab, so daß sie 1989 in die dann fertiggestellte neue Halle 1 mit 18.000m2 Ausstellungsfläche überwechseln soll.

Für 1987 hatte die Messe Frankfurt noch zur "internationalen" Fachmesse Broadcast eingeladen; in einer ersten Einladung zur "Broadcast '89" sprach man nur noch von "der Fachmesse". Wurde das Attribut "international" gestrichen oder schlicht vergessen? Selbsteinschätzung oder Selbstbeschränkung?

Rolf von Kaldenberg zum Ende der Messe in 1987
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Ein neuer Termin für 1989

Also jetzt vom Mittwoch dem 25. bis Samstag dem 28.Oktober 1989 in Halle 1 der Frankfurter Messe.
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