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Von 1950 bis 20xx

Der Transistor ersetzt weitgehend die Röhrentechnik; die Halbleiter eröffnen den Weg zur Mikro-Elektronik. Holographie und Laserstrahlen, Computer und Datenspeicher, Satellitenfunk und Farbfernsehen, Lichtwellenleiter und Fernkopierer kennzeichnen wesentliche Bereiche der Nachrichtentechnik im ausklingenden 20. Jahrhundert.

12. 2. 1950
In Torquay/Südengland wird die Europäische Rundfunk-Union (Union Europeenne de Radiodiffusion = UER) gegründet.

12.4.1950
Die Deutsche Bundespost faßt auf Empfehlung des Präsidenten des Fernmeldetechnischen Zentralamtes, Karl Herz, den Entschluß, das neuerstehende deutsche Fernsehnetz auf Richtfunkbasis statt auf Kabelübertragung aufzubauen.

5. 8. 1951
In Berlin stirbt im 80. Lebensjahr Otto von Bronk. Als junger Mann widmete er sich zunächst kino- und röntgen-technischen Problemen, dann fand er über die Durchbildung von Selenzellen zu funktechnischen Aufgaben. 1902 erhält er ein Patent auf ein Farbfernseh-Verfahren; 1911 ließ er sich die Erfindung des Hochfrequenzverstärkers schützen. 1911 bis 1937 war er Leiter der Patentabteilung von Telefunken. Rund 100 Patente, namentlich auf dem Gebiet der Funktechnik, belegen sein persönliches schöpferisches Wirken als Ingenieur.

5. 8. 1950
In München findet die konstituierende Sitzung zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) statt.

6. 10. 1951
Während der Deutschen Industrie-Ausstellung in Berlin wird dort, an der Geburtsstätte des deutschen Fernsehens, das erste Nachkriegs-Fernseh- Programm mit einer Ansprache des Zeitungswissenschaftlers Professor Dr. Dovifat ausgestrahlt. Die Messehallen am Funkturm zeigen - wie schon 1935 - eine „Fernseh-Straße", in der nun 40 Televisionsgeräte von 12 Firmen angeboten werden. - In den USA beginnen um diese Zeit bereits die ersten regelmäßigen Farbfernseh-Programmdienste.

16. 2. 1952
Zu Emmendingen/Baden stirbt im 78. Lebensjahr Fritz Lubberger. Nach technischem Studium an der TH Karlsruhe ging er in die USA. Dort kam er mit der automatischen Wähltechnik in Berührung, wobei er als Montageleiter Wählämter großer Städte, unter anderem Dayton und Columbia in Ohio und Grand Rapids in Michigan mit aufbaute. Seit 1910 war er bei Siemens & Halske in Berlin in der Fernsprech-Entwicklung leitend tätig; ab 1927 wirkte er auch als außerordentlicher Professor für Fernsprechwähltechnik an der TH Berlin-Charlottenburg.

28. 5. 1952
In Stockholm beginnt die erste, fünf Wochen andauernde UKW- und Fernsehkonferenz. Auf ihr entscheiden sich neun europäische Länder für die 625-Zeilen-Bildnorm, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland.

12.7.1952
Zwischen Düsseldorf und Frankfurt am Main wird die Städte-Fernwahl erstmals im allgemeinen Netz der Deutschen Bundespost eingeschaltet. Ohne Amtsvermittlung kann nun der Teilnehmer direkt seinen Gesprächspartner in der anderen Stadt anrufen. Wenige Wochen später wird auch auf der Gegenrichtung, also Frankfurt-Düsseldorf, dann nach und nach zwischen allen deutschen Städten und Gemeinden die Landesfernwahl eingeführt. Der Beginn dieser Entwicklung lag in der „Netzgruppe Weilheim" 1923, sodann auch im bahnamtlichen BASA-Netz; die Ausdehnung der Landesfernwahl nach Übersee erlebte einen stolzen Höhepunkt 1970, als man den Direktwählverkehr von der Bundesrepublik Deutschland nach den USA aufnahm.

30. 10. 1952
Karl Siebertz meldet seine Erfindungsidee zur Reindarstellung von Silizium nach dem tiegelfreien Zonenziehverfahren in der Bundesrepublik Deutschland zum Patent an.

25. 12. 1952
Das in Hamburg ausgestrahlte erste NWDR-Fernsehen nimmt den regelmäßigen Programmdienst auf. Am 2. Weihnachtsfeiertag wird die erste „Tagesschau" gesendet.

1. 2. 1953
Die Rundfunk-Gesellschaft NHK in Japan eröffnet ihren regelmäßigen Fernseh-Programmdienst. Dies ist die erste öffentlich in Erscheinung tretende Fernseh-Institution Asiens.

27.3.1953
In Hannover wird der Fernseh-Grundvertrag aller westdeutschen Rundfunkanstalten abgeschlossen. Insbesondere werden in diesem Abkommen die Programm-Anteile der einzelnen Studios geregelt.

3. 5. 1953
Die „Deutsche Welle", die bereits im August 1929 in Gestalt des Welt-Rundfunksenders Königswusterhausen ihren Programmdienst offiziell aufnahm und 1945 mit dem Zusammenbruch Deutschlands endete, nimmt - nun von Köln am Rhein ausstrahlend - ihre Tätigkeit wieder auf.

2. 6. 1953
Die Festlichkeiten anläßlich der Krönung Elizabeths II. von England werden für die Fernsehteilnehmer in England, Frankreich, Holland und in der Bundesrepublik Deutschland ausgestrahlt. Belgien, das an der technischen Durchführung beteiligt ist, kann selbst noch keine Ausstrahlung vornehmen. In gewissem Sinne kann diese Veranstaltung als die erste Eurovision betrachtet werden.

6. 6. 1953
Aus Hamburg-Altona wird erstmals ein protestantischer Gottesdienst im Deutschen Fernsehen übertragen. Noch im gleichen Monat, am 28. Juni, wird aus der Basilika St. Gereon in Köln eine erste heilige Messe vom Fernsehen übernommen.

4. 9. 1953
In Mainz stirbt im 71. Lebensjahr der Elektrophysiker Karl Willy Wagner (siehe 22. 2. 1883).

8./9. 9. 1953
Auf der Zusammenkunft der Programm-Direktoren der Fernsehländer Europas in London werden die Möglichkeiten der £t/rows/OA7-Zusammen-arbeit diskutiert.

1.1.1954 - Das Fernsehen, das in Deutschland (1935), England (1936) und in den USA (1939) öffentliche Einrichtung geworden war, repräsentierte sich in folgenden Teilnehmerzahlen:

Deutschland,Bundesrepublik    11 658,
Deutschland, DDR    1 000*,
England    2956 846,
Kanada    530000,
USA    27 660000,
Frankreich    71 000,
UdSSR    60000*,
Italien    20000*,
Belgien    10000*,
Niederlande    7 500*,
Japan    5000*,
Schweiz    1083.
* geschätzt   

6.4.1954
In Darmstadt findet die Gründungstagung und erste Mitgliederversammlung der Nachrichtentechnischen Gesellschaft (NTG) im Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) statt. Die Versammlung wurde von Professor Küpfmüller geleitet; zum Vorsitzenden der NTG wurde Professor Dr. H. Busch gewählt. An dieser ersten Versammlung nahmen 224 Mitglieder teil.

6.6.1954
Die Übertragung einer Ansprache des Papstes Pius XII. aus dem Vatikan auf die Fernsehnetze der Bundesrepublik Deutschland, Belgiens, Dänemarks, Englands, Frankreichs, Italiens und der Schweiz wird historisch als offizieller Beginn der Eurovision gewertet. In den anschließenden 4 Wochen wird eine Reihe von weiteren 17 Programmen mit insgesamt 31 Sendestunden als Eurovisions-Sendung verbreitet.

1.10.1954
Das sowjetische Fernsehen beginnt mit der versuchsweisen Ausstrahlung von Farbfernsehsendungen. Wenige Tage später unternimmt auch das Britische Fernsehen (BBC London) vom Alexandra Palace erste Farbfernseh-Versuchssendungen.

19.2.1955
Die Deutsche Bundespost beginnt mit der Umstellung ihres Telegraphennetzes auf Wählbetrieb.

19.3.1955
Bei den Bell Laboratories in den USA wird unter Leitung von J. H. Felker der Digital-Computer TRADIC mit rund 800 Transistoren fertiggestellt; die Anlage erfordert eine Leistung von weniger als 100W und gilt - nach de Beauclair - als erster Transistor-Rechner.

5.5.1955
Für die gesamte technische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland ist die Aufhebung des alliierten Kontrollratsgesetzes Nr. 25 betreffend Überwachung der wissenschaftlichen Forschung von grundlegender Bedeutung. Nun wurde es möglich, auf wesentlichen Gebieten der Technik wieder den Anschluß an den internationalen Entwicklungsstand zu gewinnen.

12.5.1955
In Düsseldorf stirbt im 71. Lebensjahr der Physiker Professor Dr. Abraham Esau (siehe 7. 6.1884).

30.7.1955
Mit der Legung des ersten transatlantischen Fernsprechkabels wird begonnen. Die hierbei verwendeten, in Abständen von 65 km in das Kabel eingespleißten Röhrenverstärker wurden von den Bell Laboratories entwickelt. Das Kabel wurde vom englischen Kabelschiff „Monarch" (8000 BRT) ausgelegt.

3.9.1955
Die im Sommer 1952 eingerichtete telephonische Selbstwähl-Fernwahl in der Bundesrepublik Deutschland überschreitet erstmals die Staatsgrenze, indem sie den Direkt-Dienstbetrieb mit der Netzgruppe Basel/Schweiz herstellt.

27.9.1955
William Thompson, der Generaldirektor der American Telephone & Telegraph Co., hört über das erste Fernsprech-Transatlantikkabel über Clarenville/ Neufundland und Oban/Schottland zum ersten Male Worte, die von Amerika nach Europa gesprochen werden. Ein Jahr später wird ein zweites, paralleles Kabel fertiggestellt, das auch Ferngespräche in der Gegenrichtung, also Europa-Amerika, zuläßt. Dieses Fernsprech-Doppelkabel, TAT 1 genannt, wurde mit 2x 51 Langlebens-Röhren-verstärkern ausgestattet. Gesamtkosten von TAT 1: 42 Mio. $. 36 Sprechkanäle von 4000 Hz Bandbreite arbeiten in einem Nutzfrequenzbereich von 20 bis 164 kHz.

5.2.1956
Auf dem Hohen Bopser bei Stuttgart wird der 217 m hohe Fernsehturm seiner Bestimmung übergeben. Der Fuß der Turmes mißt 10,5m im Durchmesser, an der Plattform bei 150m Höhe ist der Durchmesser auf 5,5 m verjüngt. Die Antennen für den 1O-kW-Fernseh-Bildsender mit ihren Strahlergruppen sind an einem 25 m hohen Gitterträger befestigt; der von Siemens gebaute und ausgestattete Turm versorgt den Stuttgarter Ortsbereich und weite Teile Baden-Württembergs mit dem Fernsehprogramm.

20.2.1956
In Dresden, wo er seit 1911 als Professor für Schwachstromtechnik wirkte, stirbt 75jährig Heinrich Barkhausen. Nach technischem Praktikum, physikalischem Studium in München, Berlin und Göttingen sowie vierjähriger Industrietätigkeit bei Siemens wurde er Hochschullehrer. 1919 entdeckte er den „Barkhausen-Effekt", der bei der Magnetisierung von Eisen und ferromagnetischen Stoffen eintritt. Seine grundlegenden Arbeiten über Elektronenröhren und elektrische Schwingungen (Barkhausen-Kurz-Schwingungen) fanden auch über seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen, insbesondere durch sein „Lehrbuch für Elektronenröhren", weite Verbreitung.

1.4.1956
In Julien wird der erste 100-kW-Sender der „Deutschen Welle" offiziell in Betrieb genommen. Die Deutsche Welle war 1953 als Anstalt des öffentlichen Rechts von der ARD gegründet worden mit dem Auftrag, für die Rundfunkhörer im Ausland ein umfassendes Bild des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland zu vermitteln.

25.9.1956
Das im Vorjahr fertiggestellte erste Transatlantik-Fernsprechkabel Amerika-Europa,TAT 1, (siehe 27. 9. 1955) wird durch ein zweites Kabel für die Gegenrichtung, Europa-Amerika, ergänzt.

17.10.1956
Das erste Atom-Kraftwerk der westlichen Welt wird in Calder Hall/Großbritannien von Queen Elizabeth II. seiner Bestimmung übergeben. (Das erste sowjetische Kernkraftwerk, in der Nähe von Moskau, hatte bereits am 27.6.1954 seinen Betrieb aufgenommen).

29.11.1956
Der erste Fernseh-Sender in Jugoslawien nimmt in Zagreb seinen täglichen Versuchs-Betrieb auf.

10.12.1956
Die drei Erfinder des Transistors, Bardeen, Brattain und Shockley, Mitarbeiter der Bell Laboratories, erhalten den Nobelpreis für Physik des Jahres 1956 (siehe 25. 6.1948).

31.1.1957
In Düsseldorf stirbt im 76. Lebensjahr Christian Hülsmeyer, der als junger Ingenieur die Frühform des Radar-Systems erfunden hatte (siehe 30. 4. und 9. 6. 1904).

4.10.1957
Die Sowjetunion startet den ersten künstlichen Erdsatelliten „Sputniki", der unter ständiger Aussendung von Funksignalen die Erde umkreist. Damit beginnt die - zunächst noch erdnahe - Raumfahrt, bald gefolgt von den ersten bemannten Expeditionen in den Weltraum durch Russen und Amerikaner.

4.1.1958
In Berlin stirbt im 75. Lebensjahr der Physiker Alexander Meißner, ein Pionier des Röhrensenders (siehe 11.9.1883).

17.2.1958
Papst PiusXII. erklärt die Heilige Clara von Assisi zur Schutzpatronin des Fernsehens (siehe 12.1.1951).

17.3.1958
In Peking, der Hauptstadt der Volksrepublik China, wird der Versuchsbetrieb des ersten chinesischen Fernsehsenders aufgenommen.

3.8.1958
In Ulm/Donau stirbt im 76. Lebensjahr Prof. Dr. Hans Rukop, ein Pionier der Verstärkerröhre (siehe 27.2.1883).

2.9.1958
Die Volksrepublik China bginnt mit der Ausstrahlung eines ersten regelmäßigen Fernseh-Programmdienstes.

10.1.1959
In Wiesbaden stirbt im 80. Lebensjahr Hans Bredow der „Vater des deutschen Rundfunks" (siehe 26.11. 1879).

8.4.1959
In München stirbt im 88. Lebensjahr der Experimental-Physiker Professor Dr. Jonathan Zenneck (siehe 15. 4. 1871).

18.6.1959
Die BBC-Television London überträgt einen Fernsehfilm (16 mm) von England nach den USA und Kanada. In umgekehrter Richtung wird dieser Versuch am 15.9.1959 wiederholt. Die Idee hierzu hatte bereits Jahre zuvor Prof. Fritz Schröter (Telefunken) geäußert.

21.7.1959
In Japan beginnt die kommerzielle Gesellschaft NVT mit der Abstrahlung eines regelmäßigen Farbfernseh-Programms.

22.9.1959
Nach dem guten Erfolg mit dem ersten Fernsprech - Transatlantik - Kabelpaar TAT 1, das 1955/56 in Betrieb ging, wird nun das zweite Fernsprech- Transatlantik-Kabelpaar, TAT 2, in Betrieb genommen. An der Herstellung sind die deutsche und die französische nachrichtentechnische Industrie neben der amerikanischen AT&T beteiligt. Die Kabel wurden zwischen Clarenville/ Neufundland und Penmarch/Frankreich verlegt.

10.9.1959
In Sofia wird der erste Fernseh-Programmdienst Bulgariens eingeschaltet.

21.4.1960
Brasilia, die mitten im Urwald errichtete neue Hauptstadt Brasiliens, wird eingeweiht. Ihre geographische Lage setzte die befriedigende Lösung schwieriger Verkehrs- und nachrichtentechnischer Probleme voraus.

24.4.1960
In Berlin stirbt im 82. Lebensjahr der Physiker Professor Dr. Max von Laue. Im Anschluß an eine Studie über Wellenlehre kam er 1912 auf die Entdeckung der Interferenzerscheinungen bei Röntgenstrahlen; hierfür erhielt er 1914 den Nobelpreis für Physik. Sehr erfolgreich hat er sich nach dem Zweiten Weltkrieg für die Wiederbelebung der deutschen Wissenschaft und ganz besonders für die Grundlagenforschung eingesetzt.

7.7.1960
Th. A. Maiman, ein amerikanischer Physiker der Hughes Flugzeugwerke, präsentiert vor der Fachpresse den ersten Rubin-Laser (Laser: Light amplification by stimulated emission of radiation; Lichtverstärkung durch Erregung von Strahlungsemission).

28.7.1960
Professor Max Dieckmann stirbt im 79. Lebensjahr in Gräfelfing bei München (siehe 5. 7.1882).

1.1.1961
Knapp 100 Jahre nach den ersten Telephon-Versuchen von Philipp Reis gibt es auf der Welt 142 Millionen Fernsprech-Anschlüsse. Der Anteil der USA beträgt dabei 52%.

4.1.1961
In seiner Vaterstadt Wien stirbt im 74. Lebensjahr der Physiker Erwin Schrödinger, der Schöpfer der modernen Wellenmechanik. Ab 1921 Professor, zunächst in Stuttgart, wurde er 1927 Nachfolger Max Plancks am Lehrstuhl für theoretische Physik an der Universität Berlin. 1933 erhielt er den Nobelpreisfür Physik. Seine bahnbrechenden Forschungen zur Wellenmechanik, Quanten- und Relativitätstheorie haben die Atomphysik maßgeblich gefördert.

14.4.1961
Aus Moskau wird die offizielle Begrüßung Juri A. Gagarins, des ersten Menschen im Weltraum, nach seiner erfolgreichen Erdumkreisung im Raum-
schiff „Wostok I" über das Fernsehen nach England übertragen.

4.5.1961
In Berlin stirbt im 82. Lebensjahr Eugen Nesper. Nach Studium der Elektrotechnik und des Maschinenbaues unternahm er um die Jahrhundertwende mit Professor Slaby und Graf Arco drahtlose Telegraphieversuche. 1904 begann er als junger Funktechniker bei Telefunken seine Berufslaufbahn, trat aber schon 1906 zur Firma Lorenz, Berlin, über; einige Jahre später übernahm er die Leitung der Wiener Lorenz-Filialunternehmung. 1923, im Entstehungsjahr des deutschen Rundfunks, schuf er einen 7-Röhren-Empfänger mit Lautsprecher und Rahmenantenne. Seinen Lebensweg mit dem Rundfunk schilderte Nesper 1950 in einer Selbstbiographie.

30.6.1961
In Hollywood stirbt im 87. Lebensjahr der Pionier des Radios in den USA, Lee de Forest (siehe 26. 8. 1873).

1.2.1962
In München stirbt im 90. Lebensjahr der ehemalige Reichspostminister Wilhelm Ohnesorge. Als junger technischer Beamter der Oberpostdirektion Berlin hatte er sich mit den Problemen des Fernsprechweitverkehrs beschäftigt und auf diesem Wege die Vierdrahtschaltung erfunden. 1912 ermöglichte er stereophone Operntelephonie aus dem Berliner Opernhaus in das Kronprinzenpalais. Bildtelegraphie, Rundfunk und Fernschreiber wurden von ihm amtlich gefördert; in der 1937 gegründeten Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost genoß die Fernsehtechnik Vorrang.

10.7.1962
Der erste Nachrichten-Satellit wird auf seine Umlaufbahn gebracht.

1.9.1962
Der USA-Präsident John F. Kennedy genehmigt die Gründung einer Gesellschaft zur Entwicklung von Nachrichten-Satelliten im Sinne des bereits am
10. Juli 1962 gestarteten „Telstar". Es entsteht daraufhin 1964 die „Communication Satellite Corporation" (Comsat).

13.12.1962
Der Nachrichten-Satellit „Relay" wird auf seine Umlaufbahn gebracht.

3.1.1963
In Hannover, im Laboratorium von Telefunken, führt Walter Bruch das von seinem Team entwickelte PAL-Farbfernsehyerfahren (PAL = Phase Alternation Line), in Gegenüberstellung mit den bisher schon bekannten NTSC- und SECAM-Verfahren, einer Gruppe europäischer Fernseh-Programm-Direktoren vor.

9.1.1963
Das erste Relais-System für Nachrichten-Satelliten, das RCA für die NASA entwickelt hat, überträgt erste transatlantische Fernsehsendungen von den USA nach Europa und umgekehrt.

1.4.1963
Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika wird der halbautomatische Fernsprechverkehr aufgenommen. Sieben Jahre später beginnt die schrittweise Ablösung durch die Einführung des Selbstwähldienstes.

7.5.1963
Der Nachrichten-Satellit „Telstar II" wird auf seine Umlaufbahn gebracht.

23.6.1963
Der Besuch des USA-Präsidenten John F. Kennedy in der Bundesrepublik Deutschland und auch in West-Berlin gibt Anlaß zu dem bisher größten Einsatz von aktuellen Live-Sendungen im Deutschen Fernsehen; über 400 Ingenieure, Techniker und Kameramänner, 40 elektronische Kameras, 12 Übertragungswagen und ein Hubschrauber werden für die Gestaltung von 17 Stunden Übertragung eingesetzt.

30.8.1963
Zwischen den Regierungsspitzen in den USA (Weißes Haus in Washington) und der UdSSR (Kreml in Moskau) wird eine ständig einsatzbereite Fernschreibverbindung in Betrieb genommen, der sogenannte „heiße Draht".

30.8.1963
Der Sender Freies Berlin überträgt das erste stereophone Rundfunkkonzert in Deutschland.

8.11.1963
Bundespostminister Richard Stücklen führt von einer transportablen Versuchssendeanlage das erste „Weltraum-Ferngespräch" von Deutschland nach den USA. Etwa ein Jahr später wird bei Raisting in Oberbayern die erste ortsfeste Erdefunkstelle in Betrieb genommen.

13.2.1964
Die American Telephone and Telegraph Co. und die Radio Corporation of America unterstützen gemeinsam die Bemühungen um Entwürfe von internationalen Handelsnachrichtenverbindungen via Satelliten. Es entsteht die Communication Satellite Corp. (Comsat).

6.7.1964
Das Federal Telecommunications System, das größte private Telephonnetz der Welt, nimmt in den Vereinigten Staaten von Nordamerika mit zunächst 750.000 Teilnehmern in über 400 Städten seinen Dienstbetrieb auf.

28.11.1964
Die Marssonde „Mariner IV" wird in den Vereinigten Staaten von Amerika gestartet (siehe 14. 7.1965).

2.12.1964
In den USA wird ein von Bell entwickeltes Transcontinental-Untergrundkabelnetz für 9.000 Fernsprechkreise eingeschaltet. Es ergänzt die bisherigen 15.000 Kanäle und verdichtet das amerikanische Fernsprechnetz erheblich.

9.1.1965
Der sowjetische Bildtelegraphie-Dienst zwischen Moskau und Wladiwostok wird aufgenommen.

6.4.1965
Der Nachrichtensatellit „Early Bird" der Communication Satellite Corp. (USA) wird auf seine Umlaufbahn gebracht. In 24 Stunden umrundet er auf vorgeschriebener Bahn einmal die Erde und überträgt dabei kommerzielle Nachrichten. Er ist der erste spezielle Nachrichtensatellit und verwendet Antennen von 30cm Durchmesser.

1.6.1965
Auf Münchens Oberwiesenfeld wird der Bau des Olympia-Fernsehturms begonnen. Er wurde im Februar 1968 mit 290m Höhe vollendet und dem Betrieb übergeben. 1972 bildete er den raumgestaltenden Mittelpunkt des Sportgeländes, auf dem die XX. Olympischen Spiele in München ausgetragen wurden.

14.7.1965
Die amerikanische Mars-Sonde, „Mariner IV", funkt über 220 Millionen Kilometer mit Hilfe einer Siemens-Scheibentriode (RH7Cc) klare Aufnahmen der Mars-Oberfläche zur Erde.

24.8.1967
Während der Berliner Funkausstellung wird das von dem Telefunken Team um Walter Bruch entwickelte PAL-Farbfernsehen für die Bundesrepublik Deutschland und für West-Berlin eingeführt (PAL = Phase Alternation Line).

21.7.1969
Das von Wernher von Braun (1912— 1977) initiierte und von der NASA technisch und organisatorisch durchgeführte „Apollo-Weltraum-Programm" erlebt seinen Höhepunkt: die ersten Menschen, Neil Armstrong und Edwin Aldrin, landen mit der Mondfähre vom Raumschiff „Apollo XI" im Mare Tranquillitatis auf dem Mond. Die Nachrichtentechnik ermöglicht es, daß die Menschheit über Rundfunk und Fernsehen an diesem Ereignis teilnimmt.

1.12.1969
In Südwestafrika, Namibia, wird ein UKW-Rundfunkdienst in Betrieb genommen.

7.11.1967
Zum 50. Jahrestag der russischen Oktober-Revolution (durch Kalender-Reform wurde es später der 7.11.) wird der Moskauer Fernsehturm mit einer Höhe von 540m in Betrieb genommen. Er dient seither für die Rundfunk- und Fernsehprogrammabstrahlung in einem Umkreis von 120km und erfaßt damit ein Sendegebiet von 14 Millionen Sowjetrussen. Der Turm ist zu der Zeit das mit Abstand höchste Bauwerk Europas.

22.3.1970
Das fünfte Fernsprech-Atlantik-Kabel (TAT 5) nimmt seinen Dienstbetrieb zwischen der Alten und der Neuen Welt auf.

1.4.1970
Die Deutsche Bundespost nimmt den automatischen Fernsprechverkehr mit den USA, zunächst mit einigen Gliedstaaten der Union, auf. Im Laufe der nächsten Monate folgt auch die Einschaltung der restlichen Gebiete der USA.

22.4.1971
Auf der Industriemesse in Hannover stellt die Siemens AG einen Leitungsverstärker für 60 MHz Bandbreite vor. Er gestattet Übertragungssysteme mit 10.800 Sprechkanälen aufzubauen (siehe 9.10.1972).

27.4.1971
In Düsseldorf stirbt 62jährig Professor Dr. Leo Brandt. Nach Studium an den Technischen Hochschulen Aachen und Berlin war er 12 Jahre, ab 1932, auf dem Gebiet der Hochfrequenztechnik, zuletzt als Entwicklungschef bei der Telefunken-Gesellschaft in Berlin, tätig. Das (deutsche Radar-) Funkmeßgerät „Würzburg" (1940) und das „Rotterdam"-Gerät (1942), letzteres unter Verwirklichung der Zentimeterwellen-Technik in Deutschland, sind wesentlich Brandts persönlichem Entwicklungsbeitrag zu danken.

17.6.1971
In Genf wird die erste Weltausstellung des Fernmeldewesens, die „Telecom '71 " eröffnet. Sie endet am 27.6.1971.

12.12.1971
Todestag des Funkpioniers der Vereinigten Staaten, David Sarnoff. Als 21 jähriger Funker hatte er am 14. April 1912 den ersten drahtlosen Notruf des Ozean-Riesenschiffs „Titanic" aufgefangen, nachdem dieses mit einem Eisberg zusammengestoßen war und schnell sank. Ab 1920 hatte er, später führender Mitarbeiter der Radio Corporation of America, in vielfältiger Weise Anteil an den technischen Fortschritten des Rundfunks. 1966 gab Eugene Lyons in New York seine Biographie heraus.

1.8.1972
In Zollikon bei Zürich stirbt im 80. Lebensjahr der Physiker und Bildfunk-Pionier Prof. August Karolus (vg. 16.3.1893).

26. 8. 1972
In Münchens Olympia-Stadion findet die festliche Eröffnung der XX. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit statt. Dieses Ereignis hatte Veranlassung gegeben, eine dritte Ausbaustufe der Erdefunkstelle Raisting mit einer zusätzlichen Antenne für den Satellitenfunk rechtzeitig in Betrieb zu stellen. Auf diesem Wege konnte eine weltweite Television der Spiele mit guter Übertragungsqualität gewährleistet werden.

9.10.1972
In Schweden, zwischen Västeräs und Örebro, wird eine 90km lange Koaxial-Kabelverbindung mit dem Trägerfrequenz-System V 10800 in Betrieb genommen. Dies ist die Weltpremiere des Systems.

11.10.1973
In Ulm/Donau stirbt im 87. Lebensjahr Professor Dr. Fritz Schröter, ein vielseitiger und erfolgreicher Pionier derdeutschen Rundfunk- und Fernseh-Entwicklung (siehe 28.12.1886).

19.11.1973
In Erlangen stirbt in seinem 78. Lebensjahr Professor Dr. Ferdinand Trendelenburg, ein Physiker und Elektroakustiker (siehe 25.6.1896).

6.12.1973
In Inverness/Schottland stirbt in seinem 82. Lebensjahr Sir Robert Watson-Watt, der Pionier der Radar-Technik in Großbritannien (siehe 13.4.1882).

30.3.1974
In Ulm/Donau stirbt Professor Dr. Werner Nestel im 70. Lebensjahr, ein verdienstvoller Rundfunk- und Fernsehingenieur (siehe 5.10.1904).

10.8.1974
Im Sommerurlaub auf Amrum stirbt im 62. Lebensjahr Richard Theile. Seit 1930 zunächst bastelnd, dann beruflich mit der Fernsehentwicklung verbunden, wurde er 1960 Direktor des Instituts für Rundfunktechnik an der TU München, sodann auch Honorar-Professor für Fernsehtechnik.

29. 8. 1974
Bundespostminister Kurt Gscheidle nimmt in München-Perlach die erste Versuchsanlage des rechnergesteuerten elektronischen Wählsystems EWS in Betrieb. Gleichzeitig wird der zugehörige Bedienungsrechner im Fernmeldetechnischen Zentralamt in Darmstadt in Dienst gestellt.

18.12.1974
Im Kennedy Space Center wird der deutsch-französische Satellit „Symphonie" gestartet. Er wird vor der west-afrikanischen Küste (11,5° westlicher Länge über dem Äquator) in 36.000km Höhe stationiert, um neben Bildungsfernsehprogrammen für Zentralafrika auch Fernsprech- und Datenübertragung zu ermöglichen.

1.1.1975
Das seit 1927 in Berlin bestehende Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung wird mit erweiterten Aufgaben in eine GmbH überführt. Es bezeichnet sich fortan: Heinrich-Hertz-Institut für Nachrichtentechnik Berlin GmbH.

2.4.1975
Mit 553,33 m wird das höchste, selbsttragende Bauwerk der Erde, der für Rundfunk- und Fernsehverbreitung dienende CN-Tower in Toronto Kanada vollendet. Damit ist der bisher höchste Fernsehturm in Moskau-Ostankino (siehe 7.11.1967) um 13m überboten. Finanzier war die kanadische Staatsbahn; CN steht für Canadian National Railway.

19.2.1976
In Berlin wird der vollelektronische Siemens-Fernschreiber 1000 der Öffentlichkeit vorgestellt.

4.3.1976
In Pretzfeld, Kreis Forchheim, stirbt im 90. Lebensjahr Professor Dr. Walter Schottky, ein hervorragender Physiker (siehe 23. 7.1886).

19.5.1976
In Wedel/Holstein stirbt im 73. Lebensjahr Eduard Schüller. Sein Lebenswerk galt der Entwicklung des Magnetophons (siehe 13.1.1904).

22.3.1977
In München stirbt im 81. Lebensjahr Dr.-Ing. e.h. August Jipp. Seit 1922 bei Siemens & Halske in Berlin, später in München tätig, hat er hervorragenden Anteil am Aufbau des Fernschreibnetzes, das zunächst zwischen mehreren Siemens-Zweigniederlassungen in Deutschland erprobt und ab 1933 von der Reichspost amtlich eingeführt wurde.

28.10.1977
In München (Rablstraße) wird die serienmäßig erstellte Ortsvermittlungsstelle mit dem Elektronischen Wählsystem EWS von der Siemens AG an die Deutsche Bundespost übergeben.

26.12.1977
In Darmstadt verstirbt kurz nach Vollendung seines 80. Lebensjahres, Professor Karl Küpfmüller. Anfänglich in der Elektroindustrie mit regelungs- und nachrichtentechnischen Entwicklungsaufgaben beschäftigt, wurde er 1928 Professor in Danzig. 1935-37 war er in gleicher Eigenschaft an der TH Berlin und ab 1952 in Darmstadt lehrend und forschend tätig. Unter seinen zahlreichen literarischen Arbeiten sei hier seine zuerst 1949 erschienene „Systemtheorie der elektrischen Nachrichtenübertragung" hervorgehoben. 1955/56 war er Vorsitzender des VDE, danach auch einer der Mitbegründer der Nachrichtentechnischen Gesellschaft. Anläßlich seines 80. Geburtstages hatte er noch den „Karl-Küpfmüller-Ring" für hervorragende wissenschaftliche Leistungen gestiftet.

16.3.1978
Die erste Teilanlage eines Lichtleitfaser-Kabels, das seit dem September 1977 in Berlin-Wilmersdorf ausgelegt wird, nimmt den Betrieb auf.

14.2.1979
Zwischen Frankfurtam Main-Ginnheim und Oberursel am Taunus wird die erste Lichtwellenleiter-Betriebsstrecke in der Bundesrepublik Deutschland eingeschaltet.

24.9.1979
In Genf beginnt eine zehnwöchige weltweite Funkverwaltungs-Konferenz (WARC), bei der die 154 Mitgliedstaaten der UIT über die Nutzung des Funkfrequenzspektrums bis über das Jahr 2000 hinaus beraten und beschließen.

4.12.1979
In Passau stirbt im 90. Lebensjahr Dr. Ing. e. h. Hans Vogt, der Mit-Erfinder des Licht-Tonfilms (siehe 25. 9.1890).

1.1.1979
Die Deutsche Bundespost führt den Telefon-Fernkopierdienst ein. Für die Übertragung einer DIN-A4-Seite werden 3 Minuten benötigt.



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