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Die Geschichte der Nachricht und der Nachrichtentechnik

Teile der Text-Einträge von 1600 bis 1979 stammen aus einem Buch und müssen nicht unbedingt richtig sein. Einge Texte sind sogar falsch und wurden korrigiert. Liegen neue Erkenntnisse vor, werden die auch umgehend eingepflegt. Die Bebilderung ist von solch miserabler Qualität, daß sie nicht eingeblendet wird. Die einführende Seite lesen Sie hier.

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Ein ganz bitteres Kapitel deutscher Geschichte beginnt:

Viele hatten es erahnt. Die sichtbaren Zeichen im täglichen Leben in Berlin waren untrüglich. Da braute sich etwas zusammen. Auch der Sprachgebrauch der dem NS-Regime untergeordneten Medien hatte sich merklich verändert.

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14.4.1939

In Buenos Aires/Argentinien wird eine von der deutschen Industrie ausgerichtete Ausstellung über den Stand des Fernsehens eröffnet.

30.4.1939

Der USA-Präsident Franklin Delano Roosevelt eröffnet während der New Yorker Weltausstellung das USA -Fernsehen. Damit wird Amerika, nach Deutschland (1935) und England (1936), das dritte Land der Erde mit einem regelmäßigen Fernseh-Programmdienst.

13.5.1939

In Japan werden erste Fernseh-Versuche aufgenommen. Sie führen jedoch noch nicht zur Einrichtung eines ständigen Programmdienstes. Erst im Februar 1953 wird von Tokyo aus ein regelmäßiger Fernsehbetrieb eingerichtet, der erste übrigens in ganz Asien.

24.5.1939

Das Fernsehen der British Broadcasting Corporation (BBC) überträgt erstmals das Derby in Epsom, das seit 1780 in England beheimatete Zuchtpferderennen, das sich seither zu einem vielbeachteten gesellschaftlichen und sportlichen Ereignis entwickelt hatte.
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28.7.1939

Der erste, für eine Auflage von zunächst 10.000 Stück kalkulierte deutsche Fernseh-Einheitsempfänger mit neuartiger Rechteck-Röhre wird vorgestellt. Sein Preis soll 650,-Reichsmark betragen. Wegen des bald danach ausbrechenden 2. Weltkrieges wird die Serienfertigung nicht aufgenommen. (Vergleichbare Geräte in England kosten 1160,- RM, in den USA 1600- RM).
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14.8.1939

Die „Reichspost-Fernseh-GmbH" für Aufnahmedienst und Vorführung mit Großbildempfängern wird mit 20.000,- RM Stammkapital handelsgerichtlich in Berlin eingetragen.
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1.9.1939 - der 2. Weltkrieg ist angezettelt

Der Fernseh-Programm-Dienst in Großbritannien wird wegen drohender Kriegsgefahr eingestellt; erst am 8. Juni 1946 wird mit der Übertragung einer Londoner Siegesparade das englische Fernsehen wieder aufgenommen. - In Deutschland wird ein Verbot des Abhörens ausländischer Rundfunk-Sender erlassen.

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23.9.1939

Todestag von Staatssekretär August Kruckow (siehe 25.12.1874).
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20.3.1940

Zwischen Berlin und Tokyo wird der Bildtelegraphie-Dienst Deutschland -Japan aufgenommen.
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24.3.1940

Im 96. Lebensjahr stirbt in Paris der Arzt und Funkpionier Edouard Eugene Desire Braniy. 1890 hatte er die Fritterwirkung feiner Metall-Teilchen (wieder) entdeckt und auf dieser Grundlage den Kohärer als wichtiges Bauelement für die drahtlose Telegraphie entwickelt. 1906 gelangen ihm bereits Fernlenkversuche mit leichten Einheiten der französischen Kriegsmarine (siehe 29. 8. 1928).
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4.5.1940

In Berlin stirbt im 71. Lebensjahr Georg Graf von Arco, der langjährige technische Direktor der Telefunken-Gesellschaft (siehe 30. 8.1869).
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19.5.1940

Über dem Gelände der Raketen-Versuchsanstalt Peenemünde an der Ostsee gelingt der erste ferngelenkte Flug eines Großflugzeuges vom Typ Ju 52. Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese Entwicklung weiter gefördert mit dem Ziel, auch Blindlandungen bei Nacht und Nebel zu bewerkstelligen. Hierbei bewährte sich der „Autopilot", ein System des Luftfahrtgerätewerks Hakenfelde.
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10.7.1940

Die Deutsche Reichspost nimmt den unmittelbaren Funk-Fernsprechverkehr zwischen Berlin und New York auf.
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22.8.1940

In Lake bei Salisbury/Südengland stirbt im 90. Lebensjahr der Physiker Sir Oliver Lodge. 1886 gab er ein Verfahren zur Bestimmung gefärbter Ionen an und arbeitete zur gleichen Zeit wie sein deutscher Kollege Heinrich Hertz an der Erzeugung kurzer elektrischer Wellen. Im Mai 1894 hielt er vor der Royal Institution in London einen Experimentalvortrag zur Würdigung des am 1.1.1894 verstorbenen H. Hertz. Damit inspirierte er A. S. Popow in St. Petersburg und G. Marconi in Italien, sich ihrerseits mit der Ausbildung der drahtlosen Telegraphie zu beschäftigen.
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24.8.1940 - Paul Nipkow

Zwei Tage nach Vollendung seines 80. Lebensjahres stirbt in Berlin Paul Nipkow, der erste Pionier des deutschen Fernsehens. Als junger Student an der Charlottenburger Technischen Hochschule erfand er um Weihnachten 1883 die nach ihm benannte Lochscheibe, die er sich in Verbindung mit einem selbstentwickelten System elektrischen Fernsehens am 6.1.1884 durch Reichspatent Nr. 30105 schützen ließ. Erst nach einem langen Berufsleben als Eisenbahnsignal- Techniker wurden seine frühen Erkenntnisse zur Fernsehtechnik reif, nicht zuletzt durch die mittlerweile erzielten Erfolge in der Verstärkertechnik. 1935 erlebte er den Beginn des Fernseh-Zeitalters. Berlins erster Fernsehsender erhielt den Namen „Paul Nipkow"; als Erfinder wurde Paul Nipkow durch ein Staatsbegräbnis geehrt.
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11.9.1940

In Berlin stirbt im 85. Lebensjahr Adolf Franke. Nach physikalischen und technischen Studien in Berlin und Hannover promovierte er 1889 an der Berliner Universität. Im Anschluß an seine Doktorarbeit entwickelte er eine Hochfrequenz- Wechselstrommaschine für Fernsprech-Meßzwecke, die sogenannte „Frankesche Maschine". Ab 1896 bei Siemens & Halske im Leitungsstab tätig, hatte er maßgeblich dazu beigetragen, daß die gegenüber der Starkstromtechnik zurückgefallene Nachrichtentechnik wieder kräftig belebt wurde. Dazu gaben viele neue Ideen und Erfindungen Veranlassung. So gehörte er auch zu dem Kreis der Gründer der Telefunken-Gesellschaft (1903) und der Deutschen Fernkabel-Gesellschaft (1921). Ab 1921 bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand 1932 war Franke der Vorstands-Vorsitzende der Siemens & Halske AG.
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5.12.1940

In Dresden stirbt im 66. Lebensjahr der ehemalige Leiter der postamtlichen Fernseh-Entwicklung in Deutschland, Fritz Banneitz (siehe 11. 9.1885).
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12.5.1941

Dipl.-Ing. Konrad Zuse präsentiert in seiner Wohnung in Berlin einigen Herren der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, unter anderem Prof. Teichmann, Studienrat Mayer und Prof. Schmieden, seinen ersten voll funktionsfähigen programmgesteuerten elektromechanischen Rechner, der wenig später von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt übernommen wird. Der Rechner arbeitete nach dem Binärprinzip mit 600 Relais sowie einem Speicherwerk von 1.400 Relais. Der Rechner, der als „Z3" bezeichnet wurde, fiel den Kriegsereignissen zum Opfer; im Deutschen Museum ist eine Rekonstruktion ausgestellt. Mit diesem Zuse-Rechner begann das Computer-Zeitalter.
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10.6.1941 - AEG K4 mit HF Vormagn. im UFA-Palast Berlin

Nach mehrjährigen Entwicklungsarbeiten, die unter Leitung von Dipl.-Ing. E. Schüller bei der AEG in Berlin durchgeführt wurden, wird im Ufa-Palast am Zoo in einer öffentlichen Vorführung das neue, mit Hochfrequenz-Vormagnetisierung verbesserte „Magnetophon" der Fachwelt präsentiert. Weite Verbreitung fanden die Tonbandgeräte jedoch erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges.
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1.7.1941

In den USA wird der New York Broadcasting Corporation (NBC) die Inbetriebnahme des ersten kommerziellen Fernsehsenders genehmigt.
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12.11.1941

In München stirbt im 81. Lebensjahr der Experimental-Physiker Professor Leo Graetz. Neben seinen literarisch wissenschaftlichen Veröffentlichungen, ganz besonders durch sein 1883 erstmals und danach in zahlreichen in- und ausländischen Neuauflagen erschienenes Werk „Die Elektrizität und ihre Anwendungen", ist er durch die von ihm entwickelte „Graetz'sche Zelle", einen elektrolytischen Gleichrichter, weltbekannt geworden.

28.9.1941

In Fürth/Bayern stirbt 51 jährig der Funktechniker Wilhelm Kummerer. Besonders bekannt machten ihn um 1927 seine Röhrensender- Entwicklungsarbeiten im Kurzwellenbereich von 100 m Wellenlänge.
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1.10.1941

Die im Jahre 1903 gegründete Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken m.b.H., die eine zu gleichen Teilen dotierte Tochter der AEG und der Siemens & Halske AG war, geht nun zu 100% in den Besitz der AEG über. Siemens schied aus dem Telefunken-Vertrag im beiderseitigen Interesse aus. Fortan hat sich die Telefunken-Gesellschaft als umfassender Sammelpunkt der AEG-seitigen hoch-frequenz- und nachrichtentechnischen Aktivitäten gut weiterentwickelt. 1966 wurde sie mit der Mutterfirma zur Aktiengesellschaft „AEG-Telefunken" verschmolzen.

(Eine sehr idealisierte Version von Goebbels Eingriffin die kriegswichtige Wirtschaft des Deutschen Reiches. Der Krieg lief nicht mehr nach Plan.)
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2.12.1942

In Chicago wird die erste von dem italienischen Physiker Enrico Fermi entwickelte Atom-Kernkraft-Anlage - man sprach damals vom „Uranbrenner" - in Betrieb genommen. Damit begann praktisch das Zeitalter der Energiegewinnung ?? (bzw. für militärische Zwecke) aus Kernspaltung.
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7.1.1943

In New York stirbt im 82. Lebensjahr der Physiker Nicola Tesla. Er war 1882 aus Kroatien kommend in die USA eingewandert und wurde durch sensationelle Experimente weltbekannt. Mit der Erzeugung hochfrequenter Wechselströme (Tesla- Transformator) schuf er die Grundlage für drahtlose Energieübertragung und auch für die Hochfrequenz-Therapie.
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Februar 1943 - Die Katastrophe von Stalingrad kündigt sich an

Von den ganzen Kriegsereignissen, die diese technische Entwicklung nicht nur geprägt sondern auch forciert hatten, finden Sie hier kein Wort. Das deutsche Radargerät Würzburg - sogar bereits aus dem Jahr 1936 - war einer dieser weltweiten Meilensteine. Dieses deutsche Radargerät wird nirgendwo erwähnt.

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19.10.1943

In Würzburg stirbt, einen Tag vor seinem 76. Geburtstag, Ernst Feyerabend. Seit 1887 technischer Beamter der Reichspost, hat er sich namentlich um die Einführung der automatischen Tele-phonie technisch wie organisatorisch hohe Verdienste erworben. 1926-1933 war er Staatssekretär für das gesamte Fernmeldewesen in Deutschland. Als Technikhistoriker trat er mit Veröffentlichungen über die nachrichtentechnischen Leistungen von Gauß und Weber und Reis hervor.
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18.8.1944

Angesichts der vorrückenden Alliierten in Frankreich beendet der Fernsehsender Paris sein Programm; zwei Tage später verlassen die deutschen Fernsehleute ihre Pariser Sendeeinrichtungen, ohne diese zu zerstören. Bis zum Schluß wurde in Paris die Entwicklung des Fernsehens vorangetrieben.
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26.11.1943 - Der Krieg kommt "nachhause"

Der Berliner Fernsehsender wird ein Opfer des Luftkrieges. Die Entwicklung des deutschen Fernsehens wird danach in Paris fortgesetzt.
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15. 2. 1944

In Berlin stirbt 73jährig Professor Arthur Wehnelt ein bedeutender Elektrophysiker seiner Zeit (siehe 4. 4. 1871).

23. 2. 1944

In New York/USA stirbt im 81. Lebensjahr der belgische Ingenieur und Unternehmer Leo Hendrik Baekeland. 1907 gelang ihm in Amerika die Herstellung des Phenol-Formaldehyd-Kunstharzes, das unter dem Namen „Bakelite" in die elektrische Isoliertechnik schnell Eingang fand. Bereits im Juli 1909 wurde in Erkner bei Berlin die erste europäische Bakelite-Fabrik in Betrieb genommen.

April 1945 - der 2. Weltkrieg ging zuende - verloren

Nicht nur der Krieg in Europa ging zuende, auch die Psyche der Überlebenden war ziemlich am Ende und es ging auch viel Idealismus verloren. Es dauerte Jahre, das wieder aufzuholen. Wie das mit den Patenten deutscher Erfinder wirklich weiter ging, lesen Sie auf einer ausführlichen 1945er Patentseite.

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24. 6. 1945

In München stirbt im 68. Lebensjahr Professor Dr. Wolfgang Gaede, der Erfinder der Quecksilber-Luftpumpe und Begründer der Hochvakuum-Technik (siehe 25. 5. 1878).
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9. 12. 1945

In Berlin stirbt im 74. Lebensjahr der Ingenieur und Schriftsteller Hans Dominik. Nach Studium des Maschinenbaues und der Elektrotechnik an der TH Berlin-Charlottenburg arbeitete er als Ingenieur in der Elektroindustrie, verlegte sich dann aber mehr und mehr auf die Schriftstellerei, in der er sich vorwiegend mit der Elektrotechnik beschäftigte. 1921 wurde er namentlich durch seine technisch-utopischen Romane bekannt, die im Stile Jules Vernes die Möglichkeiten künftiger Entwicklungen geistreich-visionär darstellen, häufig auch Probleme der Nachrichtentechnik berücksichtigen.
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22. 12. 1945

In Jersey City/USA stirbt im 76. Lebensjahr der Physiker Arthur Korn, der Pionier der Bildtelegraphie in Deutschland (siehe 20. 5. 1870).

10. 1. 1946

Amerikanischen Ingenieuren vom Evan Signal Laboratory in Belmar/New Jersey, USA, gelingt es mit Radar-Strahlen den Mond anzupeilen. Der ausgesandte Strahlenstoß wird nach einer Laufzeit von 2,4 s (2 mal 385.000 km) wieder empfangen. Bereits Anfang des Jahres 1944 war - unbeabsichtigt - derselbe Versuch vom Bakenberg bei Göhren/Rügen zwei Wehrmachtstechnikern mit einem Telefunken-Meßgerät gelungen.
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14. 6. 1946

In Bexhill/Sussex (England) stirbt 58-jährig John Logie Baird, Pionier des englischen Fernsehens. Am 26. Januar 1926 war ihm vor geladenen Mitgliedern der Royal Institution die Vorführung eines funktionsfähigen, teilweise noch mechanischen Fernsehsystems gelungen. 1928 vermochte er bereits eine erste „transatlantische Television" zu demonstrieren.
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17. 11. 1947

Während einer Vorführung französischer Fernsehgeräte in der Technischen Hochschule in Kopenhagen wird erstmalig in Dänemark ferngesehen.
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18. 3. 1948

Bei der Firma Philips in Eindhoven werden erste Versuche mit dem öffentlichen Fernsehen in den Niederlanden aufgenommen. Am 1. April 1948 beginnt ein dreijähriger Versuch mit je drei Fernsehprogramm-Abstrahlungen pro Woche.

1.4. 1948

In Braunschweig erscheint die erste Nummer der „Fernmeldetechnischen Zeitschrift". Vom 8. Jahrgang (1955) ab führt sie den heutigen Titel „Nachrichtentechnische Zeitschrift" (NTZ).

25. 6. 1948

Die amerikanischen Physiker Bardeen und Brattain in den Bell Laboratories geben ihre Entdeckung des Spitzen-Transistors bekannt und liefern der Zeitschrift Physical Review einen ersten Bericht. Am folgenden Tag meldet der Leiter der Forschungsgruppe der Bell Laboratories, Shockley, ein USA-Patent auf den Transistor-Effekt sowie auf eine hierfür zweckentsprechende Verstärkerschaltung an. Im Jahre 1956 erhalten die drei Wissenschaftler für ihre bahnbrechenden Arbeiten gemeinsam und zu gleichen Teilen den Nobelpreis für Physik.

24.2.1949

Eine Raketen-Kombination, bestehend aus einer Trägerstufe der deutschen Bauart A 4 (bzw. V 2) und einer daraufgesetzten WAC-Corporal, erreicht erstmals die Höhe von 402 km. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Weltraumfahrt.

23.7.1948

Den ersten erfolgreichen Versuch mit dem von Charles E. Nobels entwickelten Stratovisions-Fernsehverfahren, mit Hilfe von ultrakurzen Wellen und Flugzeug, unternehmen die USA-Firmen Westinghouse und Glenn-Martin.

22. 9. 1948

Unter Vorsitz von Dr. Werner Nestel einigen sich 33 Vertreter der deutschen Fernseh-Technik in Hamburg auf die 625-Zeilen-Norm für ein künftig wieder entstehendes deutsches Fernsehen.
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12. 10. 1948

Die Deutsche Bundesbahn nimmt das bei der Siemens & Halske AG entwickelte und gelieferte erste Gleisbildstellwerk im Bahnhof Düsseldorf-Derendorf in Betrieb. Die Entwicklungsarbeiten waren im wesentlichen während der Jahre des 2. Weltkrieges geleistet worden. Davon hatte die Deutsche Bundesbahn später weit über 1.000 Anlagen dieser Art in Betrieb.
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18. 8. 1949

Hundert Jahre nach Freigabe der elektrischen Telegraphie für die Öffentlichkeit in Preußen, wird in Hamburg als Nachfolgerin früherer Nachrichtendienste die Deutsche Presse-Agentur (DPA) gegründet. Sie ist die führende Nachrichten-Sammelstelle der Bundesrepublik Deutschland und verfügt über ein weltweites Funk-Fernschreibnetz zur schnellen Einholung und Übertragung ihrer Informationen.
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17. 12. 1949

Der erste britische Fernseh-Sender außerhalb Londons wird von der BBC in Sutton Coldfield/Warwickshire für den Sendebereich der Midlands eingeschaltet.
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12. 2. 1950

In Torquay/Südengland wird die Europäische Rundfunk-Union (Union Europeenne de Radiodiffusion = UER) gegründet.

12.4.1950

Die Deutsche Bundespost faßt auf Empfehlung des Präsidenten des Fernmeldetechnischen Zentralamtes, Karl Herz, den Entschluß, das neuerstehende deutsche Fernsehnetz auf Richtfunkbasis statt auf Kabelübertragung aufzubauen.

5. 8. 1951

In Berlin stirbt im 80. Lebensjahr Otto von Bronk. Als junger Mann widmete er sich zunächst kino- und röntgen-technischen Problemen, dann fand er über die Durchbildung von Selenzellen zu funktechnischen Aufgaben. 1902 erhält er ein Patent auf ein Farbfernseh-Verfahren; 1911 ließ er sich die Erfindung des Hochfrequenzverstärkers schützen. 1911 bis 1937 war er Leiter der Patentabteilung von Telefunken. Rund 100 Patente, namentlich auf dem Gebiet der Funktechnik, belegen sein persönliches schöpferisches Wirken als Ingenieur.

5. 8. 1950 - ARD Gründung

In München findet die konstituierende Sitzung zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) statt.

6. 10. 1951

Während der Deutschen Industrie-Ausstellung in Berlin wird dort, an der Geburtsstätte des deutschen Fernsehens, das erste Nachkriegs-Fernseh- Programm mit einer Ansprache des Zeitungswissenschaftlers Professor Dr. Dovifat ausgestrahlt. Die Messehallen am Funkturm zeigen - wie schon 1935 - eine „Fernseh-Straße", in der nun 40 Televisionsgeräte von 12 Firmen angeboten werden. - In den USA beginnen um diese Zeit bereits die ersten regelmäßigen Farbfernseh-Programmdienste.

16. 2. 1952

Zu Emmendingen/Baden stirbt im 78. Lebensjahr Fritz Lubberger. Nach technischem Studium an der TH Karlsruhe ging er in die USA. Dort kam er mit der automatischen Wähltechnik in Berührung, wobei er als Montageleiter Wählämter großer Städte, unter anderem Dayton und Columbia in Ohio und Grand Rapids in Michigan mit aufbaute. Seit 1910 war er bei Siemens & Halske in Berlin in der Fernsprech-Entwicklung leitend tätig; ab 1927 wirkte er auch als außerordentlicher Professor für Fernsprechwähltechnik an der TH Berlin-Charlottenburg.

28. 5. 1952

In Stockholm beginnt die erste, fünf Wochen andauernde UKW- und Fernsehkonferenz. Auf ihr entscheiden sich neun europäische Länder für die 625-Zeilen-Bildnorm, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland.
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12.7.1952

Zwischen Düsseldorf und Frankfurt am Main wird die Städte-Fernwahl erstmals im allgemeinen Netz der Deutschen Bundespost eingeschaltet. Ohne Amtsvermittlung kann nun der Teilnehmer direkt seinen Gesprächspartner in der anderen Stadt anrufen. Wenige Wochen später wird auch auf der Gegenrichtung, also Frankfurt-Düsseldorf, dann nach und nach zwischen allen deutschen Städten und Gemeinden die Landesfernwahl eingeführt. Der Beginn dieser Entwicklung lag in der „Netzgruppe Weilheim" 1923, sodann auch im bahnamtlichen BASA-Netz; die Ausdehnung der Landesfernwahl nach Übersee erlebte einen stolzen Höhepunkt 1970, als man den Direktwählverkehr von der Bundesrepublik Deutschland nach den USA aufnahm.
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30. 10. 1952

Karl Siebertz meldet seine Erfindungsidee zur Reindarstellung von Silizium nach dem tiegelfreien Zonenziehverfahren in der Bundesrepublik Deutschland zum Patent an.

25. 12. 1952 - die erste „Tagesschau"

Das in Hamburg ausgestrahlte erste NWDR-Fernsehen nimmt den regelmäßigen Programmdienst auf. Am 2. Weihnachtsfeiertag wird die erste „Tagesschau" gesendet.
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1. 2. 1953

Die Rundfunk-Gesellschaft NHK in Japan eröffnet ihren regelmäßigen Fernseh-Programmdienst. Dies ist die erste öffentlich in Erscheinung tretende Fernseh-Institution Asiens.
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27.3.1953

In Hannover wird der Fernseh-Grundvertrag aller westdeutschen Rundfunkanstalten abgeschlossen. Insbesondere werden in diesem Abkommen die Programm-Anteile der einzelnen Studios geregelt.
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3. 5. 1953

Die „Deutsche Welle", die bereits im August 1929 in Gestalt des Welt-Rundfunksenders Königswusterhausen ihren Programmdienst offiziell aufnahm und 1945 mit dem Zusammenbruch Deutschlands endete, nimmt - nun von Köln am Rhein ausstrahlend - ihre Tätigkeit wieder auf.

2. 6. 1953

Die Festlichkeiten anläßlich der Krönung Elizabeths II. von England werden für die Fernsehteilnehmer in England, Frankreich, Holland und in der Bundesrepublik Deutschland ausgestrahlt. Belgien, das an der technischen Durchführung beteiligt ist, kann selbst noch keine Ausstrahlung vornehmen. In gewissem Sinne kann diese Veranstaltung als die erste Eurovision betrachtet werden.
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6. 6. 1953

Aus Hamburg-Altona wird erstmals ein protestantischer Gottesdienst im Deutschen Fernsehen übertragen. Noch im gleichen Monat, am 28. Juni, wird aus der Basilika St. Gereon in Köln eine erste heilige Messe vom Fernsehen übernommen.
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4. 9. 1953

In Mainz stirbt im 71. Lebensjahr der Elektrophysiker Karl Willy Wagner (siehe 22. 2. 1883).

8./9. 9. 1953 - Text ist fehlerhaft

Auf der Zusammenkunft der Programm-Direktoren der Fernsehländer Europas in London werden die Möglichkeiten der ????rows/OA7-Zusammenarbeit diskutiert.
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1.1.1954

1.1.1954 - Das Fernsehen, das in Deutschland (1935), England (1936) und in den USA (1939) öffentliche Einrichtung geworden war, repräsentierte sich in folgenden Teilnehmerzahlen:

Deutschland,Bundesrepublik 11.658,
Deutschland-Ost / DDR 1.000*,
England 2.956.846,
Kanada 530.000,
USA 27 660.000,
Frankreich 71.000,
UdSSR 60.000*,
Italien 20.000*,
Belgien 10.000*,
Niederlande 7.500*,
Japan 5.000*,
Schweiz 1.083.
* geschätzt  

6.4.1954

In Darmstadt findet die Gründungstagung und erste Mitgliederversammlung der Nachrichtentechnischen Gesellschaft (NTG) im Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) statt. Die Versammlung wurde von Professor Küpfmüller geleitet; zum Vorsitzenden der NTG wurde Professor Dr. H. Busch gewählt. An dieser ersten Versammlung nahmen 224 Mitglieder teil.
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6.6.1954

Die Übertragung einer Ansprache des Papstes Pius XII. aus dem Vatikan auf die Fernsehnetze der Bundesrepublik Deutschland, Belgiens, Dänemarks, Englands, Frankreichs, Italiens und der Schweiz wird historisch als offizieller Beginn der Eurovision gewertet. In den anschließenden 4 Wochen wird eine Reihe von weiteren 17 Programmen mit insgesamt 31 Sendestunden als Eurovisions- Sendung verbreitet.
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1.10.1954

Das sowjetische Fernsehen beginnt mit der versuchsweisen Ausstrahlung von Farbfernsehsendungen. Wenige Tage später unternimmt auch das Britische Fernsehen (BBC London) vom Alexandra Palace erste Farbfernseh- Versuchssendungen.
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19.2.1955

Die Deutsche Bundespost beginnt mit der Umstellung ihres Telegraphennetzes auf Wählbetrieb. - Die Eltern des Autors G.Redlich bekamen ihr erstes Telefon, ein W24 in schwarz.
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19.3.1955

Bei den Bell Laboratories in den USA wird unter Leitung von J. H. Felker der Digital-Computer TRADIC mit rund 800 Transistoren fertiggestellt; die Anlage erfordert eine Leistung von weniger als 100W und gilt - nach de Beauclair - als erster Transistor-Rechner.
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5.5.1955

Für die gesamte technische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland ist die Aufhebung des alliierten Kontrollratsgesetzes Nr. 25 betreffend Überwachung der wissenschaftlichen Forschung von grundlegender Bedeutung. Nun wurde es möglich, auf wesentlichen Gebieten der Technik wieder den Anschluß an den internationalen Entwicklungsstand zu gewinnen.
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12.5.1955

In Düsseldorf stirbt im 71. Lebensjahr der Physiker Professor Dr. Abraham Esau (siehe 7. 6.1884).
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30.7.1955

Mit der Legung des ersten transatlantischen Fernsprechkabels wird begonnen. Die hierbei verwendeten, in Abständen von 65 km in das Kabel eingespleißten Röhrenverstärker wurden von den Bell Laboratories entwickelt. Das Kabel wurde vom englischen Kabelschiff „Monarch" (8000 BRT) ausgelegt.
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3.9.1955

Die im Sommer 1952 eingerichtete telephonische Selbstwähl-Fernwahl in der Bundesrepublik Deutschland überschreitet erstmals die Staatsgrenze, indem sie den Direkt-Dienstbetrieb mit der Netzgruppe Basel/Schweiz herstellt.
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27.9.1955 - Fehler im Text

William Thompson, der Generaldirektor der American Telephone & Telegraph Co., hört über das erste Fernsprech-Transatlantikkabel über Clarenville/ Neufundland und Oban/Schottland zum ersten Male Worte, die von Amerika nach Europa gesprochen werden. Ein Jahr später wird ein zweites, paralleles Kabel fertiggestellt, das auch Ferngespräche in der Gegenrichtung, also Europa-Amerika, zuläßt. Dieses Fernsprech-Doppelkabel, TAT 1 genannt, wurde mit 2x 51 Langlebens-Röhren-verstärkern ausgestattet. Gesamtkosten von TAT 142 Mio $. 36 Sprechkanäle von 4000 Hz Bandbreite arbeiten in einem Nutzfrequenzbereich von 20 bis 164 kHz.
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